Die erwartete Klage richtet sich an die Mutter
Zu Beginn des Traums geht Dumuzi weinend ins offene Land. Er ruft die Landschaft zum Trauern auf und spricht von seiner Mutter Durtur: Sie werde nach ihm rufen. Falls sie den Tag seines Todes nicht kenne, solle das Land sie benachrichtigen. Die Mutter ist hier Teil einer erwarteten und erbetenen Klage, nicht die Sprecherin einer bereits vollständig ausgeführten Trauerszene.
Anschließend verlangt Dumuzi nach seiner Schwester Geštinanna als kundiger Deuterin des Traums. Später blickt sie vom Hügel aus. Ihre Freundin Jectin-dudu warnt sie vor den herankommenden Männern. Die Ähnlichkeit der Namen Jectin-ana und Jectin-dudu ist keine ausreichende Grundlage, Freundin und Schwester zu einer Person zu machen.
Belilis Haus bleibt kein sicherer Ort
Dumuzi bittet Utu um eine veränderte Gestalt, damit er zum Haus der alten Belili fliehen könne. Die Ausgabe unterscheidet hier Gazellen- und Schlangenvarianten. Utu erhört die Bitte, und Dumuzi erreicht das Haus. Später fangen ihn die Verfolger dort und binden ihn.
Die benannten Stellen machen Belilis Haus zu einem Fluchtziel, dessen Schutz nicht hält. Sie begründen für sich genommen weder eine Verwandtschaft mit Dumuzi noch einen absichtlichen Verrat Belilis. Solche Beziehungen werden nicht aus dem bloßen Ortswechsel ergänzt.
Eine andere Belili-Stelle erhält ihren eigenen Rahmen
Im Schluss des akkadischen Ištar-Abstiegs folgt auf die Nennung von Tammuz eine Szene mit Belili und ihrem Schmuck. Als sie die Klage um ihren Bruder hört, schlägt sie den Schmuck vom Körper und wehrt sich gegen den Verlust des einzigen Bruders. Der Text bewahrt damit eine andere konkrete Klagehandlung als die Flucht zum Haus der alten Belili.
Beide Belege werden hier mit Werk und Stelle zugänglich gemacht. Die gleiche Schreibung allein entscheidet nicht, wie die beiden Gestaltungen historisch zusammenhängen. Ebenso wenig wird Belili ohne zusätzlichen Beleg einfach an die Stelle Geštinannas gesetzt. Das sumerische und das akkadische Werk behalten ihre eigenen Sprecherinnen und Abläufe.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Wer bemerkt Gefahr, wer wird als Trauernde erwartet, und wo sucht der Verfolgte Schutz?
Durtur wird als Mutter angerufen, Jectin-dudu warnt die Schwester, und Belilis Haus wird zum Fluchtziel. Die Beziehungen leisten Unterschiedliches.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Dumuzis Traum
Eigenständiger Textzugang, ETCSL 1.4.3; nicht als Kapitel einer harmonisierten Dumuzi-Biografie behandelt.
Überlieferte sumerische Komposition; kein genaues Entstehungsjahr aus den gelesenen Übersetzungen abgeleitet.
Sprache: Sumerisch
Benutzte Ausgabe
ETCSL 1.4.3: Dumuzis Traum
Zusammengesetzter Übersetzungstext mit Lücken und Varianten; keine eigene Kollation der sumerischen Zeugen.
Online-Übersetzung des ETCSL-Projekts, gelesener Stand 26.09.2026.
Sprache: Englisch
Überlieferter Text
Ištars Gang in die Unterwelt – akkadische Überlieferung
Von der sumerischen Inanna-Komposition getrennter Werkdatensatz. SOAS erschließt Z. 1–125; die separat registrierte eBL-Edition einschließlich Schluss Z. 126–138 wurde zusätzlich gelesen. Keine vollständige Kollation der Überlieferung.
Antiker Text; das Publikationsdatum einer heutigen Lesehilfe datiert nicht seine Entstehung.
Sprache: Akkadisch
Benutzte Ausgabe
eBL: Ištars Unterweltsgang, Standard Babylonian
Haupttext bis Z. 138 und Kommentar zu Z. 136 gelesen. Kritische Rekonstruktion mit zusätzlichen Zeilen und Varianten; keine einzelne historische Tafel. Fosters englische Übersetzung bietet in Z. 136–137 einen Jubelruf, die Anmerkung diskutiert die konkurrierende Aufstiegslesart. Keine vollständige Partiturprüfung.
Ausgabe nach eigener Zitierempfehlung: Setälä 2022; dynamischer Stand gelesen am 26.09.2026.
Sprache: Akkadische Transkription und englische Übersetzung
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Durtur, Jectin-dudu und Belili im Dumuzi-Traum; Belili im Ištar-Abstieg als getrennter Werkbeleg
- Verwendeter Ausschnitt
- Benannte moderne zusammengesetzte Lesetexte mit Varianten und Fehlstellen; keine eigene Keilschriftkollation.
- Dumuzid’s dream, ETCSL 1.4.3
ETCSL-Projekt, Universität Oxford · Übersetzung 1998, letzte vermerkte Textkorrektur 2001
Englische Übersetzung Z. 1–261 vollständig gelesen, einschließlich sichtbarer Varianten; Anfang und Traumdeutung auch im lokalen HTML-Textarchiv geprüft. Schluss separat an Attingers Seite 13 gegengelesen.
Moderne zusammengesetzte Übersetzung, kein einzelner vollständiger antiker Textzeuge. Keine eigene sumerische Kollation; kalkal-Schluss nicht als unstrittige Gattungszuweisung behandelt. Abgerufen am 2026-09-26.
- Descent of Ištar, Chapter Standard Babylonian
A. Setälä; Beiträge Z. J. Földi, A. Hätinen, E. Jiménez und G. Rozzi; Übersetzung Benjamin R. Foster · 2022; dynamische Onlineedition, gelesen 2026-09-26
Angezeigter Haupttext Z. 1–138 einschließlich eingeschobener a/b/c-Zeilen, Transkription und englische Übersetzung; aufgeklappte Anmerkung zu Z. 136 vollständig gelesen.
Keine eigene Kollation der Tafeln oder vollständige Prüfung aller ausklappbaren Partituren. Übersetzungsproblem in Z. 118b: englisch does pay trotz akkadischem lā; diese englische Formulierung nicht übernommen. Z. 126 ist davon unabhängig belegt. Anmerkung 136 zitiert Frahm 2003, ohne dass dessen ganzer Aufsatz hier gelesen wurde. Abgerufen am 2026-09-26.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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