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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Melqart: Eine Weihung spricht zwei Sprachen

Ein auf Malta gefundener Cippus verbindet den Herrn von Tyros mit Herakles in einer unterschiedlich formulierten zweisprachigen Widmung.

3 Minuten Lesezeit

Tyros bleibt im Namen der Beziehung sichtbar

Die phönizische Widmung des Malta-Cippus richtet sich an Melqart als Herrn von Tyros. Zwei Brüder stiften; der Text verbindet die Gabe mit der Bitte um Segen und der Behauptung, ihre Stimme sei gehört worden.

Der Katalog nennt Marsaxlokk als Fundort und setzt das Objekt ins zweite Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Damit ist eine Verbindung über das Meer belegt. Ein genauer Reiseweg oder die vollständige Geschichte der beiden Männer steht nicht auf dem Stein.

Die griechische Fassung sagt nicht einfach alles noch einmal

Die griechische Widmung nennt die Stifter mit anderen Namensformen, bezeichnet sie als Tyrier und richtet die Gabe an Herakles Archegetes. Die zwei Fassungen stehen auf demselben Monument und formulieren die Beziehung verschieden.

Diese konkrete Verbindung ist stärker als eine bloße Ähnlichkeit von Bildern. Sie macht dennoch nicht jede Herakles-Erzählung zu einem ursprünglich phönizischen Melqart-Abenteuer.

Eine literarische Erklärung ist ein weiterer Belegtyp

Auch die bei Eusebius zitierte Darstellung nennt Melcathrus und erklärt ihn als Herakles. Dort ist die Benennung in eine Genealogie eingebaut. Das ist ein anderes Verfahren als die örtliche Weihung zweier Stifter.

Vergleiche Stadtbezug, Stifter und Erzähler. Welche Beziehung wird tatsächlich ausgesprochen, und wie viel zusätzliche Geschichte müsstest du erst von anderswo herantragen?

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

In den benannten lokalen Quellen
Wie weit trägt eine Gleichsetzung, die auf einem konkreten Objekt steht?

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Zweisprachige Weihung an Melqart / Herakles, KAI 47

Vier phönizische und drei griechische Zeilen; Gottesanrede und Personennamen in zwei unterschiedlich formulierten Fassungen.

Die jeweilige Katalogdatierung gehört zum Träger, nicht zur Entstehung einer universellen Gottesbiografie.

Sprache: Phönizisch und Altgriechisch

Erhaltener Textzeuge

AO 4818, Cippe de Malte, Marsaxlokk nach Katalog

AO 4818, Cippe de Malte, Marsaxlokk nach Katalog; keine unabhängige Autopsie.

Träger- und Herkunftsangaben aus dem benannten Katalog.

Sprache: Phönizisch und Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Französische Museumswiedergabe: Zweisprachige Weihung an Melqart / Herakles, KAI 47

Vier phönizische und drei griechische Zeilen; Gottesanrede und Personennamen in zwei unterschiedlich formulierten Fassungen. Eigene deutsche Erläuterungen, keine vollständige öffentliche Übernahme der französischen Übersetzung.

Gelesene Online-Katalogfassung am 2026-10-17

Sprache: Französisch nach Phönizisch und Altgriechisch

Überlieferter Text

Praeparatio evangelica

Hier ausschließlich I.2 und I.9–10 in Gifford 1903 gelesen; der ältere Arbeitskontext zu II.2 wird dadurch nicht als neu gelesen übernommen.

Antikes Werk Eusebius’ von Caesarea.

Sprache: Griechisch

Benutzte Ausgabe

Gifford 1903: Praeparatio evangelica I.2 und I.9–10

Explizit gelesene Kapitel I.2 und I.9–10; kein ganzes Buch und keine unabhängig erhaltene phönizische Vorlage.

Übersetzung 1903; digitale Transkription 2003.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Philo von Byblos: Sanchuniathon zugeschriebene phönizische Geschichte, bei Eusebius zitiert

Fragmentarischer beziehungsweise zitierter Werkzugang über Praeparatio evangelica I.9–10. Eusebius ist Überlieferungs- und Argumentationskontext, kein hier untersuchtes phönizisches Manuskript.

Zeitabstände und Antiquitätsbehauptungen der zitierten Überlieferung nicht als nachgewiesene Ursprungsdatierung verwendet.

Sprache: Griechische Vermittlung; behauptete phönizische Vorlage nicht unabhängig vorliegend

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Konkret benannte levantinische, ägyptische und punische Zeugnisse sowie griechische Vermittlung
Verwendeter Ausschnitt
Die je Abschnitt genannten Inschriften, Kataloge und begrenzten wissenschaftlichen Textfenster
  1. Cippe de Malte, AO 4818 / KAI 47

    Musée du Louvre

    Gesamte sachliche Beschreibung/Metadaten vor der Bibliographie; vier Zeilen französisch wiedergegebener phönizischer Weihung und drei Zeilen griechischer Weihung gelesen.

    Keine eigene Lesung der antiken Zeichen oder Bildprüfung. Zweisprachige Widmung ist ein konkreter Bezug, keine universelle Gleichsetzung aller Herakles-/Melqart-Traditionen. Funddatum und Datierung als Angaben dieser Katalogfassung; keine Abgleichbehauptung mit allen abweichenden Angaben anderer Kataloge. Abgerufen am 2026-10-17.

  2. Praeparatio evangelica I.2 und I.9–10: Philo und phönizische Überlieferung

    Eusebius von Caesarea; englische Übersetzung E. H. Gifford 1903; digitale Transkription Peter Kirby / Roger Pearse

    I.2 sowie I.9 und I.10 vollständig im gespeicherten englischen Text gelesen, einschließlich abschließender Wertung Eusebius und zugehöriger Fußnoten. Keine Volllektüre von Buch I oder des Gesamtwerks.

    Vermittelte antike Behauptungen: Sanchuniathons Alter, Tempelarchive und Philo als Übersetzer sind Aussagen der Überlieferung, keine hier unabhängig bestätigten Tatsachen. Porphyry ist eine zusätzliche zitierte Autoritätsstimme, nicht pauschal ein für jedes Philo-Wort erwiesenes Zwischenglied. Keine eigenständige griechische oder phönizische Lektüre. Abgerufen am 2026-10-17.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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