Exponat 01 · Darwin und Wallace über natürliche Auslese
Unterschiede über Generationen verstärken
Wie können kleine erbliche Unterschiede die Zusammensetzung einer Population verändern?
Exponat erkunden ↗Themenraum · 8 Exponate
Samen, Erbsen, Fruchtfliegen und Mais führen durch acht Fragen. Verfolge, wie aus Ähnlichkeiten eine Abstammungshypothese, aus Kreuzungen eine Zahlenbeziehung und aus mehreren Befunden eine prüfbare Erklärung wird.
In deinem Tempo · Quellen an jedem Exponat · Stand: 8. September 2026
Bild vergrößern ↗Eine Raumfrage · verschiedene Zugänge
Beginne bei einer Frage, die dich interessiert, oder folge den Stationen des Rundgangs.
Exponat 01 · Darwin und Wallace über natürliche Auslese
Wie können kleine erbliche Unterschiede die Zusammensetzung einer Population verändern?
Exponat erkunden ↗Exponat 02 · Das Diagramm im Origin of Species von 1859
Wie kann verzweigte Abstammung Ähnlichkeiten und Lücken zwischen Lebensformen erklären?
Exponat erkunden ↗Exponat 03 · Erbsenversuche und Nachkommenprüfung
Was verrät eine weitere Generation, das an einer einzelnen Erbse unsichtbar bleibt?
Exponat erkunden ↗Exponat 04 · Zellbeobachtung und Kombinationsmodell
Wie kann ein Vorgang im Zellkern zu einem Zahlenmuster bei Nachkommen passen?
Exponat erkunden ↗Exponat 05 · Vererbungsmodell einer Population
Warum wird eine dominante Variante durch Vererbung allein nicht immer häufiger?
Exponat erkunden ↗Exponat 06 · Fruchtfliegenkreuzung mit Augenfarbvarianten
Warum können dieselben Augenfarben bei vertauschten Eltern zu anderen Nachkommen führen?
Exponat erkunden ↗Exponat 07 · Genetische Karte aus Nachkommenverteilungen
Wie lässt sich eine Reihenfolge auf einem Chromosom erschließen, ohne die Genorte zu sehen?
Exponat erkunden ↗Exponat 08 · Vergleich von Kreuzungsdaten und Chromosomenmerkmalen
Passen neue Merkmalskombinationen zu sichtbaren Veränderungen der weitergegebenen Chromosomen?
Exponat erkunden ↗Die Werkstatt der Erkenntnis
Eine gedachte Verzweigung, eine Zählung und eine Chromosomenkarte stellen unterschiedliche Ansprüche. Prüfe jeweils, was die Darstellung tatsächlich zeigt.
Eine Frage an deinen Blick
Eine Variante ist in einer gemischten Kombination dominant. Was folgt daraus allein für ihre Häufigkeit in den nächsten Generationen?
Dominanz allein bestimmt keine Zu- oder Abnahme der Variante. Merkmalsausprägung, Variantenhäufigkeit und Fortpflanzungserfolg müssen getrennt betrachtet werden.
Die Erklärung mit Quellen lesen ↗Die Idee dieser Ausstellung
Nachkommen ähneln ihren Eltern, gleichen ihnen aber nicht in jeder Hinsicht. Über lange Zeit können sich ganze Abstammungslinien verändern und aufspalten. Der Raum verbindet diese beiden Fragen, ohne sie gleichzusetzen: Wie werden Unterschiede weitergegeben, und wodurch verändern sich ihre Häufigkeiten über Generationen? Darwin und Wallace erklären eine mögliche Wirkung ungleicher Fortpflanzung; Darwins verzweigtes Diagramm macht Abstammung als Zusammenhang sichtbar. Die Veröffentlichung von 1858 Darwins Diagramm und Erklärung
Mendels Erbsen lenken den Blick auf kontrollierte Ausgangsformen und auf mehrere Nachkommengenerationen. Eine große Gesamtsumme lässt Beziehungen erkennen, die in einer einzelnen kleinen Gruppe kaum sicher abzulesen sind. Sutton verbindet solche Vererbungsmuster mit dem Verhalten von Chromosomen. Zählungen und weitere Generationen Chromosomen und Kombinationen Der Wechsel ist wichtig: Ein Zahlenverhältnis benennt noch keinen Stoff, der übertragen wird. Eine sichtbare Zellstruktur braucht umgekehrt eine Erklärung, weshalb sie zu den beobachteten Nachkommen passt.
Hardy und Weinberg führen zu einer anderen Ebene: der Verteilung von Varianten in einer Population. Das eigene Rechenbeispiel unterscheidet die Häufigkeit einzelner Varianten von den Kombinationen, in denen sie auftreten. Hardys Modell Weinbergs unabhängiger Beitrag im Rückblick Diese Unterscheidung verhindert einen naheliegenden Fehlschluss. Das Wort dominant erklärt eine Ausprägung, keinen naturgegebenen Anspruch auf Ausbreitung. Die Frage nach Veränderung bleibt an zusätzliche Befunde gebunden.
Bei den Fruchtfliegen wird zunächst die Kreuzungsrichtung zum Vergleich. Dann kommen mehrere gekoppelte Merkmale und ihre Neukombinationen hinzu. Die daraus erschlossene Karte kann an weiteren Paaren geprüft werden. Zwei Kreuzungsrichtungen Die genetische Karte Am Mais folgt eine zusätzliche Gegenprobe mit unterscheidbaren Chromosomenmerkmalen. Der Rundgang zeigt damit einen wiederkehrenden Schritt: Ein Modell verbindet Beobachtungen, verlangt aber auch weitere Beobachtungen, die zu ihm passen müssen. Grenzen und unklare Zuordnungen gehören zu dieser Prüfung.
Wähle beim Lesen eine Beobachtung und frage nach ihrem Maßstab. Geht es um ein einzelnes Tier, eine Nachkommenschaft, eine Population oder lange Abstammungsfolgen? Was ist gezählt, was gezeichnet und was daraus geschlossen? Die drei Befundfälle und das Quiz helfen beim Wechsel zwischen diesen Ebenen. Alle acht Stationen sind im Rundgang verbunden. Wer bei einer Zahlenbeziehung beginnt, kann von dort zum sichtbaren Gegenstand oder zur größeren Veränderungsfrage zurückkehren. So wird aus einer Folge berühmter Namen ein nachvollziehbarer Zusammenhang unterschiedlicher Prüfaufgaben.
Die Quellen sind den Aussagen im Text zugeordnet. Originalstudien, Sammlungstexte und eigene Einordnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige Fachtexte sind beim Verlag nur teilweise frei zugänglich.
Charles Darwin und Alfred Russel Wallace: On the Tendency of Species to form Varieties; and on the Perpetuation of Varieties and Species by Natural Means of Selection. Journal of the Proceedings of the Linnean Society, Zoology 3, 1858, S. 45–62.
Lyell und Hooker stellen mehrere Texte mit unterschiedlichen Entstehungszeiten zusammen. Die heutige Katalogzeile nennt verkürzt S. 45–50; die vollständige Zusammenstellung einschließlich Wallace reicht bis S. 62.
← Zur Textstelle: Ähnlich und doch verschiedenMary Ann Clark, Matthew Douglas und Jung Choi: Biology 2e, 18.1 Understanding Evolution. OpenStax, 2018; Abschnitte Processes and Patterns of Evolution und Misconceptions of Evolution.
Die heutige Erklärung unterscheidet erbliche Unterschiede von individuellen Umweltwirkungen. Der historische Sitzungsablauf wird separat durch die Originalveröffentlichung und ihre Edition belegt.
Charles Darwin: On the Origin of Species, 1. Auflage. London: John Murray, 1859. Kapitel IV, S. 111–126 und zugehörige Diagrammtafel.
Die Buchstaben bezeichnen angenommene Formen. Darwin erläutert die regelmäßigen Zwischenstände und Zeitabstände als Vereinfachungen; die Tafel enthält keine gemessene Genealogie bestimmter Arten.
← Zur Textstelle: Ähnlich und doch verschiedenElizabeth J. Hermsen und Jonathan R. Hendricks: Digital Encyclopedia of Ancient Life, Systematics, 2. Phylogenetics. Paleontological Research Institution.
Der heutige Begriff bezeichnet begründete Annahmen über Verwandtschaft. Die spätere kladistische Methodik ist vom historischen Gedankenmodell des Jahres 1859 zu unterscheiden.
Mendel, Gregor (1866): Versuche über Pflanzen-Hybriden. Verhandlungen des naturforschenden Vereines in Brünn 4, S. 3–47. Gelesen in: Tschermak, Erich von (Hg.), Versuche über Pflanzenhybriden, 2. Auflage, Leipzig 1911, Abschnitt I.
Die Auswahl der Pflanzen, Kreuzungen und Generationenzählung sind entscheidend für die Zahlenverhältnisse. Die ergänzten Herausgeberanmerkungen von 1911 gehören nicht zum Wortlaut von Mendels ursprünglichem Bericht.
← Zur Textstelle: Verschiedene Fragen verlangen verschiedene VergleicheSutton, Walter S. (1903): The Chromosomes in Heredity. Biological Bulletin 4(5), S. 231–251. DOI: 10.2307/1535741.
Das Modell der unabhängigen Herkunftskombinationen steht auf S. 233–237. Der Text enthält auch inzwischen überholte Annahmen. Die verlinkte Datei bricht im Nachtrag ab; das fehlende Schlussblatt ist für die hier verwendeten Passagen nicht erforderlich.
← Zur Textstelle: Verschiedene Fragen verlangen verschiedene VergleicheNational Human Genome Research Institute: Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms, Chromosome.
Die stoffliche Beschreibung aus DNA und Proteinen dient der heutigen Einordnung. Sie ist kein Wissen, das Suttons Aufsatz bereits vollständig nachgewiesen hätte.
National Human Genome Research Institute: Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms, Meiosis.
Die heutige Definition trennt den grundlegenden Vorgang der Satzverringerung von einzelnen historischen Deutungen seiner Abfolge.
Hardy, G. H. (1908): Mendelian Proportions in a Mixed Population. Science 28(706), S. 49–50, 10. Juli 1908. Brief datiert 5. April 1908.
Die ersten beiden PDF-Seiten enthalten Hardys Brief. Seine Buchstaben p, q und r bezeichnen andere Größen als die heute oft verwendeten Allelfrequenzen p und q. Das Zahlenbeispiel des Exponats ist eigenständig.
← Zur Textstelle: Nicht alles Sichtbare wird immer häufigerStern, Curt (1943): The Hardy-Weinberg Law. Science 97(2510), S. 137–138.
Stern benennt Weinbergs unabhängigen Beitrag und übersetzt eine Passage. Der Rückblick ist von Weinbergs deutschsprachiger Originalveröffentlichung zu unterscheiden.
← Zur Textstelle: Nicht alles Sichtbare wird immer häufigerClark, Mary Ann; Douglas, Matthew; Choi, Jung: Biology 2e, Abschnitt 19.1 Population Evolution. OpenStax, Rice University.
Die Modellbedingungen dienen dem Vergleich mit beobachteten Populationen. Eine einzelne Abweichung benennt noch keine eindeutige Ursache. Das Exponat verwendet ein eigenes Beispiel und unterscheidet Variantenanteile von sichtbaren Merkmalen.
Morgan, Thomas Hunt (1910): Sex Limited Inheritance in Drosophila. Science 32(812), S. 120–122, 22. Juli 1910. DOI: 10.1126/science.32.812.120.
Die detaillierte Kreuzungserklärung dieses Exponats folgt dem vollständig zugänglichen Abschnitt von 1915, nicht einer behaupteten vollständigen Lektüre des Berichts von 1910.
Morgan, Thomas Hunt; Sturtevant, Alfred H.; Muller, Hermann J.; Bridges, Calvin B. (1915): The Mechanism of Mendelian Heredity. New York: Henry Holt. Hier S. 15–20 und Abb. 9–10.
Die besprochenen Seiten stehen auf PDF-Blättern 35–40. Die Schemata erklären erwartete Kombinationen; sie sind von den Rohdaten des ersten Berichts zu unterscheiden. Die historische Pauschalaussage über ein faktorloses Y wird nicht übernommen.
← Zur Textstelle: Aus mehreren Spuren eine Erklärung gewinnenSturtevant, Alfred H. (1913): The Linear Arrangement of Six Sex-Linked Factors in Drosophila, as Shown by Their Mode of Association. Journal of Experimental Zoology 14, S. 43–59.
Der historische Haupttext beginnt auf PDF-Seite 6. Diagramm 1 und Tabelle 2 stehen auf PDF-Seiten 11–12. Die verwendeten Abschnitte trennen genetische von räumlichen Abständen und erklären Grenzen durch mehrfachen Austausch. Keine Original-Faksimile-Behauptung.
← Zur Textstelle: Aus mehreren Spuren eine Erklärung gewinnenNational Human Genome Research Institute: Genetic Map. Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms.
Erklärt die Ableitung relativer Markerpositionen aus gemeinsamer Weitergabe; keine nachträgliche Behauptung einer 1913 bekannten DNA-Sequenz.
National Human Genome Research Institute: Mapping. Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms.
Die Quelle erläutert unterschiedliche Bezugsgrößen und die Rolle von Sequenzen. Ihre heutige Technik wird von Sturtevants historischem Vorgehen getrennt.
Creighton, Harriet B.; McClintock, Barbara (1931): A Correlation of Cytological and Genetical Crossing-Over in Zea Mays. Proceedings of the National Academy of Sciences 17(8), S. 492–497. DOI: 10.1073/pnas.17.8.492.
Die historische Untersuchung nennt selbst wenige Daten und unterschiedliche Sicherheit einzelner Zuordnungen. Die Beobachtung von Nachkommen und Chromosomenmerkmalen ist von einer direkten Beobachtung des molekularen Vorgangs zu unterscheiden.
Creighton, Harriet B.; McClintock, Barbara (1935): The Correlation of Cytological and Genetical Crossing-Over in Zea Mays. A Corroboration. Proceedings of the National Academy of Sciences 21(3), S. 148–150. DOI: 10.1073/pnas.21.3.148.
261 zytologisch untersuchte Nachkommen; die Autorinnen erläutern die gezielte, nicht gleichmäßige Auswahl. Diese Zahl darf nicht als vollständige Nachkommenschaft oder unverzerrte Häufigkeitsstichprobe gelesen werden.
National Human Genome Research Institute: Homologous Recombination. Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms.
Der kurze Vergleich erläutert die heutige DNA-Perspektive. Er wird den Untersuchungen von 1931 nicht als damals bereits vollständig beobachteter Mechanismus zugeschrieben.
Redaktion: Benjamin Metzig. Erste vollständige Fassung dieser Sammlung vom 8. September 2026. Generative KI diente als Werkzeug für Text und Bild.
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