Ein gemeinsames Spiel wird zum Unfall
Ovid legt die Geschichte in den Gesang des Orpheus. Phoebus liebt Hyakinthos und verlässt für ihn zeitweise seine Aufgaben in Delphi. Er begleitet ihn beim Jagen, trägt Netze und kümmert sich um die Hunde. Diese Nähe zeigt sich in gemeinsamen Tätigkeiten, bevor die tödliche Szene beginnt.
Beim Diskuswerfen schleudert der Gott die Scheibe hoch. Hyakinthos läuft freudig voraus, um sie aufzunehmen. Sie springt jedoch vom harten Boden zurück und trifft ihn ins Gesicht. In diesem gelesenen Ovidfenster lenkt kein eifersüchtiger Zephyr den Wurf. Eine solche Ursache aus einer anderen Fassung darf den hier erzählten Unfall nicht unbemerkt ersetzen.
Heilkunst findet ihre Grenze
Phoebus hält den Verletzten, legt heilende Kräuter auf die Wunde und versucht sein Leben zu retten. Doch die eigene Heilkunst reicht nicht aus. Ovid vergleicht den sinkenden Kopf mit Blumen, deren Stiel beschädigt wurde. Der Vergleich bereitet den späteren Blumenursprung vor, ohne die Tötung zu beschönigen.
Der Gott wirft sich die Verantwortung für das Spiel vor und möchte mit dem Geliebten sterben. Seine Unsterblichkeit verhindert dies. Aus dem Blut wächst eine Blume; der Gott schreibt Klagezeichen in ihre Blätter. Sie bewahren seine Trauer. Die poetische Beschreibung ist keine sichere botanische Bestimmung als heutige Gartenhyazinthe. Ovid erwähnt außerdem ein jährliches spartanisches Fest; für die tatsächliche lokale Opferfolge braucht es einen anderen Beleg.
Am Altar kommt Hyakinthos zuerst
Pausanias berichtet, unter dem Kultbild in Amyklai befinde sich ein Altar, in dem Hyakinthos nach örtlicher Aussage bestattet sei. Durch eine bronzene Tür bringe man ihm Opfer dar, bevor man Apollon opfere. Damit erscheint er im Bericht nicht nur als verlorener Geliebter des Gottes, sondern als eigene Figur der lokalen rituellen Reihenfolge.
Auch die Bilder passen nicht in ein einziges Schema. Pausanias beschreibt auf dem Altar eine bärtige Gestalt, die gemeinsam mit Polyboia in den Himmel geführt wird; Polyboia werde als seine Schwester bezeichnet. Dem stellt er ein Gemälde des Nikias gegenüber, auf dem Hyakinthos als schöner Jugendlicher und als Geliebter Apollons erscheine. Der Bericht über diese Bilder ist kein Nachweis, dass wir sie heute vollständig sehen könnten. Pausanias erwähnt die Westwind- und Blumengeschichte, erzählt sie hier aber nicht ausführlich.
Eine Begegnung vor dem Verlust

Der spätere Kupferstich wählt das Leben
Marcantonio Raimondis Kupferstich von 1506 zeigt zwei lebende stehende Figuren: Apollon mit Bogen, Köcher und Saiteninstrument berührt die Schulter des Hyakinthos; unten rechts steht Amor. Das Bild erzählt weder den Diskusunfall noch die von Pausanias beschriebene Himmelfahrt des bärtigen Altarhelden. Es wählt Nähe als sichtbaren Moment.
Der Met-Katalog nennt Francesco Francia als mögliche Vorlage und markiert die Zuschreibung ausdrücklich als unsicher. Diese Unsicherheit gehört zum Bildnachweis. Das vollständige Blatt ist hier als Public-Domain-Reproduktion unter CC0 eingebunden. Die kleine obere Tafel wurde nicht eigenständig entziffert; die Erklärung setzt ihre Lesbarkeit in der Mobilansicht nicht voraus.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Ein gemeinsames Spiel wird zum Unfall
Metamorphosen 10,143–154 und 162–185
Heilkunst findet ihre Grenze
Metamorphosen 10,186–219
Am Altar kommt Hyakinthos zuerst
Beschreibung Griechenlands 3.19.3–5
Der spätere Kupferstich wählt das Leben
The Met 29.44.6; Objektkatalog und tatsächlich betrachtetes vollständiges Blatt
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Ovid: Metamorphosen
Werkebene des römischen Gedichts. Die einzelnen Museumsseiten nennen ihre jeweils gelesenen Buch- und Versabschnitte; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
More: Ovids Lieder über Blüten und Belebung
Nur der genau benannte tatsächlich gelesene Umfang; keine Originalsprachenkollation oder externe Fachgegenlektüre.
Metamorphosen 10,143–154, 162–219, 243–297, 469–559 und 705–739; historische englische Übersetzung 1922.
Sprache: Englisch
Überlieferter Text
Pausanias: Beschreibung Griechenlands
Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Jones: Hyakinthos in Amyklai
Nur der genau benannte tatsächlich gelesene Umfang; keine Originalsprachenkollation oder externe Fachgegenlektüre.
Beschreibung Griechenlands 3.19.3–5; historische englische Übersetzung.
Sprache: Englisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Benannte literarische Erzählungen und Berichte; lokale Zeugnisse und spätere Kunst getrennt.
- Verwendeter Ausschnitt
- Ovid, Metamorphosen 10,143–154 und 162–219; Pausanias 3.19.3–5.
- Ovid X: gerahmte Lieder über Verlust und Belebung
Ovid; englische Übersetzung Brookes More · Metamorphosen; historische More-Übersetzung 1922
10,143–154, 162–219, 243–297, 469–559 und 705–739.
Nur diese tatsächlich gelesenen englischen Textfenster; keine vollständige Myrrha- oder Atalantelesung, keine lateinische Kollation oder ganze Buchlektüre. Pygmalions Statue unbenannt; Blumenursprünge nicht botanisch gleichgesetzt. Abgerufen am 2026-10-01.
- Pausanias: Hyakinthos im Altar und im Bild
Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Beschreibung Griechenlands; historische englische Leseausgabe
Beschreibung Griechenlands 3.19.3–5.
Nur benanntes englisches Fenster: antiker Bericht über Altar, Opferfolge und verschiedene Bildfassungen; kein eigener Ortstermin oder Nachweis heutiger materieller Erhaltung. Westwindlegende dort erwähnt, nicht mit Ovid harmonisiert. Abgerufen am 2026-10-01.
- Raimondis Apollon und Hyakinthos: die lebende Begegnung
The Metropolitan Museum of Art · Institutioneller Objektkatalog; Kupferstich 1506
Objektdaten 29.44.6, öffentlich gelesener Katalog und tatsächlich betrachtetes Original samt drei Webfassungen.
Katalog über web gelesen, API archiviert; HTML-Archivierung HTTP 429 dokumentiert. Vorlage nach Francesco Francia ausdrücklich unsicher; Bild zeigt lebende Figuren, weder Diskusunfall noch Hyakinthos als bärtigen Altarhelden. Abgerufen am 2026-10-01.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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