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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Neptunus: Ein Flottenpräfekt hinterlässt seinen Namen

Ein Altar aus Lympne nennt nicht nur Neptunus, sondern auch den Mann, der ihn stiftete: den Präfekten der britannischen Flotte. Die persönliche Weihung, ein römischer Festname und zwei antike Erklärungen des Meeres eröffnen verschiedene Zugänge.

4–5 Minuten Lesezeit

Ein Name und ein Amt auf dem Stein

Lucius Aufidius Pantera ließ einen Altar für Neptunus setzen. Die edierte Inschrift RIB 66 nennt ihn als Präfekten der britannischen Flotte. Ein Amtsträger spricht hier durch eine Weihung: Seine Stellung in einer Flotte ist ein konkreter Zusammenhang, in dem der Gott angerufen wird.

Der Göttername am Beginn ist beschädigt und in der Edition teilweise ergänzt. Der kurze Text nennt keine gerettete Mannschaft und schildert keinen bestimmten Sturm. Eine solche Geschichte lässt sich aus dem Flottenamt allein nicht ergänzen.

Ein Altar wird wiederverwendet

Die Edition ordnet den Altar ungefähr dem Jahr 135 n. Chr. zu. Gefunden wurde er 1850 in den Ruinen des Osttors des römischen Forts Lympne; heute führt ihn das British Museum unter 1856,0701.5026. Das Datum der Weihung, die spätere Wiederverwendung und die neuzeitliche Entdeckung sind verschiedene Zeiten.

Die Objektbeschreibung nennt eine Überkrustung mit Seepocken und deutet sie als frühere Meeresexposition vor der Wiederverwendung im späten Fort. Dies ist die Einordnung der Edition, keine hier vorgenommene Untersuchung der Steinoberfläche.

Ein Festname erzählt noch keinen ganzen Festtag

Varro erklärt die Neptunalia knapp als Festtage des Neptunus. In demselben Absatz folgen Furrinalia und Portunalia. Die dort erwähnten Priester oder Tempel gehören jeweils zu diesen anderen Festen; sie dürfen nicht aus der Textnachbarschaft in Neptunus’ Kult übernommen werden.

Der Satz belegt Neptunus im römischen Festkalender. Wie alle Teilnehmer den Tag begingen, sagt dieses Lesefenster nicht. Portunus besitzt deshalb einen eigenen Zugang: Sein von Varro benannter Tempel am Tiberhafen beantwortet eine andere Frage als die Flottenweihung aus Britannien.

Zwei Erklärungen des Meeres

Varro verbindet Neptunus’ Namen mit dem Überdecken: Das Meer bedecke die Erde wie Wolken den Himmel. Balbus, der stoische Sprecher in Ciceros De natura deorum, ordnet ihm dagegen das Meeresreich zu und leitet den Namen über das Schwimmen her.

Die unterschiedlichen Worterklärungen sind Zeugnisse antiker Deutungsarbeit. Keine von ihnen wird hier als moderne Etymologie bestätigt. Sie geben auch nicht die persönlichen Gedanken des Flottenpräfekten wieder: Der Altar nennt den Gott, ohne Varros oder Balbus’ Erklärung mitzuteilen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Name und ein Amt auf dem Stein
RIB 66: Edition, Ergänzungszeichen und Übersetzung

Ein Altar wird wiederverwendet
RIB 66: Support, Text field und Commentary

Ein Festname erzählt noch keinen ganzen Festtag
De lingua Latina 6.19, vollständiger Absatz

Zwei Erklärungen des Meeres
De lingua Latina 5, Kapitel X: Absatz Neptunus, quod mare; De natura deorum II.66; Sprecherrahmen II.1–3

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Panteras Weihinschrift: RIB 66

RIB 66: lateinischer Editionstext mit Ergänzungszeichen und englischer Übersetzung der Weihung des Lucius Aufidius Pantera. Beschädigter Göttername und Flottenamt begründen keine ergänzte Sturm- oder Rettungsgeschichte.

Antikes Zeugnis und heutige Datierung beziehungsweise Dokumentation unterscheiden.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

RIB 66: Eine Flottenweihung lesen

Inschrift, Ergänzungszeichen, Datierung, Fund und Wiederverwendung; kein selbst betrachtetes Steinbild.

Zeit des antiken Zeugnisses und heutige Edition beziehungsweise Dokumentation getrennt.

Sprache: Lateinische Edition mit englischer Übersetzung und Objektbeschreibung

Überlieferter Text

RIB 66: Objekt- und Fundbeschreibung

RIB 66, die Felder Support, Text field und Commentary: ungefähre Datierung, Fund von 1850, Verwahrort und die referierte Meeresexposition/Wiederverwendung. Moderne Editionsdokumentation; keine eigene Untersuchung des Steins.

Antikes Zeugnis und heutige Datierung beziehungsweise Dokumentation unterscheiden.

Sprache: Englisch

Überlieferter Text

Varro: De lingua Latina

De lingua Latina 6.19, vollständiger Absatz mit getrennten Festangaben, sowie Buch 5, Kapitel X, der Absatz Neptunus, quod mare, als lateinische Lesetexte. Portunus’ Tempel wird nicht auf Neptunus übertragen.

Entstehung des Zeugnisses und heutige Edition beziehungsweise Dokumentation getrennt behandeln.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Varro: Portunalia und der Tiberhafen

Varros Absatz zu Neptunalia, Furrinalia und Portunalia. Der Hafenbezug steht im lateinischen Text; die deutsche Erklärung ist selbst formuliert.

Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

Sprache: Lateinische Webabschrift

Benutzte Ausgabe

Varro: Licht, Feuer und Namen

Buch 5, Kapitel X, vom Absatz Sol vel quod bis vor XI; genaue Absatzanfänge statt erfundener Nummern.

Zeit des antiken Zeugnisses und heutige Edition beziehungsweise Dokumentation getrennt.

Sprache: Lateinische Leseausgabe

Überlieferter Text

De natura deorum

Nur De natura deorum II.66 mit Sprecherrahmen II.1–3 in Rackhams englischer Übersetzung: Balbus’ Meereszuordnung und Schwimm-Deutung. Kein Zeugnis für die persönlichen Gedanken des Altarstifters.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Cicero De natura deorum – Rackham1933

Benutzte Online-Ausgabe, keine hier eigenständig kollationierten antiken Textzeugen. Lektüreumfang je Quelle dokumentiert.

1933.

Sprache: Englisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Regionale römische Weihung eines Flottenpräfekten, Festbeleg und getrennte antike Naturdeutungen.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: RIB 66: lateinischer Editionstext mit Ergänzungszeichen und englischer Übersetzung der Weihung des Lucius Aufidius Pantera. Beschädigter Göttername und Flottenamt begründen keine ergänzte Sturm- oder Rettungsgeschichte.; RIB 66, die Felder Support, Text field und Commentary: ungefähre Datierung, Fund von 1850, Verwahrort und die referierte Meeresexposition/Wiederverwendung. Moderne Editionsdokumentation; keine eigene Untersuchung des Steins.; De lingua Latina 6.19, vollständiger Absatz mit getrennten Festangaben, sowie Buch 5, Kapitel X, der Absatz Neptunus, quod mare, als lateinische Lesetexte. Portunus’ Tempel wird nicht auf Neptunus übertragen.; Nur De natura deorum II.66 mit Sprecherrahmen II.1–3 in Rackhams englischer Übersetzung: Balbus’ Meereszuordnung und Schwimm-Deutung. Kein Zeugnis für die persönlichen Gedanken des Altarstifters.
  1. RIB 66: Die Weihung des Flottenpräfekten

    Roman Inscriptions of Britain, Online-Edition · Antiker Text beziehungsweise Objekt; heutige Edition oder Dokumentation gesondert.

    RIB 66: Objektbeschreibung, Herkunft, Datierungsangabe, Edition mit Ergänzungszeichen, Übersetzung, Apparat, Kommentar und Bibliografie als Datensatztext tatsächlich gelesen; keine Abbildung betrachtet.

    Begrenzte tatsächlich gelesene Textstelle oder Katalogbeschreibung; keine Volllektüre der Werke und zitierten Bibliografie, keine Objektautopsie, Bildrechtefreigabe oder externe Fachgegenlektüre. Abgerufen am 2026-10-02.

  2. Varro: Portunalia und der Tiberhafen

    Marcus Terentius Varro; lateinische Webabschrift The Latin Library · Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

    De lingua Latina 6.19: vollständiger Absatz Neptunalia/Furrinalia/Portunalia lateinisch gelesen; Bedeutung des Portunalia-Satzes selbst erschlossen.

    Nur die angegebenen Textfenster beziehungsweise Katalogeinträge gelesen. Keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Rezeptionsprüfung, eigene Objektautopsie, Bildrechtefreigabe oder externe Fachgegenlektüre. Autorenrede, sprechendes Bild, Ritualanweisung und moderne Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  3. Varro: Licht, Feuer, Krieg und benannte Altäre

    Marcus Terentius Varro; The Latin Library · Antiker Text beziehungsweise Objekt; heutige Edition oder Dokumentation gesondert.

    De lingua Latina 5, Kapitel X: vollständiger zusammenhängender Text vom Absatz Sol vel quod bis vor XI gelesen. Die Ausgabe zeigt hier keine modernen Paragraphenziffern; genaue Absatzanfänge werden angegeben.

    Begrenzte tatsächlich gelesene Textstelle oder Katalogbeschreibung; keine Volllektüre der Werke und zitierten Bibliografie, keine Objektautopsie, Bildrechtefreigabe oder externe Fachgegenlektüre. Abschnittnummern nicht aus der unnummerierten Ausgabe erfunden; Absatzanfänge bezeichnet. Abgerufen am 2026-10-02.

  4. De natura deorum II: Balbus über Jupiter und griechische Göttergeschichten

    Cicero; englische Übersetzung H. Rackham, Loeb Classical Library 1933; LacusCurtius

    II.60–72 vollständig gelesen, insbesondere 63–66 und 70–72; Dialogkontext und Sprecher Balbus in II.1–4 geprüft, weitere Anfangspassagen bis 16 gelesen. Editionsangaben überprüft.

    Stoische Position des Dialogsprechers Balbus, keine pauschale Lehre Ciceros oder aller Römer. Antike Namendeutungen nicht als moderne sprachwissenschaftliche Etymologien übernommen. Keine Volllektüre des Gesamtwerks. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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