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MythaneumDas Museum der Mythologien

Exponat

Hermes: Eine Leier, verwischte Spuren und ein Handel

Der vierte Homerische Hymnus lässt Hermes an seinem ersten Tag eine Leier bauen und Apollons Rinder forttreiben. Im Streit werden Erfindung, Täuschung und der Wunsch nach einem Platz unter den Göttern zugleich sichtbar.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Tag reicht für eine Erfindung und einen Diebstahl

Der Hymnus stellt Hermes als neugeborenen Sohn von Maia und Zeus vor. Am Morgen kommt er zur Welt, tagsüber spielt er auf einer selbstgebauten Leier, abends treibt er Rinder des Apollon fort. Diese rasante Zeiteinteilung ist die Form einer komischen Göttererzählung, keine Behauptung über gewöhnliche Kindheit.

Vor der Höhle findet Hermes eine Schildkröte. Er spricht sie spielerisch an, tötet sie dann aber und verarbeitet ihren Panzer, Schilf, Haut und Saiten zur Leier. Die Erfindung ist im Text glänzend und gewaltsam zugleich; die fertige Musik lässt die Herstellung nicht verschwinden.

Leier, Herde und Spuren – heutige Bildverdichtung

Der junge Hermes mit einer Schildkrötenleier vor einer Höhle; in der Ferne nähert sich Apollon einer Rinderherde und rätselhaften Spuren.
Heutige KI-Illustration nach Motiven des vierten Homerischen Hymnus. Leier, Rinder und Spuren sind zu einer freien Szene verdichtet; Landschaft, Kleidung und gleichzeitige Begegnung sind keine antike Überlieferung.

Spuren verraten und verbergen

Hermes nimmt fünfzig Rinder aus Apollons Herde. Er kehrt die Hufspuren um und bindet sich Zweige unter die Füße. Die List soll den Weg unlesbar machen. Doch ein Mann hat das Kind mit den Rindern gesehen, und Apollon findet die ungewöhnlichen Zeichen. Der Hymnus macht aus der Spurensuche ein Spiel zwischen erfinderischem Täter und aufmerksamem Leser.

Bei den Ställen tötet Hermes zwei Tiere und teilt das Fleisch in zwölf Ehrenportionen, obwohl er selbst nicht davon isst. Diese Zahl steht in genau dieser Szene. Sie beweist keinen für alle Zeiten feststehenden Kreis von zwölf Olympiern.

Der Säugling bestreitet, was die Erzählung gezeigt hat

Zurück in Maias Höhle legt Hermes sich mit der Leier in die Wiege. Als Apollon ihn zur Rede stellt, spielt er den hilflosen Säugling und streitet den Diebstahl ab. Auch vor Zeus behauptet er, die Wahrheit zu sagen. Das ist Hermes’ Rede innerhalb der Handlung: Die Zuhörenden haben den Raub zuvor erzählt bekommen.

Zeus lacht über das gewandte Leugnen, spricht Hermes aber nicht frei. Er schickt beide zu den Rindern zurück. Komik ersetzt in der Szene weder Apollons Verlust noch die Entscheidung des Vaters.

Ein neuer Klang verändert die Verhandlung

Bei den Rindern spielt Hermes auf seiner Leier. Apollon hört zu und will das neue Instrument besitzen. Hermes bietet es ihm an und erhält die Betreuung der Herden. Aus dem Konflikt wird ein Tausch, der beiden etwas gibt; Zeus bestätigt ihre Freundschaft. Hermes behält nicht einfach den ganzen Gewinn seines Raubs.

Der Hymnus verknüpft damit Musik, Redegewandtheit und Handel. Hermes strebt schon gegenüber Maia nach Anteil an göttlicher Ehre statt nach einem Leben abseits der anderen. Der Schluss macht diesen Anspruch verhandelbar, ohne seine frühere Täuschung nachträglich wahr zu machen.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Homerischer Hymnus 4 an Hermes

Eigenstaendige Erzaehlung von Hermes’ Geburt, Leier, Rinderdiebstahl und Ausgleich mit Apollon.

Antiker Hymnus; Verfasser und genaues Entstehungsjahr hier nicht festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Homerischer Hymnus 4 an Hermes nach Evelyn-White

Verse 1-580 vollstaendig gelesen; Textluecken und Uebersetzeranmerkungen kenntlich halten.

Historische englische Uebersetzung von 1914; nicht die antike Entstehungszeit.

Sprache: Englisch nach altgriechischem Text

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Homerischer Hymnus 4 an Hermes, Verse 1–580
Verwendeter Ausschnitt
Hymnus 4 nach Evelyn-White; keine allgemeine Hermes-Biografie.
  1. Homerischer Hymnus 4 an Hermes: List, Leier und Ausgleich

    Homerische Hymnen; englische Uebersetzung Hugh G. Evelyn-White · antiker Text; historische englische Uebersetzung

    Hymnus 4, Verse 1-580 vollstaendig gelesen: Schildkroete und Leier, Rinder und Spuren, Streit mit Apollon und vor Zeus, Lyra-Tausch, neue Aemter und Grenzen der Weissagung.

    Dichterische Erzaehlung in historischer englischer Uebersetzung; Hermes’ Luegen sind Figurenrede. Die Opferportionen belegen keinen zeitlos festen Olympierkreis. Kein Beleg fuer alle lokalen Hermes-Kulte. Abgerufen am 2026-09-28.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-28. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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