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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Acheloos: Ein Fluss, zwei Hörnergeschichten

Acheloos ist bei Hesiod ein Flussgott. Pseudo-Apollodor und Ovid erzählen seinen Kampf mit Herakles verschieden, besonders beim Horn. Eine archaische Amphora bezeugt eine ältere Bildtradition, nicht Ovids vollständige Geschichte.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Fluss mit Abstammung

Die Theogonie zählt Acheloos zu den Flüssen, Kindern von Okeanos und Tethys. Damit steht er nicht nur für eine geografische Wasserlinie: Als Flussgott kann er in späteren Erzählungen sprechen, werben und kämpfen.

Die genealogische Nennung liefert noch weder einen Hornkampf noch eine Erklärung des Füllhorns. Diese Handlungen stehen in späteren Texten.

Zwei Enden desselben Kampfes

In der Bibliotheke kämpft Herakles um Deianeira gegen Acheloos, der Stiergestalt annimmt. Ein Horn bricht ab; Acheloos erhält es zurück, indem er Herakles das Horn der Amaltheia gibt. Der Tausch ist hier Teil der Pointe.

Bei Ovid erzählt Acheloos die Niederlage selbst. Er nimmt unter anderem Schlangen- und Stiergestalt an; nach dem Hornverlust füllen Nymphen das abgebrochene Horn mit Früchten und Blumen. Beide Fassungen teilen Kampf und Verlust, aber sie erklären das Horn danach verschieden.

Ein älteres Gefäß ist keine Textillustration

Eine attische Amphora um 570–560 v. Chr. enthält laut Met eine Kampfszene mit Herakles und Acheloos. In der Gesamtaufnahme sind große Stiere unten deutlich, die kleinere Kampfszene oben nur begrenzt zu lesen. Die großen Stiere dürfen nicht ohne Katalogbeleg einzeln als Acheloos bezeichnet werden.

Das Gefäß zeigt eine frühe Bildfassung des Kampfes. Es kann nicht die viel spätere Erzählstimme Ovids oder seinen genauen Schluss mit den Nymphen belegen.

Historisches Bildzeugnis zu Acheloos

Orange-schwarze attische Amphora: unten schreiten große Stierfiguren, darüber befindet sich eine kleine Kampfszene.
Attische Halsamphora, um 570–560 v. Chr., The Met 59.64, Public Domain / CC0. Der Katalog identifiziert die kleine Kampfszene als Herakles und den Flussgott Acheloos; die großen Stiere unten sind nicht als Acheloos einzeln zu etikettieren. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 233–264, 334–370, 930–932 nach Evelyn-White: Meer und Flüsse

Nereus, Doris und Nereiden; Okeanos' Flüsse Acheloos und Alpheios; Tritons Eltern.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke 2 nach Frazer: Nereus und Acheloos

Herakles hält Nereus fest; Acheloos' Stiergestalt und Hornverlust in einer späteren Zusammenstellung.

Historische Übersetzung

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Ovid: Metamorphosen

Werkebene des römischen Gedichts. Die einzelnen Museumsseiten nennen ihre jeweils gelesenen Buch- und Versabschnitte; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Metamorphosen 9 nach More: Acheloos erzählt seinen Kampf

Acheloos' Ich-Erzählung über Deianeira, Herakles, Gestaltwechsel und das mit Früchten gefüllte Horn.

Historische Übersetzung

Sprache: Englisch nach Latein

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Textüberlieferung und getrennt datierte Bildrezeption; begrenzte Quellenfenster
Verwendeter Ausschnitt
Hesiods genealogische Meer- und Flussstellen; individuelle Erzählfassungen sind separat benannt.
  1. Theogonie 233–264, 334–370 und 930–932

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antiker Text; historische englische Übersetzung

    Theogonie 233–264, 334–370 und 930–932: Nereus und seine Wahrhaftigkeit; Doris als Tochter des Okeanos und Mutter der Nereiden; Amphitrite und Thetis in der Liste, die namensgleiche Nereide Doris, Acheloos und Alpheios als Flüsse von Okeanos und Tethys; Amphitrite und Poseidon als Eltern Tritons.

    Genealogie und knappe Charakterisierung; keine Nereus-Proteus-Gleichsetzung und keine durchgehend einheitliche Geschichte aller Meerwesen. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Bibliotheke 2,5,11

    Pseudo-Apollodor, Bibliotheke, englische Übersetzung J. G. Frazer · Antiker Text; historische englische Übersetzung

    Bibliotheke 2,5,11: Herakles ergreift den schlafenden Nereus und hält ihn trotz Formenwechsel fest, bis er den Weg zu den Hesperiden erfährt; 2,7,5: Kampf mit Acheloos, Stiergestalt, abgebrochenes Horn und Ersatz durch Amaltheias Horn.

    Spätere Zusammenstellung; Acheloos-Hornfassung nicht mit Ovids Nymphen und Füllhorn harmonisieren. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Metamorphosen 9,1–97

    Ovid, Metamorphosen IX, englische Übersetzung Brookes More · Antiker Text; historische englische Übersetzung

    Metamorphosen 9,1–97: Acheloos erzählt selbst von seinem Werben um Deianeira, Kampf mit Herakles, Schlangen- und Stiergestalt, Hornverlust und Nymphen mit Früchten und Blumen.

    Römische poetische Ich-Erzählung; die Hornversion unterscheidet sich von Pseudo-Apollodor. Keine wörtliche deutsche Übersetzung übernommen. Abgerufen am 2026-09-29.

  4. The Met Objekt 255056

    The Metropolitan Museum of Art · Historisches Objekt; heutiger Sammlungskatalog

    Attische Amphora um 570–560 v. Chr.; der Katalog identifiziert Herakles und Acheloos, den Flussgott als menschenköpfigen Stier. Individuelle Objektseite und Met-API auf Public Domain und Bilddownload geprüft.

    Das Gefäß zeigt eine Bildfassung, nicht Ovids spätere vollständige Ich-Erzählung. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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