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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Euterpe: Die Flöte kommt später

Hesiod nennt Euterpe unter den neun Musen; Diodor erklärt ihren Namen als Freude beim Hören. Le Bruns Zeichnung aus dem 17. Jahrhundert macht sie mit einer Flöte zur Musikmuse.

2–3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Gemeinsamer Gesang statt Soloinstrument

Euterpe erscheint in Hesiods Namensreihe. Die Musen singen und tanzen gemeinsam; die Passage verteilt weder Flöten noch einzelne Musikarten unter die neun Schwestern.

Diodor erklärt Euterpes Namen über die Freude, die ihr Gesang den Hörenden und Lernenden verschafft. Er zählt Musik und Tanz zu den Kunstfeldern der Musen, ohne an dieser Stelle jeder ein bestimmtes Instrument zuzuteilen.

Le Bruns Flöte

Eine Kreidezeichnung Charles Le Bruns aus dem 17. Jahrhundert zeigt oben eine musizierende Figur mit einem langen Querblasinstrument. Das Met identifiziert sie als Euterpe; eine zweite Gestalt im Blatt deutet es als Urania. Das Instrument ist in der lokalen Reproduktion sichtbar.

Hier trägt die Flöte die spätere Bildidentifikation. Das Blatt war eine Studie für eine Deckengestaltung, keine Abschrift eines antiken Musenbildes.

Was das Bild nicht rückwirkend beweist

Eine Besucherkarte kann Euterpe als Musikmuse zeigen, wenn sie die Le-Brun-Schicht nennt. Sie sollte nicht behaupten, Hesiod habe ihr bereits die Flöte gegeben. Der Unterschied macht sichtbar, wie aus gemeinsamem göttlichem Gesang später ein individuell lesbares Attribut wird.

Historisches Bildzeugnis zu Euterpe

Rötliche Kreidezeichnung auf beigem Papier: oben sitzt eine Frau mit quer gehaltener Flöte, unten blickt eine zweite nach oben.
Charles Le Brun, Zwei Musen, 17. Jahrhundert, The Met 1986.48, Public Domain / CC0. Der Museumskatalog erkennt Euterpe mit Flöte und Urania mit Himmelsglobus; in der reproduzierten Gesamtansicht ist der Globus nur schwer zu erkennen. Neuzeitliche Attributkunst. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Gemeinsamer Gesang statt Soloinstrument
Theogonie 53–79; Diodor 4,7,3–4

Le Bruns Flöte
Met 1986.48, Zeichnung und Objektbeschreibung

Was das Bild nicht rückwirkend beweist
Theogonie 75–79; Met 1986.48

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 53–103 nach Evelyn-White: die neun Musen

Mnemosyne, neun namentlich benannte Töchter und der gemeinsame Gesang; Kalliope wird mit der Rede der Herrscher verbunden.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Diodor: Bibliotheke historike, Buch IV, Musenpassage

Quellengebundene Teilidentität des Werks für die Musenpassage; ein anderer bereits freigegebener Werkdatensatz umfasst separat das indirekt überlieferte Fragment aus Buch VI.

Antikes Geschichtswerk; dieser Arbeitsdatensatz umfasst nur 4,7,1–4.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Diodor 4,7,1–4 nach Oldfather: Namen und Zahl der Musen

Antike Zusammenstellung von Zahl- und Elternvarianten, Künsten und neun Namenserklärungen; kein festes neunfaches Fachschema.

Historische Übersetzung 1935

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Dichtung, lokaler Reisebericht und datierte Bildrezeption; begrenzte Quellenfenster
Verwendeter Ausschnitt
Hesiods Musenpassage; spätere Varianten und Bilder sind gesondert kenntlich.
  1. Theogonie 53–103: Geburt, Namen und gemeinsame Rede der neun Musen

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    53–67: Zeus und Mnemosyne, gemeinsamer Gesang und die Wirkung der Musen; 75–79: neun Namen und Kalliope als hervorgehobene Muse; 80–103: Rede der Herrscher und Trost durch Sänger. Keine eigene Fachliste für die übrigen acht Musen.

    Eine historische Übersetzung, keine vollständige altgriechische Textkollation. Die neun Namen dürfen nicht rückwirkend als Hesiods feste Liste von neun Künsten ausgegeben werden; Kalliope wird mit Rede der Herrscher verbunden, nicht allein auf spätere Ependichtung festgelegt. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Diodor 4,7,1–4: Zahl, Herkunft und Namensdeutungen der Musen

    Diodoros Sikeliotes; englische Übersetzung C. H. Oldfather, Loeb Classical Library, auf LacusCurtius · Antike historische Kompilation; englische Übersetzung 1935

    4,7,1–2: konkurrierende Eltern- und Zahlentraditionen; 4,7,3: verschiedenartige Künste werden den Musen zugeordnet, ohne eine feste Eins-zu-eins-Tabelle; 4,7,4: Diodors antike Erklärungen der neun Namen von Kleio bis Kalliope.

    Antike Etymologien sind Diodors Deutungsangebot und keine gesicherte moderne Wortgeschichte. Die Namenserklärungen setzen weder einzelne Handlungen noch ein starres Fach für jede Muse fest. Die historische englische Übersetzung wird nur knapp paraphrasiert. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Charles Le Brun, Zwei Musen: Euterpe und Urania, Met 1986.48

    The Metropolitan Museum of Art; Zeichnung von Charles Le Brun · 17. Jahrhundert; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Objektseite und API: Zeichnung 1986.48 aus dem 17. Jahrhundert, Studienblatt für eine Deckengestaltung; Met erkennt Euterpe mit Flöte und Urania mit Himmelsglobus. Public Domain und API-Flag geprüft.

    Neuzeitliche Rezeption mit festeren Attributen. Die Zeichnung belegt nicht, dass Hesiod diese beiden Fächer oder Gegenstände nannte; die Bildbeobachtung wird separat protokolliert. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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