Getreide und Arbeit stehen in den Gebeten
Daiva Vaitkevičienės MLE-Artikel führt Žemyna, Žemynė und Žemynėlė als Bezeichnungen der Erd- und Vegetationsgestalt an. Er vermittelt unter anderem einen Eintrag Zemine, Dea terrae aus Daniel Kleins Grammatica Litvanica von 1653. Die Namensform besitzt damit einen benannten historischen Schreibkontext.
In den wiedergegebenen Gebeten wird Žemynėlė auf Roggen, Weizen, Gerste und andere Feldfrüchte angesprochen. Eine durch Brodowskis Wörterbuch vermittelte Bitte verbindet sie mit der Arbeit menschlicher Hände. Die konkreten Bitten erklären den Erdbezug genauer als eine bloße Zuständigkeitsliste.
Ein Getränk wird mit der Erde geteilt
Das Fachlexikon beschreibt nach Praetorius das žemynėliavimas: Eine Getränkegabe wird ausgegossen und mit einer Anrede an Žemyna verbunden. Die Besprechung von Laurinkienės Monographie erläutert die Handlung als Bierlibation, die im Zusammenhang mit Aussaat, Ernte und weiteren Festen betrachtet wird.
Die Rezension würdigt die Bedeutung dieser Belege, fragt aber nach ihrer Anordnung: Wiederholt sich überall ein einzelnes Ritual, oder bildet das wiederkehrende Teilen einen länger dauernden Prozess mit unterschiedlichen Phasen? Diese Frage betrifft die wissenschaftliche Beschreibung. Sie fügt den historischen Berichten keine zusätzlichen tatsächlich beobachteten Feste hinzu.
Auch Haus und Bestattung erscheinen in den Berichten
Der MLE-Artikel vermittelt einen jesuitischen Bericht von 1644 über Erde und Speisegaben im Hauswinkel unter Mahlsteinen. Eine Mehrzahlform wird dort zum Anlass für die Vermutung, einzelne Höfe könnten je eine eigene Žemyna gehabt haben. Die Mehrzahl ist ein Textbefund; die Vorstellung je eigener Hofgestalten ist eine Auslegung.
Ein weiterer Bericht von 1634 verbindet vergrabene Speisen für Žemyna mit dem Gedenken an Tote. Die Bitte, eine Seele aufzunehmen und gut zu bewahren, wird durch Praetorius vermittelt. Diese Zeugnisse erweitern den Blick über Feldfrüchte hinaus. Sie liefern aber keine einzige, lückenlose Biographie der Gestalt.
Die Rekonstruktion lässt sich aus mehreren Blickwinkeln prüfen
Daiva Račiūnaitė-Vyčinienė bespricht 2014 Laurinkienės Buch Žemyna ir jos mitinis pasaulis von 2013. Sie würdigt die umfangreiche Zusammenführung historischer und folkloristischer Daten. Zugleich erinnert sie an wissenschaftliche Zweifel gegenüber weit ausgebauten Muttergottheitsbildern.
Aus ihrer ethnomusikologischen Perspektive fehlt eine ausführlichere Betrachtung des Klangs. Ein gesungenes Ritual besteht nicht nur aus dem gedruckten Wort: Stimme, Melodie und Ausführung gehören dazu. Für das Museum bedeutet das, eine Textwiedergabe nicht schon als vollständige Rekonstruktion einer Aufführung zu behandeln. Die Monographie selbst und historische Originaldrucke wurden für dieses Profil nicht unabhängig gelesen.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Getreide und Arbeit stehen in den Gebeten
Haupttext: Namensformen; Klein 1653; Gebetswiedergaben nach Praetorius und Brodowski
Ein Getränk wird mit der Erde geteilt
Haupttext: žemynėliavimas und Praetorius; S. 251: Bierlibation und Kritik an der wiederholten Behandlung des Rituals
Auch Haus und Bestattung erscheinen in den Berichten
Haupttext: jesuitische Berichte 1644 und 1634; Bestattungsgebet nach Praetorius
Die Rekonstruktion lässt sich aus mehreren Blickwinkeln prüfen
S. 249–250: Rekonstruktionsgeschichte; S. 253–254 bis Autorensignatur: Klang, Aufführung und Ausblick
Fassungen und Belege unterscheiden
Werk, Überlieferung und Lesezugang
Werk
Žemyna: historische Zeugnisse im MLE
Vaitkevičienės MLE-Artikel: ganzer kurzer Haupttext mit Literatur und Autorin. Praetorius, Klein, Lasicki, Daukša, Lavinskis und Brodowski sind durch das Lexikon vermittelt, nicht unabhängig im Original gelesen.
Undatierter elektronischer MLE-Zugang.
Sprache: Litauisch
Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Žemyna: historische Vermittlungszeugnisse und Gebete
Benutzter Lesezugang
Žemyna: historische Zeugnisse im MLE: benutzter Zugang
Haupttext gelesen; historische Berichte und Gebete nur durch Daiva Vaitkevičienė vermittelt.
Undatierter elektronischer MLE-Zugang.
Sprache: Litauisch
Quellen zu diesem Lesezugang: Žemyna: historische Vermittlungszeugnisse und Gebete
Werk
Mitologės atnašavimas Žemynai
Račiūnaitė-Vyčinienė 2014, S. 249–251 und 253–254 bis zur Signatur. Rezension einer nicht selbst gelesenen Monographie. Kritik an wiederholter Ritualdarstellung und fehlender Klangperspektive bleibt die Stimme der Rezensentin.
Tautosakos darbai XLVIII, 2014, S. 249–254.
Sprache: Litauisch
Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Mitologės atnašavimas Žemynai: Rezension und Forschungskritik
Benutzter Lesezugang
Mitologės atnašavimas Žemynai: benutzter Zugang
Rezension: S. 249–251 und 253–254 bis Autorensignatur; weder ganze Monographie noch andere Rezensionen gelesen.
Tautosakos darbai XLVIII, 2014, S. 249–254.
Sprache: Litauisch
Quellen zu diesem Lesezugang: Mitologės atnašavimas Žemynai: Rezension und Forschungskritik
Figuren und Namen in den Texten
Die Einträge folgen dem jeweiligen Werk. Eigene Handlungen, kurze Namensnennungen und Herkunftsangaben bleiben unterscheidbar. Gleiche oder ähnliche Namen ergeben noch keine gemeinsame Lebensgeschichte.
Žemyna: historische Zeugnisse im MLE
4 Einträge nach Szenen und Namensgruppen ansehen
Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang
Lied, Aufnahme und Gebet (4)
Litauische und lettische Zugänge bleiben einzeln bezeichnet.
Žemyna / Žemynėlė als Angeredete
Gebete verbinden die Angeredete mit Getreide, Arbeit, Gabe und Aufnahme einer Seele.
Verschiedene vermittelte Gebete, keine eine ganze Lebensgeschichte erzählende Fassung.
Beleg: MLE, Praetorius- und Brodowski-Zitate · Žemyna: historische Vermittlungszeugnisse und Gebete
Engel und schädigender Mensch im Gebet
Das Gebet bittet um Begleitung bei der Arbeit und um Abwendung eines bösen Menschen.
Christliche und agrarische Bezugselemente stehen im selben Zitat; keine vollständige Engelbiografie oder unverändert vorchristliche Formel.
Beleg: MLE, Praetorius-Gebetsfenster · Žemyna: historische Vermittlungszeugnisse und Gebete
Schlangen und die heilige Erde im Haus
Der Artikel verbindet Erde unter Mahlsteinen, Speisegaben und Schlangen im Haus.
Das ist ein historisch vermittelter Bericht. Eine je eigene Žemyna pro Hof wird im Artikel nur vermutet.
Beleg: MLE, vermittelter Jesuitenbezug von 1644 · Žemyna: historische Vermittlungszeugnisse und Gebete
Die Toten und die anvertraute Seele
Speisen im Boden und ein Begräbnisgebet betreffen Sorge für die Verstorbenen.
Nicht aus bloßer Ähnlichkeit mit einer lettischen Totenmutter oder einer modernen Praxis gleichgesetzt.
Beleg: MLE, vermittelter Bericht 1634 und Praetorius · Žemyna: historische Vermittlungszeugnisse und Gebete
Mitologės atnašavimas Žemynai
1 Eintrag nach Szenen und Namensgruppen ansehen
Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang
Lied, Aufnahme und Gebet (1)
Litauische und lettische Zugänge bleiben einzeln bezeichnet.
Jumis, Wolf und Ziegen im kritischen Vergleich
Die Rezensentin verlangt genauere Text- und Klanganalysen und fragt nach der Deutung von Tiermotiven.
Offene Forschungsfragen; keine durch die Rezension gesicherte Tiergestalt Žemynas oder neue vollständige Jumis-Erzählung.
Beleg: Rezension, S. 253–254 bis zur Signatur · Mitologės atnašavimas Žemynai: Rezension und Forschungskritik
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Historische Žemyna-Berichte und Gebete durch MLE; getrennte Rezension einer modernen Rekonstruktion.
- Verwendeter Ausschnitt
- Vaitkevičienės MLE-Artikel; Račiūnaitė-Vyčinienė 2014, S. 249–251 und 253–254 bis zur Signatur.
- Žemyna: historische Vermittlungszeugnisse und Gebete
Daiva Vaitkevičienė · Undatierter elektronischer MLE-Zugang.
Vollständiger Haupttext samt Literatur- und Autorenangabe im Web gelesen. Benannte historische Zeugnisse, Gebete, Libation und Bestattungskontexte getrennt ausgewertet.
Praetorius, Klein, Brodowski und jesuitische Berichte nur durch den Fachlexikonartikel vermittelt, nicht als Originaldruck gelesen. Lavinskis Bericht wird hier mit 1582 genannt, in der Rezension mit 1583; ohne Originalautopsie nicht auflösen. Kunstbild von 2009 nicht übernommen. Abgerufen am 2026-10-03.
- Mitologės atnašavimas Žemynai: Rezension und Forschungskritik
Daiva Račiūnaitė-Vyčinienė · Tautosakos darbai XLVIII, 2014, S. 249–254; erste Rezension im PDF.
S. 249–251 sowie 253–254 bis zur Autorensignatur tatsächlich gelesen. S. 252 nur teilweise gelesen; andere Rezension ab S. 254 nicht als Žemyna-Quelle auswerten.
Laurinkienės Monographie von 2013 nicht unabhängig gelesen. Bewertung der Muttergottheitsrekonstruktion, ritualer Wiederholung und fehlender Klangperspektive ist die Sicht der Rezensentin. Ältere historische Zeugnisse nur vermittelt; PDF enthält ab S. 254 eine andere Rezension. Abgerufen am 2026-10-03.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.
