Ein Name im Gefolge des Zeus
Hesiod führt Kratos, in Evelyn-Whites Umschrift „Cratos“, unter den Kindern von Styx und Pallas. Mit Zelos, Nike und Bia bleibt er in Zeus' Nähe. Die Verse ordnen ihm einen Platz in der neuen Herrschaft zu, aber noch keine eigene Rede oder ausführliche Geschichte.
Die englische Übersetzung gibt den Namenssinn als Stärke oder Macht wieder. Was diese Macht in einer konkreten Handlung bedeutet, lässt sich erst an einer anderen Textgattung beobachten.
Kratos treibt die Fesselung voran
Im Aischylos zugeschriebenen Gefesselten Prometheus führt Kratos mit Bia den Gefangenen zu einem Felsen; Hephaistos soll ihn festschmieden. Smyth nennt Kratos in seiner Übersetzung „Power“. Er drängt Hephaistos immer wieder zum härteren Schlag und weist dessen Mitleid zurück. Die Bühnenszene gibt der abstrakten Macht eine Stimme und eine konkrete Aufgabe.
Hephaistos widerspricht nicht offen dem Auftrag des Zeus, leidet aber erkennbar an der Arbeit. Gerade dieser Austausch zeigt Kratos als sprechende Figur in einem Konflikt, nicht als neutrale Personifikation, die einfach erklärt, wie jede Form von Macht funktioniert.
Ein heutiger Kratos ist eine andere Figur
Die offizielle PlayStation-Übersicht nennt Kratos als Helden der seit 2005 erschienenen God-of-War-Spielserie; in neueren Spielen zieht er mit Atreus durch eine erfundene nordische Welt. Das ist ein moderner Mediencharakter. Die Seite liefert keinen antiken Beleg für Hesiods Styx-Sohn oder die Bühne des Prometheus-Dramas.
Gemeinsam ist der Name. Eine Identität der Figuren oder eine lückenlose antike Vorlage behaupten die hier gelesenen Quellen nicht. Wer Kratos aus dem Spiel kennt, begegnet im Museum darum zuerst dem begrenzten antiken Befund.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Genealogische Macht
Theogonie 383–403, Name und Stellung bei Zeus.
Sprechende Bühnenfigur
Prometheus 1–87, Power/Kratos redet mit Hephaistos.
Moderne Namensverwendung
Offizielle Spielserienbeschreibung, nur zur Abgrenzung der Fiktion.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Theogonie 346–403 und 775–806 nach Evelyn-White
Styx' Herkunft, Kinder, Zeus-Beziehung und Eidwasser in begrenzten Passagen.
Historische Übersetzung 1914
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Gefesselter Prometheus
Werkidentität getrennt von der historischen englischen Übersetzung. Hier nur Themis' Rolle als Mutter und Ratgeberin in ausgewählten Reden.
Antike Tragödie; Zuschreibung an Aischylos umstritten.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Gefesselter Prometheus 1–87 nach Smyth
Dramatis personae, Kratos' Reden, Bia als stumme Bühnenpräsenz und Hephaistos' Reaktionen.
Historische Übersetzung 1926; Werk Aischylos zugeschrieben
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Griechische genealogische Dichtung und ein Aischylos zugeschriebenes Drama; moderne Medienfiktion nur zur Namensabgrenzung
- Verwendeter Ausschnitt
- Theogonie 383–403; Gefesselter Prometheus 1–87 nach Smyth; PlayStation-Serienübersicht als moderner Namensbeleg.
- Theogonie 346–403 und 775–806: Styx, ihre Kinder und der Eid
Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914
346–366: Styx unter den Okeaniden; 375–403: Pallas, vier Kinder, Styx' Gang zu Zeus, Zusage und Ehrung; 775–806: Styx' Wohnort und Eidwasser mit Folgen des Meineids. Nur diese Stellen für den Komplex gelesen.
Historische englische Übersetzung ohne griechische Kollation. Die Zeilen geben Zelos keine Einzelhandlung und Nike keine feste bildliche Gestalt; Eidwasser ist eine Erzählung über die Götter, kein menschliches Ritualprotokoll. Abgerufen am 2026-09-29.
- Gefesselter Prometheus 1–87: Power, Force und Hephaistos
Aischylos zugeschriebenes Drama; englische Übersetzung Herbert Weir Smyth · Antikes Drama; historische englische Übersetzung 1926
Dramatis personae und 1–87: Power/Kratos befiehlt die Fesselung und spricht mit Hephaistos; Force/Bia tritt auf, erhält aber in dieser Fassung keine Rede. Zuschreibungsnotiz der digitalen Ausgabe mitgelesen.
Aischylos-Zuschreibung umstritten; die Digitalfassung gibt keinen sicheren Aufführungsort oder exaktes Datum. Power und Force sind Smyths Übersetzungsnamen. Bia wird nicht als eigenständig sprechende Figur erfunden. Abgerufen am 2026-09-29.
- PlayStation: God of War und Kratos als moderne Spielfigur
Sony Interactive Entertainment / PlayStation · Offizielle gegenwärtige Produktdarstellung, geprüft 2026-09-29
Offizielle Serienübersicht: God of War seit 2005, Kratos und Atreus, moderne Spielfigur in einer erfundenen Handlung. Nur zur Abgrenzung der Namensverwendung vom antiken Kratos gelesen.
Produkteigene Darstellung, kein altertumswissenschaftlicher Beleg. Keine Behauptung, die Spielfigur sei eine direkte Fortsetzung oder identisch mit Hesiods Personifikation. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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