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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Stheno: Ein Name unter drei Gorgonen

Hesiod nennt Stheno; Pseudo-Apollodor beschreibt die Schwestern gemeinsam. Was lässt sich ihr einzeln zuschreiben?

2–3 Minuten Lesezeit

Drei Namen, eine wichtige Differenz

Hesiod nennt drei Töchter von Phorkys und Keto: Sthenno, Euryale und Medusa. Die Schwestern stehen in einer genealogischen Folge. Dann setzt der Text eine Grenze: Von den dreien ist allein Medusa sterblich. Sthenos Name ist also belegt, doch die kurze Passage erzählt keine eigene Tat von ihr.

Ihre Unsterblichkeit ergibt sich aus dem ausdrücklich formulierten Gegensatz zu Medusa. Das ist eine Aussage dieser Textstelle und keine frei ergänzte Lebensgeschichte.

Die Schwestern handeln gemeinsam

Pseudo-Apollodor führt dieselben drei Namen an und beschreibt Flügel, Schlangen und die Versteinerungsgefahr für die Gorgonen gemeinsam. Nach Medusas Tötung verfolgen die beiden überlebenden Schwestern Perseus. Stheno wird dabei nicht als einzelne Verfolgerin mit einem besonderen Ausgang hervorgehoben.

Eine Darstellung eines Gorgonenhauptes ohne Namensbeischrift wäre deshalb kein sicheres Einzelporträt Sthenos. Der Text erlaubt die Zuordnung zur Gruppe, nicht die Identifizierung jedes Bildes mit einer bestimmten Schwester.

Was aus einem knappen Profil nicht wird

Die beiden gelesenen Passagen lassen Stheno als benannte, nicht sterbliche Gorgone erkennen. Sie geben ihr weder eine eigene Rede noch einen getrennten Erzählstrang. Selbst der Ausgang der Verfolgung gehört bei Pseudo-Apollodor zur Handlung des Perseus; daraus lässt sich kein späteres Schicksal Sthenos ableiten.

Die gemeinsamen Verse erklären die Verwandtschaft der Schwestern. Für Sthenos eigene Handlungen bleiben die Belege knapp; ihre Seite macht diese Grenze sichtbar.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Hesiod: genealogische Nennung
Name und Gegensatz zur sterblichen Medusa.

Pseudo-Apollodor: Gorgonengruppe
Gemeinsame Merkmale und Verfolgung, keine individuelle Episode.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Hugh G. Evelyn-White: englische Theogonie-Übersetzung

Historische Übersetzung als Lesehilfe; keine Handschriftenkollation. Gelesen: 270–286, 453–506 und 881–929.

1914; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke Buch 2 nach Frazer: Gorgonen, Pegasos und Bellerophon

2,3,2 und 2,4,2–3 gelesen; keine vollständige Lektüre von Buch 2 oder griechische Kollation.

Historische Frazer-Übersetzung 1921; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach antikem Text

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Gorgonenüberlieferung in zwei gelesenen Textpassagen
Verwendeter Ausschnitt
Hesiod, Theogonie 270–286; Pseudo-Apollodor, Bibliotheke 2,4,2–3. Kein vollständiges Stheno-Korpus.
  1. Theogonie

    Hesiod; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Übersetzung 1914

    Hesiod, Homeric Hymns, Epic Cycle, Homerica. Loeb Classical Library 57, William Heinemann, 1914; digital bei Theoi.

    Verse 270–286 für Medusa; am 26.09.2026 zusätzlich 453–506 und 881–929 für Zeus tatsächlich gelesen. Kein vollständiges Werk oder Großkorpus erschlossen.

    Historische englische Übersetzung als Lesehilfe; keine vollständige moderne textkritische Edition. Keine moderne Nacherzählung als antiker Text. Abgerufen am 2026-09-25.

  2. Bibliotheke 2,3,2 und 2,4,2–3: Pegasos und die Gorgonen

    Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · Antiker Kompilationstext; englische Übersetzung 1921

    Bibliotheke 2,3,2 und 2,4,2–3: Pegasos als Reittier Bellerophons; Namen und gemeinsame Gestaltmerkmale der drei Gorgonen; allein Medusas Sterblichkeit; Geburt von Pegasos und Chrysaor; Verfolgung des Perseus durch die beiden überlebenden Schwestern.

    Englische Frazer-Übersetzung, kein eigenständig kollationierter griechischer Text. Die Angaben über alle Gorgonen nicht in individuelle Abenteuer Sthenos oder Euryales umdeuten; nur die benannten Abschnitte gelesen. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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