Sammlung 02 · vollständig geöffnet
Spätes Pleistozän und Holozän · regionale Wege mit späteren Vergleichen
Nahrung erzeugen, Materialien verwandeln
Wie verändern Menschen die Bedingungen, unter denen Nahrung, Materialien und gemeinsames Leben möglich werden?
4 Themenräume · 27 Exponate · ein gemeinsamer Zusammenhang
Bild vergrößern ↗Aus Erfahrung wird Veränderung.
Vier Räume und 27 Exponate erkunden Pflanzen- und Tierhaltung, Vorräte, Materialverarbeitung sowie Siedlungen und Wasser. Sie verbinden konkrete Funde mit verständlichen Erklärungen und zeigen unterschiedliche Wege durch eine lange Geschichte.
Der Überblicksrundgang führt durch alle vier Räume. Jeder Raum besitzt zusätzlich einen vollständigen eigenen Rundgang. Du kannst ebenso direkt bei einer Frage beginnen und über die Beziehungen zwischen den Exponaten weitergehen.
Der Weg durch die Sammlung · 9 Stationen
Lebensgrundlagen gestalten
Neun ausgewählte Stationen verbinden Pflanzenpflege, Vorräte, Materialwissen und bewohnte Orte. Folge der Frage, welche Bedingungen ein Verfahren verändern und dauerhaft nutzbar machen kann.
Überblick ca. 9–18 Min. · mit Haupttexten ca. 38–50 Min.
Den Sammlungsrundgang ansehen ↗Die ganze Ausstellung
Vier Räume. Vier Zugänge.
Jeder Raum besitzt einen eigenen Rundgang durch sämtliche Exponate. Du kannst bei jedem Thema einsteigen.
Lebende Grundlagen verändern · 8 Exponate
Pflanzen und Tiere domestizieren
Acht Exponate unterscheiden Anbau, Auswahl, Tierhaltung und erbliche Veränderungen. Getreide, Reis, Mais, Hirse, Gärten, Schafe und Ziegen, Kameliden sowie Sorghum erschließen regionale Wege.
Rundgang durch diesen Raum ↗Nahrung über Zeit und Verarbeitung erschließen · 7 Exponate
Vorräte und Fermentation
Sieben Exponate verbinden Speicher, Brot, fermentierte Getränke, Milchverarbeitung, Wein und Salz. Funde und Rückstände erklären Möglichkeiten, ohne vollständige alte Rezepte zu erfinden.
Rundgang durch diesen Raum ↗Formen, Verbindungen und Stoffe gestalten · 6 Exponate
Ton, Fasern und frühe Metalle
Sechs Exponate folgen Keramik, Kochtopfinhalten, Baumbast, Indigofarbe und Kupfer. Sie zeigen, wie verschiedene Materialien durch passende Tätigkeiten neue Eigenschaften und Formen erhalten.
Rundgang durch diesen Raum ↗Bewohnbare Orte schaffen · 6 Exponate
Siedlungen und Wassernutzung
Sechs Exponate führen von Lehmziegeln und Kalkputz zu Holzbrunnen, Kanälen, Uferhäusern und Dachwegen. Material und Wasserversorgung werden zu räumlichen Aufgaben des Zusammenlebens.
Rundgang durch diesen Raum ↗Ein Können verändert mehr als einen Gegenstand
Eine Pflanze lässt sich sammeln, pflegen, vermehren und auswählen. Nahrung lässt sich unmittelbar essen, aufbewahren oder verarbeiten. Ein Material kann eine neue Form bekommen, und eine Landschaft einen gebauten Zugang zum Wasser. Die Sammlung fragt nach diesen Veränderungen und danach, wie sie wiederholt nutzbar wurden.
Ihre 27 Exponate bilden einen ausgearbeiteten kuratorischen Zusammenhang. Sie sind keine vollständige Liste jedes frühen Fundortes oder aller Verfahren der Welt. Jedes Exponat beginnt bei einer konkreten Frage. Zusammen erweitern sie den Blick vom einzelnen Handgriff auf die Bedingungen, unter denen Menschen ihre Umgebung gestalten.
Mehrere Geschichten treffen sich
Anbau und erbliche Domestikationsmerkmale müssen nicht gleichzeitig einsetzen. Die nordsyrischen Pflanzenbefunde zeigen, weshalb die Forschung diese Fragen trennt. Anbau vor ausgeprägten Domestikationsmerkmalen Auch Keramik gehört nicht automatisch erst in eine bereits bäuerliche Welt. Die frühen Scherben von Xianrendong
Die Reihenfolge der Räume ist deshalb ein Weg durch Fragen, keine vorgeschriebene Reihenfolge der Weltgeschichte. Anatolien, Ostasien, Neuguinea, Afrika, die Amerikas und Europa besitzen eigene Zusammenhänge. Die Zeitangaben an den Exponaten helfen, sie auseinanderzuhalten. Frühe Vorläufer und spätere Vergleichsfunde dürfen nebeneinanderstehen, solange ihre unterschiedliche Rolle erkennbar bleibt.
Vom lebenden Organismus zum gebauten Ort
Der erste Raum verfolgt die Beziehung zu Pflanzen und Tieren. Der zweite richtet den Blick auf Vorräte und Verarbeitung. Hier entscheidet nicht nur, was verfügbar ist, sondern auch, wann und in welcher Form Menschen es nutzen können. Das verbindet zeitliche Planung mit stofflichen Veränderungen.
Der dritte Raum fragt nach Ton, Fasern und Metall. Manche Verfahren formen vorhandenes Material, andere verbinden Teile oder verändern Stoffeigenschaften. Im vierten Raum weitet sich die Aufgabe auf die Umgebung aus: Wände, Oberflächen, Brunnen, Kanäle und Wege müssen räumlich zusammenpassen. Die Räume ergänzen einander, während die einzelnen Exponate ihre eigenen Fragen behalten.
Wissen bleibt durch Gebrauch und Weitergabe
Viele hier behandelte Verfahren besitzen keinen überlieferten Erfindernamen. Die Ausstellung betrachtet daher Tätigkeiten, Materialwahl, wiederkehrende Entscheidungen und Spuren von Nutzung. Ein fertiges Gefäß oder Haus lässt nur einen Teil der Arbeit erkennen, die zu seiner Herstellung und Erhaltung gehörte.
Das bedeutet nicht, jede technische Aufgabe hätte überall dieselbe soziale Lösung gehabt. Eine Rinne verrät nicht von allein eine politische Ordnung; ein Hausgrundriss ist kein Stammbaum. Die Texte nennen begründete Deutungen und ihre Grenzen. Wo Personen und Gruppen nicht sicher bestimmbar sind, treten keine erfundenen Lebensgeschichten an ihre Stelle.
Was trägt eine Erklärung?
Eine datierte Schicht, ein Pflanzenmerkmal, eine Gefäßkruste und ein Jahrring beantworten verschiedene Fragen. Manche erschließen Zeit, andere Gebrauch, Herkunft oder eine Veränderung. Erst ihre passende Verbindung erlaubt eine weitergehende Geschichte. Das Museum macht diese Unterschiede in Quellen, Befundkarten und Lernfragen sichtbar.
Auch vertraute Vorstellungen können sich dadurch verändern. Eine untersuchte Außenfläche in Çatalhöyük zeigt andere Nutzungen in aufeinanderfolgenden Phasen. Die Untersuchung von Oberflächen und Wegen Ein eingängiges Gesamtbild muss daher am konkreten Befund geprüft werden. Du kannst in jedem Raum selbst entscheiden, welcher Schluss durch eine Beobachtung gestützt wird und welcher noch zusätzliche Informationen braucht.
Die Vitrine erklärt ein Prinzip
Die individuellen Buntstiftzeichnungen zeigen Gegenstände und räumliche Beziehungen. Ihre Vergrößerung lädt zum genaueren Betrachten ein. Die Bildunterschriften erläutern, welche Formen, Größen oder Anordnungen ergänzt sind. Eine gut verständliche Illustration bleibt eine Darstellung; die historischen Nachweise stehen im Text.
Ebenso wichtig ist das Lesen der Zeitangaben. Kalenderjahre vor unserer Zeitrechnung, kalibrierte Jahre vor 1950 und unkalibrierte Radiokohlenstoffalter sind nicht beliebig austauschbar. Die Exponate benennen die verwendete Angabe. Bei langen Fundplatzgeschichten bleibt außerdem erkennbar, ob ein Datum einen Pflanzenrest, ein Bauholz oder einen anderen untersuchten Zusammenhang betrifft.
Kurz einsteigen und später vertiefen
Der Überblicksrundgang verbindet neun ausgewählte Exponate aus allen vier Räumen. Wer mehr Zeit mitbringt, kann anschließend einem vollständigen Raumrundgang folgen. Du kannst jederzeit zur Raum- oder Sammlungsübersicht zurückkehren und bei einem anderen Thema weitergehen.
Kurztexte und Kerngedanken erleichtern den Einstieg. Der Haupttext erklärt die Frage ausführlicher, Begriffe öffnen sich im Glossar, und Quellen führen zu den zugrunde liegenden Untersuchungen. Die Beziehungen zwischen den Exponaten laden zum Vergleichen ein. So lässt sich die Sammlung in einem längeren Besuch oder in mehreren kleinen Entdeckungswegen erschließen.
Quellen und Nachweise
Die Quellen sind den Aussagen im Text zugeordnet. Originalstudien, Sammlungstexte und eigene Einordnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige Fachtexte sind beim Verlag nur teilweise frei zugänglich.
- Anbau vor ausgeprägten Domestikationsmerkmalen
Willcox, G., Fornite, S. und Herveux, L. (2008; online 2007): Early Holocene cultivation before domestication in northern Syria. Vegetation History and Archaeobotany 17, 313–325. DOI 10.1007/s00334-007-0121-y.
Verschiedene Indizien für Anbau; relative Ernährungsanteile bleiben offen.
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Wu, X. et al. (2012): Early pottery at 20,000 years ago in Xianrendong Cave, China. Science 336, 1696–1700. DOI 10.1126/science.1218643.
Datierung des Scherbenkontexts; mögliche Kochfunktion, kein erhaltenes Rezept.
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Shillito, L.-M. und Ryan, P. (2013; online 2015): Surfaces and streets: phytoliths, micromorphology and changing use of space at Neolithic Çatalhöyük (Turkey). Antiquity 87(337), 684–700.
Untersuchte Südareal-Sequenz von Abfallakkumulation zu informeller und angelegter Oberfläche. Spätere Außenflächen verhindern die pauschale Behauptung einer zu jeder Zeit straßenlosen Siedlung.
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Redaktion: Benjamin Metzig. Erste vollständige Fassung dieser Sammlung. Recherche- und Bearbeitungsstand: 6. September 2026. Generative KI diente als Werkzeug für Text und Bild.
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