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MythaneumDas Museum der Mythologien

Wesen und Gruppen

Lamassu: Schutzgestalten, Begriffe und Körper

Geflügelte Stiere und Löwen mit Menschenköpfen gehören zu den berühmtesten assyrischen Wächtern. Der Name Lamassu hat jedoch einen weiteren Bedeutungsumfang als eine einzige Bildform.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Wort hat mehrere Verwendungen

Der kurze Oracc-Lexikoneintrag zu lamassu führt zwei Bedeutungsgruppen: eine Art Sphinx sowie eine weibliche Schutzgottheit. Er verzeichnet auch unterschiedliche Schreibungen und grammatische Formen. Diese Gruppen machen einen gemeinsamen Wortgebrauch sichtbar; sie beweisen nicht die Identität jeder weiblichen Schutzgottheit mit jeder bärtigen Portalfigur.

Für den Besuch im Museum folgt daraus eine einfache Frage: Wird gerade eine Wortbedeutung erklärt, ein einzelnes Bild benannt oder eine bestimmte Schutzaufgabe beschrieben? Erst wenn diese Ebenen klar sind, lassen sich verwandte Formen sinnvoll vergleichen.

Zwei benannte Wächter aus Kalhu

Die beiden Met-Objekte 32.143.1 und 32.143.2 stammen aus Kalhu, dem heutigen Nimrud. Der Katalog datiert sie in die Regierungszeit Assurnasirpals II., etwa 883–859 v. Chr. Beide bestehen aus Gipsalabaster und verbinden einen bärtigen Menschenkopf mit Flügeln und einem mächtigen Tierkörper. Der eine Körper gehört zu einem Stier, der andere zu einem Löwen.

Der Unterschied bleibt in den Körpern sichtbar: Hufe und Pfoten sind nicht austauschbar. Die Figuren schützten und unterstützten wichtige Palastdurchgänge. Ihre monumentale Gestalt und ihre Verbindung mit dem Durchgang erklären einen anderen Einsatz als der kleine, tragbare Pazuzu-Kopf.

Der Stier aus Kalhu

Ein steinerner geflügelter Stier mit bärtigem Menschenkopf und Hörnerkappe steht im Museum. Die schräge Ansicht zeigt mehrere Hufbeine, einen großen gefiederten Flügel und Schriftflächen am Körper.
Historische Reproduktion: menschenköpfiger geflügelter Stier (Lamassu), ca. 883–859 v. Chr., Gipsalabaster, aus Kalhu/Nimrud. The Met, 32.143.1; Geschenk von John D. Rockefeller Jr., 1932. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Public Domain / CC0. Unveränderte Aufnahme des Museumsobjekts, keine heutige Rekonstruktion der Palastschwelle. Webfassungen nur verkleinert und als WebP gespeichert. Bildnachweis Bildlizenz

Der Löwe aus Kalhu

Ein steinerner geflügelter Löwe mit bärtigem Menschenkopf und Hörnerkappe, schräg von vorn fotografiert. Pfoten und fünf Beinpositionen sind sichtbar; ein großer Flügel liegt über dem Körper, der Schwanz endet in einer Quaste.
Historische Reproduktion: menschenköpfiger geflügelter Löwe (Lamassu), ca. 883–859 v. Chr., Gipsalabaster, aus Kalhu/Nimrud. The Met, 32.143.2; Geschenk von John D. Rockefeller Jr., 1932. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Public Domain / CC0. Unveränderte Aufnahme des Museumsobjekts, keine heutige Rekonstruktion der Palastschwelle. Webfassungen nur verkleinert und als WebP gespeichert. Bildnachweis Bildlizenz

Fünf Beine verbinden zwei Ansichten

Die Museumskataloge erklären die fünf Beine aus dem Wechsel des Blickwinkels. Von vorn wirken die Wächter fest stehend, von der Seite schreitend. Eine schräge Ansicht macht die Verbindung dieser beiden Lösungen sichtbar. Das benachbarte Exponat vertieft die Beobachtung an denselben beiden historischen Fotos.

Hier werden diese bereits im Museum vorhandenen, geprüften Reproduktionen wiederverwendet. Ein neues Fantasiewesen muss nicht erfunden werden, um den Unterschied zwischen den beiden Körperformen oder die Bedeutung einer Schwelle zu zeigen.

Verwandte Schutzaufgaben ergeben keine gemeinsame Biografie

Ein monumentaler Wächter, ein tragbares Abwehrbild und andere im Exponat zu Apkallu behandelte Schutzfiguren können nach Standort, Material und Benennung verglichen werden. Ein ähnlicher Zweck reicht jedoch nicht aus, um ihre Namen oder Textgeschichten zusammenzulegen.

Der Rundgang kann deshalb von Lamassu zu Pazuzu und zu den Apkallu führen und bei jedem Halt dieselbe Frage neu stellen: Welcher konkrete Beleg erklärt hier die Schutzrolle? Die Gemeinsamkeit liegt im Vergleich; die Unterschiede bleiben der Inhalt.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

MehrdeutigesLemma undzweiPortalobjekteausKalhu
KurzerOraccEintragplus32.143.1/32.143.2mitunverändertenbereitsgebundenenMet-Fotos;keinuniversellerKatalogallerSchutzfiguren.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte mesopotamische Abwehr- und Portalobjekte; keine vereinheitlichte Geschichte sämtlicher Schutzwesen
Verwendeter Ausschnitt
Die jeweils benannten archivierten Objektkataloge, Fachtexte und gegebenenfalls lexikalischen oder literarischen Belege. Katalogbeschreibung, fachliche Zuschreibung und die gesondert belegte Betrachtung einzelner Bilder bleiben unterscheidbar. Keine neue eigene Keilschrift- oder Ritualedition.
  1. lamassu – lexikalischer Eintrag im Oracc-Projekt TSAE

    Oracc, TSAE · Laufendes Lexikon, Abruf 26.09.2026

    Gesamter kurzer Lemmaeintrag mit Schreibungen, normalisierten Formen und zwei Bedeutungsgruppen gelesen.

    Kein Gesamtbelegkorpus gelesen, keine neue lexikografische Untersuchung. Bedeutungsgruppen nicht zu einer Identität jeder weiblichen Schutzgottheit mit den bärtigen Portalfiguren verschmolzen. Abgerufen am 2026-09-26.

  2. Human-headed winged bull (lamassu), The Met 32.143.1

    The Metropolitan Museum of Art, Ancient West Asian Art · Laufender Katalog, Abruf 26.09.2026

    Vollständige sichtbare Objektbeschreibung, Objektmetadaten, Public-Domain-Kennzeichnung und Met-Bildrichtlinie gelesen. API-Identität/Rechte separat geprüft und verknüpftes Originalfoto tatsächlich betrachtet.

    Keine eigene Inschriftenlesung oder Autopsie, keine vollständige Provenienzakte. Heutige Ausstellungsposition aus der historischen Aufnahme nicht abgeleitet. Web-Text erfolgreich gelesen; Direktabruf der Katalog-HTML 429. Abgerufen am 2026-09-26.

  3. Human-headed winged lion (lamassu), The Met 32.143.2

    The Metropolitan Museum of Art, Ancient West Asian Art · Laufender Katalog, Abruf 26.09.2026

    Vollständige sichtbare Objektbeschreibung, Objektmetadaten, Public-Domain-Kennzeichnung und Met-Bildrichtlinie gelesen. API-Identität/Rechte separat geprüft und verknüpftes Originalfoto tatsächlich betrachtet.

    Keine eigene Inschriftenlesung oder Autopsie, keine vollständige Provenienzakte. Heutige Ausstellungsposition aus der historischen Aufnahme nicht abgeleitet. Web-Text erfolgreich gelesen; Direktabruf der Katalog-HTML 429. Abgerufen am 2026-09-26.

  4. Pendant with the head of Pazuzu, The Met1993.181

    The Metropolitan Museum of Art, Ancient West Asian Art · Neuassyrisches Objekt, etwa 8.–7. Jh. v. Chr.; moderner Katalogstand.

    Gesamter Haupttext L3–14, Objektangaben L41–49 und sichtbares Public-Domain-Label L17 sowie allgemeiner Bildhinweis L70 tatsächlich gelesen.

    Noch keine neue Bilddatei übernommen oder betrachtet, keine eigene Autopsie und kein aus dem Katalog abgeleiteter genauer Grabungsort. Rechtekennzeichnung ist ein Ausgangspunkt für spätere konkrete Bildübernahme, keine behauptete Übernahme einer unbekannten Fremdaufnahme. Abgerufen am 2026-10-17.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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