Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Terpsichore: Vom gemeinsamen Tanz zur Tanzmuse

Hesiod nennt Terpsichore als Muse ohne Soloszene. Diodor verbindet ihren Namen mit Freude am Lernen; ein Blatt von 1674 erkennt sie an der Bewegung als Tanzmuse.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Gemeinsamer Tanz, kein einzelnes Fach

In der Theogonie tanzen die Musen zusammen. Terpsichore ist namentlich eine von ihnen; der Text beschreibt keine einzelne Bewegung, die allein ihr gehörte.

Diodor nennt Tanz unter den musischen Bildungsfeldern. Bei Terpsichore erklärt er den Namen als Freude, die sie Lernenden an den Gütern der Bildung verschafft. Er sagt in dieser Passage nicht: nur sie tanzt, die anderen nicht.

Die gehende Figur links

Claude Lorrains Zeichnung von 1674 zeigt eine kleine Musengruppe links in einer Parnass-Landschaft. Das Met identifiziert die ganz links ausschreitende Figur als Terpsichore, Muse des Tanzes. Die Zuordnung folgt ihrer Bewegung im neuzeitlichen Bild, nicht einer Namensaufschrift.

Auf Smartphonegröße ist die Geste kaum individuell lesbar. Der Bildtext benennt deshalb die Katalogidentifikation und den Bildmaßstab.

Eine ältere Gruppe ohne Einzelnamen

Der römische Musen-Sirenen-Sarkophag führt Aufführung und Wettstreit bildlich vor. Er ist älter als Claudes Zeichnung, aber seine Musen sind nicht einzeln mit Namen versehen. Die beiden Werke können Bildwandlungen zeigen; sie erlauben keine sichere Terpsichore-Position auf dem Sarkophag.

Historisches Bildzeugnis zu Terpsichore

Blasse historische Landschaftszeichnung: eine kleine Gruppe um Apollon und die Musen steht links an einer Quelle, rechts nimmt ein schräger Baum den Bildraum ein.
Claude Lorrain, Landschaft mit Apollon und den Musen, 1674, The Met 61.59, Public Domain / CC0. Das Museum erkennt im linken und mittleren Figurenkreis Terpsichore, Kleio, Kalliope und Thalia an Attributen; die feinen Einzelheiten sind in kleinen Ansichten kaum lesbar. Neuzeitliche Deutung, kein antikes Musenbild. Bildnachweis Bildlizenz

Historisches Bildzeugnis zu Terpsichore

Breiter römischer Marmorsarkophag mit dichtem Figurenfries: links Götter, in der Mitte musizierende Frauengestalten, rechts geflügelte Sirenen.
Römischer Marmorsarkophag mit einem Wettstreit von Musen und Sirenen, drittes Viertel des 3. Jahrhunderts n. Chr., The Met 10.104, Public Domain / CC0. Die Szene zeigt die Musen als Gruppe; einzelne Figuren sind hier nicht sicher mit Hesiods neun Namen zu etikettieren. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Gemeinsamer Tanz, kein einzelnes Fach
Theogonie 53–79; Diodor 4,7,3–4

Die gehende Figur links
Met 61.59, Zeichnung und Objektkatalog

Eine ältere Gruppe ohne Einzelnamen
Met 10.104, römischer Sarkophag

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 53–103 nach Evelyn-White: die neun Musen

Mnemosyne, neun namentlich benannte Töchter und der gemeinsame Gesang; Kalliope wird mit der Rede der Herrscher verbunden.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Diodor: Bibliotheke historike, Buch IV, Musenpassage

Quellengebundene Teilidentität des Werks für die Musenpassage; ein anderer bereits freigegebener Werkdatensatz umfasst separat das indirekt überlieferte Fragment aus Buch VI.

Antikes Geschichtswerk; dieser Arbeitsdatensatz umfasst nur 4,7,1–4.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Diodor 4,7,1–4 nach Oldfather: Namen und Zahl der Musen

Antike Zusammenstellung von Zahl- und Elternvarianten, Künsten und neun Namenserklärungen; kein festes neunfaches Fachschema.

Historische Übersetzung 1935

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Dichtung, lokaler Reisebericht und datierte Bildrezeption; begrenzte Quellenfenster
Verwendeter Ausschnitt
Hesiods Musenpassage; spätere Varianten und Bilder sind gesondert kenntlich.
  1. Theogonie 53–103: Geburt, Namen und gemeinsame Rede der neun Musen

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    53–67: Zeus und Mnemosyne, gemeinsamer Gesang und die Wirkung der Musen; 75–79: neun Namen und Kalliope als hervorgehobene Muse; 80–103: Rede der Herrscher und Trost durch Sänger. Keine eigene Fachliste für die übrigen acht Musen.

    Eine historische Übersetzung, keine vollständige altgriechische Textkollation. Die neun Namen dürfen nicht rückwirkend als Hesiods feste Liste von neun Künsten ausgegeben werden; Kalliope wird mit Rede der Herrscher verbunden, nicht allein auf spätere Ependichtung festgelegt. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Diodor 4,7,1–4: Zahl, Herkunft und Namensdeutungen der Musen

    Diodoros Sikeliotes; englische Übersetzung C. H. Oldfather, Loeb Classical Library, auf LacusCurtius · Antike historische Kompilation; englische Übersetzung 1935

    4,7,1–2: konkurrierende Eltern- und Zahlentraditionen; 4,7,3: verschiedenartige Künste werden den Musen zugeordnet, ohne eine feste Eins-zu-eins-Tabelle; 4,7,4: Diodors antike Erklärungen der neun Namen von Kleio bis Kalliope.

    Antike Etymologien sind Diodors Deutungsangebot und keine gesicherte moderne Wortgeschichte. Die Namenserklärungen setzen weder einzelne Handlungen noch ein starres Fach für jede Muse fest. Die historische englische Übersetzung wird nur knapp paraphrasiert. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Claude Lorrain, Landschaft mit Apollon und den Musen, Met 61.59

    The Metropolitan Museum of Art; Zeichnung von Claude Lorrain · Zeichnung 1674; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Objektseite und API: Claude Lorrains Zeichnung von 1674, Inventar 61.59, Public Domain und API-Flag. Met identifiziert anhand der Attribute links Terpsichore und Kleio sowie rechts Kalliope und Thalia; die anderen Gestalten sind im Katalog nicht einzeln benannt.

    Neuzeitliche Rezeption; weder antikes Bild noch Beweis für Hesiods individuelle Fachzuteilung. Die vier Katalogidentifikationen werden als Katalogdeutung und nur nach tatsächlicher Bildsichtung verwendet. Abgerufen am 2026-09-29.

  4. Römischer Sarkophag: Wettstreit zwischen Musen und Sirenen, Met 10.104

    The Metropolitan Museum of Art; römische Werkstatt unbekannt · Drittes Viertel 3. Jahrhundert n. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Objektseite und API: Pentelischer Marmorsarkophag 10.104 mit Musen-Sirenen-Wettstreit, datiert in das dritte Viertel des 3. Jahrhunderts n. Chr.; Public Domain und API-Flag. Athena, Zeus und Hera stehen laut Katalog links; die Musen siegen über die Sirenen.

    Die Museumsbeschreibung identifiziert die Musengruppe, nicht jedes einzelne Bildglied. Der Sarkophag beweist keine durchgehende Einzelfach-Liste und darf nicht als Illustration von Hesiods konkreter Szene ausgegeben werden. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.