Bei Platon vergessen die Reisenden, der Erzähler erinnert sich
Am Ende des Mythos von Er gelangen Seelen über eine heiße, pflanzenlose Ebene zu einem Wasser des Vergessens. Sie trinken und vergessen das zuvor Erlebte; Er darf als Ausnahme nicht trinken. Nach Schlaf und Aufbruch in neue Leben kann allein sein erinnernder Bericht die Geschichte vermitteln.
Der Schluss der Politeia nennt Lethe im Bild eines Flusses. Der Zusammenhang ist eine philosophische Erzählung mit einer Aufforderung zu gerechtem Handeln und Einsicht. Er ist keine kartierbare Reise ins Jenseits. Auch das Trinken und die anschließende Bewegung der Seelen werden hier nicht mit anderen Unterweltsgeschichten zu einer einzigen Strecke verbunden.
In Lebadeia steht Vergessen vor gezieltem Erinnern
Pausanias beschreibt am Orakel des Trophonios zwei aufeinander bezogene Wasser. Die befragende Person trinkt zunächst Wasser des Vergessens, um bisherige Sorgen zurückzulassen, und danach Wasser der Erinnerung, um das unten Erfahrene zu behalten.
Nach ihrer Rückkehr wird sie auf einen Stuhl der Erinnerung gesetzt und befragt. Der antike Autor beansprucht eigene Erfahrung und die Beobachtung anderer Rückkehrer. Das ist ein zugeschriebener antiker Ortsbericht; das Museum bestätigt damit weder eine heutige Wasserwirkung noch einen heute unverändert ausgeübten Ablauf.
Hesiods Lethe ist kein Beweis für diesen Wasserweg
In der Theogonie steht Lethe, das Vergessen, unter den Kindern der Eris. Dort wird kein Fluss beschrieben, aus dem Verstorbene trinken. Diese personifizierte Verwandtschaft erhält deshalb einen eigenen Figurenzugang.
Die drei Quellen lassen sich vergleichen, weil sie das Vergessen verschieden einsetzen. Ihre gleiche Bezeichnung macht sie weder zu einer fortlaufenden Erzählung noch zu voneinander unabhängigen Bestätigungen einer einzigen Jenseitsgeografie.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Pausanias: Beschreibung Griechenlands
Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Pausanias: Vergessen und Erinnern am Trophonios-Orakel
Beschreibung Griechenlands 9.39.1–14: Lebadeia, Vorbereitungen, beide Wasser, Abstieg, Rückkehr und Erinnerung. Die jeweils benannten Textstellen in historischen englischen Übersetzungen; weitere Werkteile und Überlieferungen sind hier nicht vollständig erschlossen.
Antikes Werk in historischer englischer Übersetzung
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Hesiod: Vergessen in der Genealogie der Eris
Theogonie 211–232: Nachkommen der Nacht und der Eris; zusätzlich griechische Zeilen 226–232 der digitalen Evelyn-White-Ausgabe für den Namen Lethe. Die jeweils benannten Textstellen in historischen englischen Übersetzungen; weitere Werkteile und Überlieferungen sind hier nicht vollständig erschlossen.
Antikes Werk in historischer englischer Übersetzung
Sprache: Englisch nach Altgriechisch; sieben griechische Zeilen zur Namensprüfung
Überlieferter Text
Platon: Politeia
Platons philosophischer Dialog; der für diese Seite benutzte Ausschnitt des Er-Mythos steht beim gesonderten Lesezugang.
Antiker philosophischer Dialog; hier keine genaue Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Platon: Vergessen und Rückkehr im Mythos von Er
Politeia 10,621a–d: Ebene des Vergessens, Trinken, Wiedergeburt und Ers Ausnahme; zusätzlich Shoreys Anmerkung 299 zum Flussnamen. Die jeweils benannten Textstellen in historischen englischen Übersetzungen; weitere Werkteile und Überlieferungen sind hier nicht vollständig erschlossen.
Antiker philosophischer Dialog; Shoreys historische englische Übersetzung
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Die jeweils benannten griechischen Überlieferungen; spätere römische und italienische Fassungen ausdrücklich getrennt.
- Verwendeter Ausschnitt
- Theogonie 211–232; Politeia 10,621a–d; Pausanias 9.39.1–14 als eigener Ortsbericht.
- Hesiod: Vergessen in der Genealogie der Eris
Hesiod; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antikes Werk in historischer englischer Übersetzung
Theogonie 211–232: Nachkommen der Nacht und der Eris; zusätzlich griechische Zeilen 226–232 der digitalen Evelyn-White-Ausgabe für den Namen Lethe.
Die jeweils benannten Textstellen in historischen englischen Übersetzungen; weitere Werkteile und Überlieferungen sind hier nicht vollständig erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.
- Pausanias: Vergessen und Erinnern am Trophonios-Orakel
Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antikes Werk in historischer englischer Übersetzung
Beschreibung Griechenlands 9.39.1–14: Lebadeia, Vorbereitungen, beide Wasser, Abstieg, Rückkehr und Erinnerung.
Die jeweils benannten Textstellen in historischen englischen Übersetzungen; weitere Werkteile und Überlieferungen sind hier nicht vollständig erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.
- Platon: Vergessen und Rückkehr im Mythos von Er
Platon; englische Übersetzung Paul Shorey · Antiker philosophischer Dialog; Shoreys historische englische Übersetzung
Politeia 10,621a–d: Ebene des Vergessens, Trinken, Wiedergeburt und Ers Ausnahme; zusätzlich Shoreys Anmerkung 299 zum Flussnamen.
Die jeweils benannten Textstellen in historischen englischen Übersetzungen; weitere Werkteile und Überlieferungen sind hier nicht vollständig erschlossen. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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