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Themenraum · 8 Exponate

Evolution und Vererbung

Samen, Erbsen, Fruchtfliegen und Mais führen durch acht Fragen. Verfolge, wie aus Ähnlichkeiten eine Abstammungshypothese, aus Kreuzungen eine Zahlenbeziehung und aus mehreren Befunden eine prüfbare Erklärung wird.

In deinem Tempo · Quellen an jedem Exponat · Stand: 8. September 2026

Buntstiftskizze eines Museumsraums mit Verzweigungsbild, Samen, Mais, Mikroskop und Vitrinen mit vergrößerten Insektenmodellen.Bild vergrößern ↗
Freier Entwurf einer heutigen Museumsgalerie mit Objekten und vergrößerten Insektenmodellen. Die Zusammenstellung ist keine historische Arbeitsstätte; das Verzweigungsbild ist keine konkrete Rekonstruktion einer Abstammungslinie.

Eine Raumfrage · verschiedene Zugänge

Veränderung, Weitergabe und die passende Gegenprobe

Beginne bei einer Frage, die dich interessiert, oder folge den Stationen des Rundgangs.

Die Werkstatt der Erkenntnis

Was trägt ein Befund?

Eine gedachte Verzweigung, eine Zählung und eine Chromosomenkarte stellen unterschiedliche Ansprüche. Prüfe jeweils, was die Darstellung tatsächlich zeigt.

Ein Baum mit gedachten FormenDarwin, 1859
Was liegt vor?
Die Diagrammtafel zeigt angenommene Ausgangsformen und verzweigte Linien über veränderbare Zeitabstände.
Was lässt sich daraus ableiten?
Das Diagramm erklärt eine Vorstellung von Abstammung und Aufspaltung. Seine Buchstaben benennen keine elf auf der Tafel nachgewiesenen Arten.
Befund und Quellen nachlesen ↗
Eine große Summe, verschiedene EinzelgruppenMendel, 1866
Was liegt vor?
Mendel berichtet 5.474 runde und 1.850 kantig-runzlige Samen. Er nennt daneben einzelne Pflanzen mit deutlich verschiedenen Verteilungen.
Was lässt sich daraus ableiten?
Die Gesamtheit lässt ein ungefähres Verhältnis erkennen. Sie garantiert keine genaue 3:1-Verteilung in jeder kleinen Nachkommenschaft.
Befund und Quellen nachlesen ↗
Eine Linie ohne räumlichen MaßstabSturtevant, 1913
Was liegt vor?
Die Karte ordnet Markierungen nach Kreuzungsbeziehungen. Der Autor grenzt ihre Abstände ausdrücklich von tatsächlichen räumlichen Entfernungen ab.
Was lässt sich daraus ableiten?
Die Karte macht prüfbare Aussagen über Vererbungsbeziehungen. Sie ist weder eine mikroskopische Längenmessung noch die Reihenfolge aller DNA-Bausteine.
Befund und Quellen nachlesen ↗

Eine Frage an deinen Blick

Was lässt sich wirklich behaupten?

Eine Variante ist in einer gemischten Kombination dominant. Was folgt daraus allein für ihre Häufigkeit in den nächsten Generationen?

Es sind keine Unterschiede in Fortpflanzungserfolg, Zu- oder Abwanderung oder andere zusätzliche Einflüsse gegeben. Gefragt ist nur nach der Bedeutung von dominant.
Auflösung und Begründung

Dominanz allein bestimmt keine Zu- oder Abnahme der Variante. Merkmalsausprägung, Variantenhäufigkeit und Fortpflanzungserfolg müssen getrennt betrachtet werden.

Die Erklärung mit Quellen lesen ↗

Die Idee dieser Ausstellung

Wie werden Veränderung und Weitergabe über Generationen unterscheidbar erklärt?

Quellen und Nachweise ↓

Ähnlich und doch verschieden

Nachkommen ähneln ihren Eltern, gleichen ihnen aber nicht in jeder Hinsicht. Über lange Zeit können sich ganze Abstammungslinien verändern und aufspalten. Der Raum verbindet diese beiden Fragen, ohne sie gleichzusetzen: Wie werden Unterschiede weitergegeben, und wodurch verändern sich ihre Häufigkeiten über Generationen? Darwin und Wallace erklären eine mögliche Wirkung ungleicher Fortpflanzung; Darwins verzweigtes Diagramm macht Abstammung als Zusammenhang sichtbar. Die Veröffentlichung von 1858 Darwins Diagramm und Erklärung

Verschiedene Fragen verlangen verschiedene Vergleiche

Mendels Erbsen lenken den Blick auf kontrollierte Ausgangsformen und auf mehrere Nachkommengenerationen. Eine große Gesamtsumme lässt Beziehungen erkennen, die in einer einzelnen kleinen Gruppe kaum sicher abzulesen sind. Sutton verbindet solche Vererbungsmuster mit dem Verhalten von Chromosomen. Zählungen und weitere Generationen Chromosomen und Kombinationen Der Wechsel ist wichtig: Ein Zahlenverhältnis benennt noch keinen Stoff, der übertragen wird. Eine sichtbare Zellstruktur braucht umgekehrt eine Erklärung, weshalb sie zu den beobachteten Nachkommen passt.

Nicht alles Sichtbare wird immer häufiger

Hardy und Weinberg führen zu einer anderen Ebene: der Verteilung von Varianten in einer Population. Das eigene Rechenbeispiel unterscheidet die Häufigkeit einzelner Varianten von den Kombinationen, in denen sie auftreten. Hardys Modell Weinbergs unabhängiger Beitrag im Rückblick Diese Unterscheidung verhindert einen naheliegenden Fehlschluss. Das Wort dominant erklärt eine Ausprägung, keinen naturgegebenen Anspruch auf Ausbreitung. Die Frage nach Veränderung bleibt an zusätzliche Befunde gebunden.

Aus mehreren Spuren eine Erklärung gewinnen

Bei den Fruchtfliegen wird zunächst die Kreuzungsrichtung zum Vergleich. Dann kommen mehrere gekoppelte Merkmale und ihre Neukombinationen hinzu. Die daraus erschlossene Karte kann an weiteren Paaren geprüft werden. Zwei Kreuzungsrichtungen Die genetische Karte Am Mais folgt eine zusätzliche Gegenprobe mit unterscheidbaren Chromosomenmerkmalen. Der Rundgang zeigt damit einen wiederkehrenden Schritt: Ein Modell verbindet Beobachtungen, verlangt aber auch weitere Beobachtungen, die zu ihm passen müssen. Grenzen und unklare Zuordnungen gehören zu dieser Prüfung.

Deinen eigenen Vergleich mitnehmen

Wähle beim Lesen eine Beobachtung und frage nach ihrem Maßstab. Geht es um ein einzelnes Tier, eine Nachkommenschaft, eine Population oder lange Abstammungsfolgen? Was ist gezählt, was gezeichnet und was daraus geschlossen? Die drei Befundfälle und das Quiz helfen beim Wechsel zwischen diesen Ebenen. Alle acht Stationen sind im Rundgang verbunden. Wer bei einer Zahlenbeziehung beginnt, kann von dort zum sichtbaren Gegenstand oder zur größeren Veränderungsfrage zurückkehren. So wird aus einer Folge berühmter Namen ein nachvollziehbarer Zusammenhang unterschiedlicher Prüfaufgaben.

Quellen und Nachweise

Die Quellen sind den Aussagen im Text zugeordnet. Originalstudien, Sammlungstexte und eigene Einordnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige Fachtexte sind beim Verlag nur teilweise frei zugänglich.

  1. Darwins und Wallaces getrennte Argumente in einer Veröffentlichung

    Charles Darwin und Alfred Russel Wallace: On the Tendency of Species to form Varieties; and on the Perpetuation of Varieties and Species by Natural Means of Selection. Journal of the Proceedings of the Linnean Society, Zoology 3, 1858, S. 45–62.

    Lyell und Hooker stellen mehrere Texte mit unterschiedlichen Entstehungszeiten zusammen. Die heutige Katalogzeile nennt verkürzt S. 45–50; die vollständige Zusammenstellung einschließlich Wallace reicht bis S. 62.

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  2. Auslese, erbliche Unterschiede und fehlende Zielrichtung

    Mary Ann Clark, Matthew Douglas und Jung Choi: Biology 2e, 18.1 Understanding Evolution. OpenStax, 2018; Abschnitte Processes and Patterns of Evolution und Misconceptions of Evolution.

    Die heutige Erklärung unterscheidet erbliche Unterschiede von individuellen Umweltwirkungen. Der historische Sitzungsablauf wird separat durch die Originalveröffentlichung und ihre Edition belegt.

  3. Das Diagramm und seine ausdrücklich erklärten Vereinfachungen

    Charles Darwin: On the Origin of Species, 1. Auflage. London: John Murray, 1859. Kapitel IV, S. 111–126 und zugehörige Diagrammtafel.

    Die Buchstaben bezeichnen angenommene Formen. Darwin erläutert die regelmäßigen Zwischenstände und Zeitabstände als Vereinfachungen; die Tafel enthält keine gemessene Genealogie bestimmter Arten.

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  4. Abstammungsbäume als Aussagen über Verwandtschaft

    Elizabeth J. Hermsen und Jonathan R. Hendricks: Digital Encyclopedia of Ancient Life, Systematics, 2. Phylogenetics. Paleontological Research Institution.

    Der heutige Begriff bezeichnet begründete Annahmen über Verwandtschaft. Die spätere kladistische Methodik ist vom historischen Gedankenmodell des Jahres 1859 zu unterscheiden.

  5. Mendels Erbsenversuche

    Mendel, Gregor (1866): Versuche über Pflanzen-Hybriden. Verhandlungen des naturforschenden Vereines in Brünn 4, S. 3–47. Gelesen in: Tschermak, Erich von (Hg.), Versuche über Pflanzenhybriden, 2. Auflage, Leipzig 1911, Abschnitt I.

    Die Auswahl der Pflanzen, Kreuzungen und Generationenzählung sind entscheidend für die Zahlenverhältnisse. Die ergänzten Herausgeberanmerkungen von 1911 gehören nicht zum Wortlaut von Mendels ursprünglichem Bericht.

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  6. Suttons Verbindung von Chromosomen und Vererbung

    Sutton, Walter S. (1903): The Chromosomes in Heredity. Biological Bulletin 4(5), S. 231–251. DOI: 10.2307/1535741.

    Das Modell der unabhängigen Herkunftskombinationen steht auf S. 233–237. Der Text enthält auch inzwischen überholte Annahmen. Die verlinkte Datei bricht im Nachtrag ab; das fehlende Schlussblatt ist für die hier verwendeten Passagen nicht erforderlich.

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  7. Was ein Chromosom trägt

    National Human Genome Research Institute: Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms, Chromosome.

    Die stoffliche Beschreibung aus DNA und Proteinen dient der heutigen Einordnung. Sie ist kein Wissen, das Suttons Aufsatz bereits vollständig nachgewiesen hätte.

  8. Die Verringerung des Chromosomensatzes

    National Human Genome Research Institute: Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms, Meiosis.

    Die heutige Definition trennt den grundlegenden Vorgang der Satzverringerung von einzelnen historischen Deutungen seiner Abfolge.

  9. Hardys kurzer Vererbungsbrief

    Hardy, G. H. (1908): Mendelian Proportions in a Mixed Population. Science 28(706), S. 49–50, 10. Juli 1908. Brief datiert 5. April 1908.

    Die ersten beiden PDF-Seiten enthalten Hardys Brief. Seine Buchstaben p, q und r bezeichnen andere Größen als die heute oft verwendeten Allelfrequenzen p und q. Das Zahlenbeispiel des Exponats ist eigenständig.

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  10. Weinbergs Anteil am Gleichgewichtsmodell

    Stern, Curt (1943): The Hardy-Weinberg Law. Science 97(2510), S. 137–138.

    Stern benennt Weinbergs unabhängigen Beitrag und übersetzt eine Passage. Der Rückblick ist von Weinbergs deutschsprachiger Originalveröffentlichung zu unterscheiden.

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  11. Heutige Formulierung des Populationsmodells

    Clark, Mary Ann; Douglas, Matthew; Choi, Jung: Biology 2e, Abschnitt 19.1 Population Evolution. OpenStax, Rice University.

    Die Modellbedingungen dienen dem Vergleich mit beobachteten Populationen. Eine einzelne Abweichung benennt noch keine eindeutige Ursache. Das Exponat verwendet ein eigenes Beispiel und unterscheidet Variantenanteile von sichtbaren Merkmalen.

  12. Morgans Bericht über Augenfarbe und Geschlecht

    Morgan, Thomas Hunt (1910): Sex Limited Inheritance in Drosophila. Science 32(812), S. 120–122, 22. Juli 1910. DOI: 10.1126/science.32.812.120.

    Die detaillierte Kreuzungserklärung dieses Exponats folgt dem vollständig zugänglichen Abschnitt von 1915, nicht einer behaupteten vollständigen Lektüre des Berichts von 1910.

  13. Die beiden Kreuzungsrichtungen im gemeinsamen Buch

    Morgan, Thomas Hunt; Sturtevant, Alfred H.; Muller, Hermann J.; Bridges, Calvin B. (1915): The Mechanism of Mendelian Heredity. New York: Henry Holt. Hier S. 15–20 und Abb. 9–10.

    Die besprochenen Seiten stehen auf PDF-Blättern 35–40. Die Schemata erklären erwartete Kombinationen; sie sind von den Rohdaten des ersten Berichts zu unterscheiden. Die historische Pauschalaussage über ein faktorloses Y wird nicht übernommen.

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  14. Sturtevants lineare Anordnung

    Sturtevant, Alfred H. (1913): The Linear Arrangement of Six Sex-Linked Factors in Drosophila, as Shown by Their Mode of Association. Journal of Experimental Zoology 14, S. 43–59.

    Der historische Haupttext beginnt auf PDF-Seite 6. Diagramm 1 und Tabelle 2 stehen auf PDF-Seiten 11–12. Die verwendeten Abschnitte trennen genetische von räumlichen Abständen und erklären Grenzen durch mehrfachen Austausch. Keine Original-Faksimile-Behauptung.

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  15. Was eine genetische Karte darstellt

    National Human Genome Research Institute: Genetic Map. Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms.

    Erklärt die Ableitung relativer Markerpositionen aus gemeinsamer Weitergabe; keine nachträgliche Behauptung einer 1913 bekannten DNA-Sequenz.

  16. Verschiedene Arten der Kartierung

    National Human Genome Research Institute: Mapping. Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms.

    Die Quelle erläutert unterschiedliche Bezugsgrößen und die Rolle von Sequenzen. Ihre heutige Technik wird von Sturtevants historischem Vorgehen getrennt.

  17. Chromosomenmerkmale und genetische Kombinationen

    Creighton, Harriet B.; McClintock, Barbara (1931): A Correlation of Cytological and Genetical Crossing-Over in Zea Mays. Proceedings of the National Academy of Sciences 17(8), S. 492–497. DOI: 10.1073/pnas.17.8.492.

    Die historische Untersuchung nennt selbst wenige Daten und unterschiedliche Sicherheit einzelner Zuordnungen. Die Beobachtung von Nachkommen und Chromosomenmerkmalen ist von einer direkten Beobachtung des molekularen Vorgangs zu unterscheiden.

  18. Die ergänzende Untersuchung von 1935

    Creighton, Harriet B.; McClintock, Barbara (1935): The Correlation of Cytological and Genetical Crossing-Over in Zea Mays. A Corroboration. Proceedings of the National Academy of Sciences 21(3), S. 148–150. DOI: 10.1073/pnas.21.3.148.

    261 zytologisch untersuchte Nachkommen; die Autorinnen erläutern die gezielte, nicht gleichmäßige Auswahl. Diese Zahl darf nicht als vollständige Nachkommenschaft oder unverzerrte Häufigkeitsstichprobe gelesen werden.

  19. Heutiger Begriff homologer Rekombination

    National Human Genome Research Institute: Homologous Recombination. Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms.

    Der kurze Vergleich erläutert die heutige DNA-Perspektive. Er wird den Untersuchungen von 1931 nicht als damals bereits vollständig beobachteter Mechanismus zugeschrieben.

Redaktion: Benjamin Metzig. Erste vollständige Fassung dieser Sammlung vom 8. September 2026. Generative KI diente als Werkzeug für Text und Bild.

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