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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Dis Pater: Reichtum, ein Gelübde und ein verborgener Altar

Ciceros Balbus deutet Dis Pater über den Reichtum der Erde. Ein erhaltener Weihaltar nennt dagegen eine konkrete Stifterin: Iulia Flora. Valerius Maximus erzählt von einem verborgenen Altar und der Rettung kranker Kinder.

4–5 Minuten Lesezeit

Der Reiche ist die Erde

Balbus erklärt in Ciceros Dialog, die Erde sei Dis Pater zugeordnet: Alles falle in sie zurück und gehe wieder aus ihr hervor. Dis verbindet er mit dives, reich, und mit dem griechischen Namen Plouton. Der Reichtum liegt hier im Hervorbringen und Wiederaufnehmen.

Diese Lesart gehört zur Naturdeutung des stoischen Sprechers. Sie ist ein antiker Beleg für die Namensverbindung, keine moderne Prüfung der Wortherkunft. Balbus nennt außerdem Proserpina als Gattin; seine Erklärung über das Saatkorn erhält auf ihrer Seite einen eigenen Zusammenhang.

Iulia Flora denkt an die Ihrigen

Die edierte Inschrift auf dem Altar RL 393 nennt Dis Pater und Proserpina gemeinsam. Iulia Flora weiht ihnen den Stein für ihr eigenes Wohl und das ihrer Angehörigen. Statt einer kosmischen Erklärung steht eine konkrete Person mit ihrem Anliegen im Text.

Dieser erhaltene Kultbeleg ist über die Edition und den Museumskatalog erschlossen. Er verrät nicht von selbst, wie Iulia Flora alle Geschichten der beiden Götter verstand oder wie die gesamte Zeremonie verlief. Eine persönliche Weihung und eine philosophische Deutung beantworten verschiedene Fragen.

Ein Vater sucht Hilfe am Tiber

Valerius Maximus erzählt von Valesius und seinen drei kranken Kindern. Eine Stimme verweist ihn auf Wasser am Altar von Dis Pater und Proserpina. Am römischen Marsfeld findet er eine Stelle namens Tarentum; die Kinder trinken erwärmtes Wasser und werden in der Erzählung gesund.

Erst beim Graben erscheint der beschriftete Altar. Valesius lässt dort drei Nächte lang Opfer, Spiele und ein Göttermahl veranstalten; Publicola wiederholt die Handlung für die Bürgerschaft. Der Autor erklärt damit einen Festursprung. Der erzählte Altar ist nicht Iulia Floras Stein, und die Heilung ist kein bestätigtes medizinisches Verfahren.

Der Stein hat eine andere Zeitgeschichte

Das Landesmuseum datiert Iulia Floras Altar im veröffentlichten Datensatz auf 101–300 n. Chr. Für 1757 ist er bereits in Stuttgart nachgewiesen. Seine genaue Ankunft dort ist unbekannt; eine Herkunft aus dem Brenztal gilt nach dem Gestein als wahrscheinlich.

Die beiden Zeiten beschreiben Herstellung und neuzeitliche Überlieferung. Sie datieren nicht die Ursprungserzählung des Valerius Maximus. Am greifbaren Stein lässt sich gerade erkennen, warum Verehrung, erzählte Vergangenheit und spätere Sammlungsgeschichte getrennte Wege benötigen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Der Reiche ist die Erde
De natura deorum II.66; Sprecherrahmen II.1–3

Iulia Flora denkt an die Ihrigen
Ubi Erat Lupa 7355: Inschrift und Übersetzung, RL 393

Ein Vater sucht Hilfe am Tiber
Facta et dicta memorabilia 2.4.5

Der Stein hat eine andere Zeitgeschichte
Landesmuseum/LEO-BW, RL 393: Datierung und Kurzbeschreibung; Ubi Erat Lupa 7355: Fundumstände und Verwahrort

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

De natura deorum

Nur De natura deorum II.66 mit Sprecherrahmen II.1–3 in Rackhams englischer Übersetzung: Balbus’ Dis-/Ploutondeutung und die Verbindung zu Proserpina. Kein heutiger etymologischer Nachweis.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Cicero De natura deorum – Rackham1933

Benutzte Online-Ausgabe, keine hier eigenständig kollationierten antiken Textzeugen. Lektüreumfang je Quelle dokumentiert.

1933.

Sprache: Englisch

Überlieferter Text

Iulia Floras Weihinschrift: RL 393

Die über Ubi Erat Lupa 7355 erschlossene lateinische Edition mit deutscher Übersetzung des Weihaltars RL 393: Iulia Flora, Dis Pater und Proserpina. Keine hier selbst gelesene antike Steinoberfläche.

Zeit des Zeugnisses, moderne Edition und Sammlungsgeschichte getrennt behandeln.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Iulia Floras Widmung: Ubi Erat Lupa 7355

RL 393 als edierter Text; Herkunftsgrenzen und fotografisches Original getrennt.

Antikes Zeugnis und heutige Leseedition beziehungsweise Dokumentation gesondert.

Sprache: Lateinische Edition mit deutscher Übersetzung und Katalogtext

Überlieferter Text

Valerius Maximus: Denkwürdige Taten und Worte

Nur Facta et dicta memorabilia 2.4.5 als lateinischer Lesetext: Valesius’ kranke Kinder, der verborgene Altar am Tarentum des römischen Marsfelds und Publicola. Der erzählte Altar ist nicht RL 393.

Zeit des Zeugnisses, moderne Edition und Sammlungsgeschichte getrennt behandeln.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Valerius Maximus: Drei Nächte am verborgenen Altar

2.4.5 vollständig: eine Festursprungserzählung über Valesius und Publicola.

Antikes Zeugnis und heutige Leseedition beziehungsweise Dokumentation gesondert.

Sprache: Lateinische LacusCurtius-Ausgabe

Überlieferter Text

RL 393: Museumsbeschreibung

Begrenzter deutscher Museumsdatensatz des Landesmuseums über LEO-BW: Datierung 101–300 n. Chr., Stuttgarter Nachweis und unsichere Herkunft. Moderne Objektdokumentation, keine antike Ursprungserzählung.

Zeit des Zeugnisses, moderne Edition und Sammlungsgeschichte getrennt behandeln.

Sprache: Deutsch

Benutzte Ausgabe

Landesmuseum: RL 393 in seinem Zeitrahmen

Gelesene Datierung und Kurzbeschreibung; dynamische Objektdaten nur im dokumentierten Web-Auszug verfügbar.

Antikes Zeugnis und heutige Leseedition beziehungsweise Dokumentation gesondert.

Sprache: Deutscher Museumsdatensatz, begrenzter Werkzeugauszug

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Philosophische Naturdeutung, konkrete regionale Weihung und gesonderte römische Festursprungserzählung.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Nur De natura deorum II.66 mit Sprecherrahmen II.1–3 in Rackhams englischer Übersetzung: Balbus’ Dis-/Ploutondeutung und die Verbindung zu Proserpina. Kein heutiger etymologischer Nachweis.; Die über Ubi Erat Lupa 7355 erschlossene lateinische Edition mit deutscher Übersetzung des Weihaltars RL 393: Iulia Flora, Dis Pater und Proserpina. Keine hier selbst gelesene antike Steinoberfläche.; Nur Facta et dicta memorabilia 2.4.5 als lateinischer Lesetext: Valesius’ kranke Kinder, der verborgene Altar am Tarentum des römischen Marsfelds und Publicola. Der erzählte Altar ist nicht RL 393.; Begrenzter deutscher Museumsdatensatz des Landesmuseums über LEO-BW: Datierung 101–300 n. Chr., Stuttgarter Nachweis und unsichere Herkunft. Moderne Objektdokumentation, keine antike Ursprungserzählung.
  1. De natura deorum II: Balbus über Jupiter und griechische Göttergeschichten

    Cicero; englische Übersetzung H. Rackham, Loeb Classical Library 1933; LacusCurtius

    II.60–72 vollständig gelesen, insbesondere 63–66 und 70–72; Dialogkontext und Sprecher Balbus in II.1–4 geprüft, weitere Anfangspassagen bis 16 gelesen. Editionsangaben überprüft.

    Stoische Position des Dialogsprechers Balbus, keine pauschale Lehre Ciceros oder aller Römer. Antike Namendeutungen nicht als moderne sprachwissenschaftliche Etymologien übernommen. Keine Volllektüre des Gesamtwerks. Abgerufen am 2026-09-26.

  2. Iulia Floras Weihaltar: Edition und Fundgrenzen

    F. und O. Harl, Ubi Erat Lupa; Datensatzbearbeitung Nina Willburger, Landesmuseum Württemberg · Antiker Altar; heutiger Katalogdatensatz, Änderung 14.04.2025.

    Datensatz 7355 vollständig als Text gelesen: Inschrift, Übersetzung, Erhaltung, Material, Verwahrort RL 393, unsichere Brenztalherkunft, Referenzen und ausdrückliche Bildrechtebeschränkung. Keine Bildautopsie.

    Begrenzte Textlektüre; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Kult- oder Rezeptionsprüfung, externe Fachgegenlektüre oder Bildfreigabe. Fotos verlangen Zustimmung; die Inschrift ist als Edition, nicht am Originalstein gelesen. Abgerufen am 2026-10-02.

  3. Valerius Maximus: Der gefundene Altar und die drei Nächte

    Valerius Maximus; lateinische LacusCurtius-Ausgabe · Antikes Zeugnis und heutige Edition getrennt.

    Facta et dicta memorabilia 2.4.5 vollständig lateinisch gelesen: Valesius, drei erkrankte Kinder, Tarentum am Marsfeld, Altarfindung und Publicolas Nachahmung.

    Begrenzte Textlektüre; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Kult- oder Rezeptionsprüfung, externe Fachgegenlektüre oder Bildfreigabe. Abgerufen am 2026-10-02.

  4. Landesmuseum Württemberg: Zeit- und Herkunftsangaben zu RL 393

    Nina Willburger, Landesmuseum Württemberg; LEO-BW · Altar laut Museumsdatensatz 101–300 n. Chr.; heutiger Online-Katalog.

    Objektdetail des Web-Werkzeugauszugs, Zeilen 657–688 tatsächlich gelesen: Datierung, Maße, Kurzbeschreibung, Stifterin, Quellenzuordnung und Inventarnummer.

    Begrenzter indexierter Werkzeugauszug, keine Volltext-Roharchivierung der dynamischen Objektdaten und keine Bildautopsie oder Bildfreigabe. Direkter HTML-Abruf zeigt nur Navigation; die Literaturangaben wurden nicht insgesamt nachgelesen. Abgerufen am 2026-10-02.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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