Exponat 01 · Pflanzenpopulation · Auswahl über Generationen
Getreideähren und Auswahl
Wie kann wiederholtes Ernten verändern, welche Pflanzen im nächsten Jahr wachsen?
Exponat erkunden ↗Themenraum · 8 Exponate
Acht Exponate führen von Getreideähren über Hochlandgärten bis zu betreuten Tierpopulationen. Du lernst verschiedene regionale Wege kennen und siehst, woran sich Anbau, Haltung und Domestikation unterscheiden lassen.
In deinem Tempo · Quellen an jedem Exponat · Stand: 6. September 2026
Bild vergrößern ↗Eine Raumfrage · verschiedene Zugänge
Beginne bei einer Frage, die dich interessiert, oder folge den Stationen des Rundgangs.
Exponat 01 · Pflanzenpopulation · Auswahl über Generationen
Wie kann wiederholtes Ernten verändern, welche Pflanzen im nächsten Jahr wachsen?
Exponat erkunden ↗Exponat 02 · Ährchenbasis · Genetik und Ernteversuch
Was verrät die winzige Ansatzstelle eines Reiskorns über eine lange Beziehung zu Menschen?
Exponat erkunden ↗Exponat 03 · Pflanzenbau · Alte DNA und Genfluss
Wie wurde aus einem verzweigten Gras eine Pflanze mit Kolben?
Exponat erkunden ↗Exponat 04 · Kleine Körner · Datierung und Veränderung
Wie lässt sich eine Kulturpflanze erkennen, wenn ihr ursprünglicher Wildvorfahr nicht sicher bekannt ist?
Exponat erkunden ↗Exponat 05 · Gestalteter Boden · Früher Gartenbau
Wie wird eine feuchte Landschaft zu einem Ort wiederholter Pflanzenproduktion?
Exponat erkunden ↗Exponat 06 · Tierpopulation · Versorgung und Fortpflanzung
Wann wird aus dem Fangen einzelner Tiere die dauerhafte Haltung einer Population?
Exponat erkunden ↗Exponat 07 · Tierbetreuung · Körperform und Abstammung
Wie erkennt man frühe Tierhaltung, wenn die Tiere heutigen Hausformen noch nicht gleichen?
Exponat erkunden ↗Exponat 08 · Keramikscherbe · Pflanzengeschichte im Inneren
Wie kann ein zerbrochenes Gefäß eine veränderte Getreidepflanze überliefern?
Exponat erkunden ↗Die Werkstatt der Erkenntnis
Vergleiche zuerst die erhaltene Spur mit der Aussage, die sich daraus ableiten lässt. Neue Untersuchungen können auch bekannte Funde anders lesbar machen.
Eine Frage an deinen Blick
In einer datierten Siedlung finden sich viele verarbeitete Pflanzenreste. Welche Aussage ist zunächst am besten begründet?
Verarbeitung, Anbau und Domestikation sind unterschiedliche Aussagen. Eine Pflanze kann genutzt werden, ohne angebaut zu sein, und sie kann angebaut werden, bevor eine ganze Population ausgeprägte Domestikationsmerkmale trägt.
Die Erklärung mit Quellen lesen ↗Die Idee dieser Ausstellung
Eine Hand sammelt Körner. Ein Teil wird verarbeitet, ein anderer für später aufbewahrt. An einer anderen Stelle bleiben Tiere länger in menschlicher Nähe. Wieder anderswo verändert sich der Boden eines feuchten Gartens. Dieser Raum verbindet solche Tätigkeiten durch eine Frage nach ihrer Wiederholung: Was verändert sich, wenn Menschen die Bedingungen künftiger Nahrung mitgestalten?
Die Modelle auf den Tischen geben dir zuerst einen anschaulichen Zugang. Du kannst einzelne Pflanzen vergleichen oder dem vollständigen Rundgang folgen. Die Exponate erläutern jeweils ein Prinzip, einen regionalen Befund und die Grenzen seiner Deutung. Die ganze Sammlung entsteht aus diesen konkreten Zusammenhängen.
Anbau bezeichnet hier Tätigkeiten an Pflanzen und ihren Wuchsorten. Tierhaltung bezeichnet die länger dauernde Betreuung oder Kontrolle von Tieren. Domestikation fragt nach Veränderungen von Populationen über Generationen in solchen Beziehungen. Die Begriffe können miteinander verbunden sein, beschreiben aber nicht denselben Vorgang.
Diese Unterscheidung macht frühe Zwischenformen verständlich. Man muss einen Fundort nicht voreilig entweder einer fertigen Agrarwirtschaft oder einer Welt ohne jede Nahrungserzeugung zuordnen. Die interessanten Fragen liegen oft dazwischen: Was wurde bereits verändert, was blieb gemischt und welche Arbeit trug diesen Zustand?
Der Rundgang beginnt bei Getreideähren und führt über Reis, Mais, Hirse und Hochlandgärten zu Tieren in Anatolien und den Anden. Sorghum schließt den Raum mit einer Verbindung zum Ton. Diese Reihenfolge hilft beim Vergleichen; sie behauptet keine weltweite zeitliche Stufenfolge.
Auch die Zeitangaben haben unterschiedliche Formen. Wo cal BP steht, sind kalibrierte Jahre vor 1950 gemeint. Andere Angaben bezeichnen Kalenderjahre vor unserer Zeitrechnung. Die Exponate halten regionale Entwicklungen und spätere wissenschaftliche Untersuchungen getrennt, damit eine Publikation von 2026 nicht mit einem historischen Ereignis verwechselt wird.
Ein erhaltenes Korn, ein genetischer Vergleich, eine Dungablagerung und eine Bodenform sind verschiedene Quellen. Sie können zusammenpassen, ohne austauschbar zu sein. Manchmal zeigt eine neue Methode an alten Funden etwas, das zuvor unsichtbar blieb. Manchmal begrenzt sie eine ältere, weitergehende Deutung.
Die drei Befundkarten laden dich ein, diese Unterschiede selbst anzuwenden. Lies erst die Spur und formuliere dann einen möglichen Schluss. Die Grenze daneben hilft, den Schluss genau zu halten. So wird wissenschaftliche Unsicherheit zu etwas Verständlichem: Sie bezeichnet, welche Frage die vorhandenen Daten noch nicht entscheiden.
Eine wiederkehrende Produktion beantwortet noch nicht, wie Nahrung bis zur nächsten Nutzung erhalten bleibt. Auch Pflanzenreste, die bei der Verarbeitung anfallen, können weitere Rollen bekommen. Die Sorghumscherbe bildet dafür einen konkreten Übergang: Sie bewahrt zugleich Spuren einer Pflanze und eines Herstellungsverfahrens.
Die weiteren Räume dieser Sammlung widmen sich Vorräten und Fermentation, Ton und Fasern sowie dem Bauen und der Wassernutzung. Du kannst über die Sammlungsübersicht zu ihnen wechseln. Dein Weg muss dabei keine feste Reihenfolge einhalten; jeder Raum besitzt einen eigenen Zusammenhang und einen vollständigen Rundgang.
Dein nächster Weg
Der Rundgang verbindet die Exponate. In der Sammlung erreichst du die anderen Themenräume.