Für das Wohl einer Familie
Iulia Floras Weihaltar nennt Proserpina gemeinsam mit Dis Pater. Die Stifterin richtet ihre Gabe auf ihr eigenes Wohl und das ihrer Angehörigen. Proserpina begegnet damit in einem konkreten Verehrungszeugnis, nicht zuerst als weggetragenes Mädchen.
Der Katalog des Landesmuseums datiert den Stein auf 101–300 n. Chr. Seine heutige Verwahrung in Stuttgart und die nur wahrscheinliche Brenztalherkunft sind Teile einer anderen Geschichte als Ovids Schauplatz Sizilien. Die Inschrift erzählt keine Entführung und erklärt keine Jahreszeiten.
Cyane widerspricht der Gewalt
Ovid lässt Calliope die Geschichte singen. Proserpina sammelt Blumen am See Pergus, als der Unterweltherrscher sie fortträgt. Sie ruft erschrocken nach ihrer Mutter und den Gefährtinnen. Die Nymphe Cyane stellt sich dem Wagen entgegen und verlangt, die Verbindung nicht durch Gewalt zu erzwingen.
Dieser Widerspruch steht im Gedicht selbst. Später beschönigt Jupiter die Tat in seiner Rede gegenüber Ceres als Liebe. Die Stimmen sind verschieden: Seine Rechtfertigung ist kein Urteil der Museumredaktion und hebt Proserpinas Angst oder Cyanes Widerstand nicht auf.
Sieben Kerne verändern die Rückkehr
In dieser Fassung hat Proserpina sieben Granatapfelkerne gegessen. Ascalaphus hat sie beobachtet und verhindert durch seinen Bericht die unbedingte Rückkehr. Proserpina verwandelt ihn daraufhin in einen Vogel. Jupiter teilt schließlich das Jahr: sechs Monate bei der Mutter, sechs beim Gatten.
Die Erzählung macht sie zur Herrscherin in zwei Reichen und beschreibt einen Wechsel ihres Gemüts. Kernezahl und Jahreshälften gehören zu dieser Ovidfassung. Sie sind keine pauschalen Angaben für jede Persephonegeschichte und kein aus Iulia Floras Widmung abgeleiteter Festkalender.
Persephone und Saatkorn: eine andere Erklärung
Balbus nennt Proserpina in Ciceros Dialog ausdrücklich dieselbe Göttin, die auf Griechisch Persephone heiße. Er erklärt ihr Verbergen und die Suche der Mutter über das Saatkorn. Damit ist die Namensverbindung in einer bestimmten römischen philosophischen Quelle belegt.
Die Naturdeutung fasst anders zusammen als Calliopes Geschichte von Angst, Widerstand und Verhandlung. Valerius Maximus wiederum nennt Proserpina mit Dis Pater bei den nächtlichen Handlungen seiner römischen Altarerzählung. Diese Zugänge ergänzen den persönlichen Weihaltar; sie müssen dafür nicht zu einer einzigen lückenlosen Biografie werden.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Für das Wohl einer Familie
Ubi Erat Lupa 7355: Inschrift, Übersetzung und Fundumstände; Landesmuseum/LEO-BW, RL 393: Datierung und Kurzbeschreibung
Cyane widerspricht der Gewalt
Metamorphosen 5: Theoi-Marken 335–340, 385–424 und 509–532
Sieben Kerne verändern die Rückkehr
Metamorphosen 5: Theoi-Marken 533–571
Persephone und Saatkorn: eine andere Erklärung
De natura deorum II.66; Sprecherrahmen II.1–3; Facta et dicta memorabilia 2.4.5, Schluss
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Iulia Floras Weihinschrift: RL 393
Die lateinische Edition und deutsche Übersetzung von RL 393 über Ubi Erat Lupa 7355: gemeinsame Weihung durch Iulia Flora. Die Widmung erzählt keine Entführung und erklärt keinen Festkalender.
Zeit des Zeugnisses, moderne Edition und Sammlungsgeschichte getrennt behandeln.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
Iulia Floras Widmung: Ubi Erat Lupa 7355
RL 393 als edierter Text; Herkunftsgrenzen und fotografisches Original getrennt.
Antikes Zeugnis und heutige Leseedition beziehungsweise Dokumentation gesondert.
Sprache: Lateinische Edition mit deutscher Übersetzung und Katalogtext
Überlieferter Text
RL 393: Museumsbeschreibung
Begrenzter deutscher Museumsdatensatz über LEO-BW: Datierung und Überlieferung des erhaltenen Altars RL 393. Stuttgart und wahrscheinliche Brenztalherkunft sind von Ovids Sizilien getrennt.
Zeit des Zeugnisses, moderne Edition und Sammlungsgeschichte getrennt behandeln.
Sprache: Deutsch
Benutzte Ausgabe
Landesmuseum: RL 393 in seinem Zeitrahmen
Gelesene Datierung und Kurzbeschreibung; dynamische Objektdaten nur im dokumentierten Web-Auszug verfügbar.
Antikes Zeugnis und heutige Leseedition beziehungsweise Dokumentation gesondert.
Sprache: Deutscher Museumsdatensatz, begrenzter Werkzeugauszug
Überlieferter Text
Ovid: Metamorphosen
Metamorphosen 5, Theoi-Marken 335–340, 385–424 und 509–571, in Brookes Mores englischer Übersetzung von 1922: Calliopes Erzählrahmen, Entführung, Cyane, Jupiters Rechtfertigung und die Rückkehrbedingungen. Sieben Kerne und sechs Monate je Reich gelten dieser Fassung.
Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
Ovid: Proserpina zwischen zwei Reichen
Metamorphosen 5, Theoi-Marken 335–571: Erzählrahmen, Entführung und Rückkehrregel.
Antikes Zeugnis und heutige Leseedition beziehungsweise Dokumentation gesondert.
Sprache: Englische Übersetzung von Brookes More, 1922
Überlieferter Text
De natura deorum
Nur De natura deorum II.66 mit Sprecherrahmen II.1–3 in Rackhams englischer Übersetzung: Balbus’ Persephoneverbindung und Saatkorndeutung. Keine Aufhebung der unterschiedlichen Stimmen bei Ovid.
Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
Cicero De natura deorum – Rackham1933
Benutzte Online-Ausgabe, keine hier eigenständig kollationierten antiken Textzeugen. Lektüreumfang je Quelle dokumentiert.
1933.
Sprache: Englisch
Überlieferter Text
Valerius Maximus: Denkwürdige Taten und Worte
Facta et dicta memorabilia 2.4.5, hier der Schluss zu den nächtlichen Handlungen für Dis Pater und Proserpina, als lateinischer Lesetext. Ein anderer Zusammenhang als Iulia Floras erhaltene Weihung.
Zeit des Zeugnisses, moderne Edition und Sammlungsgeschichte getrennt behandeln.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
Valerius Maximus: Drei Nächte am verborgenen Altar
2.4.5 vollständig: eine Festursprungserzählung über Valesius und Publicola.
Antikes Zeugnis und heutige Leseedition beziehungsweise Dokumentation gesondert.
Sprache: Lateinische LacusCurtius-Ausgabe
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Römische Weihung, Ovids dichterische Erzählung und separate philosophische Persephone-/Saatkorndeutung.
- Verwendeter Ausschnitt
- Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Die lateinische Edition und deutsche Übersetzung von RL 393 über Ubi Erat Lupa 7355: gemeinsame Weihung durch Iulia Flora. Die Widmung erzählt keine Entführung und erklärt keinen Festkalender.; Begrenzter deutscher Museumsdatensatz über LEO-BW: Datierung und Überlieferung des erhaltenen Altars RL 393. Stuttgart und wahrscheinliche Brenztalherkunft sind von Ovids Sizilien getrennt.; Metamorphosen 5, Theoi-Marken 335–340, 385–424 und 509–571, in Brookes Mores englischer Übersetzung von 1922: Calliopes Erzählrahmen, Entführung, Cyane, Jupiters Rechtfertigung und die Rückkehrbedingungen. Sieben Kerne und sechs Monate je Reich gelten dieser Fassung.; Nur De natura deorum II.66 mit Sprecherrahmen II.1–3 in Rackhams englischer Übersetzung: Balbus’ Persephoneverbindung und Saatkorndeutung. Keine Aufhebung der unterschiedlichen Stimmen bei Ovid.; Facta et dicta memorabilia 2.4.5, hier der Schluss zu den nächtlichen Handlungen für Dis Pater und Proserpina, als lateinischer Lesetext. Ein anderer Zusammenhang als Iulia Floras erhaltene Weihung.
- Iulia Floras Weihaltar: Edition und Fundgrenzen
F. und O. Harl, Ubi Erat Lupa; Datensatzbearbeitung Nina Willburger, Landesmuseum Württemberg · Antiker Altar; heutiger Katalogdatensatz, Änderung 14.04.2025.
Datensatz 7355 vollständig als Text gelesen: Inschrift, Übersetzung, Erhaltung, Material, Verwahrort RL 393, unsichere Brenztalherkunft, Referenzen und ausdrückliche Bildrechtebeschränkung. Keine Bildautopsie.
Begrenzte Textlektüre; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Kult- oder Rezeptionsprüfung, externe Fachgegenlektüre oder Bildfreigabe. Fotos verlangen Zustimmung; die Inschrift ist als Edition, nicht am Originalstein gelesen. Abgerufen am 2026-10-02.
- Landesmuseum Württemberg: Zeit- und Herkunftsangaben zu RL 393
Nina Willburger, Landesmuseum Württemberg; LEO-BW · Altar laut Museumsdatensatz 101–300 n. Chr.; heutiger Online-Katalog.
Objektdetail des Web-Werkzeugauszugs, Zeilen 657–688 tatsächlich gelesen: Datierung, Maße, Kurzbeschreibung, Stifterin, Quellenzuordnung und Inventarnummer.
Begrenzter indexierter Werkzeugauszug, keine Volltext-Roharchivierung der dynamischen Objektdaten und keine Bildautopsie oder Bildfreigabe. Direkter HTML-Abruf zeigt nur Navigation; die Literaturangaben wurden nicht insgesamt nachgelesen. Abgerufen am 2026-10-02.
- Ovid: Proserpinas Entführung und das geteilte Jahr
Publius Ovidius Naso; Brookes More, englische Theoi-Leseausgabe · Antikes Zeugnis und heutige Edition getrennt.
Metamorphosen 5, Theoi-Marken 335–571 vollständig gelesen, einschließlich Calliopes Einführung, Entführung, Cyane, Ceres’ Suche, Arethusa, Jupiters Rede, sieben Granatapfelkernen und Jahreshälften. Übersetzerangabe Brookes More auf Buch 5 gelesen; 1922 aus der bereits geprüften allgemeinen Theoi-Ausgabenangabe.
Begrenzte Textlektüre; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Kult- oder Rezeptionsprüfung, externe Fachgegenlektüre oder Bildfreigabe. Englische historische Übersetzung; keine vollständige lateinische Parallellektüre. Abgerufen am 2026-10-02.
- De natura deorum II: Balbus über Jupiter und griechische Göttergeschichten
Cicero; englische Übersetzung H. Rackham, Loeb Classical Library 1933; LacusCurtius
II.60–72 vollständig gelesen, insbesondere 63–66 und 70–72; Dialogkontext und Sprecher Balbus in II.1–4 geprüft, weitere Anfangspassagen bis 16 gelesen. Editionsangaben überprüft.
Stoische Position des Dialogsprechers Balbus, keine pauschale Lehre Ciceros oder aller Römer. Antike Namendeutungen nicht als moderne sprachwissenschaftliche Etymologien übernommen. Keine Volllektüre des Gesamtwerks. Abgerufen am 2026-09-26.
- Valerius Maximus: Der gefundene Altar und die drei Nächte
Valerius Maximus; lateinische LacusCurtius-Ausgabe · Antikes Zeugnis und heutige Edition getrennt.
Facta et dicta memorabilia 2.4.5 vollständig lateinisch gelesen: Valesius, drei erkrankte Kinder, Tarentum am Marsfeld, Altarfindung und Publicolas Nachahmung.
Begrenzte Textlektüre; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Kult- oder Rezeptionsprüfung, externe Fachgegenlektüre oder Bildfreigabe. Abgerufen am 2026-10-02.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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