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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Eglė: Entscheidungen zwischen zwei Familien

Ein erzwungenes Versprechen führt Eglė in die Wasserwelt. Ihr Wunsch nach einem Familienbesuch setzt neue Konflikte in Gang. Zwei dokumentierte Fassungen verteilen Hilfe und Schlussrede unterschiedlich.

5–6 Minuten Lesezeit

Ein Versprechen unter Druck

Apė Eglę ir Žilviną nennt Eglė als jüngste von drei Schwestern; sie hat zwölf Brüder. Nach dem Baden findet sie eine Schlange im Ärmel ihres Hemdes. Diese gibt das Kleidungsstück nur gegen ein Heiratsversprechen frei. Eglė weint und bittet zunächst, die Schlange möge fortgehen. Das Versprechen entsteht aus dieser Bedrängnis, nicht aus einer zuvor erzählten freien Partnerwahl.

Als eine Schlangenschar sie abholt, geben auch die erschrockenen Eltern nach. An der Küste begegnet Eglė einem jungen Mann, der sich als dieselbe Schlange vorstellt. Über eine Insel führt der Weg zum Palast unter dem Wasser. Der Text schildert danach ein angenehmes Leben; diese neue Lage hebt den Druck des Anfangs nicht rückwirkend auf.

Für den Familienbesuch braucht sie Hilfe

Nach neun Jahren hat Eglė drei Söhne und die Tochter Drebulė. Eine Frage des ältesten Sohnes erinnert sie an ihre Eltern. Ihr Mann stellt dem Besuch jedoch Hindernisse entgegen: unerschöpfliche Seide, eiserne Schuhe und schließlich ein Brot, obwohl er die Gefäße verstecken lässt. Eglė erkennt die Täuschung beim Spinnen und sucht Rat.

Eine alte Nachbarin hilft bei allen drei Aufgaben. Aus der verbrannten Seide tritt eine Kröte hervor; der Schmied erhitzt die Schuhe, damit sie sich abtragen lassen. Ein mit Teig abgedichtetes Sieb ermöglicht Wassertransport und Backen. Eglės Rückkehr wird so durch Wissen und Zusammenarbeit möglich. Die Helferin ist in dieser Fassung nicht die Mutter der Schlange.

Der Schluss richtet sich gegen die eigene Tochter

Beim Besuch wollen die Verwandten Eglė dauerhaft behalten. Die Brüder schlagen die Söhne und drohen Drebulė, bis sie den geheimen Ruf preisgibt. Sie töten damit den herbeigerufenen Žilvinas. Zurück an der Küste hört Eglė aus der Tiefe von seinem Tod und von der Preisgabe. Ihre Schlussrede macht Drebulė zur zitternden Espe, die Söhne zu starken Bäumen und sie selbst zur Fichte.

Der Erzählschluss erklärt das Zittern der Espe durch Drebulės Angst und belastet das Kind mit Schuld. Zugleich hat derselbe Text die Drohungen der Erwachsenen beschrieben. Eine heutige Lektüre kann diesen Widerspruch sichtbar halten: Die Preisgabe geschieht unter Zwang, die Tötung führen die Brüder aus. Eglės abschließende Verfügung trifft damit auch die bedrohten Kinder.

Märchen und Mythendeutung sind verschiedene Zugänge

Die zweite gelesene Erzählung, Žaltys ir mergaitė, nennt die Frau nicht Eglė. Hier hilft die Mutter der Schlange bei den Aufgaben und spricht auch am Ende. Die Frau wird nicht ausdrücklich zur Fichte. Diese Unterschiede gehören zum Fassungsvergleich; ein bekanntes Schlussbild darf nicht in jede verwandte Erzählung eingefügt werden.

Eugenijus Žmuida diskutiert 2011 die Grenzen der Bezeichnung Märchen und deutet den Konflikt als Kampf um die Verfügung über Leben und Tod. Das ist seine Forschungsinterpretation, kein Beweis für Eglės historische Verehrung als Göttin. Die Texte erzählen Handlungen; ihre Klassifikation und Rekonstruktion stellen weitere Fragen an diese Handlungen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Versprechen unter Druck
Apė Eglę ir Žilviną: PDF S. 1, Hemd, Versprechen, Abholung und Küste

Für den Familienbesuch braucht sie Hilfe
Apė Eglę ir Žilviną: PDF S. 1–2, Besuchswunsch und drei Aufgaben

Der Schluss richtet sich gegen die eigene Tochter
Apė Eglę ir Žilviną: PDF S. 3, Verhöre, Tötung und gesungene Verwandlung

Märchen und Mythendeutung sind verschiedene Zugänge
Žaltys ir mergaitė: PDF S. 4–5; Juškytės Aufnahme 1904, Erstabdruck Nr. 84, elektronische Wiedergabe nach Aleksynas 1995; S. 159–161: Genrefrage; S. 168–169: Schluss und englische Zusammenfassung

Fassungen und Belege unterscheiden

Werk, Überlieferung und Lesezugang

Werk

Apė Eglę ir Žilviną

Apė Eglę ir Žilviną, ganze drei Textseiten einschließlich Fußnoten und Editionsnachweis. Aufnahme 1883 in Moskau, Erstdruck 1904 Nr. 194, elektronische Wiedergabe nach Aleksynas 1997. Kein individuell benannter Erzähler oder unabhängig kollationierter Erstdruck.

Aufnahme 1883 in Moskau; Erstabdruck 1904, Nr. 194.

Sprache: Litauisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Eglė žalčių karalienė: zwei benannte litauische Fassungen

Benutzter Lesezugang

Apė Eglę ir Žilviną: elektronischer Zugang nach Aleksynas 1997

PDF S. 1–3 vollständig gelesen; keine unabhängige Prüfung des Drucks von 1904.

Wiedergabe nach Jono Basanavičiaus tautosakos biblioteka, Band 3, 1997.

Sprache: Litauisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Eglė žalčių karalienė: zwei benannte litauische Fassungen

Werk

Žaltys ir mergaitė

Žaltys ir mergaitė, ganze zwei Textseiten einschließlich Fußnoten und Editionsnachweis. Aufzeichnung Jadvyga Teofilė Juškytė 1904, Erstdruck 1904 Nr. 84, Wiedergabe nach Aleksynas 1995. Namen Eglė und Žilvinas sowie die Verwandlung der Frau zur Fichte fehlen.

Aufnahme von Jadvyga Teofilė Juškytė 1904; Erstabdruck Nr. 84.

Sprache: Litauisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Eglė žalčių karalienė: zwei benannte litauische Fassungen

Benutzter Lesezugang

Žaltys ir mergaitė: elektronischer Zugang nach Aleksynas 1995

PDF S. 4–5 vollständig gelesen; keine Namens- oder Schlussangleichung mit der ersten Fassung.

Wiedergabe nach Jono Basanavičiaus tautosakos biblioteka, Band 2, 1995.

Sprache: Litauisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Eglė žalčių karalienė: zwei benannte litauische Fassungen

Werk

Žmuida: Eglė als Konflikt um Leben und Tod

Žmuida 2011, S. 159–161 und 167–169 in zwei archivierten Fenstern. Forschungsthese zum Konflikt um Leben und Tod; S. 162–166 und referierte vollständige weitere Varianten nicht gelesen.

Tautosakos darbai XLII, 2011, S. 159–169; nur bezeichnete Fenster.

Sprache: Litauischer Vermittlungs- oder Forschungstext; englische Zusammenfassung bei Žmuida

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Eglė žalčių karalienė: gyvybės ir mirties domenas – begrenzte Lektüre

Benutzter Lesezugang

Žmuida: Eglė als Konflikt um Leben und Tod: benutzter Zugang

Žmuida 2011, S. 159–161 und 167–169 in zwei archivierten Fenstern. Forschungsthese zum Konflikt um Leben und Tod; S. 162–166 und referierte vollständige weitere Varianten nicht gelesen.

Tautosakos darbai XLII, 2011, S. 159–169; nur bezeichnete Fenster.

Sprache: Begrenzter archivierter Textzugang

Quellen zu diesem Lesezugang: Eglė žalčių karalienė: gyvybės ir mirties domenas – begrenzte Lektüre

Figuren und Namen in den Texten

Die Einträge folgen dem jeweiligen Werk. Eigene Handlungen, kurze Namensnennungen und Herkunftsangaben bleiben unterscheidbar. Gleiche oder ähnliche Namen ergeben noch keine gemeinsame Lebensgeschichte.

Apė Eglę ir Žilviną

1 Eintrag nach Szenen und Namensgruppen ansehen

Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang

Rollen im Fassungsvergleich (1)

Namen, Helfende, Kinder und Schlussbilder werden nicht zwischen Fassungen ausgetauscht.

Die benannte Figur im Ausgangstext

Der Rollenverlauf ist im vollständigen Ausgangstext und in der gemeinsamen Erzählstation zugänglich.

Ein eigener Blick auf dieselbe Fassung, keine zweite unabhängige Textquelle.

Beleg: Apė Eglę ir Žilviną, ganze Fassung · Eglė žalčių karalienė: zwei benannte litauische Fassungen

Žaltys ir mergaitė

1 Eintrag nach Szenen und Namensgruppen ansehen

Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang

Rollen im Fassungsvergleich (1)

Namen, Helfende, Kinder und Schlussbilder werden nicht zwischen Fassungen ausgetauscht.

Das namenlose Gegenstück in der zweiten Fassung

Rollenähnlichkeit erlaubt den Vergleich von Ehe, Aufgaben, Ruf und Gewalttat.

Der vertraute Eigenname wird nicht rückwirkend vergeben. Hilfsfigur, Kinderzahl und Schluss behalten ihre Unterschiede.

Beleg: Žaltys ir mergaitė, ganze Fassung · Eglė žalčių karalienė: zwei benannte litauische Fassungen

Žmuida: Eglė als Konflikt um Leben und Tod

1 Eintrag nach Szenen und Namensgruppen ansehen

Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang

Rollen im Fassungsvergleich (1)

Namen, Helfende, Kinder und Schlussbilder werden nicht zwischen Fassungen ausgetauscht.

Eglė und die Brüder in Žmuidas Konfliktmodell

Der Autor liest die Auseinandersetzung als Konflikt um Leben, Tod und religiöse Verfügung.

Historische Rekonstruktion des Forschers, kein Beweis einer universellen Muttergöttinnenzeit oder bestätigten Vorgeschichte.

Beleg: Žmuida, S. 159–161 und 167–169 · Eglė žalčių karalienė: gyvybės ir mirties domenas – begrenzte Lektüre

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Zwei benannte litauische Erzählfassungen und getrennte spätere Deutung.
Verwendeter Ausschnitt
Apė Eglę ir Žilviną, Aufnahme 1883, im elektronischen Zugang nach Aleksynas 1997.
  1. Eglė žalčių karalienė: zwei benannte litauische Fassungen

    Jonas Basanavičius (Sammlung); Kostas Aleksynas (Edition); Šaltiniai (elektronischer Zugang) · Fassung 1: Aufnahme 1883 in Moskau, Erstabdruck 1904 Nr. 194; benutzte Wiedergabe nach 1997. Fassung 2: Jadvyga Teofilė Juškytė, Aufnahme 1904, Erstabdruck Nr. 84; benutzte Wiedergabe nach 1995.

    Alle fünf PDF-Seiten vollständig gelesen, einschließlich beider Erzählungen Apė Eglę ir Žilviną und Žaltys ir mergaitė, Schlussverse und Editionsnachweise.

    Elektronische Wiedergabe der benannten Editionen, keine unabhängige Prüfung der Drucke von 1904 oder der Handschriften. Erster Erzähler und Herkunft nicht genannt; Moskau ist der angegebene Aufnahmeort. Zweite Fassung nennt weder Eglė noch Žilvinas als Namen. Ältere Schreibweisen und redaktionelle Worterklärungen unterscheiden; keine heutigen Kommentare oder Bilder kopieren. Abgerufen am 2026-10-03.

  2. Eglė žalčių karalienė: gyvybės ir mirties domenas – begrenzte Lektüre

    Eugenijus Žmuida; Lietuvių literatūros ir tautosakos institutas · Tautosakos darbai XLII, 2011, S. 159–169.

    S. 159–161 und 167–169 tatsächlich vollständig gelesen: Genrefrage, benannte ältere Interpretationen, Schlussfolgerung und englische Zusammenfassung.

    Keine Volllektüre des elfseitigen Aufsatzes; S. 162–166 nicht gelesen. Die Rekonstruktion eines archaischen Konflikts um Kontrolle über Leben und Tod ist die Interpretation des Autors, keine bewiesene Datierung, Geschlechtergeschichte oder allgemein anerkannte ursprüngliche Erzählbedeutung. Zitierte ältere Studien und zusätzliche Fassungen nicht unabhängig gelesen. Abgerufen am 2026-10-03.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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