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Themenraum · 8 Exponate

Pflanzen und Tiere domestizieren

Acht Exponate führen von Getreideähren über Hochlandgärten bis zu betreuten Tierpopulationen. Du lernst verschiedene regionale Wege kennen und siehst, woran sich Anbau, Haltung und Domestikation unterscheiden lassen.

In deinem Tempo · Quellen an jedem Exponat · Stand: 6. September 2026

Buntstiftskizze eines hellen Museumsraums mit Getreide- und Reismodellen, Mais und Teosinte, einem Hügelbeetmodell sowie einer Vitrine zur frühen Tierhaltung.Bild vergrößern ↗
Freier digitaler Museumsraum mit vergrößerten Pflanzenmodellen und konzeptionellen Landschafts- und Haltungsszenen. Keine historische Ausstellung oder maßstäbliche Fundrekonstruktion.

Eine Raumfrage · verschiedene Zugänge

Ernten. Wieder anbauen. Tiere betreuen. Veränderungen erkennen.

Beginne bei einer Frage, die dich interessiert, oder folge den Stationen des Rundgangs.

Exponat 04 · Kleine Körner · Datierung und Veränderung

Hirse in Nordchina

Wie lässt sich eine Kulturpflanze erkennen, wenn ihr ursprünglicher Wildvorfahr nicht sicher bekannt ist?

Exponat erkunden ↗

Die Werkstatt der Erkenntnis

Was trägt ein Befund?

Vergleiche zuerst die erhaltene Spur mit der Aussage, die sich daraus ableiten lässt. Neue Untersuchungen können auch bekannte Funde anders lesbar machen.

Tianluoshan: verschiedene Reisformen bleiben nebeneinander erhaltenEtwa 6900–6600 cal BP
Welche Spur liegt vor?
Die Ährchenbasen verteilen sich auf wilde, domestizierte und unreif geerntete Merkmalsformen.
Welche Aussage trägt sie?
Eine Fundfolge kann Veränderungen einer gemischten Population zeigen.
Was bleibt offen?
Ein bestimmbarer Rest ist noch keine vollständige Ernährungsbilanz.
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Aşıklı: Hinweise auf Tiere innerhalb der SiedlungFrühes Neolithikum in Zentralanatolien
Welche Spur liegt vor?
Dungablagerungen ergänzen die Alters- und Geschlechtsbefunde aus Tierknochen.
Welche Aussage trägt sie?
Verschiedene Spuren stützen eine länger dauernde Anwesenheit betreuter Tiere.
Was bleibt offen?
Ein einzelnes Sterbealtersmuster kann mehrere Ursachen besitzen.
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KG23: Eine neue Methode erschließt das InnereSorghum im 4. Jahrtausend v. u. Z.; untersucht 2020
Welche Spur liegt vor?
MicroCT macht zusätzliche Pflanzenformen innerhalb der Keramikscherben zugänglich.
Welche Aussage trägt sie?
Eine andere Stichprobe erweitert die bisherige Domestikationsdeutung.
Was bleibt offen?
Ein veränderter Messwert ist nicht automatisch eine Veränderung zwischen zwei historischen Zeitpunkten.
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Eine Frage an deinen Blick

Was lässt sich wirklich behaupten?

In einer datierten Siedlung finden sich viele verarbeitete Pflanzenreste. Welche Aussage ist zunächst am besten begründet?

Unterscheide beobachtete Nutzung von weitergehenden Schlüssen.
Auflösung und Begründung

Verarbeitung, Anbau und Domestikation sind unterschiedliche Aussagen. Eine Pflanze kann genutzt werden, ohne angebaut zu sein, und sie kann angebaut werden, bevor eine ganze Population ausgeprägte Domestikationsmerkmale trägt.

Die Erklärung mit Quellen lesen ↗

Die Idee dieser Ausstellung

Wie verändern wiederholte Tätigkeiten Pflanzen, Tiere und ihre Lebensbedingungen?

Was muss geschehen, damit Nahrung wiederkehrt?

Eine Hand sammelt Körner. Ein Teil wird verarbeitet, ein anderer für später aufbewahrt. An einer anderen Stelle bleiben Tiere länger in menschlicher Nähe. Wieder anderswo verändert sich der Boden eines feuchten Gartens. Dieser Raum verbindet solche Tätigkeiten durch eine Frage nach ihrer Wiederholung: Was verändert sich, wenn Menschen die Bedingungen künftiger Nahrung mitgestalten?

Die Modelle auf den Tischen geben dir zuerst einen anschaulichen Zugang. Du kannst einzelne Pflanzen vergleichen oder dem vollständigen Rundgang folgen. Die Exponate erläutern jeweils ein Prinzip, einen regionalen Befund und die Grenzen seiner Deutung. Die ganze Sammlung entsteht aus diesen konkreten Zusammenhängen.

Anbauen, halten und domestizieren sind verschiedene Begriffe

Anbau bezeichnet hier Tätigkeiten an Pflanzen und ihren Wuchsorten. Tierhaltung bezeichnet die länger dauernde Betreuung oder Kontrolle von Tieren. Domestikation fragt nach Veränderungen von Populationen über Generationen in solchen Beziehungen. Die Begriffe können miteinander verbunden sein, beschreiben aber nicht denselben Vorgang.

Diese Unterscheidung macht frühe Zwischenformen verständlich. Man muss einen Fundort nicht voreilig entweder einer fertigen Agrarwirtschaft oder einer Welt ohne jede Nahrungserzeugung zuordnen. Die interessanten Fragen liegen oft dazwischen: Was wurde bereits verändert, was blieb gemischt und welche Arbeit trug diesen Zustand?

Die Reihenfolge ist ein Besuchsweg, keine Weltrangliste

Der Rundgang beginnt bei Getreideähren und führt über Reis, Mais, Hirse und Hochlandgärten zu Tieren in Anatolien und den Anden. Sorghum schließt den Raum mit einer Verbindung zum Ton. Diese Reihenfolge hilft beim Vergleichen; sie behauptet keine weltweite zeitliche Stufenfolge.

Auch die Zeitangaben haben unterschiedliche Formen. Wo cal BP steht, sind kalibrierte Jahre vor 1950 gemeint. Andere Angaben bezeichnen Kalenderjahre vor unserer Zeitrechnung. Die Exponate halten regionale Entwicklungen und spätere wissenschaftliche Untersuchungen getrennt, damit eine Publikation von 2026 nicht mit einem historischen Ereignis verwechselt wird.

Nicht jeder Befund beantwortet dieselbe Frage

Ein erhaltenes Korn, ein genetischer Vergleich, eine Dungablagerung und eine Bodenform sind verschiedene Quellen. Sie können zusammenpassen, ohne austauschbar zu sein. Manchmal zeigt eine neue Methode an alten Funden etwas, das zuvor unsichtbar blieb. Manchmal begrenzt sie eine ältere, weitergehende Deutung.

Die drei Befundkarten laden dich ein, diese Unterschiede selbst anzuwenden. Lies erst die Spur und formuliere dann einen möglichen Schluss. Die Grenze daneben hilft, den Schluss genau zu halten. So wird wissenschaftliche Unsicherheit zu etwas Verständlichem: Sie bezeichnet, welche Frage die vorhandenen Daten noch nicht entscheiden.

Von lebenden Populationen zu Vorräten und Materialien

Eine wiederkehrende Produktion beantwortet noch nicht, wie Nahrung bis zur nächsten Nutzung erhalten bleibt. Auch Pflanzenreste, die bei der Verarbeitung anfallen, können weitere Rollen bekommen. Die Sorghumscherbe bildet dafür einen konkreten Übergang: Sie bewahrt zugleich Spuren einer Pflanze und eines Herstellungsverfahrens.

Die weiteren Räume dieser Sammlung widmen sich Vorräten und Fermentation, Ton und Fasern sowie dem Bauen und der Wassernutzung. Du kannst über die Sammlungsübersicht zu ihnen wechseln. Dein Weg muss dabei keine feste Reihenfolge einhalten; jeder Raum besitzt einen eigenen Zusammenhang und einen vollständigen Rundgang.

Dein nächster Weg

8 Stationen, eine gemeinsame Frage.

Der Rundgang verbindet die Exponate. In der Sammlung erreichst du die anderen Themenräume.

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