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MythaneumDas Museum der Mythologien

Wesen und Gruppen

Adapa: Boten, Torstimmen und Südwind

Ilabrat meldet Anu den Eingriff in den Südwind. Tammuz und Gizzida sprechen später für Adapa; ihre Hilfe entscheidet nicht schon über die angebotene Speise.

4–5 Minuten Lesezeit

Ein Wind mit einem gebrochenen Flügel

Die mittelbabylonische Fassung erzählt den Südwind als ansprechbare und verletzbare Macht. Adapas Wort bricht seinen Flügel; sieben Tage lang weht er nicht mehr zum Land. In seiner späteren Erklärung vor Anu berichtet Adapa, der Wind habe ihn beim Fischfang für den Tempel kentern lassen.

Anu bemerkt das Ausbleiben und fragt seinen Boten Ilabrat nach dem Grund. Ilabrats Antwort benennt Adapa als Verursacher. Der Bote erfüllt damit eine eigene Informationsrolle. Ein anderer Name wird ihm nicht allein deshalb als Alias gegeben, weil auch andere Werke göttliche Boten kennen.

Eas Anleitung führt zu zwei Fürsprechern

Ea lässt Adapa Trauerkleidung tragen. Wenn die an Anus Tür stehenden Tammuz und Gizzida nach dem Grund fragen, soll er von zwei verschwundenen Göttern sprechen und gerade diese beiden nennen. Ea kündigt an, dass sie darüber lachen und für ihn eintreten würden.

Die Erzählung führt diese Begegnung aus: Adapa nennt die beiden, sie schauen einander an und lachen. Nachdem er Anu den Vorfall mit dem Südwind erklärt hat, sprechen Tammuz und Gizzida ein günstiges Wort. Anus Herz beruhigt sich. Die beiden erhalten damit eine konkrete Vermittlungsaufgabe, die über ihren bloßen Standort an einer Tür hinausgeht.

Benannte Boten und unbenanntes Personal bleiben unterscheidbar

Ilabrat ist am Anfang namentlich bezeichnet. Der später zu Adapa gelangende Bote heißt im Übersetzungstext nur Anus Bote. Diese Formulierung allein beweist nicht zusätzlich, dass der spätere Auftritt ausdrücklich wieder mit Ilabrats Namen versehen ist.

Auch die Personen, die anschließend Speise, Wasser, Gewand und Öl bringen, sind in diesen Zeilen nicht einzeln benannt. Ihre Handlungen werden sichtbar erklärt, ohne für jede Gabe einen neuen göttlichen Eigennamen zu erfinden. Die Gruppenform der Seite hält namentliche Gestalten und funktional bezeichnete Helfer auseinander.

Erfolgreiche Fürsprache beantwortet nicht jede Frage

Die Torstimmen helfen Adapa in der Begegnung mit Anu. Trotzdem bleibt der Unterschied zwischen Eas Warnung vor Speise und Wasser des Todes und dem späteren Angebot von Speise und Wasser des Lebens bestehen. Adapa verweigert beides und beruft sich auf Ea.

Der weitere Deutungsstreit wird im Adapa-Profil erklärt. Diese Seite hält die einzelnen Beiträge fest: Bericht, Vorladung, Anleitung, Fürsprache und Diensthandlungen. Die Namensformen Tammuz und Gizzida bleiben ausdrücklich die der benutzten Übersetzung; ihre Verbindungen zu Dumuzi und Ningišzida werden in den jeweiligen quellenbezogenen Profilen erläutert.

Die späteren Fragmente bewahren andere Aufgaben und Grenzen

Die standardbabylonischen Bruchstücke beginnen mit Adapas Wissen und seiner Arbeit in Eridu. Ea macht ihn zu einer schützenden Gestalt unter Menschen, gewährt ihm aber kein ewiges Leben. Adapa wirkt als Diener der Anunna, bereitet mit den Bäckern Speisen und übernimmt Fischfang, Tisch- und Toraufgaben. Die ebenfalls erwähnten Bäcker erhalten im vorhandenen Lesetext keine einzelnen Namen.

Spätere Fragmente bewahren einen unbenannten Boten und Eas Vorbereitung des Himmelswegs. Tammuz und Gizzida werden an Anus Tür in stark ergänzten Zeilen genannt; ihre Namen kehren im beschädigten Trauergespräch wieder. Das ist kein Grund, sämtliche verlorenen Gesprächsteile mit der mittelbabylonischen Fassung aufzufüllen oder den unbenannten Boten automatisch Ilabrat zu nennen.

Der erhaltene Schluss lässt Adapa Wasser des Lebens verweigern, Öl und Gewand aber annehmen. Anu lacht über Eas Vorgehen. Eine auferlegte Aufgabe und eine spätere Auszeichnung werden in beschädigten Zeilen erwähnt. Die Lesung lässt nicht jede einzelne Dienstpflicht erkennen. Schließlich nennt der Text gegen die vom Südwind gebrachte Beschwerde die Verbände der reinen Ninkarrak. Name und Handlung gehören in diesen Heilungszusammenhang; eine heutige Krankheitsdiagnose oder Behandlung wird daraus nicht abgeleitet.

Der spätere Textzugang steht neben der Amarna-Fassung. Gerade die Ergänzungsklammern, der fehlende englische Abschnitt e+17 und die zerbrochenen Endzeilen zeigen, wo der Vergleich enden muss. Eridu-Dienste, Vorladung, Torbegegnung und Heilungsbezug bilden hier einen verbundenen Zugang, keinen künstlich vervollständigten Lebenslauf.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Wie verändern Bericht, Anleitung und Fürsprache die Begegnung zwischen einem Menschen und Anu?
Ilabrat meldet Anu den Eingriff in den Südwind. Tammuz und Gizzida sprechen später für Adapa; ihre Hilfe entscheidet nicht schon über die angebotene Speise.

Standardbabylonische Adapa-Fragmente mit unbenannten Arbeits-/Botenrollen, ergänzten Tornamen und Ninkarraks Heilungsbezug
Namen und unbenannte Rollen im konkret benannten Textbereich, historische Personen als Quellenkontext und nicht automatisch Figurenatlas-Identitäten.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Adapa und der Südwind: mittelbabylonischer Textzugang

Eigene Überlieferungsebene der Nacherzählung.

Amarna-Zeuge 14. Jahrhundert v. Chr. laut eBL; keine Erstkomposition datiert.

Sprache: Akkadisch

Benutzte Ausgabe

eBL Adapa: englischer Zugang zur Amarna-Fassung

Mitto; Übersetzung Foster; Revision Földi, Heinrich, Jiménez. Alle gelieferten englischen Zeilen gelesen.

Erstpublikationsfeld 2022; Stand 26.09.2026.

Sprache: Englisch

Überlieferter Text

Adapa und der Südwind: standardbabylonische Fragmente

Gesonderter Vergleich; beschädigter Schluss nicht vollständig rekonstruiert.

Spätere Zeugen, überwiegend Ninive 7. Jahrhundert v. Chr. laut eBL.

Sprache: Akkadisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Adapa: Boten, Torstimmen und Südwind; Standardbabylonische Adapa-Fragmente mit unbenannten Arbeits-/Botenrollen, ergänzten Tornamen und Ninkarraks Heilungsbezug
Verwendeter Ausschnitt
Nur die jeweils bezeichnete Fassung und die zitierten Textbereiche; Ergänzungen und Fehlstellen der Edition bleiben sichtbar erklärt. Keine eigene Keilschriftkollation.
  1. eBL: Adapa and the South Wind – Middle Babylonian, Amarna

    Tonio D. N. Mitto; englische Übersetzung Benjamin R. Foster; Revision Zsombor J. Földi, Adrian C. Heinrich, Enrique Jiménez · Erstpublikationsfeld 02.06.2022; laufender Stand 26.09.2026

    Alle gelieferten englischen Übersetzungsfelder einschließlich Lücken und Ergänzungen gelesen; Editions- und Manuskriptmetadaten geprüft.

    Englischer Zugang, keine eigene akkadische Übersetzung oder Tafelautopsie. Amarna und spätere Fragmente getrennt; ältere sumerische Texte und zitierte Bibliographie nicht als gelesen ausgegeben. Abgerufen am 2026-09-26.

  2. eBL: Adapa and the South Wind – Standard Babylonian, Fragmente

    Tonio D. N. Mitto; englische Übersetzung Benjamin R. Foster; Revision Zsombor J. Földi, Adrian C. Heinrich, Enrique Jiménez · Erstpublikationsfeld 02.06.2022; laufender Stand 26.09.2026

    Alle gelieferten englischen Übersetzungsfelder einschließlich Lücken und Ergänzungen gelesen; Editions- und Manuskriptmetadaten geprüft.

    Englischer Zugang, keine eigene akkadische Übersetzung oder Tafelautopsie. Amarna und spätere Fragmente getrennt; ältere sumerische Texte und zitierte Bibliographie nicht als gelesen ausgegeben. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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