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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Carmenta: Eine Seherin gibt Rom eine Zukunft

Carmenta begleitet Evanders Exil und spricht im Kalendergedicht über die künftige Macht Roms. Vergil verankert sie an Altar und Tor. Zwei Festtage und verschieden gedeutete Begleiterinnen führen von der Prophetie zu einer örtlichen Verehrung.

3–4 Minuten Lesezeit

Eine Mutter antwortet auf die Verbannung

Ovid stellt Carmenta als Evanders prophetische Mutter vor. Der verbannte Sohn klagt; sie tröstet ihn und ordnet sein Unglück in eine göttlich bestimmte Wanderung ein. Am Tiber beschreibt ihre Rede eine noch bevorstehende Stadt und deren Macht.

Der Name wird mit Gesang beziehungsweise Weissagung verbunden. Diese poetische Herleitung erklärt die sprechende Rolle, nicht abschließend die Sprachgeschichte. Carmenta ist im Gedicht eine Vermittlerin zwischen Verlust und Zukunft; der Exilierte erhält durch ihre Rede eine neue Richtung.

Die Zukunft enthält die Gegenwart des Dichters

Carmentas Rede reicht zu den Trojanern, zu Pallas und Aeneas und schließlich in die Herrscherwelt des Augustus. Was innerhalb der Handlung wie Zukunft klingt, gehört für das Publikum bereits zum politischen Gedächtnis. Die Prophetie gestaltet Vergangenheit als Weg zur eigenen Gegenwart.

Die benachbarte Hercules-Cacusgeschichte und der weitere Augustuspreis haben jeweils eigene Aufgaben. Carmenta wird nicht zur Handelnden jedes Ereignisses im langen Kalenderfenster. Ihre Stimme verbindet Zeiten, aber bleibt eine literarisch geschaffene Zukunftsrede.

Ein Tor macht die Seherin örtlich gegenwärtig

Vergils Evander erzählt, die Mahnungen seiner Mutter, der Nymphe Carmenta, hätten ihn nach Latium geführt. Beim weiteren Gang zeigt er Altar und Carmentalentor. Der Erzähler verbindet den Ort mit einer Seherin, die zuerst die künftigen großen Aeneaden besungen habe.

Die Ortsrede eröffnet einen zweiten literarischen Zugang. Sie ist kein heutiger Rundgang zu zweifelsfrei erhaltenen Originalbauten. Carmenta verbindet darin Erinnerung, Ortsname und Zukunft der Aeneasnachkommen; Vergils konkrete Benennungen werden nicht zu einer vollständigen Geschichte sämtlicher Carmentakulte erweitert.

Zwei Feste tragen eine konfliktreiche Erklärung

Für den zweiten Carmentafesttag erzählt Ovid von einem entzogenen Wagenprivileg. Frauen verweigern daraufhin Nachkommen; der Text spricht auch von Abtreibungen und verurteilt sie. Die Wiederherstellung des Privilegs begründet in seiner Darstellung den zweiten Tag. Die Erzählung zeigt einen Konflikt um Bewegung, Fortpflanzung und öffentliche Verfügung, keine neutrale Familienregel.

Leder darf nach dem Gedicht nicht ins Heiligtum. Porrima und Postverta erscheinen als Carmentas Schwestern oder Exilgefährtinnen; Ovid lässt die Beziehung offen und deutet ihre Namen über vergangene und künftige Dinge. Das Profil bewahrt diese Alternative, statt daraus eine feste Familie zu erfinden.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Eine Mutter antwortet auf die Verbannung
Fasti 1,461–542

Die Zukunft enthält die Gegenwart des Dichters
Fasti 1,497–616

Ein Tor macht die Seherin örtlich gegenwärtig
Aeneis 8,333–341 im gelesenen Fenster 314–344

Zwei Feste tragen eine konfliktreiche Erklärung
Fasti 1,617–636

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Fasti

Fasti 1.461–636 in den benannten Teilfenstern: Exil, Zukunftsrede und zwei Carmentafeste; die benachbarte Hercules-Cacus-Handlung wird nicht zu Carmentas eigener Tat.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Fasti 1,461–636: Carmentas Prophetie und Feste

Exil, Tiberprophetie und politische Zukunftsrede; eigener Zugang zum zweiten Festtag und unklaren Begleiterbeziehungen.

Antikes beziehungsweise spätantikes Werk; die historische Übersetzung und digitale Leseausgabe bilden eigene Zeitebenen.

Sprache: Englische Frazerübersetzung

Überlieferter Text

Aeneis

Aeneis 8.333–341 innerhalb des gelesenen lateinischen Fensters 8.314–344: Evanders Bezug auf seine Mutter sowie Altar und Tor. Kein lateinischer Nachweis für andere Aeneisfenster dieser Sammlung.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Aeneis 8,314–344: Fauni und Carmenta

Evanders Vorgeschichte der Landschaft nennt Fauni in der Mehrzahl und verankert Carmenta an Altar und Tor.

Antikes beziehungsweise spätantikes Werk; die historische Übersetzung und digitale Leseausgabe bilden eigene Zeitebenen.

Sprache: Lateinischer digitaler Lesetext, The Latin Library

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Ovids Kalenderprophetie und Vergils eigenständige Orts- und Herkunftserzählung.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Fasti 1.461–636 in den benannten Teilfenstern: Exil, Zukunftsrede und zwei Carmentafeste; die benachbarte Hercules-Cacus-Handlung wird nicht zu Carmentas eigener Tat.; Aeneis 8.333–341 innerhalb des gelesenen lateinischen Fensters 8.314–344: Evanders Bezug auf seine Mutter sowie Altar und Tor. Kein lateinischer Nachweis für andere Aeneisfenster dieser Sammlung.
  1. Ovid: Carmenta, Auswanderung und zwei Festtage

    Ovid; englische Übersetzung James G. Frazer; Theoi · Antike Werke beziehungsweise heutige institutionelle Forschung; Edition und Objektzeit gesondert bezeichnet.

    Fasti 1,461–636 vollständig in der englischen Frazerübersetzung gelesen.

    Nur die benannten Abschnitte; keine vollständige Werk- oder Fußnotenlektüre, Handschriftenkollation, Objektautopsie oder Bildrechteprüfung. Aussagen des Autors, referierte Deutungen und heutige Katalogbeschreibungen bleiben unterscheidbar. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Vergil: Fauni und Carmenta in Evanders Ortsrede

    Vergil; lateinische digitale Leseausgabe The Latin Library · Antike Werke beziehungsweise heutige institutionelle Forschung; Edition und Objektzeit gesondert bezeichnet.

    Aeneis 8,314–344 vollständig lateinisch gelesen; Sprecher Evander aus Vers 313 im Archivkontext geprüft.

    Nur die benannten Abschnitte; keine vollständige Werk- oder Fußnotenlektüre, Handschriftenkollation, Objektautopsie oder Bildrechteprüfung. Aussagen des Autors, referierte Deutungen und heutige Katalogbeschreibungen bleiben unterscheidbar. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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