Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Exponat

Baal und Yam: Um wessen Herrschaft wird gestritten?

Boten treten vor die Götter, El verfügt über Baal und Kothar greift mit gefertigten Waffen in den Kampf ein.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Meer, das Forderungen stellt

Yam sendet Boten in die göttliche Versammlung. Der Gegner wird im parallelen Sprachgebrauch auch als Richter Nahar bezeichnet. Es geht um Herrschaft: Die Boten verlangen, Baal solle ausgeliefert werden.

Das Meer ist damit weder bloße Landschaft noch bereits eine spätere Dämonenfigur. Die alte englische Fachübersetzung bewahrt Namen, Titel, Lücken und Vorschläge für Ergänzungen. Unsere Darstellung folgt diesem begrenzten Text, nicht einer vollständigen Karte einer zeitlosen Götterwelt.

Heutige Bildinterpretation

Ein geordneter Versammlungsplatz mit sitzenden und stehenden Figuren liegt zwischen bewegtem Meer und aufziehendem Wetter.
Heutige KI-Illustration zum ugaritischen Baal-/Yam-Konflikt. Meer, Wetter und Versammlung sind als räumliche Fragen geordnet. Architektur und Gestalten sind frei erfunden; das Bild identifiziert keine historischen Porträts und macht Yam nicht zu einer späteren Dämonenfigur.

Der Rat gibt keine einheitliche Antwort

Die Versammelten senken zunächst die Köpfe. Baal widerspricht ihrer Unterordnung und fordert sie auf aufzublicken. Die Boten wiederum verweigern die erwartete Verbeugung vor El; ihre Haltung gehört zur Macht ihrer Botschaft.

El erklärt Baal zum Diener beziehungsweise Gefangenen Yams. Baal will gegen die Boten vorgehen und wird aufgehalten. Gerade bei der benannten aufhaltenden Göttin nennt die historische Ausgabe verschiedene Ergänzungsmöglichkeiten. Deshalb wird daraus hier kein sicherer Auftritt einer einzigen bestimmten Gestalt.

Der Sieg braucht eine hergestellte Hilfe

Kothar-wa-Hasis fertigt Waffen, benennt sie und spricht ihre Wirkung an. Der erste Schlag reicht nicht; der nächste bringt Yam zu Fall. Der Kampf ist so auch eine Geschichte über Herstellung und den gezielten Gebrauch eines Mittels.

Die historische Übersetzung erläutert die Waffennamen als Yagrush und Ayamur; die Bedeutungsangaben sind teilweise unsicher. Der beschädigte Fortgang entscheidet Yams weiteres Schicksal nicht so eindeutig, wie eine Kurzformel vom endgültig vernichteten Meer vermuten ließe.

Wessen Ordnung steht danach fest?

Vergleiche den Anspruch der Boten mit Els Verfügung und Baals Kampf. Wer entscheidet, wer widerspricht, wer stellt das entscheidende Werkzeug her? Keine dieser Rollen lässt sich durch den Gegensatz von gutem Wetter und bösem Meer vollständig ersetzen.

Der anschließende Weg führt zum Hausbau und zum Konflikt mit Mot. Ein gewonnener Kampf ist noch keine uneingeschränkte Dauerherrschaft. Spätere dämonisierende Begriffsverwendungen gehören in ihre eigenen historischen Quellenzusammenhänge.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Baal-Zyklus, KTU 1.1–1.6

Hier das ausdrücklich gelesene frühe Ginsberg-Fenster und/oder der bereits erschlossene Mot-Teil. Moderne KTU-Werkbezeichnung ist keine Behauptung einer neuen vollständigen aktuellen Primäredition.

Antiker ugaritischer Tafelkomplex; Erzählzeit, Entstehung und erhaltene Niederschrift sind verschiedene Ebenen.

Sprache: Ugaritisch

Benutzte Ausgabe

Ginsberg: frühe Baal-/Anat-Teile, vorhandener ANET-Auszug PDF 2–10

Einleitung und Abschnitte mit alten Editionssiglen VI AB, III AB C/B, II AB A, Fragment b, II AB und V AB. Eine vorläufige Editionsreihenfolge ist keine lückenlose antike Erzählfolge. Keine eigene Konkordanz aller alten Siglen mit modernen KTU-Nummern behauptet.

Vorhandener Auszug der ANET-Ausgabe 1969.

Sprache: Englische historische Fachübersetzung ugaritischer Texte

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte ugaritische Baal-/Kirta-/Aqhat-Zusammenhänge
Verwendeter Ausschnitt
Historischer Ginsberg-Auszug mit markierten Lücken; vorhandene Wikander- und ergänzende EUPT-/Budin-Fenster
  1. Baal und Anat: frühe Erzählteile im vorhandenen Ginsberg-Auszug

    H. L. Ginsberg · ANET-Ausgabe 1969; historische Lesungen und Anordnung

    Vorhandene PDF-Seiten 2–10 jetzt vollständig als native Seitenbilder gelesen: Einleitung/alte Editionssiglen, Yam-Konflikt, Hausbau sowie der in dieser Ausgabe anders eingeordnete V-AB-Teil. Sichtbar nummerierte Druckseiten 130–137; erste Einleitungsseite im Auszug ohne sichtbare Seitenzahl. Keine erneute Akquise oder Textextraktion.

    Historische englische Übersetzung, keine aktuelle vollständige KTU-Edition oder eigene ugaritische Zeichenlesung. Die alten Siglen und teils ausdrücklich vorläufige Reihenfolge werden nicht blind in moderne Tafelnummern umgerechnet. Zweifelhafte Ergänzungen, Sprecherzuweisungen und identitätsbezogene Deutungen der alten Fußnoten nicht als gesicherte Tatsachen übernommen. Der bereits gelesene Mot-Teil bleibt über den bestehenden separaten Lesebeleg gebunden. Keine öffentliche Scanreproduktion. Abgerufen am 2026-10-16.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.