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MythaneumDas Museum der Mythologien

Erzählzyklus

Das Nibelungenlied: zwei Erzählbewegungen

Von Kriemhilds Falkentraum bis zur Klage nach dem Untergang: 39 Kapitel, unterschiedliche Perspektiven und eine benannte Ausgabe.

20–24 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Weg durch eine bestimmte Ausgabe

Dieser Erzählweg folgt allen 39 Aventiuren der englischen Prosaübersetzung Daniel Bussier Shumways von 1909. Die Museumstexte formulieren heute eigene Paraphrasen. Die erste Bewegung, I–XIX, führt zu Siegfrieds Tod und zum Entzug des Horts. Die zweite, XX–XXXIX, erzählt Kriemhilds neue Herrschaft und den Untergang der Besucher an Etzels Hof.

Nachlesen: [1] I–XXXIX

Ehe, Wissen und Versprechen verbinden anders

Fünf Felder unterscheiden Ehen, verborgene Hilfe, anvertrautes Wissen und Mord, Rüdigers Verpflichtungen sowie Dietrichs Gefangennahme und Schonungsbitte.
Eigene heutige Quellenanalyse nach Nibelungenlied VII, X, XV–XVI, XX, XXVII, XXXVII und XXXIX in der Shumway-Fassung von 1909. Die Pfeile bezeichnen unterschiedliche Handlungen oder Zusagen. Der gesamte Inhalt steht auch als reguläre Texttabelle darunter. Die kleine Webfassung dient nur der Übersicht. Grafik vergrößern Textgrundlage

Die Grafik ordnet acht ausgewählte Beziehungen. Eine Ehe, ein verratenes Geheimnis und eine Schonungsbitte haben verschiedene Folgen. Die folgende Tabelle erklärt alle Verbindungen einschließlich der Grenzen, die in einer kleinen Grafik leicht übersehen werden.

Alle Beziehungen der Grafik als Text

Die Pfeile bezeichnen jeweils die genannte Handlung oder Zusage. Diese Auswahl ist kein vollständiger Stammbaum. Die nordische Saga, das Lied vom hürnen Seyfrid und Wagners Musikdrama werden in ihren eigenen Fassungsfenstern erläutert.

BeteiligteBeziehung oder HandlungFundstelle und Grenze
Kriemhild — SiegfriedEheX: Zwei eigene Figuren; Kriemhilds späterer Lebensbogen geht über Siegfrieds Tod hinaus.
Brünhild — GuntherEheX: Gewaltsame Überwältigung und verheimlichte Hilfe werden nicht als freie Einwilligung umgedeutet.
Siegfried → GuntherVerborgene HilfeVII; X: Unsichtbare Hilfe im Wettkampf und Überwältigung in der zweiten Nacht; Brünhild kennt den Handelnden nicht.
Kriemhild → HagenAnvertrautes WissenXV: Kriemhild vertraut auf ein Schutzversprechen; Hagen erschleicht das Wissen für den Mord.
Hagen → SiegfriedGeplanter MordXVI: Hagen entfernt Waffen und trifft die markierte Stelle; Gunthers Beteiligung bleibt im Erzählweg sichtbar.
Rüdiger → KriemhildEintreten für erlittenes UnrechtXX; XXXVII: Das bei der Werbung gegebene Versprechen wird später gegen die Gäste eingefordert.
Rüdiger → GiselherVerbindung durch Rüdigers TochterXXVII; XXXVII: Die Tochter ist Giselher versprochen; Rüdiger und Giselher werden nicht als Ehepaar dargestellt.
Dietrich → Gunther und HagenGefangennahme und SchonungsbitteXXXIX: Dietrich bittet Kriemhild um ihr Leben; seine Bitte verhindert die späteren Tötungen nicht.

1. Ein Traum setzt den Rahmen

Kriemhild träumt von einem Falken, den zwei Adler zerreißen. Uta deutet ihn als einen Mann, dessen Verlust droht. Die Tochter möchte daraufhin Liebe und Liebesleid vermeiden. Noch bevor Siegfried auftritt, kündigt die Erzählstimme seinen Tod und Kriemhilds spätere Vergeltung an. Die Geschichte beginnt deshalb aus der Perspektive einer Frau, deren Versuch, sich vor Verlust zu schützen, scheitern wird.

Nachlesen: [1] Aventiure1

2. Siegfried wird am Hof groß

Siegfried wächst als Sohn Siegmunds und Siegelinds in Xanten auf. Seine Jugend wird hier über Erziehung, Ausstattung, Schwertleite und großzügige Gaben erzählt. Er nimmt noch keine Krone an, solange seine Eltern leben. Eine eigene Schmiedelehre und ein ausführlich gezeigter Drachenkampf stehen an dieser Stelle nicht. Wer sie aus anderen Fassungen kennt, darf sie nicht stillschweigend in diese Jugendgeschichte einsetzen.

Nachlesen: [1] Aventiure2

3. Der gefährliche Fremde wird Gast

Siegfried zieht nach Worms, weil er von Kriemhild gehört hat. Beim Empfang fordert er Gunthers Herrschaft heraus; Gernot drängt darauf, den Konflikt friedlich zu lösen. Hagen hat Siegfried noch nicht selbst gesehen, erkennt ihn aber anhand seines Rufs und erzählt von der gewaltsamen Gewinnung des Nibelungenhorts, dem Kampf mit Alberich und dem Bad im Drachenblut. Dieses Vorwissen macht Siegfried zugleich bedrohlich und als Verbündeten begehrenswert. Kriemhild beobachtet den Gast, ohne dass er sie schon trifft.

Nachlesen: [1] Aventiure3

4. Aus der Drohung wird ein Bündnis

Liudegast und Liudeger kündigen einen Angriff an. Siegfried bietet Gunther Hilfe an und führt den Feldzug, während der König zurückbleibt. Die Erzählung feiert seinen Sieg, zeigt aber auch Verwundete, Gefangene und die Trauer der Angehörigen. Ein Bote berichtet Kriemhild besonders von Siegfrieds Taten; sie belohnt die Nachricht. Seine militärische Leistung befestigt damit sowohl das Bündnis mit ihren Brüdern als auch die Aussicht auf ihre Liebe.

Nachlesen: [1] Aventiure4

5. Die erste Begegnung ist auch Politik

Beim Fest nach dem Feldzug lässt der Hof Kriemhild öffentlich auftreten. Gernot empfiehlt, Siegfried durch ihre Begrüßung enger zu binden. Die beiden begegnen sich, gehen zusammen zur Kirche und sprechen miteinander; Kriemhild dankt für seinen Dienst an ihrer Verwandtschaft. Zugleich setzt Siegfried sich für die Freilassung der besiegten Könige gegen Friedenszusagen ein. Persönliche Zuneigung, öffentlicher Rang und Nutzen für den Hof greifen ineinander.

Nachlesen: [1] Aventiure5

6. Zwei Ehen werden miteinander verknüpft

Gunther will Brünhild heiraten. Wer sie gewinnen möchte, muss ihre gefährlichen Wettkämpfe bestehen. Siegfried verspricht Hilfe, wenn Gunther ihm dafür Kriemhild zur Frau gibt. Auf der Fahrt nach Isenstein vereinbaren die Männer außerdem, Siegfried als Gunthers Gefolgsmann auszugeben. Kriemhild fertigt mit ihren Frauen die kostbaren Kleider für die Reise und bittet Siegfried, ihren Bruder zu schützen. Über das vollständige Täuschungsvorhaben wird sie in dieser Szene nicht unterrichtet.

Nachlesen: [1] Aventiure6

7. Ein sichtbarer Sieger, ein verborgener Helfer

Brünhild nimmt die Behauptung an, Siegfried stehe in Gunthers Dienst. Bei Speerwurf, Steinwurf und Sprung führt Gunther die sichtbaren Bewegungen aus; Siegfried bewirkt unter der Tarnkappe verborgen die Leistung. Brünhild hält Gunther deshalb für den Sieger und überträgt ihm die vereinbarte Machtstellung. Die Lesenden kennen die Täuschung, die ihr verborgen bleibt. Hagens und Dankwarts abwertende Rede über ihre Stärke gehört zur Haltung dieser Figuren, nicht zur Beschreibung einer tatsächlich dämonischen Frau.

Nachlesen: [1] Aventiure7

Brünhild vor dem Wettkampf

Eine schwarzhaarige Frau steht mit großem Schild und erhobenem Speer auf einem Platz über dem Meer. Im Hintergrund stehen Menschen an Mauern und schlichten Bannern.
Heutige KI-Illustration mit OpenAI ImageGen nach Nibelungenlied VII in der Shumway-Fassung. Brünhild bereitet den Wettkampf vor. Siegfrieds unsichtbare Hilfe wird nicht als sichtbare zweite Person dargestellt. Figur, Ausrüstung, Zuschauende, Küstenlage und Bauformen sind frei gestaltet; keine Rekonstruktion Isensteins und keine Darstellung der nordischen oder Wagnerschen Brünhild.

Die Herrscherin stellt sich dem Wettkampf mit Speer, Steinwurf und Sprung. Die Illustration hält bei ihrer eigenen Vorbereitung an. Siegfrieds unsichtbare Hilfe für Gunther gehört zum folgenden Betrug; sie ist im Bild nicht als zweite sichtbare Kraft dargestellt.

Nachlesen: [1] VII

8. Eine Machtreserve wird herbeigeholt

Weil die Männer Brünhilds nachkommende Gefolgschaft fürchten, holt Siegfried tausend eigene Krieger. Dazu erprobt er unerkannt einen Torwächter und Alberich mit Gewalt, gibt sich zu erkennen und befiehlt die Abreise. In Isenstein werden diese Männer erneut als Gunthers Leute ausgegeben. Brünhild muss vor der Abfahrt auch um die Verfügung über ihr Vermögen ringen: Dankwart verteilt es übermäßig großzügig. Sie bestimmt einen Onkel zum Verwalter ihres Landes und reist mit eigenem Gefolge ab.

Nachlesen: [1] Aventiure8

9. Der Bote kehrt vor dem König heim

Hagen lenkt den Auftrag, die Heimkehr anzukündigen, auf Siegfried. Erst als Gunther dabei Kriemhild nennt, stimmt dieser zu. In Worms erschrickt man zunächst, weil der König nicht mitkommt. Siegfried beruhigt Uta und Kriemhild und richtet die Vorbereitungen für Empfang und Hochzeit aus. Kriemhild bietet ihm als Dank Schmuck an; er gibt ihn an ihre Frauen weiter. Die Sorge um den Bruder und die Vorfreude auf die Verbindung werden noch einmal öffentlich sichtbar.

Nachlesen: [1] Aventiure9

10. Der zweite Betrug greift in Brünhilds Körper ein

Nach dem Empfang in Worms fordert Siegfried das Eheversprechen ein und heiratet Kriemhild. Brünhild versteht nicht, weshalb eine Königsschwester einen vermeintlich abhängigen Mann heiratet. In der ersten Nacht verweigert sie Gunther den Zugriff auf ihren Körper und bindet ihn. In der nächsten Nacht überwältigt Siegfried sie verborgen, während Gunther anwesend ist. Anschließend tritt Gunther an seine Stelle. Siegfried nimmt Ring und Gürtel mit. Die spätere Behauptung Kriemhilds, Siegfried selbst habe mit Brünhild geschlafen, ist von diesem erzählten Ablauf zu unterscheiden; die erzählte Gewalt wird durch diese Unterscheidung nicht geringer.

Nachlesen: [1] Aventiure10

11. Zwei Familien und zwei gleichnamige Kinder

Vor der Abreise fordert Kriemhild ihren Anteil an Besitz und Gefolge. Siegfried hält einen Anteil am Land für entbehrlich; sie besteht auf einer eigenen Gefolgschaft. Hagen lehnt ab, mit ihr zu ziehen. Eckewart begleitet sie. In Siegfrieds Heimat übergibt Siegmund dem Sohn die Herrschaft. Kriemhild bekommt einen Sohn namens Gunther; Brünhild und König Gunther bekommen einen Sohn namens Siegfried. Diese beiden Kinder sind weder ihre erwachsenen Namensgeber noch bloße Schreibvarianten derselben Person. Siegelind stirbt in diesem Erzählabschnitt.

Nachlesen: [1] Aventiure11

12. Eine Einladung soll die Rangfrage klären

Brünhild wundert sich, weshalb der angebliche Gefolgsmann Siegfried so lange keinen Dienst geleistet hat. Sie bringt Gunther dazu, ihn und Kriemhild einzuladen. Gere übermittelt die Einladung; auch Uta und die Brüder werden als Absender des Wunsches genannt. Siegfried berät sich mit seinen Leuten, Siegmund will mitreisen. Der Hof erscheint nicht als ein einziger Ort mit widerspruchslos genauer Landkarte: Die Übersetzung nennt hier eine Nibelungenburg im Bereich Norwegens, nachdem die Rückkehr zuvor nach Xanten geführt hatte.

Nachlesen: [1] Aventiure12

13. Der freundliche Empfang hält noch

Siegfried und Kriemhild reisen zum Fest und lassen ihren Sohn zu Hause. Der Erzähler sagt bereits, dass er seine Eltern nicht wiedersehen wird. In Worms begrüßen sich die beiden Königspaare zunächst freundlich, werden bewirtet und besuchen die Kirche. Brünhild beobachtet weiterhin Siegfrieds großen Rang und seine Gefolgschaft. Noch äußert sie keinen Wunsch nach seinem Tod. Die elf Festtage vor dem Streit sind deshalb mehr als eine bloße Lücke zwischen Hochzeit und Mord.

Nachlesen: [1] Aventiure13

14. Eine Rangfrage wird zur öffentlichen Verletzung

Kriemhild und Brünhild streiten darüber, welcher Ehemann den höheren Rang habe. Brünhild beruft sich auf die ihr in Isenstein vorgeführte Abhängigkeit. Kriemhild will beim Kirchgang Vorrang zeigen, erhebt den Vorwurf einer sexuellen Beziehung Brünhilds zu Siegfried und präsentiert Ring und Gürtel. Die Gegenstände beweisen deren Wegnahme, nicht den von Kriemhild behaupteten Ablauf. Gunther nimmt Siegfrieds angebotenen Eid nicht ab, sondern entlastet ihn vorab. Hagen beginnt daraufhin, den Mord zu planen; Gunther wird schließlich einbezogen. Giselher widerspricht. Die Erzählung zeigt Entscheidungen mehrerer Männer und lässt sich deshalb nicht auf einen Streit zweier Frauen verkürzen.

Nachlesen: [1] Aventiure14

15. Das Schutzversprechen ist eine Falle

Ein erfundener Kriegszug ruft Siegfrieds Hilfsbereitschaft auf. Hagen bietet Kriemhild an, ihren Mann im Kampf zu schützen. Sie vertraut ihm die durch ein Lindenblatt ungeschützte Stelle am Rücken an und näht dort ein Zeichen auf Siegfrieds Kleidung. Sie berichtet auch, dass Siegfried sie wegen ihrer Rede über Brünhild geschlagen habe. Der Mordplan verwandelt eine Bitte um Schutz in Wissen zum Töten. Als die vermeintliche Gefahr abgesagt wird, tritt eine Jagd an die Stelle des Feldzugs.

Nachlesen: [1] Aventiure15

Ein Zeichen aus Vertrauen

Eine Frau mit geflochtenem braunem Haar näht ein kleines Kreuz auf ein dunkles Kleidungsstück. Neben ihr liegen Nähzeug und eine Schere.
Heutige KI-Illustration mit OpenAI ImageGen nach Nibelungenlied XV in der Shumway-Fassung. Kriemhild markiert die Stelle, die Hagen nach seinem Versprechen schützen soll. Das Zeichen dient im Text später dem vorbereiteten Mord. Gesicht, Kleidung, Raum, Aussicht, Stickfarbe und Gegenstände sind frei gestaltet; keine Dokumentation einer historischen Nähtechnik.

Kriemhild näht ein Zeichen an die gefährdete Stelle von Siegfrieds Kleidung. Sie glaubt, Hagen könne ihren Mann dadurch besser schützen. Die Lesenden wissen bereits vom Mordplan: Dieselbe kleine Handlung bedeutet für sie deshalb etwas anderes als für Kriemhild.

Nachlesen: [1] XV

16. An der Quelle wird Nähe ausgenutzt

Kriemhild warnt Siegfried mit Träumen und bösen Befürchtungen, hält ihn aber nicht zurück. Bei der Jagd übertrifft er die anderen und bringt einen lebenden Bären ins Lager. Dann führt der fehlende Wein zur Quelle. Siegfried lässt Gunther zuerst trinken; Hagen entfernt Waffen und stößt den Speer durch die markierte Stelle. Der Sterbende widerspricht Gunthers Klage und benennt den Verrat. Hagen begrüßt ausdrücklich das Ende von Siegfrieds Macht. Das Kapitel verbindet körperliche Stärke, höfische Rücksicht und schutzlose Nähe; der stärkste Krieger stirbt durch vorbereiteten Vertrauensbruch.

Nachlesen: [1] Aventiure16

17. Trauernde und Zeugen bekommen Raum

Hagen lässt den Toten vor Kriemhilds Tür legen. Sie erkennt den Verlust und beschuldigt Hagen und Brünhild. Siegmund und die Nibelungen wollen kämpfen; Kriemhild verhindert den aussichtslosen Angriff. Beim Leichnam beginnen die Wunden erneut zu bluten, als Hagen herantritt: So macht der Text seine Schuld sichtbar. Das ist ein Erzählzeichen, kein heute gültiges Verfahren zum Nachweis eines Mordes. Begräbnis, Totenwache, Spenden, Menschen der Stadt und Kriemhilds letzter Abschied nehmen breiten Raum ein.

Nachlesen: [1] Aventiure17

18. Kriemhild bleibt bei ihrer Herkunftsfamilie

Siegmund bietet Kriemhild Herrschaft und Schutz in Siegfrieds Land an und erinnert sie an ihren Sohn. Uta, Gernot und besonders Giselher bitten dagegen, in Worms zu bleiben. Kriemhild entscheidet sich für die Nähe ihrer Verwandten, obwohl Hagen dort lebt; ihren Sohn vertraut sie den heimkehrenden Leuten an. Die Trennung von Siegmund und seiner Gefolgschaft ist schmerzhaft. Ihre spätere Handlungsfähigkeit beginnt damit nicht bei völliger Beziehungslosigkeit, sondern in einem Geflecht aus Schutzangeboten, Abhängigkeiten und unerträglicher Nähe zum Täter.

Nachlesen: [1] Aventiure18

19. Der Hort wird zur entzogenen Handlungsmacht

Nach langer Distanz söhnt sich Kriemhild mit Gunther aus, nicht mit Hagen. Gernot und Giselher holen den Hort, den der Text als ihre Morgengabe bezeichnet. Alberich händigt ihn widerstrebend aus. Kriemhild verteilt daraus Gaben und gewinnt Gefolgsleute. Hagen sieht darin eine Gefahr. Obwohl Gunther weiteres Unrecht ablehnt und die Brüder protestieren, nimmt Hagen die Verfügung über den Schatz an sich und versenkt ihn während ihrer Abwesenheit im Rhein. Der Abschnitt endet mit Kriemhilds langjähriger Trauer und erneutem Verlust an Verfügungsmacht.

Nachlesen: [1] Aventiure19

20. Ein neues Schutzversprechen macht die Ehe denkbar

Nach Helches Tod wirbt Etzel um Kriemhild. Rüdiger übermittelt das Angebot und verspricht ihr schließlich persönlich, erlittenes Unrecht zu rächen. Erst die Aussicht auf verlässliche Hilfe, Gefolgschaft und neue Verfügung über Gaben verändert ihre ablehnende Haltung. Auch der unterschiedliche Glaube beschäftigt sie. Etzel selbst sucht eine neue Ehefrau; Kriemhild denkt nun ausdrücklich daran, Siegfrieds Tod zu vergelten. Ihre Brüder stimmen zu, Hagen warnt vor den Folgen ihrer künftigen Macht. Er verhindert außerdem, dass sie verbliebenes Gold frei mitnehmen kann.

Nachlesen: [1] Aventiure20

21. Eine Reise besteht aus Begegnungen

Gernot und Giselher begleiten Kriemhild einen Teil des Weges. In Passau empfängt sie ihr Onkel, Bischof Pilgrim. Gotelind und ihre Tochter bereiten ihr in Rüdigers Gebiet einen freundlichen Empfang. Die Reisenden erhalten Unterkunft, Versorgung und Geleit; Kriemhild und ihre Gastgeberinnen geben Geschenke. Später weist Astolt den Weg. Die Fahrt führt damit durch ein Netz von Menschen, die den Übergang ermöglichen. An Etzels Hof leben laut Erzählung christliche und nichtchristliche Gefolgsleute nebeneinander. Das ist die Gestaltung dieses Hofes, kein Augenzeugenbericht über das historische Hunnenreich.

Nachlesen: [1] Aventiure21

22. Eine neue Königin gewinnt einen großen Hof

Etzel empfängt Kriemhild mit einem vielsprachig dargestellten Gefolge. Ramung, Gibeck, Hornbog, Hawart, Iring, Irnfried, Blödel und Dietrich gehören zu den genannten Teilnehmern. Rüdiger erläutert die Rangunterschiede beim Gruß. Die Hochzeit in Wien dauert siebzehn Tage; Gaben verbinden die neue Königin mit vielen Menschen. Nach der Weiterreise empfängt sie Helches Hofgemeinschaft. Herrat, Helches Nichte und Dietrichs Verlobte, betreut diese Menschen. Trotz neuer Anerkennung denkt Kriemhild an Siegfried. Die neue Ehe löscht die frühere Geschichte nicht.

Nachlesen: [1] Aventiure22

23. Eine Einladung hat zwei Bedeutungen

Kriemhild und Etzel bekommen einen Sohn, Ortlieb; sie setzt seine christliche Taufe durch. Herrat hilft ihr, die Gebräuche des Hofes kennenzulernen. Nach Jahren sicherer Herrschaft bittet Kriemhild Etzel, ihre Brüder einzuladen. Er freut sich auf die Verwandten, während sie Hagen zur Vergeltung in ihre Reichweite bringen will. Werbel und Swemmel sollen deshalb auch darauf achten, dass Hagen mitkommt. Die Boten verstehen diesen verborgenen Zweck nicht. Ihre Botschaft ist gastfreundlich formuliert und doch Teil einer vorbereiteten Falle.

Nachlesen: [1] Aventiure23

24. Warnung und Herausforderung führen zusammen

Werbel und Swemmel bringen die Einladung nach Worms. Hagen warnt: Er weiß um den Mord und Kriemhilds Grund zur Feindschaft. Gernot und Giselher wollen die Einladung trotzdem annehmen und stellen seine Bereitschaft infrage. Darauf will er selbst mitziehen und sorgt für bewaffnete Begleitung. Rumolt rät zum sicheren Leben zu Hause. Keine dieser Stimmen setzt sich als Abbruch durch. Hagen verzögert die Rückreise der Boten, damit Kriemhild weniger Zeit zur Vorbereitung hat. Etzel begrüßt die Zusage, ohne den von ihr erhofften Angriff auf Hagen zu kennen.

Nachlesen: [1] Aventiure24

25. Die Zukunft wird gewusst und dennoch gesucht

Uta warnt mit einem Todestraum. An der Donau nimmt Hagen zwei Wasserfrauen die Kleider ab. Hadburg verspricht eine gute Fahrt, um sie zurückzubekommen; Siegelind widerspricht und sagt den Tod aller außer dem Kaplan voraus. Hagen beschafft durch die vorgetäuschte Identität Amelrichs eine Fähre und tötet den Fährmann im Streit. Danach versucht er, den Kaplan zu ertränken und die Vorhersage damit zu widerlegen. Der Mann rettet sich. Hagen zerstört das Boot und gibt als Grund an, niemand solle feige umkehren können. Wissen um drohendes Unheil führt hier nicht von selbst zu Fürsorge.

Nachlesen: [1] Aventiure25

26. Der Weg bringt neue Gewalt hervor

Hagen erklärt den Gefährten jetzt die Prophezeiung und seinen Versuch am Kaplan. Else und Gelfrat verfolgen die Gruppe wegen des getöteten Fährmanns. Hagen gerät im Zweikampf mit Gelfrat in Lebensgefahr; Dankwart erschlägt den Gegner. Die Kämpfe kosten auf beiden Seiten Menschenleben. Später begegnen die Reisenden Eckewart, der vor dem Hass wegen Siegfrieds Tod warnt und dennoch Unterkunft bei Rüdiger vermittelt. Die Ankunft am fremden Hof hat noch nicht stattgefunden, aber aus Hagens Handlungen sind bereits neue Feindschaften entstanden.

Nachlesen: [1] Aventiure26

27. Gastfreundschaft schafft neue Verpflichtungen

Rüdiger, Gotelind und ihre Tochter bewirten die Reisenden in Bechelaren. Giselher und die Tochter werden einander versprochen; die Heimreise soll sie zusammenführen. Auch die Gaben binden: Gernot bekommt ein Schwert, Hagen den Schild des getöteten Nudung, Volker Ringe von Gotelind. Die Erzählstimme kündigt bereits an, dass Rüdiger durch das verschenkte Schwert sterben wird. Seine Zusage an Kriemhild steht nun neben Gastfreundschaft und neuer familiärer Bindung zu ihren Brüdern. Am Ziel erwartet Etzel die Gäste freudig; Kriemhild bietet Lohn für die Erinnerung an ihr Leid.

Nachlesen: [1] Aventiure27

28. Die Warnung erreicht den Hof

Dietrich begrüßt die Ankommenden und warnt sie ausdrücklich vor Kriemhilds anhaltender Trauer. Sie lässt die Gefolgschaft getrennt unterbringen und begrüßt nur Giselher mit Kuss und Handschlag. Hagen verweigert ihr die Waffen und die Herausgabe des Horts. Dietrich bekennt offen, die Gäste gewarnt zu haben. Etzel selbst freut sich noch über die Ankunft. Er erinnert sich an Hagens Jugend an seinem Hof und an Walther und Hildegund. Gastgeber und Gastgeberin verfolgen weiterhin verschiedene Absichten.

Nachlesen: [1] Aventiure28

29. Ein Eingeständnis führt noch nicht zum Kampf

Hagen und Volker sitzen vor Kriemhilds Haus. Sie will ihre Leute gegen beide einsetzen und den Mordvorwurf offen aussprechen. Hagen steht nicht vor ihr auf und zeigt Siegfrieds Schwert. Er leugnet seine Tat nicht, sondern bekennt sie und weist auf die Beschämung Brünhilds zurück. Doch die zum Angriff vorgesehenen Männer fürchten die beiden Krieger und ziehen sich zurück. Anschließend empfängt Etzel die Gäste freundlich. Hagens Bekenntnis wird damit Teil einer angespannten öffentlichen Szene, die zunächst ohne Angriff endet.

Nachlesen: [1] Aventiure29

30. Die Nachtwache schützt und beruhigt

Giselher fürchtet nach der Begrüßung den Tod. Hagen übernimmt die Wache, Volker schließt sich an. Vor dem Bewachen spielt er so, dass die erschöpften Gefährten einschlafen können. Bewaffnete Männer nähern sich nachts, kehren beim Anblick der Wache aber um. Hagen hält Volker davon ab, sie zu verfolgen: Sonst könnten andere zu den Schlafenden gelangen. Diese Szene zeigt wirkliche Fürsorge für die eigene Gemeinschaft. Sie steht neben späteren Handlungen, in denen dieselben Männer andere Menschen schädigen.

Nachlesen: [1] Aventiure30

31. Die Gewalt erhält mehrere Anfänge

Die Gäste gehen bewaffnet zur Kirche. Etzel bemerkt das und bietet Abhilfe an, doch Hagen erklärt es als Brauch; die Bedrohung bleibt ihm verborgen. Beim Turnier tötet Volker einen auffällig gekleideten Hunnen, obwohl Gunther vor dem Angriff gewarnt hat. Etzel schützt den Gast, indem er das Geschehen als Unglück behandelt. Dietrich lehnt Kriemhilds Bitte um Hilfe gegen ihre Verwandten ab. Sie gewinnt Blödel mit der Aussicht auf Besitz und Nudungs Witwe für einen Angriff. Ortlieb wird an die Tafel gebracht; Etzel möchte ihn später bei seinen Onkeln erziehen lassen. Die Erzählstimme verurteilt Kriemhilds Rolle an dieser Stelle bereits scharf.

Nachlesen: [1] Aventiure31

32. Die getrennte Unterkunft wird angegriffen

Blödel kündigt Dankwart an, seine Gruppe müsse für Hagens Tat bezahlen. Dankwart bestreitet eine eigene Beteiligung und tötet Blödel. Der anschließende Angriff vernichtet die burgundischen Knappen und Fußleute in ihrer Unterkunft. Dankwart überlebt als Einziger und kämpft sich zur Halle durch. Die Angehörigen der Reisegemeinschaft erleiden hier Gewalt wegen ihrer Zugehörigkeit. Der Text erzählt ihre Gegenwehr, macht aus ihnen aber keine Mitwisser von Siegfrieds Ermordung.

Nachlesen: [1] Aventiure32

33. Der Kampf erreicht die Tafel

Dankwart berichtet vom Tod der Gefolgschaft. Hagen befiehlt ihm, den Ausgang zu bewachen, und tötet Ortlieb und dessen Lehrer. Werbel schlägt er die Hand ab. Nun kämpfen auch Volker und die Könige in der Halle. Dietrich erreicht eine Unterbrechung und führt Etzel, Kriemhild und seine Leute hinaus; auch Rüdiger darf mit seiner Gemeinschaft gehen. Andere bleiben eingeschlossen. Die gewaltsame Vergeltung trifft ein Kind, einen Lehrer und einen Boten ebenso wie bewaffnete Gegner. Hagens Verlust macht diese Opfer nicht zu seinen Tätern.

Nachlesen: [1] Aventiure33

34. Auch Verwundete finden keinen Schutz

Auf Giselhers Vorschlag werden die Körper aus der Halle geworfen. Einige nur leicht Verwundete, die hätten genesen können, sterben durch den Sturz. Volker verhöhnt die Trauernden. Als ein Mann einen Angehörigen wegtragen will, tötet er auch ihn. Vor der Halle provozieren Hagen und Volker Etzel und dessen Leute. Kriemhild bietet erneut Lohn für Hagens Tod. So vertieft sich der Konflikt durch Gewalt gegen Hilfsbedürftige und Helfer, nicht nur durch den Austausch von Schlägen zwischen ebenbürtigen Kämpfern.

Nachlesen: [1] Aventiure34

35. Ein Erfolg setzt die nächste Tötung in Gang

Iring tritt Hagen entgegen und kämpft auch gegen andere Burgundier. Er verwundet Hagen und kommt zunächst zurück; Kriemhild dankt ihm. Beim erneuten Angriff wird er tödlich getroffen. Sterbend warnt er die eigenen Leute davor, für den angebotenen Lohn gegen Hagen zu kämpfen. Dennoch greifen Hawart und Irnfried mit ihrer Gefolgschaft an. Hagen tötet Hawart, Volker Irnfried. Die nachfolgenden Männer sterben ebenfalls. Ruhm, Vergeltung und verwandtschaftliche Bindung lösen die neue Kampfbewegung aus, obwohl deren Gefahr schon ausgesprochen ist.

Nachlesen: [1] Aventiure35

36. Eine mögliche Trennung wird verweigert

Die Eingeschlossenen bitten um eine andere Form des Endes und um Frieden. Etzel verweigert Verzeihung nach dem Tod seines Sohnes und seiner Leute. Kriemhild bietet den Brüdern das Überleben an, wenn sie Hagen ausliefern. Gernot und Giselher lehnen die Trennung von ihm ab. Sie lässt daraufhin die Halle anzünden. Die Männer schützen sich gegen Feuer und Rauch; auf Hagens Rat trinken einige Blut gegen den Durst. Der Text erzählt extreme Not und Gewalt. Die Szene ist keine Überlebensanleitung. Auch nach dem Brand überleben noch Kämpfer; neue Angreifer werden durch Lohn und Befehl gegen sie geführt.

Nachlesen: [1] Aventiure36

37. Rüdigers Bindungen lassen sich nicht versöhnen

Etzel und Kriemhild bestehen auf Rüdigers Hilfe. Er erklärt den Widerspruch zu seinem Schutz der Gäste und versucht sogar, Lehen und Besitz zurückzugeben. Schließlich kämpft er doch gegen die Menschen, die er aufgenommen hat und mit denen ihn die Verbindung seiner Tochter und Giselhers verknüpft. Vorher gibt er Hagen noch seinen Schild; Hagen und Volker versprechen, ihn selbst zu schonen. Rüdiger tötet Gernot, der ihn mit dem von ihm erhaltenen Schwert ebenfalls tödlich trifft. Von Rüdigers Leuten überlebt niemand. Als sein Leichnam gezeigt wird, trauern auch die Auftraggebenden um ihn.

Nachlesen: [1] Aventiure37

Eine letzte Gabe vor dem Kampf

Drei Männer vor einer dunklen Halle. Der linke reicht dem grauhaarigen Mann in der Mitte einen runden Schild; der dritte schaut zu.
Heutige KI-Illustration mit OpenAI ImageGen nach Nibelungenlied XXXVII in der Shumway-Fassung. Rüdiger gibt Hagen vor dem Kampf noch seinen Schild; Volker steht daneben. Gesichter, Kleidung, Schildform, Architektur und Blickanordnung sind frei gestaltet. Das Bild rekonstruiert weder historische Personen noch einen tatsächlichen Ort.

Rüdiger gibt Hagen noch einen Schild. Hagen und Volker versprechen daraufhin, ihn persönlich zu schonen. Gegen Rüdigers andere Leute kämpfen sie dennoch. Das Bild zeigt den Moment der Gabe, bevor diese begrenzte Schonung im Kampf wirksam wird.

38. Der Streit um einen Toten fordert weitere Tote

Dietrich schickt nach Rüdigers Leichnam. Hildebrand soll zunächst unbewaffnet gehen, nimmt auf Wolfharts Drängen aber Waffen und eine bewaffnete Gruppe mit. Volkers provokante Antwort auf die Bitte um Herausgabe löst den Kampf mit aus; Wolfhart widersetzt sich der Zurückhaltung. Hildebrand tötet Volker, Helfrich Dankwart. Giselher und Wolfhart verwunden einander tödlich. Auch Dietrichs andere Männer fallen. Nur Hildebrand entkommt verwundet zu seinem Herrn, der den gebrochenen Frieden beklagt. Von den Burgundiern leben nun allein Gunther und Hagen.

Nachlesen: [1] Aventiure38

39. Gefangenschaft bringt kein versöhnliches Ende

Dietrich bietet Gunther und Hagen Schutz bei Aufgabe an. Sie verweigern sich; er besiegt beide und übergibt sie Kriemhild mit der Bitte, sie leben zu lassen. Sie verlangt von Hagen das Genommene zurück. Er verweigert die Auskunft zum Hort, solange einer seiner Herren lebt. Kriemhild lässt Gunther töten. Nun erklärt Hagen, nur noch Gott und er wüssten vom Schatz, und schweigt weiter. Sie enthauptet ihn mit Siegfrieds Schwert. Hildebrand erschlägt daraufhin Kriemhild. Dietrich und Etzel bleiben trauernd zurück. Der Text endet mit Klage um die Verlorenen; er zeigt keine Wiederherstellung der zerstörten Gemeinschaft.

Nachlesen: [1] Aventiure39

Zwei Überlebende vor dem Verlust

Zwei Männer in roten und petrolfarbenen Mänteln stehen mit gesenkten Köpfen weit auseinander vor einer dunklen, beschädigten Halle.
Heutige KI-Illustration mit OpenAI ImageGen nach dem Schluss des Nibelungenlieds, Shumway XXXIX. Etzel und Dietrich bleiben trauernd zurück. Der große leere Raum ist eine heutige bildnerische Deutung; Gesichter, Körperhaltungen, Architektur, Flusslandschaft und Tageszeit sind frei gewählt. Keine Behauptung eines historischen Tatorts oder eines besonderen Totenrituals.

Etzel und Dietrich bleiben am Ende am Leben und weinen um Angehörige und Gefolgsleute. Der leere Raum der Illustration deutet den Verlust. Die Erzählung zeigt an dieser Stelle keine wiederhergestellte Gemeinschaft.

Nachlesen: [1] XXXIX

Was die Kapitelübersicht nicht auflöst

Die Erzählung enthält auch Spannungen: Dankwart bezeichnet sich später als Kind zur Zeit des Mordes, obwohl er früher bereits als Gefährte auftritt. Einzelne Vorausweisungen und spätere Rückblicke benennen Verantwortung unterschiedlich. Diese Eigenheiten werden nicht durch eine erfundene exakte Chronologie glattgezogen. Die Klage ist ein separates Werk, das der Kommentar erwähnt, aber dieser Erzählweg nicht vollständig liest.

Nachlesen: [1] I–XXXIX

Deine Frage an die Erzählung

Wie werden aus Bündnissen und Schutzversprechen immer neue Gefährdungen? Wähle eine konkrete Textstelle und unterscheide die Aussage der Figur vom zuvor erzählten Geschehen.

Nachlesen: [1] I–XXXIX

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Nibelungenlied

Anonymes mittelhochdeutsches Werk; nicht identisch mit Völsunga saga oder Wagners Opernzyklus.

Um 1200 nach Badischer Landesbibliothek.

Sprache: Mittelhochdeutsch

Überlieferter Text

Völsunga saga

Anonyme Prosa mit Versen; unterschiedliche Kapitelzählungen der Ausgaben bleiben sichtbar.

Zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts nach Gottfried-Portal; kein Datum der erhaltenen Haupthandschrift damit gleichgesetzt.

Sprache: Altnordisch

Benutzte Ausgabe

Shumway 1909: alle 39 Aventiuren

Ganze Erzähllektüre I–XXXIX mit Endnoten. Die heutigen Museumstexte sind eigene Paraphrasen; keine Einzelhandschrift als Grundlage behauptet.

Druck von 1909; Endnoten in der elektronischen Ausgabe bei den Kapiteln.

Sprache: Englische Prosaübersetzung

Benutzte Ausgabe

Morris/Magnússon: begrenztes Vergleichsfenster

XXVI–XXX hier neu verbunden; kein vollständiges Sagakorpus oder unabhängig gelesenes Edda-Lied.

Digitale Grundlage nach dem Druck von 1888.

Sprache: Englische Übersetzung mit Versen

Überlieferter Text

Das Lied vom hürnen Seyfrid

Eigener strophischer Text mit anderer Jugend-, Befreiungs- und Hortgeschichte als das Nibelungenlied.

Im gewählten Digitalzugang um 1530 eingeordnet.

Sprache: Frühneuhochdeutsch

Benutzte Ausgabe

Hürnen Seyfrid: digitale Textfassung nach King 1958

Alle 179 Strophen auf drei Teilseiten und die transkribierten Bildbeischriften gelesen. Abweichendes Label 4 statt 5 in Teil 1 bewahrt. Keine Bildautopsie oder Übernahme moderner Kolorierungen.

King 1958 nach Druck K; digitale Version laut Kolophon von 2007.

Sprache: Frühneuhochdeutsch in moderner digitaler Edition

Überlieferter Text

Richard Wagner: Götterdämmerung

Eigenes Musikdrama; hier ein Vergleichsfenster auf Grundlage institutioneller Werkvermittlung, keine neu gelesene Librettoedition.

Uraufführung am 17. August 1876 in Bayreuth laut Werkdarstellung.

Sprache: Deutsch

Welche Zeit ist gemeint?

  • Nibelungenlied um 1200; kein Datum der erzählten Handlungen.
  • Shumways englische Prosaübersetzung von 1909.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Der ganze gewählte Text des Nibelungenlieds, in zwei Erzählbewegungen orientiert.
Verwendeter Ausschnitt
Daniel Bussier Shumway 1909, I–XXXIX mit Vorwort und Kapitelendnoten. Die Klage und andere Nibelungen-Werke bleiben eigene, hier nicht vollständig gelesene Texte.
  1. Nibelungenlied: vollständige Erzählung in Shumways Prosaübersetzung

    Daniel Bussier Shumway, 1909; elektronische Ausgabe Project Gutenberg 1151

    Alle 39 Aventiuren I–XXXIX und ihre Endnoten vollständig gelesen; außerdem elektronische Herkunft und vollständiges Übersetzervorwort.

    Keine Handschriftenkollation. Historische Einleitung, Bibliografie und Gutenberg-Nachspann nicht vollständig gelesen; die Deutungen von 1909 gelten nicht ungeprüft als heutige Forschung. Abgerufen am 2026-10-16.

    Zur Textstelle: Ein Weg durch eine bestimmte Ausgabe Zur Textstelle: Ehe, Wissen und Versprechen verbinden anders Zur Textstelle: Alle Beziehungen der Grafik als Text Zur Textstelle: 1. Ein Traum setzt den Rahmen Zur Textstelle: 2. Siegfried wird am Hof groß Zur Textstelle: 3. Der gefährliche Fremde wird Gast Zur Textstelle: 4. Aus der Drohung wird ein Bündnis Zur Textstelle: 5. Die erste Begegnung ist auch Politik Zur Textstelle: 6. Zwei Ehen werden miteinander verknüpft Zur Textstelle: 7. Ein sichtbarer Sieger, ein verborgener Helfer Zur Textstelle: Brünhild vor dem Wettkampf Zur Textstelle: 8. Eine Machtreserve wird herbeigeholt Zur Textstelle: 9. Der Bote kehrt vor dem König heim Zur Textstelle: 10. Der zweite Betrug greift in Brünhilds Körper ein Zur Textstelle: 11. Zwei Familien und zwei gleichnamige Kinder Zur Textstelle: 12. Eine Einladung soll die Rangfrage klären Zur Textstelle: 13. Der freundliche Empfang hält noch Zur Textstelle: 14. Eine Rangfrage wird zur öffentlichen Verletzung Zur Textstelle: 15. Das Schutzversprechen ist eine Falle Zur Textstelle: Ein Zeichen aus Vertrauen Zur Textstelle: 16. An der Quelle wird Nähe ausgenutzt Zur Textstelle: 17. Trauernde und Zeugen bekommen Raum Zur Textstelle: 18. Kriemhild bleibt bei ihrer Herkunftsfamilie Zur Textstelle: 19. Der Hort wird zur entzogenen Handlungsmacht Zur Textstelle: 20. Ein neues Schutzversprechen macht die Ehe denkbar Zur Textstelle: 21. Eine Reise besteht aus Begegnungen Zur Textstelle: 22. Eine neue Königin gewinnt einen großen Hof Zur Textstelle: 23. Eine Einladung hat zwei Bedeutungen Zur Textstelle: 24. Warnung und Herausforderung führen zusammen Zur Textstelle: 25. Die Zukunft wird gewusst und dennoch gesucht Zur Textstelle: 26. Der Weg bringt neue Gewalt hervor Zur Textstelle: 27. Gastfreundschaft schafft neue Verpflichtungen Zur Textstelle: 28. Die Warnung erreicht den Hof Zur Textstelle: 29. Ein Eingeständnis führt noch nicht zum Kampf Zur Textstelle: 30. Die Nachtwache schützt und beruhigt Zur Textstelle: 31. Die Gewalt erhält mehrere Anfänge Zur Textstelle: 32. Die getrennte Unterkunft wird angegriffen Zur Textstelle: 33. Der Kampf erreicht die Tafel Zur Textstelle: 34. Auch Verwundete finden keinen Schutz Zur Textstelle: 35. Ein Erfolg setzt die nächste Tötung in Gang Zur Textstelle: 36. Eine mögliche Trennung wird verweigert Zur Textstelle: 37. Rüdigers Bindungen lassen sich nicht versöhnen Zur Textstelle: Eine letzte Gabe vor dem Kampf Zur Textstelle: 38. Der Streit um einen Toten fordert weitere Tote Zur Textstelle: 39. Gefangenschaft bringt kein versöhnliches Ende Zur Textstelle: Zwei Überlebende vor dem Verlust Zur Textstelle: Was die Kapitelübersicht nicht auflöst Zur Textstelle: Deine Frage an die Erzählung
  2. Das Lied vom hürnen Seyfrid: Strophen 1–15

    Anonym; digitale Textfassung der Bibliotheca Augustana nach K. C. King, 1958

    Alle Strophen und transkribierten Bildunterschriften von Teil 1 gelesen.

    Keine Autopsie des Drucks K und keine Bildrechtefreigabe. Die zweite mit 4 nummerierte Strophe entspricht Position 5; die sichtbare Abweichung bleibt erhalten. Abgerufen am 2026-10-16.

  3. Das Lied vom hürnen Seyfrid: Strophen 16–172

    Anonym; digitale Textfassung der Bibliotheca Augustana nach K. C. King, 1958

    Alle Strophen und transkribierten Bildunterschriften von Teil 2 gelesen.

    Keine Autopsie des Drucks K. Moderne Kolorierungen sind weder als historische Originalbilder geprüft noch zur Nutzung freigegeben. Abgerufen am 2026-10-16.

  4. Das Lied vom hürnen Seyfrid: Strophen 173–179

    Anonym; digitale Textfassung der Bibliotheca Augustana nach K. C. King, 1958

    Alle sieben Schlussstrophen gelesen.

    Knapper Mordschluss und Verweis auf eine Hochzeitsgeschichte; keine hier ausgeführte Racheerzählung daraus ergänzt. Abgerufen am 2026-10-16.

  5. Hürnen Seyfrid: digitale Editionsangaben

    Bibliotheca Augustana; digitale Edition Angus Graham

    Gesamte Titel- und Editionsseite gelesen.

    Text folgt King 1958. Die genannten kolorierten Holzschnitte sind eine gesonderte moderne Bildvermittlung; keine Rechtefreigabe daraus abgeleitet. Abgerufen am 2026-10-16.

  6. Hürnen Seyfrid: Quellen und Kolophon

    Bibliotheca Augustana; digitale Version Ulrich Harsch, 2007

    Gesamter Kolophon gelesen.

    King 1958 nach Druck K, Golther 1889/1911 nach Druck N. Diese Angaben ersetzen keine eigene Kollation beider Drucke. Abgerufen am 2026-10-16.

  7. Völsunga saga: Heirat, Täuschung und Sigurds Tod

    William Morris und Eiríkr Magnússon; digitale Fassung nach dem Druck von 1888

    XXVI–XXX vollständig mit Endnoten erneut gelesen; Bereich 162508:194431 der vorhandenen Textaufnahme.

    Begrenztes Fenster in der Kapitelzählung dieser Übersetzung. Keine neue Ganzlektüre der Saga, Handschriftenkollation oder unabhängige Edda-Edition. Abgerufen am 2026-10-16.

  8. Götterdämmerung: Werkdaten und Handlung bei den Bayreuther Festspielen

    Bayreuther Festspiele; Synopsis mit Nachweis auf den Harenberg Kulturführer Oper

    Werkdaten, Personenliste und gesamte Handlung von Vorspiel bis zum dritten Akt gelesen.

    Institutionelle Werkvermittlung. Keine vollständige Libretto-, Partitur- oder Inszenierungslektüre. Keine Bildübernahme. Abgerufen am 2026-10-16.

  9. Nibelungenlied: Werkentstehung und überlieferte Handschriften

    Badische Landesbibliothek Karlsruhe

    Hauptabsatz unter UNESCO-Weltdokumentenerbe Nibelungenlied und Links zu Handschriften A, B, C gelesen.

    Benutzt für die Einordnung des Werks um 1200 und die Unterscheidung von Werk und Handschriften. Kein Digitalisat kollationiert, keine eigene Zuordnung von Shumways Text zu einer Einzelhandschrift. Abgerufen am 2026-09-27.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-16. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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