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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Gunnarr: König, Eid und Täuschung

Gunnarr bindet Sigurðr durch einen Eid und verbirgt später dessen Hilfe. Was kostet den König diese Form von Herrschaft?

14–17 Minuten Lesezeit

Wie herrscht ein König, der fremde Hilfe verbergen muss?

Gunnarr gewinnt Verbündete, wirbt um Brynhildr und verteidigt später einen Schatz. Zugleich nimmt er Hilfe in Anspruch, die vor anderen verborgen bleiben soll. Als ein Eid mit seinem politischen Vorteil kollidiert, lässt er einen Dritten töten. Gerade diese Entscheidungen machen den Herrscher zum Gegenstand dieses Exponats.

Die Eddalieder erzählen Ausschnitte und Widersprüche, die Völsunga saga verbindet viele Ereignisse zu einer längeren Handlung. Das Nibelungenlied gestaltet den verwandten Gunther anders. Wir vergleichen die Fassungen nach Bündnis, Täuschung und Verantwortung, ohne sie zu einer lückenlosen Biografie zu verschmelzen.

Ein Eid bindet Gunnarr an Sigurðr

Im Anfang der kurzen Sigurðarkviða stellt das Lied Sigurðr, Gunnarr und Hǫgni als Schwurbrüder vor. Sigurðr erhält Guðrún zur Frau, und Gunnarr gewinnt mit diesem Bündnis einen herausragenden Mitstreiter. Die Saga erzählt zusätzlich von Grímildrs Trank, der Sigurðrs Erinnerung an Brynhildr verändert, und von der Verbindung mit Gjúkis Familie.

Das Bündnis ist keine bloße Freundschaftsdekoration: Später erinnert Hǫgni Gunnarr ausdrücklich daran, dass ein Tötungsplan den gemeinsam geschworenen Eid bräche. Der König hat dann eine Wahl; die Täuschung wird gerade an einer vorher gesetzten Verpflichtung messbar.

Die Saga lässt einen anderen Mann durch das Feuer reiten

In der Völsunga saga will Gunnarr Brynhildr gewinnen. Sein Pferd trägt ihn nicht durch den Feuerwall. Sigurðr kann ihn überwinden, nachdem beide ihre Gestalten getauscht haben. Er reitet auf Grani als Gunnarr durch die Flammen und verbringt die Nächte bei Brynhildr; ein Schwert liegt zwischen ihnen. Anschließend tauschen die Männer ihre Gestalten zurück.

Die Erzählung stellt die Hochzeit als Ergebnis einer verborgenen Stellvertretung dar. Brynhildrs Zustimmung bezieht sich auf den vermeintlichen Reiter und eine von ihr gesetzte Probe; die Hilfe eines anderen Mannes wird ihr verschwiegen. Das Lied Sigurðarkviða in skamma erinnert an die Verwechslung, erzählt aber nicht alle Einzelheiten der Saga. Ein fehlendes Detail des Lieds füllen wir deshalb nicht stillschweigend mit Sagaprosa.

Gunther braucht im Epos einen unsichtbaren Sieger

Im Nibelungenlied will Gunther Brunhild von Isenland zur Frau gewinnen. Sie knüpft die Ehe an Kampfspiele, deren Verlust für die Bewerber tödlich ist. Siegfried fordert als Gegenleistung Gunthers Schwester Kriemhild. Vor Brunhild gibt er sich als Gunthers Mann aus und hilft ihm durch eine Tarnkappe unsichtbar beim Wettkampf. Brunhild kann deshalb die tatsächliche Leistung des Bewerbers nicht erkennen.

Die Frau wird nach der gewonnenen Probe nach Worms geführt. Isenland ist ein Erzählort dieses Epos; der Name beweist keine historische Reise auf die heutige Insel Island. Hier geht es nicht um Sigurðrs Gestalttausch am Feuer, sondern um Gunthers vorgetäuschten Sieg durch unsichtbare Hilfe und eine Heiratsabsprache mit Siegfried.

Die Täuschung endet nicht mit dem Wettkampf

Als Brunhild in Worms sexuelle Nähe zu Gunther verweigert und ihn in der Hochzeitsnacht überwältigt, bittet er Siegfried erneut um verdeckte Hilfe. Unter der Tarnkappe ringt Siegfried sie nieder, während sie ihn für Gunther hält. Danach lässt er Gunther allein mit ihr; der Text schildert den folgenden Geschlechtsverkehr unter Zwang. Siegfried nimmt zudem Ring und Gürtel an sich, die später als Beweisstücke im Streit zwischen den Frauen verwendet werden.

Brunhilds Widerstand ist nicht als Fehler zu behandeln, der durch einen Trick „behoben“ würde. Gunther organisiert die Täuschung und profitiert von der Gewalt, auch wenn Siegfried den körperlichen Angriff ausführt. Diese Eposszene ist keine Episode, die man der Saga-Brynhildr ungeprüft zuschreiben darf.

Ein Schwur hält dem Machtinteresse nicht stand

In Sigurðarkviða in skamma verlangt Brynhildr Sigurðrs Tod und droht, Gunnarr andernfalls zu verlassen. Gunnarr schwankt: Er denkt an den Eid und an Sigurðrs Wert, aber auch an Brynhildr, Besitz und Herrschaft. Hǫgni rät vom Eidbruch ab. Gunnarr bestimmt daraufhin den jüngeren Guthormr zum Täter, weil dieser den Eid mit Sigurðr nicht geleistet hat.

Dass Brynhildr den Tod fordert, nimmt Gunnarr die Entscheidung nicht ab. Der jüngere Bruder wird zum Ausweg aus einer selbst anerkannten Verpflichtung gemacht. Die Saga erzählt diesen Plan in einer längeren Szene und lässt Sigurðr im Bett tödlich verwundet werden. Das Lied und die Saga müssen für Ablauf und Todesort getrennt bleiben.

Das Fragment kennt keinen vollständigen Anfang

Brot af Sigurðarkviðu setzt erst mitten im Streit ein; der Anfang des Gedichts fehlt im überlieferten Text. Gunnarr und Hǫgni kommen darin zu Wort, ebenso Brynhildr und Guðrún. Nach dem Lied steht eine Prosanotiz, die mehrere Orte für Sigurðrs Tod nennt. Die Unsicherheit der Überlieferung ist daher selbst eine Information.

Pettits Einführung rekonstruiert Teile der Vorgeschichte mit Hilfe der Saga. Das erklärt mögliche Zusammenhänge, ist aber kein wiedergefundener Vers des Fragments. Wer aus dem Fragment allein eine exakte Werbe- und Mordreihenfolge ableitet, behauptet mehr, als der erhaltene Text trägt.

Im Nibelungenlied führt Hagens Hand den Mord aus

Der Streit zwischen Kriemhild und Brunhild legt die verborgene Hilfe offen. Hagen will Siegfried töten. Gunther geht in der späteren List eines vorgetäuschten Kriegs und einer Jagd mit; Kriemhild verrät unwissentlich die verwundbare Stelle ihres Mannes. Hagen ersticht Siegfried an der Quelle. Gunther trägt die Vertuschung mit, obwohl er nicht selbst zusticht.

Das ist nicht die Eddalied-Konstellation, in der Gunnarr den nicht eidverpflichteten Guthormr als Täter einsetzt. Die Täterrollen, Auslöser und Formen der königlichen Mitverantwortung unterscheiden sich. In beiden Zweigen kann sich der Herrscher aber nicht durch den Hinweis auf die Hand eines anderen aus seiner Entscheidung lösen.

Brynhildrs Tod und Oddrúns Gegenstimme

Nach Sigurðrs Tod versucht Gunnarr in Sigurðarkviða in skamma, Brynhildr vom eigenen Tod abzuhalten. Das Lied lässt sie eine künftige Verbindung Gunnarrs mit Oddrún, Atlis Schwester, ankündigen. Die Prosabrücke Dráp Niflunga sagt dagegen ausdrücklich, dass Atli Oddrún als Ehefrau verweigert und Gunnarr Glaumvǫr heiratet.

Oddrúnargrátr spricht aus Oddrúns Perspektive. Sie erzählt von einer geheimen Beziehung zu Gunnarr, die Atli bekämpft, und von ihrem vergeblichen Wunsch, ihn am Ende zu retten. Ihre Rede ist kein Beweis, dass alle anderen Texte dieselbe Ehe- oder Liebesgeschichte voraussetzen. Sie macht vielmehr sichtbar, wessen Stimme eine bloße Königsbiografie übergehen würde.

Die Einladung Atlis ist bereits eine Falle

Atlakviða beginnt mit einem Boten, der Gunnarr Schätze und Land im Namen Atlis anbietet. Eine Rede deutet Guðrúns Wolfshaarzeichen als Warnung. Pettit weist die Strophe Hǫgni zu, hält diese Zuschreibung aber für unsicher. Er fährt dennoch mit Hǫgni. Als die Schwester die Brüder an Atlis Hof sieht, warnt sie zu spät vor den Bewaffneten.

Atlamál erzählt eine andere Warnkette. Guðrún schickt Runen, der Bote verändert sie, und Kostbera bemerkt den Eingriff. Glaumvǫr schildert Gunnarr bedrohliche Träume. Er räumt die Gefahr ein, entscheidet sich aber unter Berufung auf das Schicksal für die Fahrt. Warnung, Lesefähigkeit der Frauen und Gunnarrs eigene Entscheidung gehören zusammen.

Hǫgnis Herz wird zur Forderung nach Gewissheit

Atli lässt Gunnarr und Hǫgni gefangen nehmen. Im kurzen Atlakviða fordert Gunnarr, Hǫgnis Herz zu sehen, bevor er verrät, wo der Schatz liegt. Zuerst wird ihm das Herz des erschrockenen Hjalli gezeigt; Gunnarr erkennt den Betrug. Danach wird Hǫgni getötet. Gunnarr sagt nun, der Rhein werde das Gold bewahren, und nennt Atli keinen Ort.

Atlamál erzählt Hjallis beinahe vollzogene Tötung anders und setzt keinen vergleichbar ausgeführten Rhein-Hort in Gunnarrs letzte Rede. Das Herausnehmen eines Herzens ist hier schwere Gewalt an einem anderen Menschen, keine heldische Probe ohne Opfer. Gunnarr verweigert Atli den Schatz, aber seine Forderung trägt zu Hǫgnis Tod bei.

Die Harfe klingt unter verschiedenen Todesdrohungen

In Atlakviða spielt Gunnarr in der Schlangeneinfriedung die Harfe mit der Hand. Atlamál 64 [66] nennt dagegen die Zehen. Pettits Note 118 hält es für möglich, dass er in dieser Fassung an einem von Schlangen umgebenen Galgen hängt und seine Hände gebunden sind. Das ist eine Deutung der Ausgabe, keine eindeutig erzählte Grubenarchitektur. Die Saga erzählt das Zehenspiel in einer Schlangengrube. Die Prosabrücke Dráp Niflunga erwähnt ebenfalls das Harfenspiel.

Oddrúnargrátr fügt eine besondere Deutung hinzu: Oddrún hört das Spiel, erreicht Gunnarr aber nicht rechtzeitig; Atlis Mutter in Schlangengestalt tötet ihn. Das ist Oddrúns Rede in diesem Lied, nicht ein überall bestätigtes Wesen. Eine Illustration mit einer eindeutig benannten Schlange oder einer einzigen Spielhaltung würde die Varianten voreilig schließen. Deshalb arbeitet dieses Exponat mit Text und Quellenvergleich.

Gunthers Ende ist kein Atli-Bericht

Das Nibelungenlied führt Gunther später mit Hagen an Etzels Hof. Kriemhild hat die Einladung vorangetrieben, weil sie Siegfrieds Tod rächen will. Gunther beschließt die Fahrt trotz warnender Stimmen. Nach den Kämpfen nimmt Dietrich ihn und Hagen gefangen; Kriemhild lässt Gunther töten und trägt seinen Kopf zu Hagen. Sie erschlägt danach Hagen und wird selbst von Hildebrand getötet.

Etzel ist in diesem Epos nicht einfach Atli mit demselben Schatzplan. Kriemhilds Rache und die Gewalt am Hof bestimmen Gunthers Ende; die nordischen Atli-Lieder erzählen stattdessen von Atlis Lockung, Goldforderung und Schlangengrube. Ähnliche Namen sind kein Freibrief, Gründe und Täter zu vertauschen.

Welche Entscheidung gehört zu welchem Werk?

Die Tabelle stellt die ausgewählten Textlinien nebeneinander. Ihre Spalten sind Quellenwege, keine Phasen eines einzigen Lebenslaufs.

FrageNordische Lied- und SagafassungenNibelungenlied
BündnisGunnarr und Sigurðr schwören einander Treue; Sigurðr heiratet Guðrún.Gunther verspricht Siegfried Kriemhild als Gegenleistung für Hilfe bei Brunhild.
WerbungIn der Saga reitet Sigurðr in Gunnarrs Gestalt durch das Feuer.Siegfried hilft Gunther unsichtbar durch die Tarnkappe bei Brunhilds Spielen.
Gewalt gegen den ersten VerbündetenGunnarr bestimmt in der kurzen Sigurðarkviða Guthormr zum Täter gegen Sigurðr.Hagen tötet Siegfried; Gunther trägt Plan und Vertuschung mit.
Warnung vor der letzten ReiseWolfshaar im Atlakviða; veränderte Runen und Glaumvǫrs Träume im Atlamál.Kriemhild betreibt die Einladung an Etzels Hof; Gunther entscheidet sich zur Fahrt.
EndeAtlakviða: Schlangeneinfriedung und Handspiel; Atlamál: Zehenspiel mit möglicher Galgendeutung; die Saga nennt eine Schlangengrube.Kriemhild lässt den gefangenen Gunther nach den Kämpfen enthaupten.

Wer spielt die Harfe auf welche Weise?

Ein Ausstellungsetikett soll Gunnarr in der Schlangengrube beschreiben. Welche Aussage bleibt bei den gelesenen Quellen überprüfbar?

Atlakviða nennt Gunnarrs Hand; Atlamál nennt seine Zehen. Oddrúnargrátr erzählt zusätzlich von Atlis Mutter als Schlange.

Diese Formulierung trägt der Beleg.

Jede Einzelheit ist ihrem jeweiligen Text zugeordnet; das Etikett behauptet keine einheitliche Version.

In allen Eddaliedern spielt Gunnarr mit den Zehen; die Schlange ist immer Atlis Mutter.

Hier geht die Formulierung zu weit oder verfehlt den Beleg.

Atlakviða nennt die Hand und Oddrúns Erklärung gilt nicht für alle Lieder.

Die Harfenszene stammt ausschließlich aus dem Nibelungenlied und gehört zu Gunthers Gefangenschaft bei Etzel.

Hier geht die Formulierung zu weit oder verfehlt den Beleg.

Die gelesenen nordischen Texte bezeugen die Szene; Gunthers Eposende verläuft anders.

Herrschaft schließt Verantwortung nicht aus

Die Texte zeigen keinen machtlosen König, der nur von Brynhildr, Hǫgni, Sigurðr oder Atli bewegt wird. Gunnarr schwört, wirbt, verschweigt fremde Hilfe, wählt einen Täter, reist trotz Warnung und verweigert später den Schatz. Einige Entscheidungen stehen nur in einzelnen Werken; gerade deshalb nennen wir die Fassung.

Gunthers Eposrolle verschärft die Frage nach delegierter Gewalt: Siegfried gewinnt verdeckt den Wettkampf und greift Brunhild an, Hagen tötet Siegfried. Gunther setzt diese Handlungen in Gang oder trägt sie mit. Wer die helfenden Hände sieht, kann die Verantwortung des Herrschers genauer prüfen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Eid und Königshof
Sigurðarkviða in skamma 1–20; Völsunga saga XXVI–XXVII und XXIX.

Werbung und verborgene Hilfe
Saga-Feuerritt versus Tarnkappenhilfe und Gewalt im Nibelungenlied VI–VII, X.

Tötung des Verbündeten
Fragment, kurzes Lied, Saga und Epos unterscheiden Plan, Täter und Todesort.

Atlis Einladung und Tod
Warnung, Gold, Hǫgni, Harfe und Schlangen nach einzelnen nordischen Texten.

Gunther bei Etzel
Nibelungenlied XXIII–XXIV und XXXIX: Einladung, Reise, Gefangennahme und Kriemhilds Rache.

Belegte Beziehungen

  • Gunnarr bindet Sigurðr durch einen Eid und lässt später Guthormr als nicht eidverpflichteten Täter gegen ihn handeln. Sigurðr / SigurdBelege [2] : Sigurðarkviða in skamma 1–3 und 13–20

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Brot af Sigurðarkviðu

Pettit: die benannte Einleitung und erhaltene englische 1–19 mit anschließender Prosa. Fehlender Anfang, erhaltene Stimmen und die Notiz zu verschiedenen Todesorten bleiben getrennt. Eine Rekonstruktion aus der Saga wird nicht zum wiedergefundenen Vers.

Mittelalterliche Überlieferung; Edition 2023 nicht mit Erzählzeit oder Kompositionsdatum gleichgesetzt.

Sprache: Altnordisch

Benutzte Ausgabe

Brot af Sigurðarkviðu in Pettits Ausgabe 2023

Gedruckte S. 537–550/PDF 554–567 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung Druckseiten 537 und 539 sowie englische Übersetzung der erhaltenen Strophen 1–19 und editorische Prosa zum Todesort auf PDF 560, 562, 564 gelesen. Vier Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

Edition 2023, keine Datierung der erzählten Handlung.

Sprache: Altnordischer Text mit englischer Übersetzung

Überlieferter Text

Sigurðarkviða in skamma

Pettit: Einleitung/Synopsis sowie englische 1–45 und 56–71. Schwur, verdeckte Werbung, Abwägung und Wahl Guthormrs zeigen Gunnarrs Entscheidungen. Die spätere Oddrún-Voraussage wird nicht mit der anders erzählten Prosabrücke harmonisiert.

Mittelalterliche Überlieferung; modernes Editionsdatum nicht mit dem Alter der Dichtung gleichgesetzt.

Sprache: Altnordisch

Benutzte Ausgabe

Sigurðarkviða in skamma in Pettits Ausgabe 2023

Gedruckte S. 567–594/PDF 584–611 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung/Synopsis Druckseiten 567–569 und englische Strophen 1–45 sowie 56–71 in benannten PDF-Übersetzungsseiten gelesen; acht Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

Edition 2023, keine Datierung der erzählten Handlung.

Sprache: Altnordischer Text mit englischer Übersetzung

Überlieferter Text

Dráp Niflunga

Pettit: Einleitung und vollständige englische Prosabrücke. Oddrúns verweigerte Ehe, Glaumvǫr, Warnring und Harfentod verbinden Erzählteile. Dies ist eine mittelalterliche Prosa, kein selbstständiges Eddagedicht.

Mittelalterliche Überlieferung; Edition 2023 nicht mit Erzählzeit oder Kompositionsdatum gleichgesetzt.

Sprache: Altnordisch

Benutzte Ausgabe

Dráp Niflunga in Pettits Ausgabe 2023

Gedruckte S. 605–608/PDF 622–625 als Kapitelausschnitt erschlossen. Pettits Einleitung Druckseite 605 und vollständiger englischer Prosabrückentext Druckseite 607 gelesen. Zwei Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

Edition 2023, keine Datierung der erzählten Handlung.

Sprache: Altnordischer Text mit englischer Übersetzung

Überlieferter Text

Oddrúnargrátr

Pettit: Einleitung/Synopsis, Prosa und englische 1–34. Oddrúns Beziehung, Rettungsversuch und die Benennung von Atlis Mutter als Schlange sind ihre Rede in diesem Lied. Daraus wird keine allen Fassungen gemeinsame Ehe- oder Todesgeschichte.

Mittelalterliche Überlieferung; Edition 2023 nicht mit Erzählzeit oder Kompositionsdatum gleichgesetzt.

Sprache: Altnordisch

Benutzte Ausgabe

Oddrúnargrátr in Pettits Ausgabe 2023

Gedruckte S. 639–656/PDF 656–673 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung/Synopsis Druckseiten 639–641 und englische Übersetzung der Strophen 1–34 mit Prosarahmen auf PDF 662, 664, 666, 668 gelesen. Fünf Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

Edition 2023, keine Datierung der erzählten Handlung.

Sprache: Altnordischer Text mit englischer Übersetzung

Überlieferter Text

Atlakviða · Atli-Dichtung

Pettit: Einleitung/Synopsis und englische 1–32; ergänzend Hǫgnis bestehender Zugang 6–27 und die punktuell gegengeprüften archivierten Noten 20/22. Die Wolfshaarrede wird von der Edition unsicher Hǫgni zugeordnet, nicht eindeutig Gunnarr. Atli-Lockung, Herzforderung und Handspiel bleiben beim kurzen Lied.

Werkidentität, keine genaue Entstehungsdatierung in diesem Profil festgesetzt.

Sprache: Altnordisch

Benutzte Ausgabe

Atlakviða in grœnlenzka in Pettits Ausgabe 2023

Gedruckte S. 657–678/PDF 674–695 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung/Synopsis Druckseiten 657–659 und englische Übersetzung der Strophen 1–32 in benannten Stellen auf PDF 680, 682, 684, 686 gelesen. Vier Original-PDF-Seiten für diesen Figurenauftrag tatsächlich visuell betrachtet.

Edition 2023, keine Datierung der erzählten Handlung.

Sprache: Altnordischer Text mit englischer Übersetzung

Überlieferter Text

Atlamál in grœnlenzku

Pettit: Einleitung/Synopsis und englische 1–8, 21–35 und 56–72; Hǫgnis Fenster 6–20 ergänzt Kostberas Runenlesung. Die Zehenszene steht bei 64 [66]. Die punktuell gegengeprüfte Note 118 hält einen Galgen mit gebundenen Händen für möglich; diese Deutung wird nicht als sicher erzählte Schlangengrube ausgegeben.

Mittelalterliche Überlieferung; Ausgabedatum 2023 nicht mit Erzählzeit oder Gedichtentstehung gleichgesetzt.

Sprache: Altnordisch

Benutzte Ausgabe

Atlamál in grœnlenzku in Pettits Ausgabe 2023

Gedruckte S. 679–714/PDF 696–731 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung/Synopsis Druckseiten 679–681 und englische Übersetzung der Strophen 1–8, 21–35 und 56–72 in benannten PDF-Stellen gelesen. Sechs Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

Edition 2023, keine Datierung der erzählten Handlung.

Sprache: Altnordischer Text mit englischer Übersetzung

Überlieferter Text

Völsunga saga

Morris/Magnússon: XXVI–XXVII, XXIX–XXX und XXXIV–XXXVIII vollständig. Die Saga verbindet Brüderschwur, Gestalttausch, Tatplanung, Warnungen und Zehenspiel in der Grube. XXVIII und ein vollständiges XXXIX sind hier nicht eingeschlossen.

Zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts nach Gottfried-Portal; kein Datum der erhaltenen Haupthandschrift damit gleichgesetzt.

Sprache: Altnordisch

Benutzte Ausgabe

Völsunga saga: Gunnarr, Bündnis, Werbung und Atli · begrenzter Lesebeleg

Morris/Magnússon: Kapitel XXVI–XXVII und XXIX–XXX sowie XXXIV–XXXVIII vollständig in der archivierten Übersetzung gelesen; Handlungsbeginn von XXXIX nur als Grenze. Brüderschwur, Gestalttausch, Eidbruch, Warnung, Goldforderung, Hǫgnis Herz und Harfentod geprüft.

Historische Übersetzung; heutiges Lesedatum ist keine Textdatierung.

Sprache: Englisch

Überlieferter Text

Nibelungenlied

Shumway: VI–VII, X, XV–XVI und XXIII sowie XXIV bis Gunthers Entschluss und XXXIX bis zu den bezeichneten Todesfällen in den registrierten Passagen. Unsichtbare Hilfe, sexuelle Gewalt, Quellenmord und Kriemhilds Einladung erklären Gunthers anderen Rollenverlauf.

Um 1200 nach Badischer Landesbibliothek.

Sprache: Mittelhochdeutsch

Benutzte Ausgabe

Nibelungenlied: Gunthers Herrschaft und Täuschungen · begrenzter Lesebeleg

Shumway-Übersetzung: Aventiuren VI–VII, X, XV–XVI und XXIII sowie XXIV bis zu Gunthers Entschluss in benannten Passagen, XXXIX bis zu Kriemhilds und Gunthers Tod gelesen. Bündnis mit Siegfried, verdeckte Wettkampfhilfe, sexuelle Gewalt im Brautgemach, Mordkomplott und Gunthers Tod geprüft.

Historische Übersetzung; heutiges Lesedatum ist keine Textdatierung.

Sprache: Englisch

Benutzte Ausgabe

Atlakviða in grœnlenzka in Pettits Ausgabe 2023 · Hǫgni-Lesestellen

Gedruckte S. 657–678/PDF 674–695 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung und englische Strophen 6–27 in benannten PDF-Stellen gelesen: Warnring, Reise, Kampf, Hjalli und Hǫgnis Herz. Drei Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

Edition 2023, keine Datierung der erzählten Handlung.

Sprache: Altnordischer Text mit englischer Übersetzung

Benutzte Ausgabe

Atlamál in grœnlenzku in Pettits Ausgabe 2023 · Hǫgni-Lesestellen

Gedruckte S. 679–714/PDF 696–731 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung und englische Strophen 6–20, 28–46, 47–70 und 86–90 in benannten PDF-Stellen gelesen: Kostberas Runen- und Traumdeutung, Hǫgnis Abwehr, Söhne, Kampf, Hjalli, Herz und späterer Sohn. Neun Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

Edition 2023, keine Datierung der erzählten Handlung.

Sprache: Altnordischer Text mit englischer Übersetzung

Welche Zeit ist gemeint?

  • Die erzählten Ereignisse sind nicht als Lebensdaten historisch datierbar.
  • Die benannten eddischen Texte überliefern verschiedene und teilweise fragmentarische Szenen.
  • 1888: Druckgrundlage der benutzten Morris/Magnússon-Sagaübersetzung.
  • 1909: benutzte Shumway-Übersetzung des Nibelungenlieds.
  • 2023: benutzte zweisprachige Edition von Edward Pettit.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Sechs benannte eddische Texte, begrenzte Völsunga-saga-Kapitel und begrenzter Nibelungenlied-Vergleich
Verwendeter Ausschnitt
Pettit 2023: Brot af Sigurðarkviðu, Sigurðarkviða in skamma, Dráp Niflunga, Oddrúnargrátr, Atlakviða und Atlamál in genau benannten Lesestellen; Morris/Magnússon Völsunga saga XXVI–XXVII, XXIX–XXX, XXXIV–XXXVIII; Shumway Nibelungenlied VI–VII, X, XV–XVI, XXIII und benannte Stellen aus XXIV und XXXIX. Keine vollständige Handschriftenkollation oder Gesamtauslegung des Epos.
  1. Brot af Sigurðarkviðu: Gunnarrs Entscheidungen und Fassungen

    Brot af Sigurðarkviðu; Edward Pettit, zweisprachige Edition 2023

    Gedruckte S. 537–550/PDF 554–567 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung Druckseiten 537 und 539 sowie englische Übersetzung der erhaltenen Strophen 1–19 und editorische Prosa zum Todesort auf PDF 560, 562, 564 gelesen. Vier Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

    Anfang fehlt wegen Handschriftenlücke. Pettits Rekonstruktion der Vorgeschichte aus der Saga ist Kommentar, kein erhaltener Vers dieses Fragments. Varianten des Todesorts bleiben offen. Abgerufen am 2026-09-28.

  2. Sigurðarkviða in skamma: Gunnarrs Entscheidungen und Fassungen

    Sigurðarkviða in skamma; Edward Pettit, zweisprachige Edition 2023

    Gedruckte S. 567–594/PDF 584–611 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung/Synopsis Druckseiten 567–569 und englische Strophen 1–45 sowie 56–71 in benannten PDF-Übersetzungsseiten gelesen; acht Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

    Gedicht nicht mit Saga-Kapiteln gleichgesetzt; Gunnarr erwägt Eid, Verlust Brynhildrs und Schatzinteresse. Brynhildrs Druck und seine Entscheidung sind getrennt. Abgerufen am 2026-09-28.

  3. Dráp Niflunga: Gunnarrs Entscheidungen und Fassungen

    Dráp Niflunga; Edward Pettit, zweisprachige Edition 2023

    Gedruckte S. 605–608/PDF 622–625 als Kapitelausschnitt erschlossen. Pettits Einleitung Druckseite 605 und vollständiger englischer Prosabrückentext Druckseite 607 gelesen. Zwei Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

    Editorische mittelalterliche Prosa in Codex Regius, kein Vers und kein harmonisierender Masterbericht. Oddrún-Heirat, Glaumvǫr und Harfe gelten nur für die benannte Prosa. Abgerufen am 2026-09-28.

  4. Oddrúnargrátr: Gunnarrs Entscheidungen und Fassungen

    Oddrúnargrátr; Edward Pettit, zweisprachige Edition 2023

    Gedruckte S. 639–656/PDF 656–673 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung/Synopsis Druckseiten 639–641 und englische Übersetzung der Strophen 1–34 mit Prosarahmen auf PDF 662, 664, 666, 668 gelesen. Fünf Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

    Oddrúns Eigenrede ist eine weitere Fassung, keine in allen Atli-Gedichten bestätigte Beziehung Gunnarrs. Pettit hält Zeitfolge und einzelne Sprecherstellen für schwierig. Atlis Mutter als tödliche Schlange nur diesem Lied zugeordnet. Abgerufen am 2026-09-28.

  5. Atlakviða in grœnlenzka: Gunnarrs Entscheidungen und Fassungen

    Atlakviða in grœnlenzka; Edward Pettit, zweisprachige Edition 2023

    Gedruckte S. 657–678/PDF 674–695 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung/Synopsis Druckseiten 657–659 und englische Übersetzung der Strophen 1–32 in benannten Stellen auf PDF 680, 682, 684, 686 gelesen. Vier Original-PDF-Seiten für diesen Figurenauftrag tatsächlich visuell betrachtet.

    Gunnarr erkennt Wolfshaar-Warnung und beschließt dennoch die Fahrt; Gold, Hǫgnis Herz und Harfe stehen im kurzen Atli-Lied anders als in Atlamál. Strophenzählungsvarianten nicht geglättet. Abgerufen am 2026-09-28.

  6. Atlamál in grœnlenzku: Gunnarrs Entscheidungen und Fassungen

    Atlamál in grœnlenzku; Edward Pettit, zweisprachige Edition 2023

    Gedruckte S. 679–714/PDF 696–731 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung/Synopsis Druckseiten 679–681 und englische Übersetzung der Strophen 1–8, 21–35 und 56–72 in benannten PDF-Stellen gelesen. Sechs Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

    Längere, stärker häusliche Fassung mit veränderter Runenwarnung, Glaumvǫrs Träumen und Harfe mit den Zehen. Kein Anspruch auf vollständigen Vers-für-Vers-Kommentar. Abgerufen am 2026-09-28.

  7. Völsunga saga: Gunnarr, Bündnis, Werbung und Atli

    William Morris und Eiríkr Magnússon; englische Übersetzung, hier digitale Fassung auf Grundlage der Ausgabe 1888

    Morris/Magnússon: Kapitel XXVI–XXVII und XXIX–XXX sowie XXXIV–XXXVIII vollständig in der archivierten Übersetzung gelesen; Handlungsbeginn von XXXIX nur als Grenze. Brüderschwur, Gestalttausch, Eidbruch, Warnung, Goldforderung, Hǫgnis Herz und Harfentod geprüft.

    Übersetzung nach Ausgabe 1888, nicht der einzige Sagazeuge; moderne Kapitelzählungen können abweichen. Eingefügte Versstücke und nicht gelesene Kapitel sind kein zusätzlicher Beleg. Abgerufen am 2026-09-28.

  8. Nibelungenlied: Gunthers Herrschaft und Täuschungen

    Daniel Bussier Shumway; englische Prosaübersetzung 1909, Project Gutenberg

    Shumway-Übersetzung: Aventiuren VI–VII, X, XV–XVI und XXIII sowie XXIV bis zu Gunthers Entschluss in benannten Passagen, XXXIX bis zu Kriemhilds und Gunthers Tod gelesen. Bündnis mit Siegfried, verdeckte Wettkampfhilfe, sexuelle Gewalt im Brautgemach, Mordkomplott und Gunthers Tod geprüft.

    1909er englische Prosaübersetzung mit editorischen Erläuterungen; der Inselname Isenland nicht ungeprüft mit dem heutigen Island gleichgesetzt. Nordischer Gunnarr und epischer Gunther bilden keinen lückenlos identischen Lebenslauf. Abgerufen am 2026-09-28.

  9. Atlakviða in grœnlenzka: Hǫgnis Rolle im benannten Text

    Atlakviða in grœnlenzka; Edward Pettit, zweisprachige Edition 2023

    Gedruckte S. 657–678/PDF 674–695 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung und englische Strophen 6–27 in benannten PDF-Stellen gelesen: Warnring, Reise, Kampf, Hjalli und Hǫgnis Herz. Drei Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

    Strophen 8 und 19 haben editorische Unsicherheiten bei Sprecher beziehungsweise Bezugswort; keine sichere individuelle Tat aus zweideutiger Formulierung ableiten. Hjalli stirbt in diesem Lied. Abgerufen am 2026-09-28.

  10. Atlamál in grœnlenzku: Hǫgnis Rolle im benannten Text

    Atlamál in grœnlenzku; Edward Pettit, zweisprachige Edition 2023

    Gedruckte S. 679–714/PDF 696–731 als Kapitelausschnitt erschlossen. Einleitung und englische Strophen 6–20, 28–46, 47–70 und 86–90 in benannten PDF-Stellen gelesen: Kostberas Runen- und Traumdeutung, Hǫgnis Abwehr, Söhne, Kampf, Hjalli, Herz und späterer Sohn. Neun Original-PDF-Seiten tatsächlich visuell betrachtet.

    Längere Fassung mit abweichender Hjalli-Szene; nicht als bloße Erweiterung der Atlakviða behandeln. Hǫgnis Einwand gegen Hjallis Schreien ist nicht automatisch ein humanes Rettungsmotiv. Abgerufen am 2026-09-28.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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