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MythaneumDas Museum der Mythologien

Wesen und Gruppen

Aratta: Boten, Herrscher und göttliche Stimmen

Ein namenloser Bote trägt Forderungen durch die Berge. Der Herr von Aratta antwortet, Nisaba eröffnet Wissen, und ein Wetterumschwung verändert die Verhandlungslage.

3–4 Minuten Lesezeit

Der Bote braucht eine eigene Fähigkeit

Inana rät Enmerkar, einen redegewandten und ausdauernden Mann aus den Truppen zum Boten zu wählen. Seine Arbeit verlangt körperliches Durchhalten und genaue Übermittlung. Der Text überliefert ihm keinen Eigennamen; diese erkennbare Handlungsrolle braucht deshalb keinen erfundenen Namen.

Der Herr von Aratta ist ebenfalls nicht nur ein Gegenstand der königlichen Forderung. Er empfängt den Boten und antwortet ihm. Er wird in diesem Werk nach seinem Herrschaftsort bezeichnet. Ein Eigenname aus einer anderen Enmerkar-Dichtung wird nicht stillschweigend eingesetzt.

Drohungen und Arbeitsforderungen haben Betroffene

Die Botschaft fordert Metalle, Steine und Arbeit an Heiligtümern. Sie droht Aratta Verwüstung an. Die Menschen der Stadt sollen nach der königlichen Rede die Berge bearbeiten, Güter transportieren und Bauten errichten. Diese Herrschaftssprache ist eine Perspektive des Konflikts und keine neutrale Zustimmung aller Betroffenen.

Die Dichtung stellt mehrere Wege und Antworten nebeneinander. Später führt der Bote eine Tontafel mit sich. Der Übersetzungszugang beschreibt die Reaktion des Herrn von Aratta auf Zeichen, die wie Nägel erscheinen. Die umstrittene Schriftepisode und ihre abweichenden Lesarten werden im Enmerkar-Profil gesondert erläutert; der Bote wird hier nicht zum unabhängig historisch belegten Erfinder der Schrift erklärt.

Die göttlichen Namen leisten nicht alle dasselbe

An und Inana rahmen den Erzählbeginn; Utu wird mit Enmerkars Herkunft und dem Tagesanbruch verbunden. Nisaba, im selben Abschnitt auch Nanibgal genannt, öffnet dem König ihr Haus der Weisheit. Der Text macht Wissen und Versorgung zu Voraussetzungen der Antwort, statt nur eine körperliche Überlegenheit zu erzählen.

Enlil erscheint unter anderem als Vergleichsname im königlichen Ranganspruch und als Adressat der beschwörenden Sprachpassage. Die Beschwörung heißt die des Nudimmud und nennt Enki als Wissenden, der menschliche Sprache verändert. Titel, Vergleich, Herkunftsbehauptung und göttliches Handeln werden deshalb mit ihren jeweiligen Versen erklärt.

Ama-ušumgal-ana, in der ETCSL-Schreibung Ama-ucumgal-ana, und Dumuzid stehen in Inanas Beziehungs- und Liedsprache. Eine spätere Passage verbindet ihr Lied mit dem Gemahl und Dumuzids Hören. Das ist ein konkreter textlicher Namenszusammenhang, keine zusätzlich erzählte Reise Dumuzis nach Aratta.

Ein Wetterereignis verändert die Lage

Nach dem Empfang der Tafel lässt Iškur, in der Ausgabe Ickur, einen Sturm über dem Gebirge aufziehen. Auf den trockenen Flanken Arattas wachsen Weizen und Kichererbsen; sie werden zum Herrn der Stadt gebracht. Das Ereignis steht zwischen der Forderung des Absenders und der erneuten Antwort des Empfängers.

Ein später auftretender namenloser Kämpfer wird durch seine Kleidung beschrieben. Der Schluss enthält weitere beschädigte Rede und den Namen Jectin-ana, die Schreibform Geštinannas. Die erhaltenen Wörter reichen nicht für eine neue ununterbrochene Schlussgeschichte. Der Name wird mit dieser offenen Rollenfrage verzeichnet, statt der Göttin eine erfundene entscheidende Handlung zuzuschreiben.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Wer gestaltet den Konflikt, wenn Enmerkars königliche Botschaft nicht allein die ganze Geschichte bestimmt?
Ein namenloser Bote trägt Forderungen durch die Berge. Der Herr von Aratta antwortet, Nisaba eröffnet Wissen, und ein Wetterumschwung verändert die Verhandlungslage.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Enmerkar und der Herr von Aratta

Konkrete Komposition ETCSL 1.8.2.3; Schriftepisode im Mittelpunkt. Nicht mit Enmerkar und En-suḫgir-ana zusammengeführt.

CDLI-Kompositfassung der altbabylonischen Periode ca. 1900–1600 v. Chr. zugeordnet; kein gesichertes Entstehungsjahr aus der Metadatenlektüre abgeleitet.

Sprache: Sumerisch

Benutzte Ausgabe

ETCSL 1.8.2.3: Enmerkar and the lord of Aratta

Gesamte englische Übersetzung mit sichtbaren Varianten und Lücken gelesen; 500–541 mit Attinger verglichen.

Übersetzung 1998, Korrekturen 1999.

Sprache: Englisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Der unbenannte Bote, der Herr von Aratta und die göttlichen Stimmen in Enmerkar und der Herr von Aratta.
Verwendeter Ausschnitt
Der bezeichnete ETCSL-Lesetext von Enmerkar und der Herr von Aratta mit Varianten und Fehlstellen; keine neue Keilschriftkollation oder ergänzte Namen aus anderen Dichtungen.
  1. Enmerkar and the lord of Aratta, ETCSL 1.8.2.3

    ETCSL-Projekt, Universität Oxford · Übersetzung 1998, inhaltliche Korrekturen 1999

    Englische Übersetzung der gesamten Komposition, nummeriert 1–636 mit Lücken, in aufeinander anschließenden Ausschnitten tatsächlich gelesen; Schwerpunkt 69–107, 294–307, 454–576. Revisionsgeschichte und begrenzt das Ende der Transliterationsseite gelesen.

    Keine eigene sumerische Kollation. Zusammengesetzte Übersetzung; beschädigten Schluss nicht als lückenlose Kapitulation erzählt. Abweichende Deutungen 500–541 mit Attinger 2019 getrennt. Kein ganzer anderer Enmerkar-Text gelesen. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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