Zwei Pfeile schaffen keine gemeinsame Liebe
In Ovids Fassung verspottet Phoebus den bewaffneten Amor nach seinem Sieg über Python. Amor antwortet mit zwei verschieden wirkenden Pfeilen: Der eine weckt Liebe im Gott, der andere lässt Daphne sie zurückweisen. Sie möchte wie Diana jagen und unverheiratet bleiben. Ihr Vater Peneus will Nachkommen, stimmt ihrem Wunsch aber schließlich zu.
Phoebus zählt während der Verfolgung seine göttliche Stellung und seine Fähigkeiten auf. Für Daphne macht ihn das nicht zum willkommenen Partner. Ovid vergleicht die Bewegung mit einem jagenden Hund und einem fliehenden Hasen: Verlangen und Furcht treiben die Beteiligten aus verschiedenen Gründen an. Die Verfolgung lässt sich deshalb nicht als bereits gegenseitige Liebe erzählen.
Die Rinde kann der Umarmung nicht ausweichen
Als Daphne nicht mehr weiterkann, bittet sie den Vater um Hilfe und um Veränderung der Gestalt, die ihr diese Verfolgung eingebracht hat. Rinde, Blätter und Wurzeln ersetzen den Körper. Phoebus berührt und umarmt den Baum. Ovid lässt das Holz vor seinen Küssen zurückweichen.
Der Gott erklärt den Lorbeer anschließend zu seinem Baum: Er soll seine Leier, Sieger und römische Ehrenzeichen schmücken. Am Schluss scheint ihm das Nicken der Zweige eine Antwort zu sein. Dieses Wahrnehmen gehört zum Verfolger. Es beweist kein von Daphne ausgesprochenes Einverständnis. Ihre Rettung aus der unmittelbaren Verfolgung und seine spätere Verfügung über das Symbol bleiben zwei verschiedene Vorgänge.
Am Ladon wird eine andere Geschichte erzählt
Pausanias führt eine arkadisch-eleische Erzählung am Fluss Ladon an. Leukippos, Sohn des Oinomaos, trägt Frauenkleidung und gibt sich als dessen Tochter aus, um Daphnes Jagdgemeinschaft nahe sein zu können. Seine Herkunft, Jagdfähigkeit und Aufmerksamkeit verschaffen ihm ihre Freundschaft.
Pausanias berichtet außerdem, die Dichter hätten Apollons Eifersucht hinzugesetzt. Beim gemeinsamen Baden verweigert Leukippos das Entkleiden. Die Frauen entdecken ihn und töten ihn. Die hier gelesene Stelle endet ohne Daphnes Lorbeerverwandlung. Sie darf deshalb nicht einfach deren Vorgeschichte werden. Auch die kurz erwähnte Orontes-Tradition wird hier nicht zu einer aus ungelesenen Einzelheiten zusammengesetzten dritten Handlung ausgebaut.
Zwei Momente auf einem späteren Blatt

Der Kupferstich verdoppelt den Augenblick
Der Kupferstich des Master of the Die nach Baldassarre Tommaso Peruzzi, datiert 1530–1560, zeigt vorne die Verfolgung. Rechts hinten begegnet dasselbe Paar ein zweites Mal: Daphnes Arme tragen bereits Zweige. Das Blatt bringt zwei Erzählmomente nebeneinander, statt einen einzelnen Augenblick naturgetreu festzuhalten.
Die unten erhaltenen Verszeilen sind in der kleinen Webansicht nicht zuverlässig lesbar. Die Erklärung stützt sich deshalb auf die sichtbare Komposition und die Met-Katalogangaben, nicht auf eine behauptete eigene Transkription. Das Museum stellt das Blatt als Public Domain bereit; Original und unveränderte proportionale Webfassungen werden mit Herkunftsnachweis selbst ausgeliefert. Das Bild bezeugt eine spätere Rezeption, nicht Daphnes historisches Aussehen.
Berninis Marmor verändert den Blick beim Umrunden
Berninis Apollo und Daphne entstand 1622–1625. Die Galleria Borghese nennt Carrara-Marmor und eine Höhe von 243 Zentimetern. Haare und Arme werden zu Zweigen, die Füße zu Wurzeln; Apollons Hand berührt die entstehende Rinde. Das Werk verdichtet die Verwandlung in einen körperlich erfahrbaren Moment.
Der Museumskatalog erläutert auch die frühere Aufstellung nahe einer Wand: Wer sich von Apollons rechter Seite näherte, sah die Verfolgung und dann die Veränderung. Die spätere Aufstellung im Raum verändert diese bevorzugte Blickfolge. Der Katalog ist hier ein externer Rezeptionsbeleg. Aus seinem öffentlich lesbaren Text folgt keine Lizenz für die Museumsfotografie; diese wird nicht als eigenes Bild übernommen.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Zwei Pfeile schaffen keine gemeinsame Liebe
Metamorphosen 1,452–542
Die Rinde kann der Umarmung nicht ausweichen
Metamorphosen 1,543–567
Am Ladon wird eine andere Geschichte erzählt
Beschreibung Griechenlands 8.20.1–4
Der Kupferstich verdoppelt den Augenblick
Met 49.97.325, Objektkatalog und tatsächlich betrachtetes Bild; Met Open Access: Public Domain images under CC0; Objekt-API isPublicDomain=true
Berninis Marmor verändert den Blick beim Umrunden
Apollo and Daphne, Inventar CV, Katalogtext Sonja Felici, Juli 2022
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Ovid: Metamorphosen
Werkebene des römischen Gedichts. Die einzelnen Museumsseiten nennen ihre jeweils gelesenen Buch- und Versabschnitte; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
Brookes More: Daphne, Io und Phaethons Herkunft
Nur die benannten, tatsächlich gelesenen Fenster; keine Volllektüre, Originalsprachenkollation oder externe Fachgegenlektüre.
Metamorphosen 1,452–779; historische Übersetzung von 1922.
Sprache: Englisch
Überlieferter Text
Pausanias: Beschreibung Griechenlands
Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Jones: Daphne und Leukippos am Ladon
Nur die benannten, tatsächlich gelesenen Fenster; keine Volllektüre, Originalsprachenkollation oder externe Fachgegenlektüre.
Beschreibung Griechenlands 8.20.1–4; historische englische Übersetzung.
Sprache: Englisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Benannte griechische und römische literarische Erzählfassungen; spätere Kunst eigens datiert.
- Verwendeter Ausschnitt
- Ovid, Metamorphosen 1,452–567; Pausanias 8.20.1–4; spätere Bildzeugnisse.
- Ovid I: Daphne, Io und Phaethons Herkunftsfrage
Ovid; englische Übersetzung Brookes More · Metamorphosen; More-Übersetzung 1922, Theoi-Digitaltext
Metamorphosen 1,452–779: Daphne, Io einschließlich erzähltem Syrinx-Einschub und Phaethons Herkunftsfrage.
Nur benanntes englisches Textfenster; keine lateinische Vollkollation, keine Volllektüre von Buch I und keine externe Fachgegenlektüre. Io-Gleichsetzung in Ägypten ist Ovids Erzählbehauptung, kein unabhängiger ägyptischer Kultnachweis. Abgerufen am 2026-10-01.
- Pausanias VIII: Daphne und Leukippos am Ladon
Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antike Beschreibung Griechenlands; historische Jones-Übersetzung, Theoi-Digitaltext
Beschreibung Griechenlands 8.20.1–4.
Nur benanntes englisches Fenster. Syrische Orontesfassung wird vom Autor ausdrücklich übergangen; keine eigene Kenntnis ihrer Handlung behauptet. Passage erzählt keine Lorbeerverwandlung. Abgerufen am 2026-10-01.
- Daphnes Verfolgung und Verwandlung in einem Kupferstich
The Metropolitan Museum of Art · Sammlungskatalog; Kupferstich 1530–60, Meister mit dem Würfel nach Baldassarre Peruzzi
Objektdaten und kuratorischer Kurztext zum dritten Blatt der Serie; Originalbild und proportionale Varianten.
Heutiger institutioneller Katalog und tatsächlich betrachtete Reproduktion. Nicht alle Serieblätter erschlossen; untere Verse nicht eigenständig diplomatisch transkribiert. Ikonografie ist frühneuzeitliche Rezeption, kein antikes Augenzeugenbild. Abgerufen am 2026-10-01.
- The Met: Open Access und CC 0 für freigegebene Bilder
The Metropolitan Museum of Art · Aktuelle institutionelle Open-Access-Regel, am 1. Oktober 2026 geprüft
Abschnitte Policy, Open Access policy und Access images of artworks in the public domain.
Nur die tatsächlich gelesene institutionelle Regel. Freigabe immer am einzelnen Objekt/API geprüft; nicht auf beliebige Museumsfotos übertragen. Abgerufen am 2026-10-01.
- Berninis Apollo und Daphne: ein gelenkter Blick auf die Verwandlung
Sonja Felici; Galleria Borghese · Institutioneller Katalogeintrag, Juli 2022; Skulptur 1622–1625
Objektdaten und öffentlich gelesener Katalogeintrag, Inventar CV.
Heutiger institutioneller Katalog, keine eigene Lektüre sämtlicher dort zitierter Archivdokumente und Fachpublikationen. Kein Museumsfoto übernommen und keine Lizenz dieser Fotografie behauptet. Abgerufen am 2026-10-01.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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