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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Ningišzida: Barke, Hand und Schlange

Ein Unterweltsreisender wird beklagt, ein persönlicher Gott führt Gudea, und die Bildforschung verbindet Ningišzida mit Schlangen. Die Belegarten müssen dabei sichtbar bleiben.

5 Minuten Lesezeit

Eine Schwester will mitfahren

Ningišzidas Unterweltsreise beginnt mit dem Ruf zum Aufbruch und mit Klage um das Tageslicht. Ein junger Mann wird auf einer Barke fortgebracht. Die Übersetzung stellt Varianten und wechselnde Namen nebeneinander. Seine Schwester will mit ihm fahren. Er erklärt, dass ein Dämon ihn gebunden hat und dass die Unterwelt Nahrung, Wasser und Stoffe nicht wie die vertraute Welt hervorbringt.

Ama-šilama versucht, das Leid ihres Bruders zu begrenzen, und bietet unter anderem Lapislazuli-Schmuck an. Der Dämon lässt sie schließlich an Bord. Doch das ist noch keine vollständig erzählte erfolgreiche Freilassung. Der spätere Text ist beschädigt. Am Ende erscheinen Waschen, Essen und Wein; der verlorene Übergang wird nicht zu einem gesicherten jährlichen Wiederauferstehungsablauf ausgebaut.

Gudeas persönlicher Gott

Die Tempelbaudichtung Gudeas lässt Nanše einen Traum deuten. Das darin aufgehende Tageslicht erklärt sie als Gudeas persönlichen Gott Ningišzida. Später nennt der Schluss der Dichtung ihn wieder in dieser Beziehung zu Gudea. Die Bezeichnungen ordnen einen Herrscher in ein Netz von göttlichem Beistand ein.

Das Fachprofil verbindet Ningišzida darüber hinaus mit Gišbanda, Ninazu und Ningirida, mit Vegetation und der Unterwelt. Diese Zusammenfassung wird von den direkt gelesenen Szenen unterschieden. Eine genealogische oder kultische Übersicht ist eine andere Belegart als die Rede der Schwester auf der Barke.

Die Schlange benötigt einen konkreten Bildzeugen

Stone beschreibt in seinem Fachprofil Schlangen und aus Schultern wachsende Drachen an Darstellungen, die mit Ningišzida verbunden werden, darunter Gudeas Siegel. Das begründet einen Weg in die Bildforschung; es ist keine hier bereits ausgeführte Autopsie dieser Siegel.

Auch ein ähnliches Schlangenmotiv reicht nicht aus, um jede Darstellung derselben Gottheit zuzuordnen. Für eine konkrete Abbildung müssen Objekt, Herkunft, Datierung, Zuschreibung und Nutzungsgrundlage zusammen genannt werden. Die hier gelesene Unterweltsreise liefert ihrerseits kein allgemeingültiges gezeichnetes Porträt.

Eine benannte Widmung verbindet Motiv und Gottheit

Ein konkreter Bezugspunkt ist das Libationsgefäß AO190 im Louvre. Der Katalog beschreibt es als Gudeas Widmung an Ningišzida und nennt Schlangen im Dekor. Eine solche Verbindung besitzt einen anderen Belegwert als eine Zuordnung allein wegen eines ähnlichen Tieres.

Das als Chlorit katalogisierte Gefäß wird in Gudeas Zeit eingeordnet; als Fundort nennt die Sammlung Girsu/Tello. Die Inschrift wird als sumerische Widmung erfasst. Das sind Angaben zum bestimmten Objekt und seiner Katalogisierung. Sie beweisen keine allgemeine Gleichsetzung aller Schlangenbilder mit Ningišzida. Eine eigene Lesung der Zeichen oder tatsächliche Betrachtung der acht Katalogfotos wird hier nicht behauptet.

Eine führende Hand und das Fundament des Hauses

Vor der Arbeit am Ziegel begleitet Ningišzida Gudea ausdrücklich als dessen persönlicher Gott und hält ihn bei der Hand. Am Ende des ersten Zylinders heißt es, das Haus sei von Ningišzida auf ein Podest gebaut, während Gudea die Fundamentpflöcke eingeschlagen habe.

Der persönliche Beistand aus Nanšes Traumdeutung erhält so konkrete Fortsetzungen im Bauen. Die Rollen werden miteinander verbunden, ohne den historischen Herrscher und den Gott zu derselben Person zu erklären. Ebenso wenig entscheidet eine führende Hand in einem beliebigen anderen Bild schon allein über die Identität der dargestellten Gottheit.

Gišzida und Gizzida in Adapas Begegnung

Der ORACC-Fachüberblick nennt Ningišzida unter der Namensform Gišzida als einen der beiden Götter, die im Adapa-Stoff aus dem Land verschwunden sind. Die hier benutzte englische eBL-Übersetzung schreibt Gizzida. Ihre normalisierte Textfassung führt ebenfalls gizzida. Der kurze Name erhält damit einen konkreten Beleg neben dem längeren Namen dieses Profils.

In der mittelbabylonischen Erzählung stehen Gizzida und Tammuz an Anus Tür. Adapas vorbereitete Trauererklärung bringt sie zum Lachen; später sprechen sie günstig für ihn, und Anus Haltung ändert sich. Ningišzidas eigener Unterweltsweg und die Gudea-Zeugnisse sind andere Textzusammenhänge. Aus der gemeinsamen Gottheit wird keine einzige unmarkierte Reihenfolge sämtlicher Episoden.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Benannte örtliche und literarische Rollen
Ausschließlich direkt gelesene Texte und ausdrücklich alsFachübersicht/Bildbeschreibung bezeichneteBelege; keine universelleLebens-/Kultgeschichte.

Ningišzida-WidmungundSchlangendekor aufLouvreAO190
KonkretesKatalogobjektmitWidmungsbezug,GudeaDatierungundGirsuFundort;keinepauschaleIdentifikationallerSchlangenbilder.

Handführung und Grundlegung als konkrete Fortsetzung von Ningišzidas persönlichem Beistand
Eigene Aufgaben in Gudeas Tempeldichtung; Textbeleg nicht durch ein beliebiges Schlangen- oder Einführungsbild ersetzt.

Verweise auf gemeinsam erschlossene sumerische Rollen und Varianten
Eigener bestehender Handlungsbogen erhalten; neue Gruppen öffnen konkrete Neben-, Geburts- und Vermittlungsrollen. Keine neue globale Aliasidentität.

Gišzida und Gizzida als benannte Adapa-Kontexte neben Ningišzidas anderen Überlieferungen
Fachlich ausdrücklich benannter Namensbezug und konkrete Fürsprache im Adapa-Text; keine Vermischung mit Unterweltsreise oder Gudeas Baugeschichte.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Ningišzidas Reise in die Unterwelt

Eigenes Werk; lokale Anreden und Varianten nicht mit sämtlichen anderen Götterüberlieferungen vereinheitlicht.

Antiker Werkzusammenhang; konkrete Überlieferung nicht aus moderner Webseitenrevision datiert.

Sprache: Sumerisch

Benutzte Ausgabe

ETCSL 1.7.3: englischer Lesetext

1–90 vollständig einschließlich Varianten, Fehlstellen und Revisionsende gelesen; kein verlorener vollständiger Rückkehrablauf ergänzt.

Übersetzung/Aufbereitung 2000, Layout 2001.

Sprache: Englisch nach Sumerisch

Überlieferter Text

Der Bau von Ningirsus Tempel: Gudea-ZylinderA/B

Eigenes Werk; lokale Anreden und Varianten nicht mit sämtlichen anderen Götterüberlieferungen vereinheitlicht.

Antiker Werkzusammenhang; konkrete Überlieferung nicht aus moderner Webseitenrevision datiert.

Sprache: Sumerisch

Benutzte Ausgabe

ETCSL 2.1.7: englischer Lesetext

Alle angebotenen englischen Abschnitte 1–1363 der Zylinder A und B samt bezeichneten Lücken und Revisionsende vollständig tatsächlich gelesen. Die frühere Mittellücke ist geschlossen: 12 protokollierte, lückenlos zusammengefügte Ausgabefenster umfassen den gesamten 56023-Zeichen-Lesetext. Kein erneuter Abruf oder erneute Extraktion. Keine neue sumerische Partiturkollation.

Übersetzungsrevision März/April 1998; Korrekturen/Publikation Juli 1998 laut Seite.

Sprache: Englisch nach Sumerisch

Überlieferter Text

Adapa und der Südwind: mittelbabylonischer Textzugang

Eigene Überlieferungsebene der Nacherzählung.

Amarna-Zeuge 14. Jahrhundert v. Chr. laut eBL; keine Erstkomposition datiert.

Sprache: Akkadisch

Benutzte Ausgabe

eBL Adapa: englischer Zugang zur Amarna-Fassung

Mitto; Übersetzung Foster; Revision Földi, Heinrich, Jiménez. Alle gelieferten englischen Zeilen gelesen.

Erstpublikationsfeld 2022; Stand 26.09.2026.

Sprache: Englisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Ningišzidas sumerische Unterweltsreise und seine Rollen in Gudeas Tempelbaudichtung; AO190 und Bildzuschreibungen nach den benannten Katalog- und Fachangaben, daneben der gesonderte akkadische Adapa-Namensbeleg.
Verwendeter Ausschnitt
Archivierte Lesetexte und ausdrücklich bezeichnete Quellenfenster. Verwendete Fassungen und gelesener Umfang stehen bei den einzelnen Quellen. Fachartikel, Bildbeschreibungen und eigenes Bildsehen bleiben unterschieden.
  1. ETCSL 1.7.3: Ningišzidas Reise in die Unterwelt

    Electronic Text Corpus of Sumerian Literature, University of Oxford · Übersetzung/Aufbereitung 2000, Layout 2001.

    1–90 vollständig einschließlich Varianten, Fehlstellen und Revisionsende gelesen; kein verlorener vollständiger Rückkehrablauf ergänzt.

    Moderne englische Übersetzung. Keine eigene sumerische Kollation/Objekt-/Grabungsprüfung. Bildhafte göttliche/soziale Ansprüche nicht automatisch als unabhängig bestätigte Durchführung behandelt. Abgerufen am 2026-10-17.

  2. ETCSL 2.1.7: Der Bau von Ningirsus Tempel: Gudea-Zylinder A/B

    Electronic Text Corpus of Sumerian Literature, University of Oxford · Übersetzungsrevision März/April 1998; Korrekturen/Publikation Juli 1998 laut Seite.

    Alle angebotenen englischen Abschnitte 1–1363 der Zylinder A und B samt bezeichneten Lücken und Revisionsende vollständig tatsächlich gelesen. Die frühere Mittellücke ist geschlossen: 12 protokollierte, lückenlos zusammengefügte Ausgabefenster umfassen den gesamten 56023-Zeichen-Lesetext. Kein erneuter Abruf oder erneute Extraktion.

    Moderne zusammengesetzte englische Übersetzung mit unsicheren Stellen und Fehlabschnitten. Keine eigene sumerische Kollation, Tafelautopsie oder vollständige Grabungs-/Objektprüfung. Göttliche Hilfe und soziale Erneuerung sind Ansprüche der Tempeldichtung, keine allein dadurch unabhängig bestätigten Maßnahmen. Abgerufen am 2026-10-17.

  3. Ningišzida (god)

    Adam Stone · 2019

    Ganzer Hauptartikel einschließlich Funktionen, Genealogien, Orte, Bezeugungszeiten, Ikonografie und Namen sowie Referenzliste tatsächlich gelesen. Keine Bildautopsie aller genannten Siegel.

    Historische Fachzusammenstellung in benanntem Seitenstand, keine eigene Feldforschung, vollständige neue Korpus-/Keilschriftprüfung oder selbst ausgeführte Sichtung/Nutzungsprüfung der erwähnten Bilder. Verbindungen verschiedener Gottheiten an die einzelnen Belege gebunden. Abgerufen am 2026-10-17.

  4. Gobelet à libation de Gudea: LouvreAO190

    Musée du Louvre, Département des Antiquités orientales

    Hauptteil 71–174 mit Widmung, Dekor, Inventar, Maßen, Chlorit, Datierung und Fund/Erwerbsangaben vollständig gelesen; auch Bibliografieliste 180–226 sichtbar/gelesen, nicht die genannten Arbeiten.

    Keine Pixelansicht der acht Fotos, keine neue Lesung der sumerischen Widmung, keine komplette Grabungs-/Erwerbsaktenprüfung. Kein allgemeiner Schlangenidentifikationsschlüssel oder Foto-Nachnutzungsrecht aus Katalogbeschreibung abgeleitet. Abgerufen am 2026-10-17.

  5. eBL: Adapa and the South Wind – Middle Babylonian, Amarna

    Tonio D. N. Mitto; englische Übersetzung Benjamin R. Foster; Revision Zsombor J. Földi, Adrian C. Heinrich, Enrique Jiménez · Erstpublikationsfeld 02.06.2022; laufender Stand 26.09.2026

    Alle gelieferten englischen Übersetzungsfelder einschließlich Lücken und Ergänzungen gelesen; Editions- und Manuskriptmetadaten geprüft.

    Englischer Zugang, keine eigene akkadische Übersetzung oder Tafelautopsie. Amarna und spätere Fragmente getrennt; ältere sumerische Texte und zitierte Bibliographie nicht als gelesen ausgegeben. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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