Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Eschmun: Ein Heiligtum statt einer ergänzten Götterbiografie

Königliche Inschrift und archäologische Forschung erschließen einen lokalen Kult und seine Veränderungen.

2–3 Minuten Lesezeit

Die Quelle benennt einen Ort und eine Leistung

Eshmunazors Grabinschrift beansprucht den Bau eines Tempels für Eschmun, den heiligen Fürsten an der Quelle YDLL im Bergland. Dieser Satz verbindet die Gottheit mit einer benannten Umgebung und mit königlichem Handeln.

Der Sarkophag ist dabei keine neutrale Bauchronik. Er stellt Leistungen von König und Mutter dar und verlangt Schutz für den Toten. Unsichere Ergänzungen der französischen Museumsübersetzung bleiben von sicher lesbaren Angaben unterschieden.

Der Kultort hat mehrere Bauphasen

Die Zusammenfassung der Grabungspublikation von Rolf Stucky beschreibt das Heiligtum des phönizischen Heilgotts bei Sidon in Bostan ech Sheiq. Sie unterscheidet Bauten aus lokalem Kalkstein von einer späteren Phase mit importiertem griechischem Marmor und nahöstlichen Formen im Innenraum.

Gelesen ist hier diese wissenschaftliche Verlagszusammenfassung, nicht der gesamte Grabungsband. Seine Rekonstruktion des Tempels bleibt ein Vorschlag der Forschung; auch die darin geschilderten Verluste während des Bürgerkriegs sind kein neuer Zustandsbericht des heutigen Geländes.

Ein Heilungsbezug braucht kein erfundenes Abenteuer

Der lokale Kult und die Ansprache als Heilgott lassen Fragen nach Bitten, Fürsorge und der Nutzung eines Heiligtums zu. Sie beweisen keine heutige medizinische Wirksamkeit und überliefern nicht von selbst einen vollständigen Lebenslauf des Gottes.

Vergleiche die königliche Tempelbehauptung mit den materiellen Bauphasen. Was wird im Namen Eschmuns getan, und wer stellt dieses Tun dar? So wird der Kult greifbar, ohne verlorene oder ungeprüfte Erzählungen einzusetzen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

In den benannten lokalen Quellen
Was lässt sich über Heilung und Verehrung sagen, wenn eine vollständige Erzählung fehlt?

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Eshmunazors Sarkophaginschrift KAI 14

Königliche Grabinschrift, 22 Zeilen in der französischen Museumsübersetzung; Tempel- und Herrschaftsbehauptungen als Rede des Grabtexts.

Die jeweilige Katalogdatierung gehört zum Träger, nicht zur Entstehung einer universellen Gottesbiografie.

Sprache: Phönizisch

Erhaltener Textzeuge

AO 4806, Sarkophag aus Saïda/Magharat Tabloun

AO 4806, Sarkophag aus Saïda/Magharat Tabloun; keine unabhängige Autopsie.

Träger- und Herkunftsangaben aus dem benannten Katalog.

Sprache: Phönizisch

Benutzte Ausgabe

Französische Museumswiedergabe: Eshmunazors Sarkophaginschrift KAI 14

Königliche Grabinschrift, 22 Zeilen in der französischen Museumsübersetzung; Tempel- und Herrschaftsbehauptungen als Rede des Grabtexts. Eigene deutsche Erläuterungen, keine vollständige öffentliche Übernahme der französischen Übersetzung.

Gelesene Online-Katalogfassung am 2026-10-17

Sprache: Französisch nach Phönizisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Konkret benannte levantinische, ägyptische und punische Zeugnisse sowie griechische Vermittlung
Verwendeter Ausschnitt
Die je Abschnitt genannten Inschriften, Kataloge und begrenzten wissenschaftlichen Textfenster
  1. Sarcophage d'Eshmunazor, AO 4806 / KAI 14

    Musée du Louvre; französische Inschriftenübersetzung nach Pierre Bordreuil und Éric Gubel

    Gesamte sachliche Objektbeschreibung vor der Bibliographie, Metadaten und vollständige angezeigte französische Übersetzung der 22 Inschriftenzeilen gelesen. Für Kultbezüge besonders Z.14–18.

    Keine eigene Phönizischlesung, Tafel-/Steinautopsie oder Bildsichtung. Königlich formulierte Selbstaussagen bleiben Selbstaussagen. Mehrere Datierungsansätze und Fragezeichen der Übersetzung erhalten. Bibliographie nicht als gelesene Werke geführt; aktuelle Saalposition nicht neu bestätigt. Abgerufen am 2026-10-17.

  2. Das Eschmun-Heiligtum von Sidon: Architektur und Inschriften – Verlagszusammenfassung

    Rolf A. Stucky, unter Mitarbeit von Sigmund Stucky; Beiträge Antonio Loprieno, Hans-Peter Mathys, Rolf Wachter

    Deutsche und englische Zusammenfassungen auf der Verlagsseite vollständig gelesen. Kultort Bostan ech Sheiq, Heilgott, Bauphasen, Dokumentationsziel und Grenzen der vorgeschlagenen Rekonstruktion.

    Nicht den kostenpflichtigen Grabungsband oder seine Inschriftenedition gelesen. Keine neu bestätigte Erhaltungslage des heutigen Geländes. Architekturrekonstruktion bleibt Vorschlag der Publikation; keine medizinische Wirksamkeit behauptet. Abgerufen am 2026-10-17.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.