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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Heh: von unermesslicher Dauer zum Bildzeichen

UCL nennt Heh und Hehet als Paar unermesslicher Dauer. Zwei unterschiedlich alte Met-Objekte zeigen Heh als Zeichenform; sie sind keine Bilder eines bestimmten Sargtextes.

3–4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Name für unermessliche Dauer

Heh und Hehet stehen bei UCL in der frühen Viererliste für eine Dimension, die sich nicht an gewöhnlicher Zeit messen lässt. Der UCL-Überblick verbindet das Paar mit unendlicher beziehungsweise unabsehbarer Dauer und mit dem Fehlen der uns vertrauten Zeitordnung vor der Schöpfung.

Diese Deutung ist nicht die einzige. Gregory dokumentiert 2022, dass Heh in der Forschung unter anderem mit Chaos, Unbegrenztheit, Raum und Zeit verbunden wurde und die genaue sprachliche Bestimmung umstritten bleibt. Wir übernehmen UCLs Lesart zur Orientierung, nicht als endgültig entschiedene Übersetzung.

Das ist zunächst eine Erklärung der Namensgruppe. Sie besagt nicht, dass jedes spätere Bild eines knienden Heh den von UCL genannten Sargtext wiedergibt. Gerade Heh eignet sich dazu, den Unterschied zwischen Wort, Gestalt und wiederverwendbarem Zeichen zu betrachten.

Heh als spätzeitliche Fayence-Einlage

Blaugrüne Fayence-Einlage mit kniender Figur des Heh; ein Arm ist erhalten und erhoben, der andere abgebrochen.
Fayence-Einlage des Heh, The Met 26.7.993, 4. Jahrhundert v. Chr.; Public Domain / CC0. Das Met verbindet die Gestalt mit dem Zeichen für eine Million Jahre. Der obere Schilfteil und ein Arm fehlen. Das späte Objekt ist kein Bildzeuge des früheren Sargtextes. Bildnachweis Bildlizenz

Ein erhaltenes Bild mit fehlenden Teilen

Die Fayence-Einlage Met 26.7.993 aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. zeigt einen knienden Heh mit erhobenem Arm. Der andere Arm ist beschädigt; von dem gekerbten Schilf, das laut Met einst über dem Kopf saß, bleibt nur ein Ansatz. Das Museum beschreibt Heh hier auch als Zeichen für eine Million und verbindet ihn mit Dauer und dem Tragen des Himmels.

Die Bildfläche zeigt eine konkrete, viel spätere Objektform. Hermopolis wird im Met-Datensatz als mögliche Herkunft genannt, nicht als erwiesener Fundort. Weder der Fotoausschnitt noch die Katalogbeschreibung machen aus der Einlage eine Illustration des frühen Sargtextabschnitts.

Ein viel älteres, kleines Heh-Zeichen

Kleines helles Amulett mit kniender, stilisierter Heh-Gestalt in einem rechteckigen Rahmen.
Heh-Zeichen-Amulett, The Met 59.100.13, etwa 2150–1950 v. Chr.; Public Domain / CC0. Das kleine Objekt zeigt eine Zeichenform, keine aus dem Foto ablesbare Schöpfungsformel. Bildnachweis Bildlizenz

Ein Amulett ist ein anderer Träger

Ein kleines helles Amulett des Met, 59.100.13, ist deutlich früher datiert: etwa 2150 bis 1950 v. Chr. Der Katalog nennt es Heh-Zeichen-Amulett und bestimmt das Material als Elfenbein oder Knochen. Das Foto zeigt die stilisierte Form innerhalb eines Rahmens; ein eigener Satz über die Achtheit ist daran nicht zu lesen.

Die beiden Objekte belegen, dass Heh als Bild- oder Zeichenform in verschiedenen Zeiten und Medien vorkommt. Aus der zeitlichen Distanz folgt jedoch weder eine unveränderte Bedeutung jeder Darstellung noch eine lückenlose Bildgeschichte. Hehet erscheint auf diesen zwei ausgewählten Fotos nicht als eigenständiges Bildobjekt.

Drei Aussagen, drei Reichweiten

UCL erläutert ein Heh/Hehet-Paar in einer frühen Liste. Das frühe Amulett belegt eine kleine Zeichenform. Die späte Einlage zeigt eine sorgfältig gearbeitete Figur, deren Kopfzeichen teilweise fehlt. Diese Aussagen werden reicher, wenn man sie nebeneinander liest; sie werden ungenau, sobald man das späte Bild als Porträt eines bestimmten frühen Textes ausgibt.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Paar der unermesslichen Dauer
UCL, ‘Before creation’, Heh/Hehet.

Frühes Zeichen-Amulett
The Met 59.100.13, etwa 2150–1950 v. Chr.

Späte Fayence-Einlage
The Met 26.7.993, 4. Jahrhundert v. Chr.; Hermopolis nur möglich.

Welche Zeit ist gemeint?

  • UCL ordnet Heh/Hehet einer frühen Liste zu, die es Sargtext 76 zuschreibt; dieser Wortlaut wurde hier nicht eigenständig ediert.
  • Das Heh-Zeichen-Amulett Met 59.100.13 wird auf etwa 2150–1950 v. Chr. datiert.
  • Die Fayence-Einlage Met 26.7.993 stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.; sie ist deutlich später als das kleine Amulett.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Heh/Hehet als Paar der von UCL erläuterten Achtheit und Heh als benannte Zeichenfigur auf zwei Met-Objekten verschiedener Zeiten
Verwendeter Ausschnitt
UCL Digital Egypt, ‘Before creation’, Heh/Hehet; Gregory 2022, gedruckte S. 79–81, zur unsicheren Deutung; The Met 59.100.13 und 26.7.993 als getrennte datierte Objektzeugnisse.
  1. Gods and goddesses in Ancient Egypt: creation

    University College London, Digital Egypt for Universities · Institutionelle Digitalseite, 2002

    Vollständige öffentliche Übersicht zu unterschiedlichen Schöpfungsmetaphern, Gruppierungen der Gottheiten, Osiris-Horus-Seth-Bezügen und ausdrücklicher Warnung vor einer einzigen kombinierten altägyptischen Gesamterzählung gelesen.

    UCL synthetisiert viele Textsorten und Epochen; die Übersicht ist kein antiker Einzelzeuge. Konkrete Handlung nur aus jeweils einzeln benannten Texten oder Objekten ableiten, insbesondere Horusformen und Seths Sonnenbarkenrolle nicht aus der genealogischen Übersicht einebnen. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Frühes Amulett in Form des Heh-Zeichens

    The Metropolitan Museum of Art · ca. 2150–1950 B.C.

    Met 59.100.13, Elfenbein- oder Knochenamulett, etwa 2150–1950 v. Chr.; Titel benennt das Heh-Zeichen, datiertes kleines Objekt ohne dokumentierten Fundort.

    Das winzige Amulett zeigt ein Zeichen, nicht den Wortlaut einer bestimmten Schöpfungsformel; aus dem Foto keine Inschrift selbst lesen. Abgerufen am 2026-09-30.

  3. Heh-Einlage als Zeichen für Millionen Jahre

    The Metropolitan Museum of Art · 4th century BCE

    Met 26.7.993, Fayence-Einlage des 4. Jahrhunderts v. Chr.; der Katalog identifiziert Heh und die Zeichenbedeutung Millionen Jahre. Der obere Schilfteil fehlt; Hermopolis als Herkunft nur möglich.

    Spätes Objekt und ikonografische Katalogdeutung; keine direkte Illustration des älteren Sargtextes oder der Amduat-Stelle. Abgerufen am 2026-09-30.

  4. Gregory 2022: Sargtext 76 und umstrittene Deutungen der Acht

    Steven R.W. Gregory; Archaeopress Publishing · Oxford 2022

    Steven R.W. Gregory, Tutankhamun Knew the Names of the Two Great Gods (2022), gedruckte S. 66 und 79–81 (PDF-Seiten 80 und 93–95): CT 76 und dessen vier Namen in Umschrift nach de Buck; Überblick über unterschiedliche moderne Deutungen von Heh/Huh, Kek/Kuk und Tenem.

    Gregorys eigene Theorie zu Heh ist eine neuere Forschungsposition, keine hier entschiedene Übersetzung. De Bucks Hieroglyphenband und die antiken Träger wurden für dieses Paket nicht selbst gelesen. Nur kurze Paraphrasen; die PDF steht unter CC BY-NC-ND 4.0. Abgerufen am 2026-09-30.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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