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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Euryale: Die hörbare Gorgone

Bei Hesiod eine der drei Schwestern, bei Pindar mit einem ausdrücklich genannten Schrei: Euryales Profil folgt einer belegten Stimme.

3 Minuten Lesezeit

Eine Schwester unter dreien

Hesiod nennt Euryale zwischen Sthenno und Medusa. Nur Medusa ist sterblich. Der Text führt die Schwestern also zusammen ein und unterscheidet eine von ihnen durch ihre Sterblichkeit. Er erzählt Euryale in diesen Versen keine gesonderte Tat.

Pseudo-Apollodor nennt später ebenfalls alle drei und beschreibt den gefahrvollen Anblick sowie die Verfolgung des Perseus durch die beiden überlebenden Schwestern gemeinsam. Diese Beschreibung ist eine Gruppenstelle, keine zusätzliche Einzelszene Euryales.

Pindar lässt einen Schrei hören

Pindars zwölfte Pythie ist ein Siegeslied für den Musiker Midas von Akragas. In ihrer Erzählung klagen die Gorgonen nach Medusas Tod. Der Text nennt Euryales Schrei ausdrücklich; Athena nimmt den Klang der Klage auf und formt daraus Musik. Der griechische Abdruck und die englische Lesehilfe lassen die Namensnennung überprüfen.

Damit erhält Euryale in diesem Lied einen markanten eigenen Akzent. Der Text überliefert aber weder eine ausformulierte Rede von ihr noch eine Melodie, die sich heute rekonstruieren ließe.

Klang ist hier eine Erzählung

Die Ode verbindet die Trauer der Schwestern mit der Kunst, in der Midas gesiegt hat. Sie behauptet im Gedicht eine göttliche musikalische Formung; sie dokumentiert keine historisch nachprüfbare Erfindung des Aulos.

Auch für Euryales übriges Leben führt dieses Motiv nicht weiter. Ihr Name bei Hesiod, die gemeinsame Verfolgung bei Pseudo-Apollodor und ihre Stimme bei Pindar sind drei begrenzte Aussagen aus unterschiedlichen Textzusammenhängen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Hesiod und Pseudo-Apollodor
Name und Gruppenbelege.

Pindar: Pythie 12
Namentlich genannter Schrei in einer Ode für Midas von Akragas.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Hugh G. Evelyn-White: englische Theogonie-Übersetzung

Historische Übersetzung als Lesehilfe; keine Handschriftenkollation. Gelesen: 270–286, 453–506 und 881–929.

1914; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pindar: zwölfte Pythie

Siegeslied für Midas mit einer Erzählung über Gorgonenklage und Athenas Musik. Kein vollständiger Pindar-Korpus.

490 v. Chr. nach Ogdens Quellenübersicht; Datum des Liedes, nicht der Erzählhandlung.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Diane Arnson Svarlien: Pythie 12 für das Perseus Project

Gesamte angezeigte Passage 12.1–12.30 gelesen. Absatznummern der Anzeige nicht als antike Versnummern behandeln.

Übersetzung 1990; digitale Anzeige bei Capitains Nemo.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke Buch 2 nach Frazer: Gorgonen, Pegasos und Bellerophon

2,3,2 und 2,4,2–3 gelesen; keine vollständige Lektüre von Buch 2 oder griechische Kollation.

Historische Frazer-Übersetzung 1921; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach antikem Text

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Gorgonenüberlieferung und Pindars Siegeslied
Verwendeter Ausschnitt
Hesiod, Theogonie 270–286; Pindar, Pythie 12,6–26; Pseudo-Apollodor, Bibliotheke 2,4,2–3. Kein vollständiges Euryale-Korpus.
  1. Theogonie

    Hesiod; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Übersetzung 1914

    Hesiod, Homeric Hymns, Epic Cycle, Homerica. Loeb Classical Library 57, William Heinemann, 1914; digital bei Theoi.

    Verse 270–286 für Medusa; am 26.09.2026 zusätzlich 453–506 und 881–929 für Zeus tatsächlich gelesen. Kein vollständiges Werk oder Großkorpus erschlossen.

    Historische englische Übersetzung als Lesehilfe; keine vollständige moderne textkritische Edition. Keine moderne Nacherzählung als antiker Text. Abgerufen am 2026-09-25.

  2. Pythian 12, angezeigte Passage 12.1–12.30

    Pindar; englische Übersetzung Diane Arnson Svarlien, Perseus Project · Übersetzung für Perseus 1990

    Gesamte aufgerufene englische Passage einschließlich Schluss über wechselndes Glück gelesen; für die Station besonders Gorgonenklage, Medusa, Euryale und Athenas Musik.

    Keine vollständige Lektüre aller Pythien und keine Handschriftenkollation. Die neun nummerierten Anzeigeabsätze sind keine antike Verszählung. Das Wort beautiful ist eine Übersetzungsentscheidung. Abgerufen am 2026-09-26.

  3. Pindar: Pythians 12.6–26 (490 BC)

    Daniel Ogden; Ogden’s Dragons’ Dens, University of Exeter · laufende Website; Einordnung des Gedichts: 490 v. Chr.

    Kurze Einleitung, Datierung und abgedruckten griechischen Ausschnitt 12,6–26 gelesen; mit der englischen Übersetzung für die konkrete Stationsfrage verglichen.

    Kein kritischer Apparat und kein vollständiger Forschungsüberblick. Keine Rekonstruktion antiker Musik; ein Gedicht ist kein historischer Nachweis der Instrumentenerfindung. Abgerufen am 2026-09-26.

  4. Bibliotheke 2,3,2 und 2,4,2–3: Pegasos und die Gorgonen

    Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · Antiker Kompilationstext; englische Übersetzung 1921

    Bibliotheke 2,3,2 und 2,4,2–3: Pegasos als Reittier Bellerophons; Namen und gemeinsame Gestaltmerkmale der drei Gorgonen; allein Medusas Sterblichkeit; Geburt von Pegasos und Chrysaor; Verfolgung des Perseus durch die beiden überlebenden Schwestern.

    Englische Frazer-Übersetzung, kein eigenständig kollationierter griechischer Text. Die Angaben über alle Gorgonen nicht in individuelle Abenteuer Sthenos oder Euryales umdeuten; nur die benannten Abschnitte gelesen. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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