Das Bild ist fast unter den Gaben verschwunden
Pausanias führt seine Leser in Titane zu einem Heiligtum des Asklepios. Dort steht auch ein Bild der Gesundheit, in seiner englischen Übersetzung Health genannt. Es ist ähnlich bekleidet wie das Asklepiosbild. Doch die Gestalt ist schwer zu erkennen: Frauenhaare, die als Gaben gebracht wurden, und Streifen babylonischer Gewänder verdecken sie.
Die Beschreibung hält damit gerade keine klare, freistehende Figur fest. Besuchende begegnen einem Bild, an dem andere Menschen Spuren hinterlassen haben. Die Gaben bilden einen Teil seiner Erscheinung. Pausanias nennt die Haare und Stoffe, erklärt hier aber nicht für jede Geberin den Anlass. Persönliche Heilungsgeschichten dieser Frauen lassen sich daraus nicht erfinden.
Neben Asklepios, mit eigenen Regeln
Pausanias beschreibt auch Vorschriften, die den Verehrenden beim Opfer gesagt werden und die sich an Gesundheit richten. Sie ist damit innerhalb dieses Heiligtums nicht bloß ein schöner Name für die Tätigkeit des Asklepios. Das Bild und die Handlung haben einen eigenen Adressaten.
Beide Gestalten werden am selben Ort beschrieben, doch das gelesene Fenster erzählt keine Herkunft Hygieias als Tochter des Asklepios. Die Nähe ist hier zuerst durch gemeinsame Verehrung belegt. Eine Familienzuordnung aus anderen Quellen müsste gesondert nachgewiesen werden; sie kann nicht aus der Aufstellung zweier Bilder allein folgen.
Ein Heiligtum verehrt nicht alle gleich
Die Umgebung ist bei Pausanias reich an weiteren Figuren. Alexanor, den er als Sohn Machaons und Enkel Asklepios nennt, bekommt nach Sonnenuntergang Opfer als Heros. Euamerion erhält Opfer als Gott. Pausanias vermutet eine Beziehung dieser Gestalt zu Telesphoros in Pergamon und Acesis in Epidauros. Die Vermutung ist als solche zu lesen, nicht als fertige Gleichsetzung aller Namen.
Für Hygieia hilft diese Umgebung zu verstehen, dass ein Heiligtum verschiedene Adressaten und Rituale unterscheiden kann. Auch ein hölzernes Koronisbild wird beim Opfer in ein anderes Heiligtum gebracht. Gemeinsame Nähe beseitigt die besonderen Handlungen nicht. Gesundheit ist Teil dieses Gefüges und zugleich eigens benannt.
Gesundheit lässt sich auch an einem anderen Ort fragen
In Epidauros berichtet Pausanias von einem durch den Senator Antoninus geschaffenen Heiligtum der Gesundheit sowie des Asklepios und Apollo mit ägyptischen Beinamen. Wieder wird Gesundheit innerhalb eines konkreten Ortsberichts benannt. Dieser Zeuge erweitert den Vergleich, liefert aber keine vollständige Geschichte ihrer Verehrung im gesamten griechischen Raum.
Die historische Darstellung auf dieser Seite ist daher die Darstellung durch einen antiken Autor: verhülltes Bild, gesammelte Gaben, benannte Regeln und weiterer Kultort. Eine moderne Zeichnung der Göttin wäre eine Deutung dieser Beschreibung. Wer ein bestimmtes erhaltenes Bild betrachten will, braucht zusätzlich einen konkreten Objekt- und Herkunftsnachweis.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Das Bild ist fast unter den Gaben verschwunden
Beschreibung Griechenlands2.11.6
Neben Asklepios, mit eigenen Regeln
Beschreibung Griechenlands2.11.5–6
Ein Heiligtum verehrt nicht alle gleich
Beschreibung Griechenlands2.11.7–8
Gesundheit lässt sich auch an einem anderen Ort fragen
Beschreibung Griechenlands2.27.6; Beschreibung Griechenlands2.11.6
Belegte Beziehungen
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Pausanias: Beschreibung Griechenlands
Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Pausanias: Asklepios in Epidauros
Benannte englische Übersetzung im angegebenen Lesebereich. Kein eigener originalsprachlicher Textvergleich.
Historische englische Übersetzung; Beschreibung Griechenlands2.26.1–10 und2.27.1–7 vollständig bis vor2.28.1; Übersetzerüberschrift gelesen. Keine verlinkten Anmerkungen52–55.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Pausanias: Hygieia und Asklepios in Titane
Benannte englische Übersetzung im angegebenen Lesebereich. Kein eigener originalsprachlicher Textvergleich.
Historische englische Übersetzung; Beschreibung Griechenlands2.11.5–8 vollständig bis vor2.12.1; Übersetzerüberschrift gelesen. Keine verlinkten Anmerkungen.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Griechische Figuren in benannten Dichtungen, mythografischen Erzählungen und antiken Heiligtumsbeschreibungen.
- Verwendeter Ausschnitt
- Pausanias über Titane2.11.5–8; das Gesundheitsheiligtum in Epidauros als eigener Ortsvergleich.
- Pausanias: Hygieia und Asklepios in Titane
Pausanias; W. H. S. Jones · Historische englische Übersetzung
Beschreibung Griechenlands2.11.5–8 vollständig bis vor2.12.1; Übersetzerüberschrift gelesen. Keine verlinkten Anmerkungen.
Benannte Abschnitte in englischer Übersetzung; keine vollständige Werklektüre, Originalsprachenkollation, heutige Objektbesichtigung oder medizinische Prüfung. Abgerufen am 2026-10-01.
- Pausanias: Asklepios in Epidauros
Pausanias; W. H. S. Jones · Historische englische Übersetzung
Beschreibung Griechenlands2.26.1–10 und2.27.1–7 vollständig bis vor2.28.1; Übersetzerüberschrift gelesen. Keine verlinkten Anmerkungen52–55.
Benannte Abschnitte in englischer Übersetzung; keine vollständige Werklektüre, Originalsprachenkollation, heutige Objektbesichtigung oder medizinische Prüfung. Abgerufen am 2026-10-01.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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