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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Ninmah: Wer gibt einem Menschen einen Platz?

Aus einer Schöpfungsszene wird ein Wettstreit darüber, wie Menschen leben können. Die beschädigte Dichtung beantwortet dabei weniger eindeutig, als ihr abschließendes Lob vermuten lässt.

2–3 Minuten Lesezeit

Aus Hilfe wird ein Wettstreit

Zunächst soll Ninmah Namma bei der Formung des neuen Wesens helfen. Nach dem gemeinsamen Fest trinken Enki und Ninmah Bier. Ninmah behauptet nun, die Beschaffenheit eines menschlichen Körpers und sein Schicksal nach ihrem Willen bestimmen zu können. Enki verspricht, jede ihrer Entscheidungen auszugleichen.

Ninmah formt daraufhin mehrere Menschen mit verschiedenen körperlichen Möglichkeiten und Begrenzungen. Enki weist ihnen Aufgaben und Plätze zu, unter anderem im Umfeld von König und Königin. Die Antworten beschäftigen sich mit Lebensunterhalt und sozialer Einordnung. Die unsicheren Körperbeschreibungen und ihre Varianten erlauben keine verlässlichen heutigen Diagnosen.

Dann muss Ninmah antworten

Enki kehrt die Aufgabe um. Nun soll Ninmah einem von ihm geschaffenen Wesen ein Schicksal geben. Der Text nennt dieses Wesen Umul und beschreibt, wie schwer ihm Bewegung, Essen und Sprechen fallen. Ninmah geht zu ihm, stellt Fragen und bietet Brot an. Doch Umul kann nicht so antworten oder zugreifen, wie sie es erwartet.

Enki erinnert an seine eigenen Zuweisungen und verlangt auch für Umul Nahrung und eine Bestimmung. Ninmahs Erwiderung ist über weite Strecken beschädigt. In den erhaltenen Teilen spricht sie von zerstörtem Haus und Stadt, Verlust und Flucht. Diese Äußerungen werden nicht durch eine frei ergänzte, lückenlose Vorgeschichte verbunden.

Ein Schlusslob schließt nicht jede Frage

Die letzten Zeilen erklären, Ninmah habe mit Enki nicht wetteifern können, und loben Enki. Dieser Schluss ist tatsächlich erhalten. Er macht aber die beschädigten vorherigen Reden nicht vollständig und beseitigt nicht die Frage, was die Dichtung mit Ernährung, Arbeit und Zugehörigkeit verbindet.

Ninmah wird hier als handelnde und antwortende Gestalt dieser einen Komposition erschlossen. Ein ähnlicher Aufgabenbereich genügt nicht, um sie ohne zusätzliche Belege mit jeder anderen als Mutter- oder Geburtsgöttin bezeichneten Gestalt gleichzusetzen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Sumerische Dichtungen in der ETCSL-Vermittlung
Enki und Ninmah sowie Enkis Reise nach Nibru; genau bezeichnete Zeilenfenster.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Enki und Ninmah

Werkidentität getrennt von der modernen zusammengesetzten Übersetzung.

Antike Dichtung; hier weder Erstkomposition noch ein einzelner materieller Zeuge datiert.

Sprache: Sumerisch

Benutzte Ausgabe

ETCSL: Enki und Ninmah

Vollständiger verfügbarer Lesetext mit Lücken und Varianten gelesen, keine eigene Keilschriftkollation.

ETCSL-Revisionsgeschichte 1998–1999; Layoutänderung 2001.

Sprache: Englisch nach Sumerisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Sumerische literarische Überlieferung in der englischen ETCSL-Vermittlung
Verwendeter Ausschnitt
Genau die bezeichneten ETCSL-Kompositionen und Zeilenfenster; keine umfassende Biografie aus allen Epochen.
  1. Enki and Ninmah, ETCSL 1.1.2

    Electronic Text Corpus of Sumerian Literature, University of Oxford

    Gesamter öffentlich angezeigter englischer Lesetext 1–141 einschließlich Varianten, Fragezeichen und Fehlstellen gelesen; für das Profil besonders 12–37, 52–111 und Schluss 140–141.

    Zusammengesetzte englische Übersetzung, keine einzelne vollständige Tafel und keine eigene Keilschriftkollation. Stark beschädigter Schlussdialog nicht ergänzt. Körperbeschreibungen nicht in heutige Diagnosen, Geschlechtsidentitäten oder Werturteile über Menschen übersetzt. Keine genaue Erstkomposition datiert. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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