Exponat 01 · Marineastrolabium und Messbedingungen
Ein Messgerät auf bewegtem Deck
Wie verändert eine unruhige Umgebung den Bau eines Messgeräts?
Exponat erkunden ↗Themenraum · 6 Exponate
Ein schwankendes Deck, eine ablaufende Leine, Stifte in einer Tafel und eine gedruckte Weltkarte gehören zu verschiedenen Teilen derselben Arbeit. In diesem Raum verfolgst du, wie Menschen Richtungen und Bewegung erfassen, Ergebnisse bewahren und räumliches Wissen für andere lesbar machen.
In deinem Tempo · Quellen an jedem Exponat · Stand: 6. September 2026
Bild vergrößern ↗Eine Raumfrage · verschiedene Zugänge
Beginne bei einer Frage, die dich interessiert, oder folge den Stationen des Rundgangs.
Exponat 01 · Marineastrolabium und Messbedingungen
Wie verändert eine unruhige Umgebung den Bau eines Messgeräts?
Exponat erkunden ↗Exponat 02 · Backstaff und gemeinsame Ausrichtung
Wie lässt sich ein Sonnenwinkel bestimmen, während der Blick zum Horizont gerichtet bleibt?
Exponat erkunden ↗Exponat 03 · Logmessung und Bezugsbewegung
Was verrät eine auslaufende Leine über die Fahrt eines Schiffs?
Exponat erkunden ↗Exponat 04 · Koppeltafel und zeitliche Ordnung
Wie bleibt eine Folge von Kursen erhalten, bevor sie in ein Buch übertragen wird?
Exponat erkunden ↗Exponat 05 · Mercatorprojektion und Maßstab
Was muss eine Weltkarte verändern, damit ein gleichbleibender Kurs als Gerade erscheint?
Exponat erkunden ↗Exponat 06 · Ricci-Karte und gemeinsame Wissensdarstellung
Wie verändern Sprache, Zusammenarbeit und Auswahl das Wissen auf einer Weltkarte?
Exponat erkunden ↗Die Werkstatt der Erkenntnis
Ein Instrument, eine Kartenlinie und ein Vorwort ermöglichen unterschiedliche Aussagen. Entscheidend ist, welche Frage der jeweilige Beleg beantworten kann.
Eine Frage an deinen Blick
Im heutigen vereinfachten Modell steht für drei gleich lange Abschnitte nacheinander Nord, Ost, Ost. Welche Übertragung erhält die vollständige eingetragene Folge?
Die Übertragung muss Nord, Ost und erneut Ost den drei Abschnitten zuordnen. Die heutige Modellaufgabe erklärt eine Aufzeichnungsregel; sie gibt keine vollständige historische Wache oder Schiffsposition wieder.
Die Erklärung mit Quellen lesen ↗Die Idee dieser Ausstellung
Eine Richtung ist immer eine Richtung im Verhältnis zu etwas anderem. Beim Blick zum Horizont, bei der Stellung einer Magnetnadel und bei der Bewegung durchs Wasser entstehen verschiedene Bezüge. Wer sie verwechselt, kann eine sauber abgelesene Zahl falsch deuten.
Die ersten beiden Stationen behandeln deshalb die Bedingungen einer Beobachtung. Das Marineastrolabium begegnet Wind und Bewegung mit seiner Bauform. Beim Backstaff werden Schatten und Horizont zusammengeführt. Die Teile haben unterschiedliche Aufgaben, obwohl beide Instrumente zu einer Himmelsbeobachtung beitragen. Marineastrolabium: Aufbau und Gebrauch Backstaff: die gemeinsame Ausrichtung
Eine überlieferte Idee und ein erhaltenes Gerät müssen nicht gleich alt sein. Das Valentia-Instrument ist ungefähr auf 1588 datiert und könnte unvollendet sein. Das hier verglichene Backstaff-Stück entstand 1711, nachdem die Instrumentenfamilie bereits über mehrere Generationen verändert worden war. Der Valentia-Fund Die Entwicklung des Davis-Quadranten
Diese zeitlichen Abstände machen die Gegenstände nicht wertlos. Sie bestimmen, welche Fragen sich an ihnen untersuchen lassen. Ein späteres Stück kann einen Arbeitsablauf anschaulich machen. Für die genaue Gestalt eines frühen Entwurfs braucht es zusätzliche Belege.
Die Logmessung verbindet eine abgelaufene Leinenlänge mit einem Zeitintervall. Der Bezug ist die Bewegung durchs Wasser. Um daraus einen Fahrtverlauf zu gewinnen, müssen weitere Angaben hinzukommen und ihrem Zeitraum zugeordnet bleiben. Handlog: Teile und Messung
Hier setzt die Koppeltafel an. Ihre Stifte halten Richtungen vorübergehend fest. Die Einträge werden übertragen, bevor dieselbe Tafel wieder verwendet wird. Ein bekanntes Ordnungssystem ermöglicht es, dass andere Personen die Folge lesen können. Das Material bewahrt eine Beobachtung, ohne sie selbst vorgenommen zu haben. Koppeltafel: Eintragen und Übertragen
Auch die gedruckte Beschreibung eines Verfahrens gehört zur Weitergabe. Bournes undatiertes Navigationsbuch wird gewöhnlich 1574 zugeordnet. Diese bibliografische Angabe benennt eine frühe Veröffentlichung; sie legt keinen einzelnen Erfindungstag fest. Bournes Buch und seine Ausgaben
Mercators Weltkarte von 1569 behandelt die Frage, wie sich ein gleichbleibender geografischer Kurs bequem darstellen lässt. Die Mercatorprojektion macht eine solche Kurslinie gerade. Dazu wächst der Abstand der Breitenlinien zum Pol hin. Der örtliche Maßstab verändert sich; Flächenvergleiche verlangen deshalb Aufmerksamkeit. Die Weltkarte von 1569 Projektion, Kurslinie und Maßstab
Eine Karte ist somit mehr als ein verkleinertes Stück Erde. Sie übersetzt die gekrümmte Oberfläche nach einer bestimmten Regel in eine Ebene. Frage beim Vergleichen nach der Aufgabe: Soll eine Richtung, eine Entfernung oder eine Fläche beurteilt werden? Die gewünschte Eigenschaft entscheidet mit über die passende Darstellung.
Die chinesisch beschriftete Weltkarte von 1602 führt zu einer anderen Art von Übersetzung. Matteo Ricci, Li Zhizao und weitere Beteiligte verbanden geografisches Wissen, Sprache, Druck und Erläuterungen zu einem Werk für ein bestimmtes Publikum. Die Bibliotheksbeschreibung macht auch die Mitarbeit von Handwerkern sichtbar. Die gemeinsame Herstellung der Karte
Vorworte, Ortsangaben und Länderbeschreibungen teilen sich eine Fläche, besitzen aber unterschiedliche Aussageformen. Die englischen Übersetzungen und Synopsen des Asian Art Museum helfen, ausgewählte Passagen zu unterscheiden. Eine historische Bewertung Europas lässt sich als Selbstbild untersuchen; sie wird dadurch nicht zu einem heutigen Messwert. Kartentexte in Übersetzung und Zusammenfassung
Am Ende des Rundgangs kannst du daher drei Fragen auseinanderhalten: Wie wurde etwas beobachtet? Wie blieb die Angabe erhalten? Und wie wurde sie für andere dargestellt und begründet? Erst ihr Zusammenhang macht aus einzelnen Gegenständen eine Geschichte des Navigierens und der Wissensbegegnung.
Die Quellen sind den Aussagen im Text zugeordnet. Originalstudien, Sammlungstexte und eigene Einordnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige Fachtexte sind beim Verlag nur teilweise frei zugänglich.
Royal Museums Greenwich: What is a mariner’s astrolabe?
Masse, Durchbrechungen, Aufhängung und Ausrichtung erläutert. Keine allgemeine Hypatia-Zuschreibung oder verkürzte Entstehungsgeschichte übernommen. Messung und vollständige Ortsbestimmung bleiben getrennt.
← Zur Textstelle: Der Weg beginnt mit einem BezugRoyal Museums Greenwich: Greenwich (Valentia) Astrolabe, NAV0022, circa 1588.
Fundjahr 1845, Messingkörper und fehlende Skalenzahlen. Unfertiger Zustand und Armada-Zusammenhang sind Deutungen; keine bestimmte Schiffszuteilung und keine erfundene Betriebsmessung.
← Zur Textstelle: Formen haben eine GeschichteThe Mariners’ Museum and Park, Ages of Exploration: Backstaff; Walter Hensaw 1711, 1998.69.151.
Das konkret bezeichnete Gerät stammt von 1711, nicht vom Beginn um 1594. Pauschale Erblindungsbehauptungen und die Rangfolge einer besten Bauform nicht übernommen. Bogenablesung zusätzlich fachlich abgeglichen.
← Zur Textstelle: Der Weg beginnt mit einem BezugNicolàs de Hilster: The Early Development of the Davis Quadrant. Bulletin of the Scientific Instrument Society 110 (2011), S. 14–22.
Entwicklung der Bauformen, unterschiedliche Visieranordnungen und Zenitdistanz. Feinste Skalenteilung ist keine gemessene Genauigkeit; vergleichende Objektzuweisung ist kein sicheres Herstellungsdatum.
← Zur Textstelle: Formen haben eine GeschichteRoyal Museums Greenwich: Log and line, NAV0720, 1961.
Erklärungsobjekt von 1961, mit im Katalog beschriebenem 28-Sekunden-Glas. Keine Rückdatierung seiner Teile auf 1574. Der historische Bourne-Verweis ist eine Museumsangabe, keine eigene Originallektüre.
← Zur Textstelle: Eine Beobachtung soll die Wache überdauernStephen Johnston, Museum of the History of Science, University of Oxford: A revised bibliography of William Bourne, zuletzt verändert am 16. Dezember 2016.
Undatierte Ausgabe gewöhnlich 1574 zugewiesen; mehrere spätere Ausgaben. Manuskriptfassungen nicht mit späteren Drucken gleichsetzen. Keine daraus angeblich selbst gelesene Log-Anleitung oder direkte Zitate.
← Zur Textstelle: Eine Beobachtung soll die Wache überdauernRoyal Museums Greenwich: Traverse board, NAV1698, circa 1800.
Frühe Verwendung einfacher Tafeln wird vom Museum ins 16. Jahrhundert eingeordnet. Das konkrete spätere Stück besitzt zusätzlich eine Geschwindigkeitstabelle; seine vollständige Form wird nicht ins 16. Jahrhundert rückdatiert.
← Zur Textstelle: Eine Beobachtung soll die Wache überdauernJohn P. Snyder: Map projections: A working manual. U.S. Geological Survey Professional Paper 1395 (1987), Kapitel 7, S. 38–47. DOI: 10.3133/pp1395.
Heutige mathematische Erklärung im Kugelmodell und Abgrenzung zum Ellipsoid. Geografischer Kurs, lokale Winkeltreue und Maßstabsfaktor. Keine behauptete Originalarbeitsformel Mercators; Tabellen anderer Himmelskörper nicht verwendet.
← Zur Textstelle: Eine Karte wird für eine Aufgabe entworfenUniversity College Oxford: Mercator’s Atlas, 7. Mai 2020.
Weltkarte 1569 und Atlas-Weltkarte 1595 mit zwei Hemisphären. Die Formtreue ganzer Länder ist zu weit gefasst; lokal winkeltreue Darstellung fachlich über Snyder präzisiert. Datierungsstand der eigenen Oxford-Ausgabe von 2020 nicht als aktueller Forschungsstand behauptet.
← Zur Textstelle: Eine Karte wird für eine Aufgabe entworfenUniversity of Minnesota Libraries, James Ford Bell Library: 1602 World Map of Matteo Ricci.
Sechs Drucktafeln und Zusammenarbeit mit Li Zhizao, weiteren Gelehrten und Handwerkern. Mögliche eigene Gravur Li Zhizaos und mögliche Hofstellung Zhang Wentaos nicht als gesichert ausgegeben. Biografische Jahresabweichung für die Objektfrage nicht verwendet.
← Zur Textstelle: Auf der Karte begegnen sich auch PerspektivenAsian Art Museum: The Ricci Map, 1602. Interaktion zur Ausstellung 2016; Übersetzungen A. C. Baecker, Kartuschensynopsen Mark Mir.
Northern Europe ist als Translation bezeichnet; Preface by Li Zhizao und Printer als Synopsis. Kartenbehauptung und heutiger Forschungsbefund bleiben getrennt. Ältere Besitz- und Exemplarzahlen der Ausstellung werden nicht als aktuell verifiziert übernommen.
← Zur Textstelle: Auf der Karte begegnen sich auch PerspektivenRedaktion: Benjamin Metzig. Erste vollständige Fassung dieser Sammlung vom 6. September 2026. Generative KI diente als Werkzeug für Text und Bild.
Hinweis oder Korrektur an die RedaktionDein nächster Weg
Der Rundgang verbindet die Exponate. In der Sammlung erreichst du die anderen Themenräume.