Ein Name am Anfang einer Folge
Der erhaltene Abschnitt setzt mit Alalu ein: Er sitzt im Himmel auf dem Thron. Anu steht vor ihm, verneigt sich und reicht ihm den Becher. Mehr über Alalus Herkunft oder seine Herrschaftspraxis erfährt man hier nicht.
Das Bild eines einzelnen leeren Sitzes ist eine heutige Metapher für einen verlorenen Platz. Der Text beschreibt keinen solchen steinernen Thron; die Illustration ist kein antikes Zeugnis.
Ein leerer Sitz als heutige Bildfrage

Nach neun erzählten Jahren
Die Dichtung zählt neun Jahre für Alalus Königtum. Im neunten kämpft Anu gegen ihn, besiegt ihn und nimmt seinen Platz ein. Dieser Wechsel verbindet Dienst am Thron und dessen Anfechtung in wenigen Zeilen.
Die Zahl gibt einen Rhythmus der Erzählung vor. Es gibt hier keine Jahreszahl, mit der sich eine historische Regierungszeit berechnen ließe.
Was die dunkle Erde nicht erzählt
Alalu flieht hinab in die dunkle Erde. Die Passage wiederholt diese Bewegung, schildert aber weder einen neuen Hof noch eine dortige Herrschaft. Aus dem Ziel seiner Flucht lässt sich deshalb keine ausgearbeitete Unterweltrolle machen.
Schon im nächsten Satz sitzt Anu auf dem Thron. Das Lied richtet seine Aufmerksamkeit nun auf den neuen König und auf Kumarbi, der Anu bedient.
Ein Nachkomme, keine fertige Ahnentafel
Später nennt die Übersetzung Kumarbi einen Nachkommen Alalus. Diese Verwandtschaftsbezeichnung verbindet die beiden Namen. Sie legt im gelesenen Abschnitt jedoch keinen genauen Verwandtschaftsgrad fest.
Gerade weil das Lied mit wiederholten Herrschaftswechseln arbeitet, ist die Versuchung groß, daraus eine einfache Reihe von Vätern und Söhnen zu machen. Für Alalu trägt der Text nur die benannten Aussagen.
Was vom Text vorliegt
Die digitale Ausgabe bietet einen Lesetext aus beschädigter Überlieferung. Ihre Zeugenliste führt mehrere Stücke unter einem zusammengesetzten Zeugen A sowie einen weiteren Zeugen B. Fünf Signaturen für Zeuge A bedeuten also nicht fünf vollständig erhaltene Alalu-Erzählungen.
Ein eigenständiges Profil darf klein bleiben, wenn die Quelle klein ist. Der belegte Kern ist: Alalu herrscht, Anu besiegt ihn, Alalu flieht.
Was weißt du wirklich über Alalu?
Formuliere aus den Zeilen 9–20 drei Sätze über Alalu. Prüfe dann bei jedem weiteren Satz, ob er dort steht oder nur aus einer bekannten Göttergenealogie ergänzt würde. Welcher Unterschied bleibt zwischen ›hinabfliehen‹ und ›dort herrschen‹?
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Herrschaft und Verlust
Nur CTH 344, 9–27.
Textzeugnisse
Zeuge A aus mehreren Fragmenten und Zeuge B.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Lied vom Ursprung / Königtum im Himmel, CTH 344
Werkidentität getrennt von einzelnen erhaltenen Tafeln und moderner Übersetzung.
Hurritischer Überlieferungskontext; keine eigene Erstkompositionsdatierung.
Sprache: Hethitisch
Erhaltener Textzeuge
CTH 344, Zeuge A: KUB 33.120 + 33.119 + 48.97 + 36.31 + KBo 52.10
Zusammengesetzter Zeuge aus fünf publizierten Fragmenten; Bo 2388, Bo 3892, Bo 4301, Bo 6972 und 1194/u nach TITUS. Keine Autopsie.
Keine eigene Datierung der einzelnen Fragmente aus dem Index abgeleitet.
Sprache: Hethitisch
Benutzte Ausgabe
CTH 344: Das Lied vom Ursprung / Das Königtum im Himmel – deutsche TITUS-Übersetzung
Verfügbarer deutscher Haupttext mit Lücken vollständig gelesen; kritischer Apparat nur in ausgewählten Anmerkungen, keine eigene Kollation.
TITUS 2010; Marburger Bearbeitung 2005–2009.
Sprache: Deutsch
Welche Zeit ist gemeint?
- Neun gezählte Jahre sind eine Angabe der Dichtung und keine historische Datierung.
- Das Lied ist in fragmentarischen Zeugen überliefert; Zeuge A besteht aus mehreren Tafelfragmenten.
- Benutzte digitale TITUS-Übersetzung mit markierten Ergänzungen.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Hurritisch-hethitisches Lied vom Ursprung, CTH 344
- Verwendeter Ausschnitt
- CTH 344, Haupttext 9–27 und Zeugenliste; keine vollständige Alalu-Biografie erhalten.
- CTH 344: Das Lied vom Ursprung / Das Königtum im Himmel
Anna Bauer, Felix Esser, Susanne Görke, Jürgen Lorenz und Elisabeth Rieken (Leitung), Marburg 2005–2009; TITUS-Bearbeitung Jost Gippert, Frankfurt 2010
Gesamter verfügbarer deutscher Haupttext 1–296 einschließlich Lücken, Zeugenübersicht und Kolophon gelesen. Ausgewählte Anmerkungen, keine vollständige Apparatauswertung. Editionsmetadaten zusätzlich aus TITUS-Kopf CTH 321.
Hethitischer Lesetext in deutscher Übersetzung; keine eigene Keilschriftkollation. Geburtspassagen, Logogramme A.GILIM/KA.ZAL/NAM.ḪE und Sprecherwechsel bleiben teilweise unsicher. Kein lückenloser Stammbaum, präziser Geburtsweg oder modernes Entstehungsdatum aus dem Mythos abgeleitet. Abgerufen am 2026-09-26.
- CTH 344: Textüberlieferung, Zeugen A und B
Anna Bauer, Felix Esser, Susanne Görke, Jürgen Lorenz und Elisabeth Rieken (Leitung), Marburg 2005–2009; TITUS-Bearbeitung Jost Gippert, Frankfurt 2010
Gesamte kurze Zeugenliste mit Publikations- und Fundnummern gelesen.
Bibliografischer Index, keine Autopsie oder Fotoauswertung der Tafelfragmente. Die fünf Teile von A bilden einen zusammengesetzten Zeugen, keine fünf vollständigen Werke. Abgerufen am 2026-09-26.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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