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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Ḏū l-Qarnayn: Wege, Macht und eine Schranke

Drei Reisen zeigen Entscheidungen über Gewalt, gerechte Behandlung und gemeinsames Bauen. Die Erzählfigur besitzt nicht allein dadurch eine bewiesene historische Identität.

3 Minuten Lesezeit

Eine Frage eröffnet die Erzählung

Sure 18 beginnt den Abschnitt mit der Frage nach Ḏū l-Qarnayn. Ihm werden Macht und Wege gegeben. An der Stätte des Sonnenuntergangs findet er eine Gemeinschaft und entscheidet, Unrecht anders zu behandeln als Glauben und gutes Handeln. Die Erscheinung der Sonne an einer schlammigen Quelle gehört zur erzählten Reisebeobachtung, nicht zu einer hier überprüften Orts- oder Himmelskarte.

Nachlesen: [1] 18,83–88

Zwei weitere Wege

Eine zweite Reise führt zu Menschen ohne Schutz vor der aufgehenden Sonne. Eine dritte führt zwischen zwei Höhen zu einer Gemeinschaft mit Verständigungsschwierigkeiten. Sie bittet gegen eine Zahlung um Schutz vor Gog und Magog. Ḏū l-Qarnayn fordert statt der angebotenen Zahlung praktische Hilfe beim Bau und lässt Eisen und geschmolzenes Metall verarbeiten.

Nachlesen: [1] 18,89–97

Eine Grenze der eigenen Leistung

Die Schranke kann zunächst weder überstiegen noch durchbrochen werden. Ḏū l-Qarnayn nennt sie jedoch Erbarmen seines Herrn und kündigt an, dass sie bei dessen Verheißung niedergelegt werde. Dauernde Sicherheit wird so gerade nicht als Leistung eines unbegrenzt mächtigen Menschen versprochen.

Nachlesen: [1] 18,97–99

Eine Auslegung steigert die Reichweite

Die gelesene Ibn-Kaṯīr-Kurzfassung erklärt die gegebenen Mittel als königliche Macht, Wissen und Möglichkeiten der Eroberung. Den Namen verbindet sie mit den beiden Sonnenenden im Osten und Westen. Das ist die Deutung dieses Abschnitts; eine historische Person namens Alexander oder Kyros nennt dieser gelesene Kommentar nicht.

Historischer Name oder literarische Gestalt?

Marina Gaillard verweist in ihrer 2023 veröffentlichten Untersuchung darauf, dass die häufige Identifizierung Ḏū l-Qarnayns mit Alexander umstritten ist und der Koran Alexander nicht beim Namen nennt. Ihre Analyse behandelt eine viel spätere persische Alexandererzählung. Solche literarischen Verbindungen sind von dem Nachweis zu unterscheiden, ein historischer Herrscher habe genau die koranischen Reisen unternommen.

Weiterdenken

Woran wird Macht in dieser Erzählung gemessen, wenn selbst eine starke Schranke keinen ewigen Bestand hat?

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Belegstelle im bezeichneten Text
18,83–99

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Koran: ausgewählte Familien- und Prophetenerzählungen

Die vollständig gelesene Sure 18 in der benannten englischen Pickthall-Ausgabe, soweit die einzelnen Abschnitte auf dieserSeite erklärt werden.

Verkündigung im frühen 7.Jahrhundert; hier keine einheitliche Feindatierung aller Verse.

Sprache: Arabisches Werk; hier englische Vermittlung

Benutzte Ausgabe

Pickthall: Koran 18,1–110

Tatsächlich gelesenes, einzeln gebundenes Fenster. Die weiteren parallelen Übersetzungen des Downloads werden nicht als gelesene Ausgaben ausgegeben.

Grundübersetzung 1930; Gutenberg-Vergleichsausgabe 2005, Plattformstand 2020, Abruf 2026.

Sprache: Englisch

Überlieferter Text

Ibn Kaṯīrs Koranauslegung: ausgewählte Kommentare

Nur die bezeichneten und tatsächlich gelesenen englischen Kommentargruppen; keine dort zitierten Werke als selbst gelesen ausgegeben.

Ibn Kaṯīr, 14.Jahrhundert; gekürzte englische Vermittlung in moderner Ausgabe.

Sprache: Arabisches Werk; hier englische Vermittlung

Benutzte Ausgabe

Ibn Kathir (Abridged): 18,83–84

Vollständig gelieferte, tatsächlich gelesene Kommentargruppe.

Moderne englische Kurzfassung; Abruf 2026.

Sprache: Englisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Verwendeter Ausschnitt
Die bezeichneten Textfenster und ausdrücklich zugeschriebene spätere Deutungen; keine aus unterschiedlichen Fassungen erfundene historische Biografie.
  1. Koran 18,1–110: Pickthall in Gutenberg 16955

    Koran; englisch Marmaduke Pickthall, Grundübersetzung 1930; digitale Vergleichsausgabe Project Gutenberg 16955

    Englische Pickthall-Verse 18,1–110 vollständig tatsächlich gelesen; keine eigene arabische Übersetzung.

    Ein konkret bezeichnetes Fenster derselben Übersetzung, keine zusätzliche unabhängige Bestätigung. Gutenberg nennt eine nach Druckausgaben korrigierte Datei unbekannter ursprünglicher Herkunft; kein Faksimile von 1930. Religiöse Aussagen und erzählte Ereignisse nicht als hier historisch verifiziert ausgegeben. Abgerufen am 2026-10-15.

  2. Ibn Kaṯīr, gekürzt englisch: 18,83–84

    Ibn Kaṯīr; englische Kurzfassung Ibn Kathir (Abridged), Quran.com

    Gesamten gelieferten englischen Kommentar zu 18,83–84 gelesen.

    Auslegung zu den Fragen und der Macht der Figur; dieser gelesene Abschnitt benennt keine historische Alexander-/Kyros-Identität. Die behauptete Weltherrschaft ist keine hier bestätigte Geschichte. Weitere zitierte Werke nicht selbst gelesen. Moderne Kurzfassung nicht frei relizenziert. Abgerufen am 2026-10-15.

  3. Alexander the Great or Būrān-Dukht: who is the true hero of the Dārāb-nāma of Ṭarsūsī?

    Marina Gaillard; posthum veröffentlicht 26.09.2023, Iranian Studies 56/4,623–636, DOI 10.1017/irn.2023.49

    Abstract, Einleitung und ganzen Abschnitt 1 The birth of Alexander and his legitimation sowie Publikations-/CC BY 4-Metadaten gelesen; keine vollständige Artikellektüre oder eigenständige Anmerkungslektüre behauptet.

    Benannte Forschungsdeutung; hier für die literarische Alexandertradition und ausdrücklich umstrittene historische Identifizierung verwendet. Keine eigene Lektüre des Dārāb-nāma oder der dort zitierten Werke. Kein Beweis einer historischen Identität Ḏū l-Qarnayns. Abgerufen am 2026-10-15.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-15. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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