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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Portunus: Hafenhilfe und ein wechselnder Name

Varro verbindet Portunus’ Fest mit dem Tiberhafen. Vergil lässt ihn ein Schiff vorwärtsstoßen; Ovid nennt ihn neben dem griechischen Palaimon. Ein erhaltenes Heiligtum besitzt zudem eine eigene Geschichte wechselnder Zuschreibungen.

4–5 Minuten Lesezeit

Ein Fest wird an einen Hafen gebunden

Varro erklärt in De lingua Latina den Namen Portunalia aus Portunus. Er nennt dazu die Errichtung eines Heiligtums im Tiberhafen und die Einsetzung von Festtagen. Der knappe Satz verbindet Name, Ort und öffentlich wiederkehrende Verehrung.

Die gelesene Stelle sagt nichts über eine allgemeine Herrschaft über alle Türen oder eine Schlüsselhandlung. Der gesicherte Ausgangspunkt dieses Profils ist ihr konkreter Hafenbezug. Die Ähnlichkeit von Wörtern für Hafen und Tür ersetzt keinen weiteren Kultbeleg; für Janus führt eine eigene Seite zu anderen Schwellenzeugnissen.

Eine Hand entscheidet das Rennen

Im fünften Buch der Aeneis verfolgt Mnestheus im Schiffsrennen Cloanthus. Kurz vor dem Ziel bittet Cloanthus die Meeresgötter um Hilfe und verspricht Gaben. Mehrere göttliche Mächte hören ihn; Portunus stößt das Schiff mit seiner großen Hand vorwärts.

Das Schiff gelangt in den Hafen. Die Szene zeigt eine konkrete helfende Handlung, die zu Portunus’ Hafenbezug passt. Sie ist Vergils episches Rennen und kein Bericht über eine tatsächlich beobachtete Hand im Wasser. Auch das Gelübde des Rennteilnehmers ist zunächst Rede einer Figur, nicht eine vollständig rekonstruierte Ritualordnung.

Carmentis kündigt zwei Namen an

In Ovids Fasti erreichen Ino und ihr Sohn nach ihrer Flucht den Tiber. Hercules schützt die Mutter vor einem weiteren Angriff; Carmentis nimmt sie auf und sagt ihre Zukunft voraus. Ihre Rede nennt für die Mutter Leucothea bei den Griechen und Matuta bei den Römern.

Für den Sohn kündigt sie Macht über Häfen an und verbindet den römischen Namen Portunus mit Palaimon in seiner eigenen Sprache. Diese Namenszuordnung ist ausdrücklich in Ovids Szene belegt. Sie wird nicht rückwirkend zu der Behauptung, sämtliche römischen Portunuszeugnisse hätten dieselbe griechische Kindheitsgeschichte vorausgesetzt.

Ein Bau trägt mehrere Zeitschichten

Die zuständige römische Denkmalbehörde datiert den heute als Portunustempel bezeichneten Bau auf 80–70 v. Chr. und nennt einen älteren Vorgänger. Sie beschreibt seine ionische Ordnung und seine Lage beim alten Flusshafen. Der vorhandene Bau ist damit ein eigener Zugang neben den literarischen Szenen.

Früher wurde er Fortuna Virilis zugeschrieben; die amtliche Beschreibung unterscheidet diese Benennung von der heutigen Zuordnung an Portunus. Kirchliche Nutzung und die Restaurierungen der 1920er Jahre gehören zu späteren Schichten. Die Seite folgt dieser dokumentierten Baugeschichte. Sie zeigt kein selbst geprüftes antikes Originalbild des Gottes und setzt die Datierung des vorhandenen Baus nicht mit der Gründung des Kults gleich.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Fest wird an einen Hafen gebunden
De lingua Latina 6.19

Eine Hand entscheidet das Rennen
Aeneis 5,225–243

Carmentis kündigt zwei Namen an
Fasti 6,507–550, besonders 545–547

Ein Bau trägt mehrere Zeitschichten
Amtliche Beschreibung Tempio di Portunus: Benennung und Bauphasen

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Varro: De lingua Latina

Nur De lingua Latina 6.19 als lateinischer Lesetext, hier Portunalia, Heiligtum und Tiberhafen. Der Absatz begründet keine allgemeine Türzuständigkeit oder nicht genannte Schlüsselhandlung.

Entstehung des Zeugnisses und heutige Edition beziehungsweise Dokumentation getrennt behandeln.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Varro: Portunalia und der Tiberhafen

Varros Absatz zu Neptunalia, Furrinalia und Portunalia. Der Hafenbezug steht im lateinischen Text; die deutsche Erklärung ist selbst formuliert.

Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

Sprache: Lateinische Webabschrift

Überlieferter Text

Aeneis

Nur Aeneis 5.225–243 in H. R. Faircloughs englischer Übersetzung: Cloanthus’ Gelübde und Portunus’ Hand im Schiffsrennen. Kein lateinisches Lesefenster der anderen Aeneisbücher auf dieser Seite.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Vergil: Portunus beschleunigt ein Schiff

Cloanthus’ Gelübde und Portunus’ Hilfe im Schiffsrennen. Aeneis 5,225–243 in H. R. Faircloughs englischer Übersetzung.

Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

Sprache: Englische Übersetzung von H. R. Fairclough

Überlieferter Text

Fasti

Nur Fasti 6.507–550, besonders 545–547, in Frazers englischer Übersetzung: Inos Ankunft und Carmentis’ Prophetie über die Namen von Mutter und Sohn. Keine allgemeine rückwirkende Gleichsetzung aller Portunuskulte.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Fasti 6,473–636: Matralia und Fortunas Königsbild

Inos Flucht und Matutanamen, Festregeln und mehrere Geschichten einer verhüllten Serviusstatue.

Antikes beziehungsweise spätantikes Werk; die historische Übersetzung und digitale Leseausgabe bilden eigene Zeitebenen.

Sprache: Englische Frazerübersetzung

Überlieferter Text

Portunustempel: Amtliche Denkmalbeschreibung

Die benannte italienische Beschreibung der zuständigen Denkmalbehörde: heutige Benennung, frühere Fortuna-Virilis-Zuschreibung, Bauphasen und spätere Nutzungen. Moderne Baudokumentation, kein antiker Erzähltext oder eigenes Götterbild.

Entstehung des Zeugnisses und heutige Edition beziehungsweise Dokumentation getrennt behandeln.

Sprache: Italienisch

Benutzte Ausgabe

Der Portunustempel: Benennung und Baugeschichte

Die zuständige römische Denkmalbehörde erklärt die Benennung des Portunustempels sowie antike Bauphasen und spätere Nutzung.

Heutige amtliche Denkmalbeschreibung mit getrennten antiken und späteren Bauphasen.

Sprache: Italienische amtliche Denkmalbeschreibung

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Römischer Festbeleg, getrennte dichterische Hilfe- und Namensszenen sowie dokumentierte Baugeschichte.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Nur De lingua Latina 6.19 als lateinischer Lesetext, hier Portunalia, Heiligtum und Tiberhafen. Der Absatz begründet keine allgemeine Türzuständigkeit oder nicht genannte Schlüsselhandlung.; Nur Aeneis 5.225–243 in H. R. Faircloughs englischer Übersetzung: Cloanthus’ Gelübde und Portunus’ Hand im Schiffsrennen. Kein lateinisches Lesefenster der anderen Aeneisbücher auf dieser Seite.; Nur Fasti 6.507–550, besonders 545–547, in Frazers englischer Übersetzung: Inos Ankunft und Carmentis’ Prophetie über die Namen von Mutter und Sohn. Keine allgemeine rückwirkende Gleichsetzung aller Portunuskulte.; Die benannte italienische Beschreibung der zuständigen Denkmalbehörde: heutige Benennung, frühere Fortuna-Virilis-Zuschreibung, Bauphasen und spätere Nutzungen. Moderne Baudokumentation, kein antiker Erzähltext oder eigenes Götterbild.
  1. Varro: Portunalia und der Tiberhafen

    Marcus Terentius Varro; lateinische Webabschrift The Latin Library · Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

    De lingua Latina 6.19: vollständiger Absatz Neptunalia/Furrinalia/Portunalia lateinisch gelesen; Bedeutung des Portunalia-Satzes selbst erschlossen.

    Nur die angegebenen Textfenster beziehungsweise Katalogeinträge gelesen. Keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Rezeptionsprüfung, eigene Objektautopsie, Bildrechtefreigabe oder externe Fachgegenlektüre. Autorenrede, sprechendes Bild, Ritualanweisung und moderne Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  2. Vergil: Portunus beschleunigt ein Schiff

    Vergil; englische Übersetzung H. R. Fairclough, Theoi · Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

    Aeneis 5,225–243 vollständig englisch gelesen; Buchkopf bezeichnet Fairclough ausdrücklich. Unmittelbar anschließende Siegerverkündung 244–245 mitgelesen.

    Nur die angegebenen Textfenster beziehungsweise Katalogeinträge gelesen. Keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Rezeptionsprüfung, eigene Objektautopsie, Bildrechtefreigabe oder externe Fachgegenlektüre. Autorenrede, sprechendes Bild, Ritualanweisung und moderne Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  3. Ovid: Matralia und Fortunas verhülltes Königsbild

    Ovid; englische Übersetzung James G. Frazer; Theoi · Antike Werke beziehungsweise heutige institutionelle Forschung; Edition und Objektzeit gesondert bezeichnet.

    Fasti 6,473–636 vollständig in der englischen Frazerübersetzung gelesen.

    Nur die benannten Abschnitte; keine vollständige Werk- oder Fußnotenlektüre, Handschriftenkollation, Objektautopsie oder Bildrechteprüfung. Aussagen des Autors, referierte Deutungen und heutige Katalogbeschreibungen bleiben unterscheidbar. Abgerufen am 2026-10-01.

  4. Der Portunustempel: Benennung und Baugeschichte

    Soprintendenza Speciale Archeologia Belle Arti e Paesaggio di Roma, italienisches Kulturministerium · Heutige amtliche Denkmalbeschreibung mit getrennten antiken und späteren Bauphasen.

    Vollständiger italienischer Beschreibungstext von der Einleitung bis vor Dove siamo gelesen; keine selbst geprüfte Bauaufnahme oder Fotografie.

    Nur die angegebenen Textfenster beziehungsweise Katalogeinträge gelesen. Keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Rezeptionsprüfung, eigene Objektautopsie, Bildrechtefreigabe oder externe Fachgegenlektüre. Autorenrede, sprechendes Bild, Ritualanweisung und moderne Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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