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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Yuki-onna: Schweigen und Verantwortung

Warum verschont sie Minokichi zweimal aus unterschiedlichen Gründen?

3 Minuten Lesezeit

Ein Ortsbericht erreicht uns durch einen Autor

Hearn nennt im eigenen Vorwort einen Bauern aus Chōfu, Nishitama-gōri, Musashi, als Erzähler einer örtlichen Legende. Er weiß nach eigener Aussage nicht, ob sie schon japanisch niedergeschrieben worden war. Das ist ein Herkunftshinweis seines Buches, kein von uns protokolliertes Interview oder Beweis, dass seine Fassung überall erzählt wurde.

Die Nacht beginnt mit einer gesperrten Überfahrt

Mosaku und der junge Minokichi finden wegen des Schneesturms keine Fähre. In der kalten Hütte sieht Minokichi die weiße Frau über dem alten Holzfäller. Sie verschont den Jüngeren, droht aber mit seinem Tod, falls er von der Nacht erzählt. Er bleibt anschließend über seine Wahrnehmung unsicher.

O-Yuki wird Teil eines Haushalts

Die spätere Begegnung führt zu einer Ehe und zehn Kindern. Minokichis Mutter nimmt die junge Frau auf und lobt sie noch vor ihrem Tod. Diese häusliche Rolle steht neben der gefährlichen Nachtgestalt; eine Quellenlektüre darf sie nicht aus der Erzählung streichen, um nur eine Eisgegnerin zu gewinnen.

Das zweite Verschonen hat eine andere Begründung

Nachdem Minokichi doch von der Nacht erzählt, gibt O-Yuki ihre Identität preis. Sie tötet ihn wegen der schlafenden Kinder nicht und verpflichtet ihn zur guten Fürsorge. Dann verschwindet sie als Nebel. Die Entscheidung verändert die Machtbeziehung: Das Schweigegebot ist gebrochen, die Verantwortung für die Kinder bleibt.

Ein regionaler Eintrag trägt eine andere Frage

Tōno monogatari103 verbindet die Schneefrau mit der Kleinen Neujahrsnacht und winterlichem Vollmond. Kindern beim Schlittenfahren wird frühe Heimkehr angeraten; der Text betont zugleich die geringe Zahl behaupteter Sichtungen. Diese Warnrolle unterscheidet sich von Hearns ausgearbeiteter Ehe- und Schweigegeschichte.

Nachlesen: [2] Eintrag103

Auch eine Niederschrift nennt ihren Vermittler

Yanagita nennt im Vorwort Sasaki Kyōseki als Erzähler und den Beginn seiner Niederschriften1909. Der1910 veröffentlichte Eintrag ist deshalb ein regionaler Buchzeuge, kein von uns protokollierter Augenzeugenbericht. Eine unbelegte direkte Abhängigkeit oder völlige Unabhängigkeit von Hearn wird nicht hinzugefügt.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Yuki-onna
Yuki-Onna/O-Yuki innerhalb Hearns ausdrücklich selbst erzählerisch bearbeiteter Fassung; mündlicher Musashi-Zugang nur nach seinem Vorwort.

Yuki-onna im regionalen Eintrag103
Kalender-/Kinderwarnung und ausdrücklich geringe behauptete Sichtung; getrennt von Hearn.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Kwaidan

Lafcadio Hearns englische Sammlung vermittelt und bearbeitet Erzählstoffe. Der hier gelesene Zugang umfasst Yuki-Onna, das eigene Vorwort und die benannten Anmerkungen; er ist keine Volllektüre aller Geschichten.

1904; eigenes Vorwort datiert 20. Januar 1904. Die literarische Bearbeitung und ihre erzählten Ausgangsstoffe werden getrennt behandelt.

Sprache: Englisch

Benutzte Ausgabe

Hearn / Gutenberg: Yuki-Onna und eigenes Vorwort

Gelesen wurden Yuki-Onna, Hearns eigenes Vorwort und die zugehörigen Anmerkungen. Die übrigen Geschichten, Abbildungen und mündlichen Ausgangserzählungen wurden nicht untersucht. Die Museumsdarstellung folgt diesem englischen literarischen Zugang.

Digitaler Zugang zur englischen Fassung von 1904; keine eigene Aufnahme der mündlichen Ausgangserzählung.

Sprache: Englisch

Welche Zeit ist gemeint?

  • 1904: Hearns Kwaidan-Bearbeitung und eigenes datiertes Vorwort.
  • 1910: Veröffentlichung von Tōno monogatari nach Editionsnotiz; kein Erscheinungsdatum der Schneefrau.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Urashima, Yuki-onna und Momotarō: benannte Bearbeitungen
Verwendeter Ausschnitt
Chamberlains vollständige Urashima-Ballade mit Kommentar, Ozaki-Vorrede und zwei ganze Geschichten, Hearns eigenes Vorwort/Yuki-onna samt zugehörigen Noten und ein Filmprogramm; keine vollständige Werk-, Film- oder regionale Sammlungssichtung.
  1. Kwaidan: Yuki-Onna und eigenes Vorwort

    Lafcadio Hearn · 1904; eigenes Vorwort datiert 20. Januar 1904

    Yuki-Onna vollständig, eigenes Vorwort Most of the following Kwaidan bis Datum vollständig sowie zugehörige Anmerkungen (1), [1], [2], (2) gelesen. Fremde Einleitung nur orientierend, übrige Geschichten und Abbildungen nicht ausgewertet.

    Benannte englische Übersetzung/Bearbeitung beziehungsweise institutionelles Programm. Keine japanische Originallektüre, keine Bilder-/Filmsichtung oder Erhebung der mündlichen Ausgangserzählung. Keine Gesamtrepräsentativität oder gesicherte reale Figurenlebenszeit. Abgerufen am 2026-10-09.

  2. Tōno monogatari: Eintrag103 und Herkunftsangabe

    Yanagita Kunio, nach Erzählungen Sasaki Kyōsekis · 1910; digitale Basis Iwanami1976/2007/2010, Aozora2012/revidiert2022

    JapanischerEintrag103vollständiggelesen;ersteHerkunftssätzeimVorwort(ErzählenderSasakiKyōseki, Niederschriftbeginn1909)undEditions-/Digitalisierungsnotizgelesen. KeinGesamtwerk, keineOriginalaufnahmeoderBildergesehen.

    Eigene begrenzte deutsche Inhaltswiedergabe; kein Volltextreprint oder Originalbild. Chronikdaten nicht als reale Figurenlebenszeit; regionale Aufzeichnung nicht als unabhängig bestätigte Erscheinung. Referenzen auf andere Werke nicht eigene Lektüre. Abgerufen am 2026-10-09.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-09. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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