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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Tlazolteotl: Verlangen, Bekenntnis und koloniale Begriffe

Wie verändert sich das Lesen, wenn eine Quelle religiöse Vorgänge mit christlichen Begriffen beschreibt?

4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Vier Belegfelder trennen mehrere Namensrollen, zwei zugeschriebene Tätigkeiten, weitere Gegenüber des Bekenntnisses und christlich geprägte Quellenbegriffe.

Tlazolteotl: Zahl, Handlung und Vermittlung

Zahl und Namen

Die Fassung nennt unter Ixcuina vier Schwestern und daneben eine Einzelbezeichnung. Das Profil erfindet keine vier zusätzlichen Biografien.

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Tätigkeiten und Gegenüber

Verlangen und Reinigung werden zusammen zugeschrieben. Ritualkundiger, bestimmter Termin und die Anrufung Tezcatlipocas sind weitere Elemente des Berichts.

Zur benannten Quelle

Quellenstimme

Christlich geprägte Begriffe und vergleichende Urteile bleiben dem kolonialen Vermittlungswortlaut zugeordnet.

Zur benannten Quelle

Eigene Beleggrafik zum gewählten Sahagún-Kapitel. Die Textdarstellung wechselt zwischen mehreren und einer Gestalt und enthält verschiedene Vermittlungen. Koloniale Kategorien werden nicht als zeitlose Museumsnorm übernommen. Grafik vergrößern Textgrundlage

Das Kapitel gibt keine einfache Einzelbiografie

Buch I ordnet der Figur mehrere Namen zu. Unter Ixcuina nennt es vier Schwestern; daneben steht eine Einzelbezeichnung, die mit dem Aufnehmen von Unreinheit erklärt wird. Die überlieferte Darstellung wechselt somit zwischen einer und mehreren Gestalten. Dieses Profil erfindet dafür keine vier vollständigen zusätzlichen Lebensläufe.

Vier Schwestern sind einzeln benannt

Auf Druckseite10 stehen Tiacapan, Teicu, Tlaco und Xucotzin. Tiacapan wird als Erstgeborene beziehungsweise ältere Schwester beschrieben; die weiteren Bezeichnungen unterscheiden die folgenden Rollen in der Geschwisterreihe. Die vier Namen erhalten eigene Registerzugänge in diesem Quellenfenster. Der kurze Befund liefert keine vier weiteren Abenteuer, Elternangaben oder vollständigen Lebensgeschichten.

Verlangen und Reinigung stehen nebeneinander

Die Fassung schreibt der Figur beziehungsweise den Figuren zu, sexuelles Verlangen anzuregen und nach einem Bekenntnis Verfehlungen zu vergeben oder zu reinigen. Das Nebeneinander ist ihr eigener Textbefund. Sie lässt sich dadurch nicht angemessen auf ein einzelnes modernes Etikett wie Liebesgöttin verkürzen.

Die beschriebene Rede hat weitere Gegenüber

Im anschließenden Bekenntnis treten ein Ritualkundiger, ein nach dem Kalender bestimmter Termin und die Anrufung Tezcatlipocas auf. Die Handlung ist nicht allein eine unmittelbare Unterhaltung eines Menschen mit Tlazolteotl. Die Fassung verfolgt mehrere Vermittlungen und ordnet religiöse sowie rechtliche Folgen zusammen.

Der christliche Blick bleibt sichtbar

Sahagún beschreibt Bekenntnis, Sünde und Buße und diskutiert Unterschiede zu Praktiken unter dem Christentum. Seine eigenen Urteile stehen dabei neben berichteten Aussagen. Wir behandeln diese Wörter als Teil einer kolonialen Vermittlung, nicht als neutrale Gleichung aller religiösen Begriffe. Welche Stimme du gerade liest, entscheidet mit über das Verständnis.

Wer diesen Zugang verfasst hat

Sahagún beschreibt Gespräche mit indigenen Ältesten, Arbeit mit sprachkundigen Gelehrten und mehrere Überarbeitungen. Er nennt unter anderen Antonio Valeriano, Alonso Vegerano, Martín Jacobita und Pedro de San Buenaventura. Die Überlieferung entsteht damit durch mehrere Beteiligte.

Zugleich erklärt seine Einführung einen Missionszweck: Das Wissen soll Predigern helfen, die von ihm abgelehnte Religion zu erkennen und zu bekämpfen. Wir lesen den spanischen Druck von 1829. Seine christlichen Urteile, klassischen Göttervergleiche und späteren Herausgeberzusätze werden als Quellenrede behandelt.

Die Figur in ihren Quellen

Tlazolteotl

Eigene quellengebundene Rolle in der benannten spanischen Ausgabe; keine Gleichsetzung mit allen anderen Nahua-, Maya- oder modernen Fassungen.

Benannte Fassung
Buch I,III oder VII: genaue Kapitelstellen in den Seitenabschnitten

Die Figur in ihren Quellen

Tiacapan in der Ixcuina-Stelle

Einzeln benannte Schwester in der Ixcuina-Mehrzahl auf S.10. Individuelle Namensattestation, gemeinsame zugeschriebene Tätigkeit; keine zusätzliche erfundene Biografie.

Benannte Fassung
Buch I Kapitel XII, S.10/PDF 40

Die Figur in ihren Quellen

Teicu in der Ixcuina-Stelle

Einzeln benannte Schwester in der Ixcuina-Mehrzahl auf S.10. Individuelle Namensattestation, gemeinsame zugeschriebene Tätigkeit; keine zusätzliche erfundene Biografie.

Benannte Fassung
Buch I Kapitel XII, S.10/PDF 40

Die Figur in ihren Quellen

Tlaco in der Ixcuina-Stelle

Einzeln benannte Schwester in der Ixcuina-Mehrzahl auf S.10. Individuelle Namensattestation, gemeinsame zugeschriebene Tätigkeit; keine zusätzliche erfundene Biografie.

Benannte Fassung
Buch I Kapitel XII, S.10/PDF 40

Die Figur in ihren Quellen

Xucotzin in der Ixcuina-Stelle

Einzeln benannte Schwester in der Ixcuina-Mehrzahl auf S.10. Individuelle Namensattestation, gemeinsame zugeschriebene Tätigkeit; keine zusätzliche erfundene Biografie.

Benannte Fassung
Buch I Kapitel XII, S.10/PDF 40

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Historia general de las cosas de Nueva España

Sahagún nennt im eigenen Vorwort indigene Auskunftgebende, Grammatikgelehrte, Schreiber, Prüfungen und Umarbeitungen. Die ausgewählten spanischen Druckfenster sind eigene Ausgabedatensätze.

Koloniales Werk mit mehreren Arbeits- und Überlieferungsstufen; die hier verwendeten Druckbände 1829 sind nicht das Entstehungsdatum der erzählten Motive.

Sprache: Nahuatl und Spanisch im historischen Projekt; hier spanischer Druck gelesen

Benutzte Ausgabe

Spanischer Druck 1829: ausgewählte Gottheitenkapitel

Tatsächlich gelesenes begrenztes Fenster einschließlich auf diesen Seiten stehender historischer Anmerkungen; keine Ganzlektüre sämtlicher zwölf Bücher.

Buch I, S.1–28; historischer Druck, keine moderne Übersetzung aus Nahuatl.

Sprache: Spanisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte Nahua-/Mexica-Rollen im kolonialen spanischen Sahagún-Zugang; getrennte heutige INAH-Vermittlung
Verwendeter Ausschnitt
Sahagún/Bustamante, spanische Druckbände1829, BändeI–II, ausschließlich benannte Kapitel; INAH-Raumtext als eigene heutige Perspektive.
  1. Sahagún: Gottheiten in der spanischen Druckausgabe

    Bernardino de Sahagún mit benannten Nahua-Gelehrten und Auskunftgebenden; Druckherausgeber Carlos María de Bustamante · 1829

    Historia general de las cosas de Nueva España, México: Alejandro Valdés; historischer spanischer Druck, keine direkte moderne Nahuatl-Übersetzung.

    Buch I, Druckseiten 1–28 (PDF 31–58) vollständig einschließlich historischer Anmerkungen.

    Nur die benannten spanischen Kapitel. Klassische Göttervergleiche, Christianisierung und historische medizinische Wertungen bleiben Quellenrede. Keine eigene Nahuatl-Kollation. Abgerufen am 2026-10-13.

  2. Sahagún beschreibt die Zusammenarbeit und den Missionszweck

    Bernardino de Sahagún mit benannten Nahua-Gelehrten und Auskunftgebenden; Druckherausgeber Carlos María de Bustamante · 1829

    Historia general de las cosas de Nueva España, México: Alejandro Valdés; historischer spanischer Druck, keine direkte moderne Nahuatl-Übersetzung.

    Vorwort Druckseiten III–VII (PDF 13–17) sowie Einführung XIII–XV (PDF 23–25) vollständig gelesen. Seite V zusätzlich am Scan betrachtet.

    Selbstbeschreibung einer kolonialen Erhebung, keine unabhängige Rekonstruktion aller Beteiligten. Aussagen des Druckherausgebers und des historischen Verfassers bleiben unterscheidbar. Abgerufen am 2026-10-13.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-13. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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