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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Memnon: Der Sohn der Morgenröte und ein Name in Stein

Memnon fällt vor Troja; eine spätere Eposzusammenfassung erzählt die Unsterblichkeitsbitte seiner Mutter. Pausanias hört in Ägypten konkurrierende Namen für eine klingende Statue. Der heutige Museumstext ordnet die Kolosse Amenhotep III zu.

5–6 Minuten Lesezeit

Ein trojanischer Verwandter kommt von außerhalb

Die Bibliotheke nennt Memnon als Sohn des Tithonos und der Eos. Tithonos gehört zuvor zur Familie Laomedons und wird von der Morgenröte nach Aithiopia gebracht; auch Emathion ist ihr Sohn. Memnons Herkunft verbindet damit eine trojanische Genealogie mit einem anderen Erzählraum.

In der Epitome kommt Memnon mit Aithiopiern nach Troja. Diese antike Bezeichnung liefert für sich noch keine heutige Nationalität oder genaue Landesgrenze. Ein Profil muss die genannte Herkunft sichtbar machen, ohne aus ihr eine moderne Staatszugehörigkeit oder eine abschließende Geschichte sämtlicher Aithiopier zu konstruieren.

Der erhaltene Zugang ist eine Zusammenfassung des verlorenen Epos

Die hier benutzte Aithiopis-Zusammenfassung des Proklos nennt fünf Bücher und Arktinos als Dichter. Sie ist nicht das erhaltene vollständige Epos. In ihrem Bericht kommt Memnon mit einer von Hephaistos geschaffenen Rüstung; Thetis erzählt Achilleus von ihm. Memnon tötet Antilochos und fällt danach durch Achilleus.

Die Epitome nennt dieselbe Folge von Antilochos Tod und Memnons Tod knapp, ohne hier die Rüstung oder eine eigene Memnonrede auszuführen. Zwei Texte können dasselbe Kampfergebnis erzählen und dennoch verschiedenen Umfang haben. Die spätere Zusammenfassung erlaubt einen begrenzten Zugang zu einem verlorenen Werk, keine behauptete Volllektüre seiner ursprünglichen Szenen.

Die Mutter erhält eine Nachricht jenseits des Kampfergebnisses

Nach Memnons Tod erlangt Eos in der Proklos-Zusammenfassung von Zeus Unsterblichkeit für ihren Sohn. Der Satz beendet den Verlust nicht durch eine im Museum ausgemalte Wiederbegegnung. Er nennt eine göttliche Bewilligung, deren genauer Ablauf in der kurzen Zusammenfassung nicht weiter erzählt wird.

Tithonos ewiges Altern und Memnons Unsterblichkeit gehören deshalb nicht in eine identische Lebensgeschichte. Für den Vater beschreibt der Hymnus die Folgen einer unvollständigen Bitte ausführlich, für den Sohn liegt hier nur die kurze Nachricht nach dem Tod vor. Die Epitome5.3 enthält diese Nachricht nicht. Das Schweigen eines knappen anderen Berichts wird weder zum Widerspruch noch zum zusätzlichen Beweis gemacht.

Pausanias vergleicht einen Leierstein mit einem Koloss

In Megara berichtet Pausanias von einem Stein, auf den Apollo beim Mauerbau seine Leier gelegt haben soll. Dessen Klang vergleicht er mit einer großen Statue in ägyptischem Theben. Für diese nennt er verschiedene Bezeichnungen: Viele nennen sie Memnon, die Thebaner Phamenoph, andere Sesostris. Er gibt auch eine gehörte Eroberungsgeschichte Memnons wieder.

Pausanias beschreibt eine beschädigte sitzende Statue und einen morgendlichen Klang wie von einer gerissenen Saite. Er schreibt die Beschädigung Kambyses zu. Das sind antike Beobachtungs- und Überlieferungsaussagen; sie beweisen keine hier selbst beobachtete Akustik und keine heute geprüfte Schadensursache. Schon die konkurrierenden Namen zeigen, dass eine Statue nicht durch ihre Benennung zur gesicherten Biografie des Eossohns wird.

Der heutige Name verweist auf eine andere historische Person

Das National Museum of Egyptian Civilization ordnet die heute Memnonkolosse genannten großen Statuen dem Gedächtnistempel Amenhotep III in Kom el-Hettan zu. Hier bezeichnet Memnon einen überlieferten Namen für ägyptische Königsmonumente. Die historische Person Amenhotep III ist damit nicht mit dem griechischen Sohn der Morgenröte gleichgesetzt.

Memnons Profil führt an dieser Stelle von einer Kampferzählung zu der Geschichte von Benennungen. Der heutige Museumstext und Pausanias müssen sich nicht zu einer einzigen Lebensbeschreibung ergänzen. Sie belegen verschiedene Ebenen: einen mythologischen Namen, antike lokale Identifizierungen und die heutige historische Zuordnung bestimmter Statuen. Ein modernes Klangereignis oder eine eigene Besichtigung wird damit nicht behauptet.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein trojanischer Verwandter kommt von außerhalb
Bibliotheke3.12.4; Epitome5.3

Der erhaltene Zugang ist eine Zusammenfassung des verlorenen Epos
Proklos: Aithiopis-Zusammenfassung; Epitome5.3

Die Mutter erhält eine Nachricht jenseits des Kampfergebnisses
Proklos: Aithiopis-Zusammenfassung, nach Memnons Tod; Hymnus5,218–246; Epitome5.3

Pausanias vergleicht einen Leierstein mit einem Koloss
Pausanias1.42.1–3

Der heutige Name verweist auf eine andere historische Person
NMEC-Porträt AmenhotepIII: Monumentabsatz; Pausanias1.42.3

Belegte Beziehungen

  • Vater Tithonos: TithonosBelege [1] : Bibliotheke3.12.4
  • Mutter Eos: EosBelege [1] : Bibliotheke3.12.4
  • Tötet Memnon nach Antilochos Tod: AchilleusBelege [2] : Epitome5.3

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Homerische Hymnen

Sammlungsbezeichnung für einzelne Hymnen. Gemeinsam archiviert oder verglichen, aber nach Nummer und tatsächlichem Lesebereich zitiert.

Antike Hymnen verschiedener Entstehungszusammenhänge; keine einheitliche Autorschaft oder Handlungszeit.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Homerischer Aphroditehymnus: zwei verschiedene Unsterblichkeiten

Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen.

Historische englische Übersetzung; Hymnus 5,191–246: Aphrodites Rede an Anchises mit Ganymedes, Tithonos und dem Schluss über Alter.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke: Trojas Generationen und entführte Söhne

Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen.

Historische englische Übersetzung; Bibliotheke 3.12.1–4: Dardanos, Tros, Ganymedes, Ilos, Laomedon und Tithonos mit seinen Söhnen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Aithiopis: verlorenes Epos in späterer Überlieferung

Werknennung auf Grundlage der Proklos-Zusammenfassung. Der Museumszugang benutzt deren historische englische Übersetzung und hier abgedruckte kleine Scholien, nicht den vollständigen verlorenen Epostext.

Verlorenes antikes Epos; Arktinoszuschreibung nach überlieferter Zusammenfassung, keine eigene Frühdatierung.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Aithiopis: überlieferte Zusammenfassung und zwei kleine Fragmente

Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen. Gelesen sind spätere Zusammenfassung und die hier abgedruckten Scholien, nicht das verlorene Epos.

Historische englische Übersetzung; Aithiopis-Block auf Theoi: Proklos Chrestomathie II und die zwei anschließend abgedruckten Scholienfragmente.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Epitome: Memnons Ankunft und Tod

Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen.

Historische englische Übersetzung; Epitome 5.3: Memnon, Antilochos und Achilles anschließender Tod.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pausanias: Beschreibung Griechenlands

Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pausanias: ein klingender Stein und verschiedene Kolossnamen

Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen. Konkurrierende antike Namen und Zerstörungszuschreibung bleiben berichtete Aussagen.

Historische englische Übersetzung; Beschreibung Griechenlands 1.42.1–3: Megaras Mauergeschichte und Vergleich mit dem ägyptischen Koloss.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte griechische poetische, mythographische und satirische Fassungen. Antike Ortsberichte und heutige Museumseinordnungen werden getrennt.
Verwendeter Ausschnitt
Proklos Zusammenfassung der Aithiopis und Epitome5.3: Memnons Kampf und Tod. Pausanias1.42.1–3 und NMEC werden als gesonderte Statuezeugnisse verglichen.
  1. Bibliotheke: Trojas Generationen und entführte Söhne

    Bibliotheke unter dem Namen Apollodor; J. G. Frazer · Historische englische Übersetzung

    Bibliotheke 3.12.1–4: Dardanos, Tros, Ganymedes, Ilos, Laomedon und Tithonos mit seinen Söhnen.

    Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Epitome: Memnons Ankunft und Tod

    Bibliotheke/Epitome unter dem Namen Apollodor; J. G. Frazer · Historische englische Übersetzung

    Epitome 5.3: Memnon, Antilochos und Achilles anschließender Tod.

    Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen. Abgerufen am 2026-10-01.

  3. Aithiopis: überlieferte Zusammenfassung und zwei kleine Fragmente

    Proklos-Zusammenfassung und Scholien in H. G. Evelyn-Whites Übersetzung · Historische englische Übersetzung

    Aithiopis-Block auf Theoi: Proklos Chrestomathie II und die zwei anschließend abgedruckten Scholienfragmente.

    Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen. Gelesen sind spätere Zusammenfassung und die hier abgedruckten Scholien, nicht das verlorene Epos. Abgerufen am 2026-10-01.

  4. Homerischer Aphroditehymnus: zwei verschiedene Unsterblichkeiten

    Homerischer Hymnus 5; H. G. Evelyn-White · Historische englische Übersetzung

    Hymnus 5,191–246: Aphrodites Rede an Anchises mit Ganymedes, Tithonos und dem Schluss über Alter.

    Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen. Abgerufen am 2026-10-01.

  5. Pausanias: ein klingender Stein und verschiedene Kolossnamen

    Pausanias; W. H. S. Jones · Historische englische Übersetzung

    Beschreibung Griechenlands 1.42.1–3: Megaras Mauergeschichte und Vergleich mit dem ägyptischen Koloss.

    Nur der benannte englische Ausschnitt gelesen; keine vollständige Werklektüre, verlinkten Anmerkungen oder eigene Originalsprachkollation. Weitere Fassungen und vollständige Namenprüfung offen. Konkurrierende antike Namen und Zerstörungszuschreibung bleiben berichtete Aussagen. Abgerufen am 2026-10-01.

  6. NMEC: Amenhotep III und der heutige Name Memnonkolosse

    National Museum of Egyptian Civilization · Heutiger Museumstext

    Sichtbarer Text des NMEC-Porträts Amenhotep III: Regierungs-, Monument-, Sekhmet- und Begräbnisabsätze.

    Nur sichtbarer Text des Museumsporträts gelesen, keine verlinkten Grabungsberichte oder Vor-Ort-Prüfung. Keine Fotos oder deren Nutzungsrechte freigegeben. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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