Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Andromeda: sprechen zwischen fremden Ansprüchen

Andromeda ist für eine Äußerung ihrer Mutter bedroht. Ovid lässt sie antworten, während andere über ihre Ehe verhandeln. Eine spätere Marmorskulptur setzt ihren Blick und die erwartete Rettung in Szene.

5–6 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Die Tochter trägt die Folgen einer fremden Rede

In der Bibliotheke rühmt Kassiepeia sich, schöner als die Nereiden zu sein. Poseidon sendet auf deren Seite eine Flut und ein Meeresungeheuer. Ein Ammonorakel verbindet die Befreiung des Landes mit Andromedas Aussetzung. Die Bevölkerung drängt Kepheus; er bindet seine Tochter an einen Fels. Der Text benennt die Verantwortlichen für Rede, Drohung und Auslieferung einzeln.

Ovid erklärt Andromedas Bestrafung ausdrücklich als ungerecht. Sie trägt die Folgen des Verhaltens ihrer Mutter. Die im Text verwendete Landschaftsbezeichnung Äthiopien ist ein Erzählraum. Sie erlaubt nicht, ihren Fels ohne zusätzlichen Beleg einem heutigen Land oder einer archäologisch bestätigten Stelle zuzuweisen.

Ihre Tränen widerlegen den ersten Bildblick

Perseus hält die Gestalt bei Ovid beinahe für eine Marmorskulptur. Bewegtes Haar und warme Tränen lassen ihn erkennen, dass sie lebt. Er fragt nach ihrem Namen, ihrer Herkunft und dem Grund der Fesseln. Zuerst schweigt sie aus Scham. Der Erzähler sagt, sie würde ihr Gesicht bedecken, wenn ihre Hände frei wären.

Nach weiterem Fragen nennt sie Herkunft und Namen und erklärt, was ihre Mutter gesagt hat. Andromeda ist dadurch mehr als ein stummes Rettungsziel. Ihre Antwort erzählt jedoch nicht die ganze folgende Entscheidung: Während sie spricht, erscheint das Ungeheuer. Die Gefahr unterbricht ein Gespräch, dessen Fragen und ungleiche Bewegungsmöglichkeiten sichtbar bleiben.

Die Eltern versprechen die Ehe

Perseus verhandelt bei Ovid mit den weinenden Eltern. Er nennt seine Abstammung und die vorangegangene Tat und verlangt Andromeda als Frau, falls er sie rettet. Die Eltern stimmen zu und versprechen zudem ihre Herrschaft. Nach dem Kampf erzählt das Werk die Hochzeit ohne Mitgift. Das vorangegangene Versprechen und die tatsächliche Festfolge sind nicht in allen Einzelheiten gleich.

Die Bibliotheke nennt Kepheus als Verhandlungspartner. In beiden hier gelesenen Fassungen fehlt in dieser Verhandlung eine eigene freie Eheentscheidung Andromedas. Daraus entsteht keine erfundene Ablehnungsrede; ebenso wenig beweist die Rettung für sich ihre Zustimmung. Der Unterschied zwischen aus der Gewalt befreit werden und über die eigene Zukunft entscheiden bleibt die Frage ihrer Seite.

Auch beim Fest konkurrieren andere Ansprüche

Phineus erklärt Andromeda in Ovids Hochzeitsschlacht zur geraubten Braut. Kepheus hält ihm entgegen, dass er sie in der Gefahr nicht gerettet habe. Beide reden über einen Anspruch auf sie. Kepheus’ Begründung ist eine Rede innerhalb der Geschichte; die Ausstellung übernimmt daraus keine allgemeine Rechtsregel für eine Ehe als Rettungslohn.

Im Waffenlärm klagen Andromeda, ihre Mutter und ihr Vater vergeblich. Die Szene besitzt also eine betroffene Stimme neben dem kämpfenden Helden. Die Bibliotheke führt Andromeda später mit Perseus und Danae nach Argos; ihr gemeinsamer Rückweg steht neben einer Nachkommenliste. Die eigene Seite endet nicht am Augenblick, in dem der Retter den Kampf gewinnt.

Ein späteres Bild hält ihre Erwartung fest

Domenico Guidis Marmorskulptur von 1694 im Metropolitan Museum setzt Andromedas erhobenen Blick und offene Hand in einen Moment erwarteter Rettung. Der Katalog verbindet bewegtes Haar vorsichtig mit Ovid und behandelt eine frühere Zuschreibung an Monnot. Das ist ein ausgewähltes späteres Zeugnis, keine antike Momentaufnahme.

In der hier gezeigten Vorderansicht sitzt die angekettete Gestalt über dem geöffneten Ungeheuermaul; Perseus erscheint nicht. Ihr Körper und ihre Blickrichtung tragen die Spannung des Bildes. Das Bild lässt sich neben Ovids kurzen Marmorvergleich stellen, ohne daraus Andromedas Zustimmung zur Ehe zu lesen. Eine Stellung des Körpers ersetzt ihre im Text begrenzte Rede nicht.

Andromeda und das Meeresungeheuer, 1694

Marmorskulptur: Eine sitzende Frau mit nacktem Oberkörper hebt die angekettete Hand und blickt nach oben. Links öffnet ein Ungeheuer sein Maul; Fels, Gewand und Pflanzen bilden den Sockel.
Domenico Guidi, Andromeda und das Meeresungeheuer, 1694, Marmor. The Met, 67.34. Public Domain / CC0. Die spätere Skulptur zeigt einen ausgewählten Moment; Perseus ist in dieser Ansicht nicht zu sehen. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Die Tochter trägt die Folgen einer fremden Rede
Bibliotheke 2.4.3; Metamorphosen 4,663–684

Ihre Tränen widerlegen den ersten Bildblick
Metamorphosen 4,663–705

Die Eltern versprechen die Ehe
Metamorphosen 4,685–705 und 753–764; Bibliotheke 2.4.3

Auch beim Fest konkurrieren andere Ansprüche
Metamorphosen 5,1–46 und 149–176; Bibliotheke 2.4.4–5

Ein späteres Bild hält ihre Erwartung fest
Objekt 204720: Haupttext, Metadaten und tatsächlich betrachtete Vorderansicht

Belegte Beziehungen

  • Ehe mit Perseus: PerseusBelege [1] : Bibliotheke 2.4.3; diese Fassung, keine universelle Genealogie oder Aussage freier Zustimmung.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke: Danae, Perseus, Andromeda und die Rückkehr

Nur fünf vollständige englische Abschnitte, keine Originalsprachenkollation, vollständige Heldengenealogie oder moderne ethnische Herkunftsbestätigung. Mütter-/Vaterschaftsvarianten, Namensgleichheiten und Textaufträge getrennt; Anmerkungen nicht behauptet.

1921; Bibliotheke 2.4.1–5 vollständig; endet vor 2.4.6. Verlinkte Frazeranmerkungen nicht gelesen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Ovid: Metamorphosen

Werkebene des römischen Gedichts. Die einzelnen Museumsseiten nennen ihre jeweils gelesenen Buch- und Versabschnitte; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Ovid: Andromedas Stimme und Perseus als Erzähler

Nur ganzes benanntes Buchschlussfenster historisch englisch, keine Lateinkollation, eigene Altas-/Korallenwissenschaft oder ganze frühere Buchlektüre. Erzählstimme, vermittelte Aussage und Handlungsmacht der Frauen differenzieren.

1922; Metamorphosen 4, 604–803 vollständig: Absätze 604, 621, 639, 651, 663, 685, 706, 724, 740, 753, 765, 787 bis Buchende.

Sprache: Englisch nach Latein

Benutzte Ausgabe

Ovid: Hochzeitsschlacht und gefährliche Rettungswaffe

Nur ganzer Buchanfang in historischer englischer Übersetzung. Keine gesamte Metamorphosen- oder griechische Variantensammlung, moderne Rechtsentscheidung oder Bildrezeption. Zahlreiche Namen bleiben kommende gesonderte Korpusarbeit.

1922; Metamorphosen 5, 1–249 vollständig: Absätze 1, 30, 47, 59, 74, 79, 89, 97, 107, 128, 149, 157, 177, 200, 210, 236; endet vor 250.

Sprache: Englisch nach Latein

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte griechische und römische Werkfassungen; späteres Bildzeugnis gesondert.
Verwendeter Ausschnitt
Bibliotheke 2.4.3; Ovid, Metamorphosen 4,663–803 und 5,1–249; Guidi 1694 gesondert.
  1. Bibliotheke: Danae, Perseus, Andromeda und die Rückkehr

    Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · 1921

    Bibliotheke 2.4.1–5 vollständig; endet vor 2.4.6. Verlinkte Frazeranmerkungen nicht gelesen.

    Nur fünf vollständige englische Abschnitte, keine Originalsprachenkollation, vollständige Heldengenealogie oder moderne ethnische Herkunftsbestätigung. Mütter-/Vaterschaftsvarianten, Namensgleichheiten und Textaufträge getrennt; Anmerkungen nicht behauptet. Abgerufen am 2026-10-01T06:35:25.900089+00:00.

  2. Ovid: Andromedas Stimme und Perseus als Erzähler

    Ovid; englische Übersetzung Brookes More · 1922

    Metamorphosen 4,604–803 vollständig: Absätze 604,621,639,651,663,685,706,724,740,753,765,787 bis Buchende.

    Nur ganzes benanntes Buchschlussfenster historisch englisch, keine Lateinkollation, eigene Altas-/Korallenwissenschaft oder ganze frühere Buchlektüre. Erzählstimme, vermittelte Aussage und Handlungsmacht der Frauen differenzieren. Abgerufen am 2026-10-01T06:35:26.037129+00:00.

  3. Ovid: Hochzeitsschlacht und gefährliche Rettungswaffe

    Ovid; englische Übersetzung Brookes More · 1922

    Metamorphosen 5,1–249 vollständig: Absätze 1,30,47,59,74,79,89,97,107,128,149,157,177,200,210,236; endet vor 250.

    Nur ganzer Buchanfang in historischer englischer Übersetzung. Keine gesamte Metamorphosen- oder griechische Variantensammlung, moderne Rechtsentscheidung oder Bildrezeption. Zahlreiche Namen bleiben kommende gesonderte Korpusarbeit. Abgerufen am 2026-10-01T06:35:26.170567+00:00.

  4. Domenico Guidi: Andromeda and the Sea Monster, 1694, Met 67.34

    The Metropolitan Museum of Art · 1694; heutiger Katalog

    Objekt 204720 / 67.34: Material, Jahr, Zuschreibungsgeschichte und Darstellungsmoment; vollständiger Haupttext samt Anmerkungen und Audiotranskript gelesen. Original und drei WebP tatsächlich betrachtet.

    Weblektüre, API und eigene Beobachtungsnotiz; direkte HTML-Archive mit HTTP 429 nicht verfügbar. Katalogreferenzen nicht als direkte Lektüre beansprucht; ein ausgewähltes späteres Bildzeugnis, keine vollständige Rezeptionsgeschichte. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.