Exponat 01 · Werkzeug und Herstellungsverfahren
Eine scharfe Kante gewinnen
Wie wird aus einem Stein eine Schneide?
Exponat erkunden ↗Themenraum · 7 Exponate
Eine Kante gewinnen, eine Form vorbereiten, Holz und Knochen bearbeiten oder mehrere Teile verbinden: Sieben Exponate öffnen verschiedene Zugänge zum frühen Materialwissen.
In deinem Tempo · Quellen an jedem Exponat · Stand: 5. September 2026
Bild vergrößern ↗Eine Raumfrage · verschiedene Zugänge
Beginne bei einer Frage, die dich interessiert, oder folge den Stationen des Rundgangs.
Exponat 01 · Werkzeug und Herstellungsverfahren
Wie wird aus einem Stein eine Schneide?
Exponat erkunden ↗Exponat 02 · Formgebung und Werkzeugtradition
Was erzählt ein Faustkeil über die Arbeit an seiner Form?
Exponat erkunden ↗Exponat 03 · Herstellungsstrategie
Wie lässt sich die Form eines Abschlags schon am Kern beeinflussen?
Exponat erkunden ↗Exponat 04 · Werkstoff und Fundensemble
Was verrät ein erhaltener Holzschaft über eine meist verschwundene Technik?
Exponat erkunden ↗Exponat 05 · Materialwissen und Techniktransfer
Wann wird aus einem Tierrest ein gezielt geformtes Werkzeug?
Exponat erkunden ↗Exponat 06 · Verbundwerkzeug
Was entsteht, wenn mehrere Materialien gemeinsam eine Aufgabe erfüllen?
Exponat erkunden ↗Exponat 07 · Stoffumwandlung und Verfahren
Wie entsteht aus Rinde, Pflanzengummi oder einer Mischung ein brauchbarer Klebstoff?
Exponat erkunden ↗Die Werkstatt der Erkenntnis
Öffne die Beispiele und vergleiche erhaltenes Material, begründete Deutung und offene Fragen. Die Beispiele sind keine lückenlose Entwicklungskette.
Ein Verbund zum Erkunden
Öffne die Bauteile einzeln oder gemeinsam. Die Zeichnung hebt sie hervor und erklärt ihre Aufgaben. Sie zeigt eine mögliche Konstruktion, keine vermessene historische Waffe. Nicht jedes Verbundwerkzeug braucht alle vier Bestandteile.
Der steinerne Teil stellt eine Arbeitskante oder einen zugespitzten Arbeitsbereich bereit. Seine Form allein bestimmt nicht die gesamte Verwendung des Werkzeugs.
Der Holzteil trägt die Spitze und verbindet sie mit der Handhabung des ganzen Geräts. Sein Kontaktbereich muss zur Befestigung passen.
Eine geeignete Klebmasse kann Kontaktflächen verbinden und Zwischenräume ausfüllen. Material und Verarbeitung entscheiden mit darüber, wie brauchbar sie ist.
Eine Wicklung kann Teile in ihrer Lage halten. Ob eine Bindung, Klebstoff oder eine andere Befestigung verwendet wurde, muss für einen konkreten Fund gesondert belegt werden.
Eine Frage an deinen Blick
Ein Experiment erzeugt brauchbaren Birkenteer mit einem einfachen Verfahren. Welcher Schluss ist allein dadurch begründet?
Der Versuch belegt eine Möglichkeit unter seinen Bedingungen. Für Königsaue kommt ein weiterer Schritt hinzu: der Vergleich konkreter archäologischer Proben mit experimentellen Teeren.
Die Erklärung mit Quellen lesen ↗Die Idee dieser Ausstellung
Ein Werkzeug verändert die Beziehung zwischen einer Handlung und ihrer Wirkung. Eine scharfe Kante erschließt eine andere Bearbeitung als eine gerundete Oberfläche. Ein langer Schaft und eine kleine Spitze können zusammen eine Aufgabe erfüllen, für die keiner der Teile allein dieselben Eigenschaften besitzt. Der Raum folgt diesen Beziehungen vom einzelnen Material bis zum Verbund.
Die sieben Exponate bilden eine thematische Ordnung. Ihre Reihenfolge ist keine durchgehende Datierung der Erfindungen. Frühe Steinbearbeitung, selten erhaltenes Holz, systematische Knochenbearbeitung und spätere Klebtraditionen stammen aus unterschiedlichen Fundzusammenhängen. Die Zeitangaben stehen deshalb an den konkreten Beispielen.
Ein Gegenstand kann mehrere Geschichten tragen. Seine Flächen dokumentieren Eingriffe während der Herstellung, eine Kante kann Spuren späterer Verwendung besitzen, und der Boden verändert das Material nach seiner Ablagerung. Forschung muss diese Vorgänge unterscheiden. Ein auffälliges Stück erhält seine Bedeutung durch die Untersuchung, nicht allein durch seine Ähnlichkeit mit einem heutigen Werkzeug.
Das überlieferte Material ist außerdem ungleich verteilt. Stein bleibt häufig erhalten, Holz oder Klebmittel viel seltener. Seltene Befunde erweitern unser Bild früher Technik. Sie geben uns aber keinen Freibrief, an jedem anderen Fundplatz dieselben verschwundenen Geräte vorauszusetzen. Der Befundvergleich zeigt drei Wege, mit solchen unterschiedlichen Quellen zu arbeiten.
Die Ausstellung führt unter anderem nach Kenia, Tansania, Äthiopien, Südafrika, Armenien, Indien und Deutschland. Diese Orte sind Beispiele mit unterschiedlichen Erhaltungsbedingungen und Forschungsfragen. Sie bilden keine Rangliste und keine belegte Route, auf der eine einzige Gruppe alle Techniken verbreitete.
Auch technische Ähnlichkeit besitzt mehrere mögliche Erklärungen. Wissen kann weitergegeben werden, vergleichbare Aufgaben können zu ähnlichen Lösungen führen, und lokale Traditionen können sich verändern. Um zwischen diesen Möglichkeiten zu unterscheiden, braucht es mehr als zwei ähnlich aussehende Gegenstände. Das Exponat über vorbereitete Kerne behandelt diese Frage besonders ausführlich.
Für einen ersten Überblick reichen die Leitfragen der sieben Exponate und der Befundvergleich. Die kurzen Zusammenfassungen jedes Exponats zeigen die wichtigsten Aussagen. Im Haupttext findest du die Funktionsweise, konkrete Fundbeispiele und die Grenzen ihrer Interpretation. Begriffe und Quellen bleiben direkt erreichbar.
Der Rundgang verbindet alle sieben Stationen und hält deinen Platz beim Weitergehen fest. Du kannst ihn jederzeit über die Raumübersicht verlassen oder ein anderes Exponat öffnen. Wenn dich besonders das Zusammenspiel von Materialien interessiert, beginne mit der Bauteilstation und gehe von dort zur Schäftung oder zum Klebstoff.
Dein nächster Weg
Der Rundgang verbindet die Exponate. In der Sammlung erreichst du die anderen Themenräume.