Ein geteilter Körper, ein verborgener Ort
Hesiod führt Echidna als außergewöhnliche Gestalt ein: ein Teil erscheint wie eine junge Frau, der andere wie eine große Schlange. Sie lebt in einer Höhle unter der Erde. Der Text verortet sie in Arima und sagt, dass sie weder stirbt noch altert. Diese Aussagen gehören zu Hesiods Beschreibung; sie sind keine Beobachtung eines wirklichen Ortes oder Wesens.
Die Gestalt ist damit mehr als ein späteres Bild für eine „Mutter der Monster“. Bevor von ihren Nachkommen die Rede ist, gibt das Gedicht ihr einen eigenen Körper und Aufenthaltsort. Wer ihre Eltern sind, wird in diesem kurzen Ausschnitt nicht mit derselben Eindeutigkeit genannt wie ihre folgenden Kinder.
Eine Genealogie mit klaren und offenen Stellen
Im nächsten Abschnitt verbindet der Erzähler Echidna mit Typhaon. Er nennt zunächst Orthos, dann Kerberos, anschließend die Hydra von Lerna und die feuerspeiende Chimaira. Hesiod erzählt hier keine fortlaufende Familiengeschichte: Bei der Hydra und der Chimaira schiebt er bereits ein, wie Helden ihnen begegnen.
Die Namen lassen sich miteinander lesen, doch die Genealogie ist keine Einladung, jede später genannte Gestalt ohne Prüfung als Echidnas Kind einzutragen. Gerade die anschließenden Bezüge zu Sphinx und nemeischem Löwen verlangen eine eigene Textentscheidung. Dieses Profil beschränkt sich auf die in den gelesenen Versen eindeutig eingeführte Folge.
Die Echidna, die Argos tötet
Pseudo-Apollodor berichtet in seiner Argos-Erzählung von einer Echidna als Tochter von Erde und Tartaros. Sie greift Vorübergehende an; der vieläugige Argos überrascht und tötet sie im Schlaf. Das ist ein knapper Bericht in einem anderen Erzählzusammenhang, nicht Hesiods Fortsetzung.
Bei Hesiod stirbt Echidna gerade nicht. Nur Pseudo-Apollodor nennt in den hier gelesenen Stellen Erde und Tartaros ausdrücklich als Eltern; vor allem widersprechen sich die Aussagen über Echidnas Ende. Ob hier Varianten einer Figur oder gleichnamige Gestalten vorliegen, entscheidet die kurze Lektüre nicht sicher. Die Seite bewahrt diesen Unterschied, statt Echidna erst unsterblich zu nennen und später kommentarlos sterben zu lassen.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Hesiod: Gestalt und Genealogie
Theogonie 295–332: Körper, Arima und genannte Nachkommen.
Pseudo-Apollodor: Argos-Erzählung
Bibliotheke 2,1,2: andere Herkunft und Tötung im Schlaf.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Hugh G. Evelyn-White: Echidna und Typhoeus in der Theogonie
Nur Theogonie 295–332 und 820–868 gelesen; die zweite Stelle betrifft den eigenen Typhoeus-Strang. Keine vollständige Lektüre oder Handschriftenkollation.
Historische Übersetzung 1914; digitale Wiedergabe bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Bibliotheke des Pseudo-Apollodor
Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.
Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Bibliotheke Buch 2 nach Frazer: Echidna und Heldenproben
Nur Bibliotheke 2,1,2; 2,3,1–2; 2,5,2 und 2,5,12 gelesen. Jede Seite nutzt davon ihre eigene Stelle; keine Gesamtlektüre von Buch 2.
Historische Frazer-Übersetzung 1921; digitale Wiedergabe bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Griechische genealogische Dichtung und spätere mythographische Sammlung
- Verwendeter Ausschnitt
- Hesiod, Theogonie 295–332; Pseudo-Apollodor, Bibliotheke 2,1,2. Nur diese Stellen, keine vollständige Echidna-Überlieferung.
- Theogonie 295–332 und 820–868: Echidna, Nachkommen und Typhoeus
Hesiod; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antikes Gedicht; englische Übersetzung 1914
Theogonie 295–332: Echidnas Gestalt und Wohnort, Typhaon, Orthos, Kerberos, Hydra, Chimaira und benannte Kämpfe; 820–868: Typhoeus als Gegner des Zeus. Nur diese beiden Stellen gelesen.
Historische englische Übersetzung, keine eigene Kollation des griechischen Textes. Typhaon und Typhoeus nicht ohne Identitätsprüfung gleichsetzen; unklare pronominale Genealogie nicht glätten. Abgerufen am 2026-09-29.
- Bibliotheke 2: Echidna, Chimaira und Herakles-Aufgaben
Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · Antike Kompilation; englische Übersetzung 1921
Bibliotheke 2,1,2: Echidna und Argos; 2,3,1–2: Chimaira, Bellerophon und Pegasos; 2,5,2: Hydra und Iolaos; 2,5,12: Kerberos und Herakles. Nur diese vier Abschnitte gelesen.
Frazer-Übersetzung, kein eigenständig kollationierter griechischer Text. Kopfzahlen, Geschichtsenden und Kampftechniken nur ihrer jeweiligen Fassung zuschreiben; Echidna-Identität zwischen Werken offenhalten. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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