Ein Bild, das nahe kommen sollte
Drei Zentimeter hoch ist das Fayence-Amulett 11.215.178. Es wurde nach dem Met-Katalog in Malqatas Südsiedlung ausgegraben. Der gedrungene Körper, die frontal gezeigte Miene und die seitlich stehenden Arme lassen eine Schutzgestalt erkennen. Das Museum nennt sie vorsichtig „Bes-image“: Ein solches Bild kann Bes, aber auch Aha meinen. Die moderne Beschriftung des Objekts ersetzt also keinen erhaltenen Eigennamen dieser Figur.
Das Met erwägt, dass das Stück am Körper hing oder ein Gebäude schmückte. Für welche Person es bestimmt war und ob es bei einer bestimmten Geburt getragen wurde, steht nicht im Befund. UCL erinnert daran, dass Schmuck zugleich religiöse, soziale und ästhetische Bedeutungen haben konnte. Schutz ist hier eine gut begründete Deutung der Bildform, keine beobachtete Alltagsszene.
Das drei Zentimeter hohe Bildamulett

Ein Werkzeug ist ein anderer Beleg
Ein zweites Objekt aus Malqata ist keine getragene Figur, sondern eine 4,3 Zentimeter hohe Tonform. In ihren Vertiefungen beobachtet der Met-Katalog Reste der Masse, mit der ein Fayence-Amulett hergestellt werden konnte. Die Form verankert das Bild in einer Werkpraxis. Sie sagt nicht, welches konkrete Amulett daraus hervorging oder wer ein mögliches Produkt benutzte.
Ein Vergleich von Form und kleinem Amulett zeigt, dass Schutzbilder herstellbare und wiederholbare Dinge waren. Die beiden Museumsstücke werden hier deshalb nebeneinandergestellt, nicht als sicher zusammengehörendes Produktionspaar.
Die vertiefte Tonform

Ein Faden ist noch keine Biografie
Das nur 1,6 Zentimeter hohe Met-Amulett 11.215.195 zeigt laut Katalog Bes mit Tamburin. Es wurde mit zehn Perlen auf originalem Leinenfaden gefunden. Anders als beim ersten Amulett ist hier also eine konkrete Verbindung aus Bild, Perlen und Faden erhalten. Der Fund macht die Nähe zum Körper vorstellbar; eine bestimmte Trägerperson oder Schutzhandlung ist damit weiterhin nicht dokumentiert.
Ein älteres gebogenes Elfenbeinobjekt mit Taweret und einer vom Met als Bes angesprochenen Figur zeigt einen anderen materiellen Rahmen. UCL bezeichnet die genaue Handhabung solcher Objekte ausdrücklich als ungeklärt. Wir verbinden diese Zeugnisse zu einer Frage nach Schutzformen, nicht zu einer einzigen über Jahrhunderte unveränderten Praxis.
Bes mit Perlen auf erhaltenem Faden

Ein älterer, andersartiger Gegenstand

Welche Zeit ist gemeint?
- Das gebogene Elfenbeinobjekt wird auf ca. 1850–1640 v. Chr. datiert; die genaue Handhabung ist offen.
- Drei kleine Malqata-Objekte gehören in die Zeit Amenhoteps III., ca. 1386–1347 v. Chr.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Kleine Bes-/Aha-Bildobjekte aus Malqata im Neuen Reich, mit älterem Elfenbeinobjekt als bewusst getrenntem Kontext
- Verwendeter Ausschnitt
- The Met 11.215.178, 12.180.364 und 11.215.195, alle etwa 1386–1347 v. Chr.; UCL zu Grenzen der Objektdeutung.
- Amulet of a Bes-image, The Met 11.215.178
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1386–1347 v. Chr.
Die Katalogbenennung Bes-image ist bewusst vorsichtig: das Bild kann Bes oder Aha meinen. Met verbindet diese Gestalten vor allem mit Schutz von Kindern und Gebärenden, nennt für dieses Stück aber auch Musik als mögliche Rolle. 3 cm großes Fayence-Amulett aus Malqata, South Village; vermutlich getragen oder als Verzierung aufgehängt, keine nachgewiesene Einzelperson.
Indexnotiz der Weblektüre. API archiviert Objektmetadaten und Public-Domain-Status; Webtext zur Deutung separat begrenzt notiert. Bes/Aha-Zuweisung nicht auflösen. Abgerufen am 2026-09-30.
- Mold for Bes-image Amulet, The Met 12.180.364
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1386–1347 v. Chr.
Tonform zur Herstellung eines Bes-/Aha-Bildamuletts; Met erwähnt Reste von Paste in Vertiefungen. Aus Malqata, South Magazines or Factories; laut Katalog zum Tragen oder Dekorieren möglich. Die Form zeigt Herstellung, nicht den tatsächlichen Gebrauch jedes daraus erzeugten Amuletts.
Indexnotiz der Weblektüre. API archiviert Datierung und Fundkontext; Webtext zur Herstellung begrenzt notiert. Kein nachgewiesenes Endprodukt diesem Werkzeug zugeordnet. Abgerufen am 2026-09-30.
- Amulet of Bes with a Tambourine, The Met 11.215.195
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1386–1347 v. Chr.
1,6 cm großes Fayence-Amulett aus Malqata, South Village, zeigt Bes mit Tamburin. Met berichtet den Fund mit zehn Perlen auf originalem Leinenfaden. Der Befund stützt einen konkreten Schmuck-/Tragezusammenhang, belegt aber keine bestimmte Trägerperson oder den Anlass des Tragens.
Indexnotiz der Weblektüre. API archiviert Objektmetadaten und Public-Domain-Status; Webtext zum Leinenfaden begrenzt notiert. Keine freie Ergänzung einer Alltagsszene. Abgerufen am 2026-09-30.
- Magic Wand, The Met 86.1.91
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1850–1640 v. Chr.
Gebogenes Elfenbeinobjekt mit Frosch, Taweret, Krokodil, geflügelter Katze, Bes, Schakal, Löwe und Pavian. Met deutet die Objektgruppe wegen Bildmotiven und benannter Kinder auf Vergleichsstücken als mit Geburt und früher Kindheit verbunden; Grabdeponierung könnte auf Wiedergeburt zielen. Länge 26,6 cm; Herkunft nur Ägypten, Ausgrabung 1885–86. Konkrete Handhabung dieses Exemplars nicht belegt.
Indexnotiz der Weblektüre. API archiviert Objektmetadaten und Public-Domain-Status; die kuratorischen Sätze stehen nur in der gelesenen Webdarstellung. Kein eigenständig identifizierter Gebrauchsvorgang. Abgerufen am 2026-09-30.
- Childbirth, Digital Egypt for Universities
University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30
UCL unterscheidet archäologische Funde, Bilder und schriftliche Zeugnisse für Geburt und Kindheit. Gebogene, mit Wesen bebilderte Elfenbeinobjekte des späten Mittleren Reichs haben keinen bekannten altägyptischen Gattungsnamen und keine erhaltene Erklärung ihrer genauen Gebrauchsweise. UCL warnt vor direkten Rückschlüssen aus Grabbeigaben auf Lebensalter oder Alltagssitten.
Indexnotiz der Weblektüre. Offizielle UCL-Webseite im Web gelesen; lokale Notiz statt vollständig archiviertem Webseitentext. Keine unmittelbare antike Gebrauchsanleitung. Abgerufen am 2026-09-30.
- Amulets, Digital Egypt for Universities
University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30
UCL erläutert amulettische Körperzierde und die schwer zu bestimmende Mischung aus religiöser, ästhetischer, wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung. Bestattungsamulette haben eigene historische Kontexte; eine spätere Grabverwendung beweist keinen identischen Geburtsgebrauch. Die ältere Petrie-Klassifikation wird als historisch wirksam, aber methodisch problematisch dargestellt.
Indexnotiz der Weblektüre. Offizielle UCL-Webseite im Web gelesen; lokale Notiz statt vollständig archiviertem Webseitentext. Überblick, keine eigene Lektüre aller antiken Einzelzeugnisse. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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