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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Bia: die stumme Gewalt im Prometheus-Prolog

Hesiod nennt Bia als Kind der Styx an Zeus' Seite. Im Prometheus-Drama kommt sie mit Kratos und dem Gefangenen auf die Bühne, spricht in der gelesenen Fassung aber kein Wort. Gerade diese ungleiche Präsenz prägt ihr Profil.

2–3 Minuten Lesezeit

Bia gehört zu einer Geschwistergruppe

In Hesiods Theogonie ist Bia eines der vier Kinder von Styx und Pallas. Mit Zelos, Nike und Kratos wohnt sie in Zeus' Nähe. Evelyn-White übersetzt ihren Namenssinn mit „Force“. Der kurze Abschnitt gibt Bia selbst aber noch keine Handlung und keine Worte.

Ihr Platz bei Zeus hängt in der Erzählung mit Styx' früher Entscheidung zusammen. Aus dem Namen allein lässt sich kein eigenes Bildschema oder ein konkretes Ritual ableiten.

Auf der Bühne anwesend, aber ohne Stimme

Der Beginn des Aischylos zugeschriebenen Gefesselten Prometheus führt „Power and Force“ mit dem Gefangenen und Hephaistos auf. In Smyths Übersetzung spricht Power, also Kratos, und befiehlt die Fesselung. Hephaistos antwortet, während Force, also Bia, in diesem Abschnitt keinen eigenen Redetext bekommt.

Am Ende gehen Power und Force gemeinsam ab. Bia ist somit ausdrücklich Teil der Szene, aber Kratos' strenge Befehle sind nicht Bia-Zitate. Die Unterscheidung lässt sehen, wie eine Gewaltgestalt auf einer Bühne wirken kann, ohne selbst sprechen zu müssen.

Worüber die Quellen schweigen

Die beiden gelesenen Texte erklären nicht, was Bia bei der Fesselung denkt, ob sie Hephaistos zustimmt oder wie sie selbst Gewalt bewertet. Solche Motive wären eine neue Erzählung, keine Auskunft der Theogonie oder des Dramas.

Das Profil bleibt deshalb kürzer als Kratos' Seite. Seine Eigenständigkeit liegt in der belegten stummen Anwesenheit, während das Geschwisterprofil die sprechende Machtfigur behandelt.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Genealogische Gewalt
Theogonie 383–403, Stellung in Zeus' Gefolge.

Stumme Präsenz
Prometheus 1–87: Auf- und Abtritt, keine Bia-Rede in Smyths Fassung.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 346–403 und 775–806 nach Evelyn-White

Styx' Herkunft, Kinder, Zeus-Beziehung und Eidwasser in begrenzten Passagen.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Gefesselter Prometheus

Werkidentität getrennt von der historischen englischen Übersetzung. Hier nur Themis' Rolle als Mutter und Ratgeberin in ausgewählten Reden.

Antike Tragödie; Zuschreibung an Aischylos umstritten.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Gefesselter Prometheus 1–87 nach Smyth

Dramatis personae, Kratos' Reden, Bia als stumme Bühnenpräsenz und Hephaistos' Reaktionen.

Historische Übersetzung 1926; Werk Aischylos zugeschrieben

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische genealogische Dichtung und Aischylos zugeschriebenes Drama
Verwendeter Ausschnitt
Theogonie 383–403 und Gefesselter Prometheus 1–87 nach Smyth.
  1. Theogonie 346–403 und 775–806: Styx, ihre Kinder und der Eid

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    346–366: Styx unter den Okeaniden; 375–403: Pallas, vier Kinder, Styx' Gang zu Zeus, Zusage und Ehrung; 775–806: Styx' Wohnort und Eidwasser mit Folgen des Meineids. Nur diese Stellen für den Komplex gelesen.

    Historische englische Übersetzung ohne griechische Kollation. Die Zeilen geben Zelos keine Einzelhandlung und Nike keine feste bildliche Gestalt; Eidwasser ist eine Erzählung über die Götter, kein menschliches Ritualprotokoll. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Gefesselter Prometheus 1–87: Power, Force und Hephaistos

    Aischylos zugeschriebenes Drama; englische Übersetzung Herbert Weir Smyth · Antikes Drama; historische englische Übersetzung 1926

    Dramatis personae und 1–87: Power/Kratos befiehlt die Fesselung und spricht mit Hephaistos; Force/Bia tritt auf, erhält aber in dieser Fassung keine Rede. Zuschreibungsnotiz der digitalen Ausgabe mitgelesen.

    Aischylos-Zuschreibung umstritten; die Digitalfassung gibt keinen sicheren Aufführungsort oder exaktes Datum. Power und Force sind Smyths Übersetzungsnamen. Bia wird nicht als eigenständig sprechende Figur erfunden. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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