Die Warnung gilt einer Welt, die zuvor gewachsen ist
Yima hat im ersten Teil des Fargard die bewohnte Welt mehrmals erweitert. Dann versammelt Ahura Mazdā die verehrten Mächte und Yima die Menschen. Die neue Botschaft kündigt einen schweren Winter mit tiefem Schnee an. Tiere suchen Schutz, und nach dem Schmelzen soll die vertraute Landschaft nicht mehr dieselbe sein.
Yimas Auftrag verändert sich dadurch: Statt immer mehr Platz zu schaffen, muss er einen begrenzten Lebensraum sichern. Die Warnung kommt in einem Dialog; der geschützte Ort ist eine Antwort auf die bevorstehende Bedrohung, kein von Anfang an von der übrigen Welt abgetrenntes Paradies.
Eine Grenze bewahrt mehr als Menschen
Ahura Mazdā fordert Yima auf, einen Vara von bestimmter Ausdehnung zu bauen. Hinein sollen Vertreter von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Feuer. Der Text nennt auch Nahrung und einen Wasserlauf. Überleben bedeutet hier, verschiedene Bestandteile einer bewohnten Welt zusammenzubringen.
Das Wort Samen im Übersetzungszugang weist auf die Fortsetzung des Lebens. Die Auswahl von je zwei Vertretern und der begrenzte Raum geben Anlass zu Vergleichen mit Archeerzählungen. Sie machen den Vara aber nicht zu einem Schiff: Die benannte Gefahr ist zunächst ein Winter, und die gebaute Grenze bleibt eine andere Form des Schutzes.
Heutige Bildinterpretation der benannten Erzählung

Schutz enthält einen Ausschluss
Für die Bewohner setzt der Text Schönheit und körperliche Unversehrtheit voraus. Er schließt unter anderem Menschen mit bestimmten Beeinträchtigungen und Erkrankungen aus und stellt sie in eine Reihe mit moralisch abgewerteten Merkmalen. Diese Verbindung ist ein Urteil der historischen Quelle.
Das Museum übernimmt diese Wertung nicht. Gerade hier ist die Frage nach Schutz unbequem: Der versprochene sichere Raum gilt nicht allen. Wer nur die idyllische Innenseite erzählt, würde eine entscheidende Grenze dieser Fassung unsichtbar machen.
Bau, Licht und Zeit bleiben erzählte Besonderheiten
Yima soll die Erde mit seinen Händen kneten und den Raum nach Anweisung gliedern. Darmesteters Zugang nennt unterschiedlich viele Wege und Bewohner in den Teilbereichen. Seine Kommentare zu Bau und Gesellschaft sind von den Angaben des Dialogs zu unterscheiden; daraus entsteht kein verlässlich nachbaubarer Grundriss.
Die abschließenden Fragen betreffen Licht, den besonderen Zeitrhythmus und die Fortpflanzung im Vara. Ein Vogel bringt die Religion hinein. Diese Motive kennzeichnen einen außerordentlichen Lebensraum. Sie bestätigen keine reale unterirdische Anlage, deren Lage sich heute aus dem Text ablesen ließe.
Ein Vergleich braucht die Unterschiede
Darmesteter bezeichnet die Erzählung in seiner Synopsis als Anpassung einer Flutgeschichte und erwägt biblische oder mesopotamische Zusammenhänge. Das ist seine historische Interpretation. Die gemeinsam vorkommenden Motive – Warnung, ausgewähltes Leben und Zuflucht – beweisen allein noch keine bestimmte Richtung der Übernahme.
Die heutige Illustration zeigt deshalb einen abgegrenzten Raum in einer bedrohten Winterlandschaft. Ihre Architektur und Menschen sind eine freie Interpretation des gelesenen Zugangs. Das Bild soll den Gegensatz von Bewahrung und Bedrohung lesbar machen; es liefert keine historische Rekonstruktion oder bildliche Rechtfertigung der Ausschlüsse.
Die Bewahrung hat Helfer, Bewohner und einen Preis
Der Schutzraum ist nicht allein Yimas Bauleistung. Karshipta bringt die Religion hinein; Urvatat-nara und Zarathushtra werden in der Schlussantwort als Herrn und Meister genannt. Der Kommentar erklärt zusätzliche Verwandtschaften und führt andere Erzählungen zum Vergleich an. Diese Vermittlungsstimme bleibt von der eigentlichen Antwort des Fargards unterschieden.
Neben den ausgewählten Männern und Frauen zählen Tiere, Pflanzen, Vögel und Feuer zum bewahrten Bestand. Die Ausschlussliste verbindet körperliche und moralische Abwertung; die Station zeigt auch diejenigen, die der Text vom Schutzraum ausschließt. Seine Kategorien sind keine heutige Einteilung menschlichen Werts.
Helfer und Vermittler des Vara-Textes
| Benannte Rolle | Erzählter oder referierter Zusammenhang | Stelle |
|---|---|---|
| Karshipta | Der Vogel bringt die Religion in Yimas Vara. Die Anmerkung beschreibt ihn als Avesta vortragenden Himmelsvogel und überliefert eine weitere Vogelzuordnung. | 2.42 und Anmerkung 34 |
| Urvatat-nara im Vara-Text | Die Antwort nennt ihn und Zarathushtra als Herrn und Meister im Vara. Die Anmerkung erklärt Urvatat-nara als Sohn Zarathushtras und als mit dem Bauernstand verbunden. | 2.43 und Anmerkung 35 |
| Isat-vastra in Darmesteters Anmerkung | Die Anmerkung nennt ihn als einen von Zarathushtras drei Söhnen und ordnet ihm in der dortigen Reihenfolge den Priesterstand zu. | Anmerkung 35 zu 2.43 |
| Hvare-chithra in Darmesteters Anmerkung | Er ist der zweite der drei genannten Söhne und wird in der Reihenfolge mit dem Kriegerstand verbunden. | Anmerkung 35 zu 2.43 |
| Gopatshah im zitierten Eranwej-Bericht | In dem als spätere Quelle zitierten Mainyo-i-khard-Bericht heißt Gopatshah der Anführer Eranwejs, während Srosh als Herrscher und König bezeichnet wird. | Anmerkung 32 zu 2.41 |
| Malkôsh in der Winteranmerkung | Der Übersetzer erklärt Malkosan als Winter, die ein als Dämon oder Zauberer beschriebener Malkôsh loslässt, und nennt die Form Mahrkûsha. | Anmerkung 13 zu 2.22 |
Kommentarfiguren, Bewohner und Ausgeschlossene
| Benannte Rolle | Erzählter oder referierter Zusammenhang | Stelle |
|---|---|---|
| Megabyzes in der Krankheitsanmerkung | Die Anmerkung führt eine Ctesias zugeschriebene Geschichte an, in der Megabyzes seinen Gegnern durch vorgetäuschte Krankheit entkommt. | Anmerkung 24 zu 2.29 |
| Iraj in Darmesteters Investiturvergleich | Die Anmerkung vergleicht Yimas Geräte mit Faridoons königlicher Ausstattung Irajs durch Schwert, Siegel, Ring und Krone. | Anmerkung 4 zu 2.6 |
| Die ausgewählten Menschen des Vara | Die als beste Sterbliche versammelten Menschen und die ausgewählten Männer und Frauen werden im Vara bewahrt. Raumverteilung und langsam erzählter Nachwuchs bestimmen ihr Zusammenleben. | 2.20–21, 27, 30, 35, 38, 41 |
| Die vom Vara ausgeschlossenen Menschen | Die Rede verbindet körperliche, psychische und moralische Abwertungen in einer Ausschlussliste und schreibt körperliche Schäden Angra Mainyu zu. | 2.29, 37 |
| Tiere, Pflanzen und Feuer im Vara-Text | Wildtiere suchen Schutz; im Vara werden ausgewählte Tiere, Vögel, Bäume, Früchte und rote Feuer bewahrt. Die Szene betrifft mehr als menschliche Überlebende. | 2.23–28, 33–36, 41 |
Figuren und Namen in den Textstellen
Die Namen führen zu den besprochenen Szenen und Quellen. Eine kurze Nennung, eine Herkunftsangabe und eine ausgeführte Handlung bleiben unterschiedliche Rollen. Ähnliche Namen ergeben keine gemeinsame Lebensgeschichte.
Helfer und Vermittler des Vara-Textes
Karshipta
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Der Vogel bringt die Religion in Yimas Vara. Die Anmerkung beschreibt ihn als Avesta vortragenden Himmelsvogel und überliefert eine weitere Vogelzuordnung.
Leitfrage: Wer bringt die Lehre an einen abgeschlossenen Ort?
Beleg: 2.42 und Anmerkung 34 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Urvatat-nara im Vara-Text
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Die Antwort nennt ihn und Zarathushtra als Herrn und Meister im Vara. Die Anmerkung erklärt Urvatat-nara als Sohn Zarathushtras und als mit dem Bauernstand verbunden.
Leitfrage: Wie unterscheiden sich eine knappe Herrschaftsantwort und ihre genealogische Erklärung?
Beleg: 2.43 und Anmerkung 35 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Isat-vastra in Darmesteters Anmerkung
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Die Anmerkung nennt ihn als einen von Zarathushtras drei Söhnen und ordnet ihm in der dortigen Reihenfolge den Priesterstand zu.
Leitfrage: Welche Funktion hat der erste Sohn in der erklärenden Dreierreihe?
Beleg: Anmerkung 35 zu 2.43 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Hvare-chithra in Darmesteters Anmerkung
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Er ist der zweite der drei genannten Söhne und wird in der Reihenfolge mit dem Kriegerstand verbunden.
Leitfrage: Was trägt eine Standeszuordnung ohne zusätzliche Lebensgeschichte?
Beleg: Anmerkung 35 zu 2.43 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Gopatshah im zitierten Eranwej-Bericht
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
In dem als spätere Quelle zitierten Mainyo-i-khard-Bericht heißt Gopatshah der Anführer Eranwejs, während Srosh als Herrscher und König bezeichnet wird.
Leitfrage: Welcher Herr gehört zum Kommentarvergleich und welcher zur eigentlichen Vara-Antwort?
Beleg: Anmerkung 32 zu 2.41 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Malkôsh in der Winteranmerkung
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Der Übersetzer erklärt Malkosan als Winter, die ein als Dämon oder Zauberer beschriebener Malkôsh loslässt, und nennt die Form Mahrkûsha.
Leitfrage: Wie verbindet der Kommentar eine Winterbenennung mit einem Urheber?
Beleg: Anmerkung 13 zu 2.22 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Kommentarfiguren, Bewohner und Ausgeschlossene
Megabyzes in der Krankheitsanmerkung
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Die Anmerkung führt eine Ctesias zugeschriebene Geschichte an, in der Megabyzes seinen Gegnern durch vorgetäuschte Krankheit entkommt.
Leitfrage: Weshalb ist eine vermittelnde Anekdote keine Diagnose oder heutige Ausschlussregel?
Beleg: Anmerkung 24 zu 2.29 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Iraj: Friedensversuch und dynastische Folgen
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Leitfrage: Welche Funktion hat Iraj in dem Vergleich königlicher Zeichen?
Beleg: Anmerkung 4 zu 2.6 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Die ausgewählten Menschen des Vara
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Die als beste Sterbliche versammelten Menschen und die ausgewählten Männer und Frauen werden im Vara bewahrt. Raumverteilung und langsam erzählter Nachwuchs bestimmen ihr Zusammenleben.
Leitfrage: Wer wird geschützt und wie regelt der Text das Leben im Schutzraum?
Beleg: 2.20–21, 27, 30, 35, 38, 41 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Die vom Vara ausgeschlossenen Menschen
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Die Rede verbindet körperliche, psychische und moralische Abwertungen in einer Ausschlussliste und schreibt körperliche Schäden Angra Mainyu zu.
Leitfrage: Welche Menschen verschwinden, wenn der Vara nur als glückliche Rettung erzählt wird?
Beleg: 2.29, 37 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Tiere, Pflanzen und Feuer im Vara-Text
Profil: Quellengebundene Rolle oder ausdrücklich vermitteltes Teilprofil
Wildtiere suchen Schutz; im Vara werden ausgewählte Tiere, Vögel, Bäume, Früchte und rote Feuer bewahrt. Die Szene betrifft mehr als menschliche Überlebende.
Leitfrage: Wie weit reicht die erzählte Bewahrung über Menschen hinaus?
Beleg: 2.23–28, 33–36, 41 · Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Vendidad 2: Yimas wachsender und bewahrter Lebensraum
Darmesteters Fargard 2.1–43 verbindet den zunächst wachsenden Lebensraum mit der Winterwarnung und dem Vara. Die Seite erläutert auch die Ausschlüsse der Erzählung. Die Flutdeutung der Synopsis wird vom übersetzten Kapitel und vom vorsichtigen Motivvergleich unterschieden.
Darmesteter: Übersetzungsausgabe laut Webkopf 1898, digitale Edition 1995; keine Werkentstehung aus diesem Jahr abgeleitet.
Sprache: Avestischer Text im benannten historischen englischen Zugang
Benutzte Ausgabe
Vendidad 2: Yimas wachsender und bewahrter Lebensraum: benutzter Übersetzungszugang
Tatsächlich gelesen: Fargard 2.1–43 und angezeigte Fußnoten. Ein bezeichnetes Kapitel mit Dialog, Winterwarnung und geschütztem Raum. Synopsis und Übersetzerkommentare von der Erzählung getrennt.
Darmesteter: Übersetzungsausgabe laut Webkopf 1898, digitale Edition 1995; keine Werkentstehung aus diesem Jahr abgeleitet.
Sprache: Avestischer Text im benannten historischen englischen Zugang
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Benannte iranische religiöse und persische literarische Überlieferungen mit gesonderter Forschung
- Verwendeter Ausschnitt
- Vendidad 2.1–43 in Darmesteters historischem Zugang; Kommentare und Synopsis als eigene Deutungen.
- Vendidad 2: Wachstum, Winter und Yimas Vara
James Darmesteter (Übers.); Webedition Joseph H. Peterson · Webkopf: Sacred Books of the East, American Edition, 1898; digitale Edition 1995. Altes Werk nicht auf Übersetzungsjahr datiert.
Webkopf, Synopsis, Fargard 2.1–43 und die auf dieser Seite angezeigten Fußnoten vollständig im Webauszug tatsächlich gelesen. Besonders 1–19 (Auftrag und Erweiterung), 20–38 (Winter, Auswahl, Bau), 39–43 (Licht, Zeit und Religion).
Historischer englischer Zugang, keine eigene avestische Neuübersetzung. Darmesteters direkte Flut-/Bibelabhängigkeit in der Synopsis ist eine Deutung. Winter und Schmelzwasser nicht zu einer nur biblisch verstandenen Sintflut vereinheitlicht. Geräte-, Bau- und Lichtdeutungen abhängig vom Übersetzungszugang; körperliche Ausschlüsse und historische Abwertung im Text beschreiben, nicht übernehmen. Kein realer archäologischer Ortsnachweis des Vara. Abgerufen am 2026-10-04.
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Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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