Ein Auswahltitel beantwortet nicht die ganze Herkunftsfrage
Der hier benutzte französische Zugang nennt sich Contes choisis. Das Titelblatt weist Galland als Übersetzer, Godefroy Durand als Illustrator und Morizot in Paris als Verleger aus. Diese Ausgabe ist ein bestimmtes Buch mit eigener Auswahl. Ihr hier nicht sicher bestimmtes Druckjahr wird nicht durch das digitale Bereitstellungsdatum 2011 ersetzt.
Auch Gallands französische Reihe von 1704 bis 1717 ist nicht mit jeder späteren Galland-Auswahl identisch. Die BnF beschreibt eine Bearbeitung für das zeitgenössische französische Publikum. Der Name des Übersetzers macht eine Ausgabe nicht zur vollständigen, unveränderten Gesamtheit aller Geschichten.
Handschrift und Erzählpartner sind verschiedene Quellenwege
Die BnF erläutert Gallands Arbeit mit arabischen Handschriften und nennt Hanna Diyab aus Aleppo als realen Erzählpartner. Aladdin und Ali Baba ordnet sie als Zusätze außerhalb des zunächst verwendeten Handschriftenkorpus ein. Das ist ein konkretes Beispiel dafür, wie die Zusammensetzung wächst.
Diyab gehört zur Entstehungs- und Vermittlungsgeschichte; Scheherazade gehört zur Handlung. Der gelesene BnF-Artikel enthält zugleich abweichende Detailangaben zur Datierung der Handschrift und zum mündlichen beziehungsweise schriftlichen Weg von Aladdin. Diese Unterschiede werden hier nicht zu einer scheinbar gesicherten Detailrekonstruktion geglättet. Die genannten Originalhandschriften und Tagebücher sind nicht selbst kollationiert.
Eine Rückübersetzung kann älter wirken, als sie ist
Am Chavis-Manuskript erklärt die BnF eine spätere Kompilation: Sie verarbeitet unter anderem Gallands Aladdin wieder auf Arabisch. Ein arabischer Text kann deshalb in dieser Überlieferung auch auf eine französische Bearbeitung zurückgehen. Seine Sprache allein datiert die konkrete Fassung nicht.
Auch Mardrus wird als Bearbeiter einer Zusammenstellung vorhandener Ausgaben beschrieben. Solche Fälle zeigen verschiedene Eingriffe in die Textgeschichte. Sie beweisen weder, dass jede arabische Handschrift eine Rückübersetzung sei, noch dass alle Übersetzungen denselben Geschichtenbestand hätten.
Lies Erzählhandlung und Überlieferung nebeneinander
Der Zykluszugang verfolgt den Eröffnungsrahmen und die zweite Sindbad-Reise dieser Auswahl. Der Exponateintrag zur Sammlung vertieft ihre Ausgabenmerkmale. Wenn eine weitere Geschichte hinzukommt, braucht sie wiederum ihren benannten Textzugang; ein bekannter Sammeltitel reicht dafür nicht aus.
Drei Angaben für deinen nächsten Vergleich
Halte die konkrete Ausgabe, die gelesene Geschichte und den behaupteten Vermittlungsweg fest. Unterscheide dabei eine tatsächlich gelesene Textstelle von einer Katalogangabe oder einer modernen Beschreibung. Welche Information fehlt noch, bevor zwei Fassungen als gleich gelten könnten?
Gruppe im Quellenbezug
Bezeichnete Überlieferungswege der Nachtensammlung
Redaktioneller Quellenvergleich; Handschrift, Erzählbeitrag, Übersetzung und spätere Auswahl sind keine lückenlos rekonstruierte Urfassung.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Benutzte Ausgabe
Scheherazade: Eröffnungsrahmen: tatsächlich benutzter Zugang
Titelseitenangaben, Eröffnungsrahmen, Sindbad/Hindbad-Rahmen und vollständige zweite Reise gelesen; keine sieben Reisen oder gesamte Sammlung.
Morizot-Auswahl ohne hier sicher datiertes Druckjahr; digitale Bereitstellung 2011.
Sprache: Französisch
Erhaltener Textzeuge
Scheherazade: Eröffnungsrahmen: benanntes gelesenes Fenster
Rahmen vor der ersten Nacht in der Morizot-Auswahl, französischer Text direkt gelesen.
Gelesene Ausgabe/Katalogvermittlung, nicht unveränderter Urtext.
Sprache: Französisch
Überlieferter Text
Scheherazade: Eröffnungsrahmen
Rahmen vor der ersten Nacht in der Morizot-Auswahl, französischer Text direkt gelesen.
Ausgewählter Erzählabschnitt; kein einzelnes Ursprungsdatum der gesamten Sammlung.
Sprache: Französische Vermittlung
Moderne Fachvermittlung
BnF: Überlieferung der Nachtensammlung
BnF-Darstellung zu Galland, Hanna Diyab, Zusätzen, Chavis/Sabbagh und Mardrus. Gelesen wurde der benannte Artikelkörper, nicht die dort besprochenen Handschriften oder Tagebuchautographen.
Institutioneller Fachartikel; im benutzten Nachweis kein gesichertes Publikationsdatum. Kein Datum der historischen Galland-Auswahl.
Sprache: Französisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Gewählte französische Galland-Auswahl: Eröffnungsrahmen und zweite Sindbad-Reise; institutionelle Überlieferungsgeschichte getrennt.
- Verwendeter Ausschnitt
- Contes choisis, Morizot/Durand, PG35969, ohne hier sicher bestimmtes Druckjahr. Digitaldatum 2011 und Gallands Reihe 1704–1717 getrennt. BnF-Artikel als moderne Darstellung, keine selbst gelesenen Tagebuchautographen.
- BnF: Überlieferung, Zusätze und Übersetzungen der Nuits
Bibliothèque nationale de France, Les Essentiels
Artikelkörper zu Galland, Tagebuchvermittlung, Diyab, Chavis/Sabbagh und Mardrus gelesen.
Nicht die besprochenen Handschriften oder Tagebuchautographen selbst gelesen. Interne 14./15. Jahrhundert-Datierungsabweichung und geschrieben/mündlich-Diyab-Aussagen nicht als geklärte Detailrekonstruktion übernommen. Keine Bildübernahme. Abgerufen am 2026-10-12.
- Galland: Rahmenerzählung und zweite Sindbad-Reise in Contes choisis
Antoine Galland, Übersetzung; Auswahl mit Illustrationen Godefroy Durands, Morizot, Paris
Titelseitenangaben, Eröffnungsrahmen, Sindbad/Hindbad-Rahmen und vollständige zweite Reise gelesen; keine sieben Reisen oder gesamte Sammlung.
Kein bestätigtes ursprüngliches Druckjahr dieser Auswahl gelesen. Digitalrelease 2011 ist kein Stoffdatum. Französische Vermittlung, keine Originalsprachkollation; Illustrationen nicht übernommen. Abgerufen am 2026-10-12.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-19. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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