Ein Altar verankert einen Namen
Ovid nennt im Februarbuch rauchende Altäre des Faunus auf der Tiberinsel. Danach erzählt er vom Untergang der Fabier am Cremera. Das gemeinsame Kalenderfenster verbindet örtliche Verehrung und römisches Familiengedächtnis, ohne Faunus zum Urheber der ganzen Schlacht zu machen.
Die Ortsangabe zeigt einen singulären göttlichen Namen. Sie ist hier eine Aussage des Gedichts, keine selbst durchgeführte Ausgrabung. Wer Faunus nur als beliebigen Waldbewohner kennt, sieht mit diesem Altar einen anderen Zugang: eine benannte Verehrung in der Stadt.
Pan eröffnet eine Erklärung, aber nicht die einzige
Im Lupercalienabschnitt verbindet Ovid Faunus mit arkadischem Pan, dem Schutz des Viehs und Evanders Überfahrt. Die Nacktheit der Läufer bekommt eine weitere Geschichte: Faunus versucht nachts auf Omphale zuzugreifen, findet wegen vertauschter Gewänder jedoch Hercules und wird zurückgestoßen. Die Szene ist komisch erzählt; der beabsichtigte Zugriff wird dadurch nicht einvernehmlich.
Anschließend folgen ausdrücklich lateinische Erklärungen. Romulus und Remus reagieren unterschiedlich schnell auf einen Viehraub; andere Abschnitte führen zur Wölfin und zu einer mehrdeutigen Anweisung Junos. Ovid lässt mehrere Zugänge zum Fest nebeneinander bestehen. Sein Panvergleich ist daher keine vollständige Geschichte einer sicher nachgewiesenen Kultwanderung.
Vergil spricht von Faunen in der Mehrzahl
In der Aeneis erzählt Evander von den Wäldern vor der römischen Stadt. Dort hätten einheimische Fauni und Nymphen gelebt. Im lateinischen Vers 314 stehen beide Namen in der Mehrzahl. Diese Faune sind in der Rede eine Gruppe; der Vers nennt sie nicht Kinder eines einzelnen Faunus.
Evander führt anschließend Saturn als Gesetzgeber ein und beschreibt ein goldenes Zeitalter mit späterem Verfall. Die Waldgruppen gehören zu dieser literarischen Vorgeschichte. Daraus entsteht keine archäologisch gesicherte Bevölkerungsgeschichte, aber ein klarer Unterschied zum benannten Faunusaltar im Kalender.
Ähnlichkeit bleibt eine Frage an den Text
Faunus kann im Gedicht mit Pan verbunden werden; Fauni können als Mehrzahlgruppe eine Landschaft bewohnen. Keiner dieser Befunde erlaubt, sämtliche Pans, Satyrn und Faune unterschiedlicher Texte zu einer einzigen Gestalt zu vereinigen. Namen, Zahl und Handlung müssen jeweils geprüft werden.
Das Profil führt deshalb vom örtlichen Gott über konkurrierende Festgeschichten zur Gruppe bei Vergil. Der anschließende Sternbildbericht um Dione und Cupid bleibt eine andere Erzählung. Ein gemeinsames Quellenfenster macht aus jeder darin auftretenden Gestalt weder einen Faun noch ein zusätzliches Faunusabenteuer.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Ein Altar verankert einen Namen
Fasti 2,193–242
Pan eröffnet eine Erklärung, aber nicht die einzige
Fasti 2,267–452 im gelesenen Fenster 267–474
Vergil spricht von Faunen in der Mehrzahl
Aeneis 8,314–336 im gelesenen Fenster 314–344
Ähnlichkeit bleibt eine Frage an den Text
Fasti 2,267–474, besonders 453–474; Aeneis 8,314
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Fasti
Fasti 2.193–242 sowie 2.267–474 in Frazers englischer Übersetzung: Faunusaltar und anschließende Fabiergeschichte; Faunus/Pan, Omphaleepisode und verschiedene Lupercalienerklärungen. Der Dione-/Cupidoabschnitt 2.453–474 ist keine weitere Tat des Faunus.
Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
Fasti 2,193–242: Faunusaltar und Fabiergedächtnis
Örtlicher Faunusaltar und benachbarter Bericht von den Fabiern sind unterschiedliche Teile des Kalenderfensters.
Antikes beziehungsweise spätantikes Werk; die historische Übersetzung und digitale Leseausgabe bilden eigene Zeitebenen.
Sprache: Englische Frazerübersetzung
Benutzte Ausgabe
Fasti 2,267–474: Faunus und Festgeschichten
Panbezug, Omphaleepisode und mehrere Erklärungen der Lupercalien; der letzte Sternbildbericht gehört anderen Gestalten.
Antikes beziehungsweise spätantikes Werk; die historische Übersetzung und digitale Leseausgabe bilden eigene Zeitebenen.
Sprache: Englische Frazerübersetzung
Überlieferter Text
Aeneis
Aeneis 8.314–344 als begrenzter lateinischer Lesetext, hier insbesondere 8.314–336: Evanders Fauni im Plural, Nymphen und Saturnerzählung. Kein Stammbaum sämtlicher Faune als Kinder eines einzelnen Faunus und kein archäologischer Nachweis der erzählten Frühzeit.
Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
Aeneis 8,314–344: Fauni und Carmenta
Evanders Vorgeschichte der Landschaft nennt Fauni in der Mehrzahl und verankert Carmenta an Altar und Tor.
Antikes beziehungsweise spätantikes Werk; die historische Übersetzung und digitale Leseausgabe bilden eigene Zeitebenen.
Sprache: Lateinischer digitaler Lesetext, The Latin Library
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Verschiedene Faunus- und Panbezüge in Ovids Festgeschichten und Vergils eigenständige Fauni im Plural.
- Verwendeter Ausschnitt
- Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Fasti 2.193–242 sowie 2.267–474 in Frazers englischer Übersetzung: Faunusaltar und anschließende Fabiergeschichte; Faunus/Pan, Omphaleepisode und verschiedene Lupercalienerklärungen. Der Dione-/Cupidoabschnitt 2.453–474 ist keine weitere Tat des Faunus.; Aeneis 8.314–344 als begrenzter lateinischer Lesetext, hier insbesondere 8.314–336: Evanders Fauni im Plural, Nymphen und Saturnerzählung. Kein Stammbaum sämtlicher Faune als Kinder eines einzelnen Faunus und kein archäologischer Nachweis der erzählten Frühzeit.
- Ovid: Faunus auf der Insel und das Gedächtnis der Fabier
Ovid; englische Übersetzung James G. Frazer; digitale Leseausgabe Theoi · Antikes Kalendergedicht; historische Frazerübersetzung, digitale Leseausgabe.
Fasti 2,193–242: das vollständige zusammenhängende Fenster in James G. Frazers englischer Übersetzung auf Theoi gelesen; alle Absätze im Werkzeug ausgegeben.
Nur dieses benannte Textfenster. Keine vollständige Buchlektüre, lateinische Gegenlese, gelesene Fußnotenkommentierung, Handschriftenkollation oder eigene Objektprüfung. Literarische Erklärungen und Etymologiealternativen sind keine unabhängig bewiesenen Ursprünge. Abgerufen am 2026-10-01.
- Ovid: Faunus, Panbezug und mehrere Erklärungen der Lupercalien
Ovid; englische Übersetzung James G. Frazer; digitale Leseausgabe Theoi · Antikes Kalendergedicht; historische Frazerübersetzung, digitale Leseausgabe.
Fasti 2,267–474: das vollständige zusammenhängende Fenster in James G. Frazers englischer Übersetzung auf Theoi gelesen; alle Absätze im Werkzeug ausgegeben.
Nur dieses benannte Textfenster. Keine vollständige Buchlektüre, lateinische Gegenlese, gelesene Fußnotenkommentierung, Handschriftenkollation oder eigene Objektprüfung. Literarische Erklärungen und Etymologiealternativen sind keine unabhängig bewiesenen Ursprünge. Abgerufen am 2026-10-01.
- Vergil: Fauni und Carmenta in Evanders Ortsrede
Vergil; lateinische digitale Leseausgabe The Latin Library · Antike Werke beziehungsweise heutige institutionelle Forschung; Edition und Objektzeit gesondert bezeichnet.
Aeneis 8,314–344 vollständig lateinisch gelesen; Sprecher Evander aus Vers 313 im Archivkontext geprüft.
Nur die benannten Abschnitte; keine vollständige Werk- oder Fußnotenlektüre, Handschriftenkollation, Objektautopsie oder Bildrechteprüfung. Aussagen des Autors, referierte Deutungen und heutige Katalogbeschreibungen bleiben unterscheidbar. Abgerufen am 2026-10-01.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.
