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MythaneumDas Museum der Mythologien

Quellenporträt

Codex Nuttall, Tafel 52: Bild, Faksimile und kolonialer Bericht

Eine konkrete Bildstelle lässt sich betrachten. Material, historische Deutung, koloniales Zeugnis und das Faksimile von 1902 benötigen jeweils einen eigenen Nachweis.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Eine genau bezeichnete Tafel

Tafel52 des historischen Codex-Nuttall-Faksimiles: mehrere durch rote Linien gegliederte Gruppen; unten links wird ein Werkzeug an die Nase einer sitzenden Person geführt.
Codex Nuttall, Tafel52, Faksimile1902 mit Einleitung von Zelia Nuttall, Peabody Museum/Harvard University. Scan: Getty Research Institute über Internet Archive, gri_33125011146541, PDF-Seite85. Historisches Bildzeugnis und spätere wissenschaftliche Deutung getrennt. Ganze Scanansicht unverändert; Leseausschnitt separat. Bildnachweis Bildlizenz
Nachlesen: [1] Tafel52/PDF85

Welches Objekt vermittelt das Bild?

Gezeigt wird Tafel 52 des 1902 veröffentlichten Faksimiles des Codex Zouche-Nuttall. Der Bildträger und der gedruckte Ersatz haben unterschiedliche Geschichten. Die Jahreszahl 1902 datiert diese Ausgabe; sie ist keine Datierung der gemalten Handschrift.

Pohl nennt den Nuttall im British Museum unter den mixtekischen Kodizes voreroberungszeitlichen Stils. Er beschreibt bemalte Tierhaut mit heller Grundierung und Faltung. Diese Stilzuordnung ersetzt keine hier unabhängig geprüfte Datierung des konkreten Trägers.

Was stammt aus kolonialer Vermittlung?

Pohl vermittelt einen Bericht Francisco de Burgoas von 1674 über Bücher, geschulte Erinnerung und die Darstellung von Herrschaft. Das ist ein koloniales Zeugnis über einen Buchgebrauch; es ist kein Herstellungsbericht dieser Tafel. Auch die wertende Sprache des Berichts gehört zu seinem Verfasser.

Damit bleiben drei Zeiten unterscheidbar: die Entstehung der Bildhandschrift, das koloniale Schreiben über solche Bücher und die Veröffentlichung des Faksimiles. Sie werden nicht allein deshalb gleichgesetzt, weil wir sie heute zusammen lesen.

Was ist am Bild sichtbar?

Rote Linien gliedern die Tafel. Im unteren linken Feld hält eine stehende Figur ein schmales Werkzeug an die Nase einer zurückgelehnten Figur. Zahlpunkte und Bildzeichen stehen daneben. Diese Beobachtung lässt sich an der ganzen Tafel und am verlinkten Leseausschnitt prüfen.

Zelia Nuttall deutet die Szene in ihrer Einleitung als Durchstechen der Nase Acht Hirschs für ein türkisfarbenes Herrschaftszeichen. Personenname, Ritualbestimmung und Abfolge sind damit einer ausdrücklich genannten historischen Interpretation zugeordnet. Sie folgen nicht schon aus dem sichtbaren Werkzeug allein.

Was fügt die Herausgeberin hinzu?

Die Einleitung benutzt Nahuatl-Begriffe zur Erläuterung von Nasenschmuck. Auf dieser Seite werden sie als Erklärungswörter der Herausgeberin gelesen, nicht als wörtlicher mixtekischer Text der Tafel. Für die ausführlichere Herrschaftsfolge führt der Weg zur vorhandenen Erzählseite; die Unterscheidung von Bild und Deutung bleibt dabei erhalten.

Ordne jede Aussage ihrem Nachweis zu

Welche Aussage prüfst du an der Tafel? Welche benötigt Nuttalls Einleitung? Welche stammt aus dem kolonialen Bericht, den Pohl vermittelt? Achte besonders darauf, ob eine Aussage den Gebrauch von Büchern oder die Entstehung genau dieser Handschrift betrifft.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Benutzte Ausgabe

Codex Zouche-Nuttall: Faksimile1902

Tafel52 als konkreter Bildzeuge für Acht Hirsch; Genealogie von42–43 gesondert nach Pohl, nicht als im selben Scan gesehene Tafeln.

Historisches Bildzeugnis; Faksimiledruck1902 ist nicht das Entstehungsjahr des Kodex.

Sprache: Mixtekische Bildschrift; hier über englische wissenschaftliche Vermittlung erschlossen

Überlieferter Text

Codex Zouche-Nuttall

Tafel52 als konkreter Bildzeuge für Acht Hirsch; Genealogie von42–43 gesondert nach Pohl, nicht als im selben Scan gesehene Tafeln.

Historisches Bildzeugnis; Faksimiledruck1902 ist nicht das Entstehungsjahr des Kodex.

Sprache: Mixtekische Bildschrift; hier über englische wissenschaftliche Vermittlung erschlossen

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Mixtekischer Codex Zouche-Nuttall als historischer Bildzeuge; englische wissenschaftliche Vermittlung.
Verwendeter Ausschnitt
Tafel52/PDF85 im Faksimile1902, Einleitung S.21–23/PDF31–33; Material-/Stilrahmen und vermitteltes Burgoa-Zitat1674 nach Pohl. Keine eigene Trägerdatierung oder Originalautopsie.
  1. Codex Nuttall: Faksimile und historische Einleitung

    Zelia Nuttall, Einleitung; historische mixtekische Bildhandschrift · 1902, Peabody Museum, Harvard University, Cambridge

    Titelblatt PDF 5 am Scan gesehen; Einleitung Druckseiten 21–23/PDF 31–33 vollständig im extrahierten Text gelesen; Tafel 52 auf PDF 85 vollständig am Scan gesehen. Weitere Tafeln nur zur Bildstellenlokalisierung angesehen.

    Digitalisat enthält in diesem Scan nicht die von Pohl gezeigte Tafel 42. Keine ganze Kodexlektüre. Historische Einleitung benutzt ältere kulturvergleichende Begriffe und Vermutungen; ihre Deutung bleibt Nuttall zugeschrieben. Titelblatt berichtigt fehlerhafte Verlagsmetadaten. Rechtehinweis NOT_IN_COPYRIGHT in archivierten Getty/Archive-Metadaten, keine Freilizenz für moderne FAMSI-Neuzeichnungen abgeleitet. Abgerufen am 2026-10-14.

  2. Mixtec Group Codices: Material und Gebrauch

    John Pohl, FAMSI · Öffentliche wissenschaftliche Vermittlung, abgerufen 2026-10-14

    Ganze kurze Seite gelesen: Material, Faltung und benannte Gruppe; Burgoa-Zitat als vermitteltes Kolonialzeugnis erkannt.

    Keine eigene Lektüre des gesamten Burgoa-Werks. Stilzuordnung nicht als gesicherte einheitliche Datierung aller genannten Kodizes verwendet. Abgerufen am 2026-10-14.

  3. How to Read Mixtec Group Codices

    John Pohl, FAMSI · Öffentliche wissenschaftliche Vermittlung, abgerufen 2026-10-14

    Ganze kurze Seite gelesen; Leseweg und Genealogie zu Tafeln 42–43. Verlinkte Vergrößerung nuttall 42.jpg tatsächlich angesehen; moderne Beschriftung sichtbar.

    Pohls fachliche Lesehilfe, keine eigene Entzifferung. Bildrechte der modernen beschrifteten Zeichnung nicht aus der öffentlichen Zugänglichkeit abgeleitet; sie bleibt privater Vergleichsbeleg. Abgerufen am 2026-10-14.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-19. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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