Exponat 04 · Plancks Ansatz zur Wärmestrahlung
Energie in Schritten verteilen
Die Strahlung eines warmen Körpers verteilt sich über verschiedene Wellenlängen. Neue Messungen passen um 1900 nicht zur bisherigen Formel. Planck verändert daraufhin eine Annahme darüber, wie die Energie vieler Schwinger gezählt werden kann.
3 Minuten Haupttext · Stand: 8. September 2026
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Wie hilft eine neue Art, Energie zu verteilen, bei der Erklärung von Wärmestrahlung?
- Gesucht ist die Verteilung der Strahlung über Wellenlängen, nicht nur die insgesamt abgegebene Wärme.
- Planck zählt mögliche Verteilungen mit endlichen Energieelementen.
- Die Größe eines Energieelements hängt von der Frequenz ab; der Ansatz ist noch keine vollständige Quantentheorie.
- Zeitliche Einordnung
- 1900; ausführliche Veröffentlichung 1901
- Orte und Regionen
- Berlin und Charlottenburg; Physikalisch-Technische Reichsanstalt
- Historisch Beteiligte
- Max Planck; Messungen unter anderem von Otto Lummer, Ernst Pringsheim, Heinrich Rubens und Ferdinand Kurlbaum
Mehr als die gesamte abgegebene Wärme
Ein heißer Körper strahlt nicht nur in einer einzigen Farbe. Die Frage nach der Wärmestrahlung betrifft die Verteilung über Wellenlängen und ihre Änderung mit der Temperatur. Planck betrachtet Strahlung im Gleichgewicht mit idealisierten Schwingern. Deren mittlere Energie ist mit dem entsprechenden Teil des Strahlungsfeldes verknüpft. Aufgabe und Grundgrößen auf S. 553–556
Damit stellt sich eine andere Aufgabe als bei einer Dampfmaschine. Es geht nicht vorrangig darum, wie viel Wärme in Arbeit übergeht, sondern welche Verteilung der Energie bei einer gegebenen Temperatur zustande kommt.
Neue Messungen verlangen eine Änderung
Plancks Veröffentlichung von 1901 nennt gleich zu Beginn Messungen von Lummer und Pringsheim sowie von Rubens und Kurlbaum. Sie zeigen, dass das bisher verwendete Wiensche Verteilungsgesetz nicht allgemein gilt. Planck sucht deshalb nach einer Annahme in seiner Herleitung, die ersetzt werden muss. Die Einleitung und die verworfene Annahme
Das ist genauer als die Vorstellung, eine gesamte Theorie werde mit einer einzigen Beobachtung weggeworfen. Teile der bisherigen Beschreibung bleiben nützlich. Die Arbeit besteht darin, den unzureichenden Schritt zu erkennen und eine neue Beziehung zu finden, die auch zu den abweichenden Messungen passt.
Mögliche Verteilungen zählen
Planck betrachtet viele gleiche Resonatoren mit einer gemeinsamen Gesamtenergie. Für die Zählung behandelt er diese Energie als ganze Anzahl gleicher, endlicher Energieelemente. Er fragt, auf wie viele Arten sich diese Elemente auf die Resonatoren verteilen lassen. Energieelemente und Kombinationen auf S. 556–558
Ein eigenes kleines Beispiel macht den Zählgedanken sichtbar: Zwei Energieelemente lassen sich auf zwei unterscheidbare Schwinger als 2 und 0, als 1 und 1 oder als 0 und 2 verteilen. Das sind drei Verteilungen. Das Beispiel erläutert nur die Zählweise; es bildet weder Plancks große Vielteilchenrechnung noch ein beobachtetes Einzelatom nach.
Die Frequenz bestimmt die Größe des Schritts
Im weiteren Gedankengang verbindet Planck seinen Ansatz mit dem Wienschen Verschiebungsgesetz. Das Ergebnis lautet: Die Größe des Energieelements ist proportional zur Schwingungsfrequenz. Der Proportionalitätsfaktor ist die Konstante h. In heutiger Schreibweise lässt sich der Zusammenhang als Energieelement = h × Frequenz lesen. Der Zusammenhang auf S. 561
Bei doppelter Frequenz ist also auch der für diese Zählung verwendete Energieanteil doppelt so groß. Die Schrittgröße ist kein überall gleiches Energiepäckchen unabhängig von der betrachteten Schwingung. Gerade die Verbindung mit der Frequenz gehört zum neuen Ansatz.
Eine passende Formel braucht eine Deutung
Aus dem Ansatz entsteht eine neue Verteilung der Strahlungsenergie. Planck vergleicht ihre Größen mit Messwerten und berechnet Werte für die Konstanten. Zugleich kennzeichnet er die Annahmen über die möglichen Verteilungen als empirisch zu prüfende Hypothese. Prüfbarkeit und abschließende Zahlenwerte
In seinem Rückblick von 1920 unterscheidet er eine gut passende Formel von einer physikalischen Erklärung. Er beschreibt, wie Anwendungen auf weitere Probleme die Bedeutung der neuen Konstante stärkten. Formel, Deutung und spätere Prüfungen Der Erfolg an einer Messreihe gewinnt Gewicht, wenn derselbe Ansatz auch andere, unabhängig untersuchte Erscheinungen verbindet.
Der nächste Schritt betrifft das Licht selbst
Planck betont 1920, dass die Einführung des Wirkungsquantums noch keine vollständige Quantentheorie geliefert habe. Schwierigkeiten und offene Fragen bleiben bestehen. Die ausdrücklich unvollständige Theorie im Rückblick Der historische Ansatz darf daher nicht so erzählt werden, als seien im Dezember 1900 bereits alle späteren Quantenvorstellungen fertig gewesen.
Die nächste Station betrachtet Licht, das Elektronen aus einer Oberfläche lösen kann. Dort wird die Unterscheidung zwischen Häufigkeit und Größe einzelner Energieübertragungen experimentell wichtig. Behalte dafür Plancks Verbindung von Frequenz und Energie im Kopf, ohne die beiden historischen Untersuchungsaufgaben gleichzusetzen.
Grenzen des Wissens
Was offen bleibt
Die hier betrachtete Veröffentlichung erläutert einen theoretischen Ansatz für Strahlung im thermischen Gleichgewicht. Ihre Schwinger und Energieelemente sind keine fotografierten Lichtkügelchen. Der Vortrag von 1920 ist ein späterer Rückblick und wird nicht als unmittelbares Protokoll von 1900 ausgegeben.
Begriffe verstehen
Spektrum
Verteilung einer Strahlungsgröße nach Frequenz oder Wellenlänge.
Resonator
Hier ein idealisierter Schwinger mit einer bestimmten Eigenfrequenz im theoretischen Modell.
Energieelement
Endlicher Energieanteil, mit dem Planck die möglichen Verteilungen zählt; seine Größe ist proportional zur Frequenz.
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Die Quellen sind den Aussagen im Text zugeordnet. Originalstudien, Sammlungstexte und eigene Einordnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige Fachtexte sind beim Verlag nur teilweise frei zugänglich.
- Die ausführliche Herleitung mit endlichen Energieelementen
Max Planck: Ueber das Gesetz der Energieverteilung im Normalspectrum. Annalen der Physik 309, Nr. 3, 1901, S. 553–563; eingegangen am 7. Januar 1901.
Der Aufsatz verweist auf Mitteilungen vom 19. Oktober und 14. Dezember 1900. Das eigene Zwei-Schwinger-Beispiel dient nur zur Erklärung der Zählung, nicht als Reproduktion einer historischen Messung.
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Max Planck: The Genesis and Present State of Development of the Quantum Theory. Nobelvortrag vom 2. Juni 1920 zum Nobelpreis für Physik 1918; englische Ausgabe in Nobel Lectures, Physics 1901–1921, 1967.
Das Datum des Nobelpreises ist vom Vortragsdatum zu unterscheiden. Die späteren Rückblicke ersetzen keine zeitgenössische Niederschrift des Entstehungsvorgangs.
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Redaktion: Benjamin Metzig. Text und Quellen am 8. September 2026 geprüft. Generative KI diente als Werkzeug für Text und Bild.
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