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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Echidna: Zwischen Gestalt und Stammbaum

Hesiod beschreibt Echidnas Körper und nennt ihre Nachkommen. Eine andere Erzählung lässt Argos eine Echidna töten. Gehören beide Aussagen zu derselben Figur?

3 Minuten Lesezeit

Ein geteilter Körper, ein verborgener Ort

Hesiod führt Echidna als außergewöhnliche Gestalt ein: ein Teil erscheint wie eine junge Frau, der andere wie eine große Schlange. Sie lebt in einer Höhle unter der Erde. Der Text verortet sie in Arima und sagt, dass sie weder stirbt noch altert. Diese Aussagen gehören zu Hesiods Beschreibung; sie sind keine Beobachtung eines wirklichen Ortes oder Wesens.

Die Gestalt ist damit mehr als ein späteres Bild für eine „Mutter der Monster“. Bevor von ihren Nachkommen die Rede ist, gibt das Gedicht ihr einen eigenen Körper und Aufenthaltsort. Wer ihre Eltern sind, wird in diesem kurzen Ausschnitt nicht mit derselben Eindeutigkeit genannt wie ihre folgenden Kinder.

Eine Genealogie mit klaren und offenen Stellen

Im nächsten Abschnitt verbindet der Erzähler Echidna mit Typhaon. Er nennt zunächst Orthos, dann Kerberos, anschließend die Hydra von Lerna und die feuerspeiende Chimaira. Hesiod erzählt hier keine fortlaufende Familiengeschichte: Bei der Hydra und der Chimaira schiebt er bereits ein, wie Helden ihnen begegnen.

Die Namen lassen sich miteinander lesen, doch die Genealogie ist keine Einladung, jede später genannte Gestalt ohne Prüfung als Echidnas Kind einzutragen. Gerade die anschließenden Bezüge zu Sphinx und nemeischem Löwen verlangen eine eigene Textentscheidung. Dieses Profil beschränkt sich auf die in den gelesenen Versen eindeutig eingeführte Folge.

Die Echidna, die Argos tötet

Pseudo-Apollodor berichtet in seiner Argos-Erzählung von einer Echidna als Tochter von Erde und Tartaros. Sie greift Vorübergehende an; der vieläugige Argos überrascht und tötet sie im Schlaf. Das ist ein knapper Bericht in einem anderen Erzählzusammenhang, nicht Hesiods Fortsetzung.

Bei Hesiod stirbt Echidna gerade nicht. Nur Pseudo-Apollodor nennt in den hier gelesenen Stellen Erde und Tartaros ausdrücklich als Eltern; vor allem widersprechen sich die Aussagen über Echidnas Ende. Ob hier Varianten einer Figur oder gleichnamige Gestalten vorliegen, entscheidet die kurze Lektüre nicht sicher. Die Seite bewahrt diesen Unterschied, statt Echidna erst unsterblich zu nennen und später kommentarlos sterben zu lassen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Hesiod: Gestalt und Genealogie
Theogonie 295–332: Körper, Arima und genannte Nachkommen.

Pseudo-Apollodor: Argos-Erzählung
Bibliotheke 2,1,2: andere Herkunft und Tötung im Schlaf.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Hugh G. Evelyn-White: Echidna und Typhoeus in der Theogonie

Nur Theogonie 295–332 und 820–868 gelesen; die zweite Stelle betrifft den eigenen Typhoeus-Strang. Keine vollständige Lektüre oder Handschriftenkollation.

Historische Übersetzung 1914; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke Buch 2 nach Frazer: Echidna und Heldenproben

Nur Bibliotheke 2,1,2; 2,3,1–2; 2,5,2 und 2,5,12 gelesen. Jede Seite nutzt davon ihre eigene Stelle; keine Gesamtlektüre von Buch 2.

Historische Frazer-Übersetzung 1921; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische genealogische Dichtung und spätere mythographische Sammlung
Verwendeter Ausschnitt
Hesiod, Theogonie 295–332; Pseudo-Apollodor, Bibliotheke 2,1,2. Nur diese Stellen, keine vollständige Echidna-Überlieferung.
  1. Theogonie 295–332 und 820–868: Echidna, Nachkommen und Typhoeus

    Hesiod; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antikes Gedicht; englische Übersetzung 1914

    Theogonie 295–332: Echidnas Gestalt und Wohnort, Typhaon, Orthos, Kerberos, Hydra, Chimaira und benannte Kämpfe; 820–868: Typhoeus als Gegner des Zeus. Nur diese beiden Stellen gelesen.

    Historische englische Übersetzung, keine eigene Kollation des griechischen Textes. Typhaon und Typhoeus nicht ohne Identitätsprüfung gleichsetzen; unklare pronominale Genealogie nicht glätten. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Bibliotheke 2: Echidna, Chimaira und Herakles-Aufgaben

    Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · Antike Kompilation; englische Übersetzung 1921

    Bibliotheke 2,1,2: Echidna und Argos; 2,3,1–2: Chimaira, Bellerophon und Pegasos; 2,5,2: Hydra und Iolaos; 2,5,12: Kerberos und Herakles. Nur diese vier Abschnitte gelesen.

    Frazer-Übersetzung, kein eigenständig kollationierter griechischer Text. Kopfzahlen, Geschichtsenden und Kampftechniken nur ihrer jeweiligen Fassung zuschreiben; Echidna-Identität zwischen Werken offenhalten. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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