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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Vertumnus: Gestalten wechseln, Stimmen unterscheiden

Bei Propertius erklärt ein Vertumnusbild seine wechselnden Rollen. Ovid lässt den Gott seine Gestalten nutzen, um Pomona näherzukommen. Verwandlung erhält in beiden Gedichten einen anderen Zweck und eine andere Stimme.

3–4 Minuten Lesezeit

Ein Bild behauptet seine Herkunft

Propertius lässt Vertumnus selbst sprechen. Die Figur nennt sich etruskisch, erinnert Volsinii und blickt auf das römische Forum. Sie bietet verschiedene Erklärungen ihres Namens an: den gewandelten Flusslauf, wiederkehrende Früchte und die eigene Wandelbarkeit.

Die konkurrierenden Deutungen gehören zur Selbstrede des Gedichts. Sie beweisen keine eindeutige sprachgeschichtliche Herkunft. Herkunft, Stadt und wechselnde Gestalt werden poetisch zusammengeführt.

Ein Attribut verändert die Rolle

Seide, Toga, Sense, Netz und Angel lassen das Bild unterschiedliche Personenrollen annehmen. Gartenfrüchte und Blumen gehören ebenfalls zu ihm. Vertumnus ist hier ein Körper mit vielen möglichen Erscheinungen.

Am Schluss spricht die Figur einen eiligen Passanten an und dankt Mamurius für das Bronzebild. Das ist eine dichterisch belebte Statue. Die Seite behauptet damit weder eine eigene Betrachtung dieses antiken Originals noch eine vollständige historische Biografie seines Herstellers.

Die gleiche Fähigkeit gewinnt ein anderes Ziel

In Ovids Pomonaepisode arbeitet Vertumnus mit ähnlich erkennbaren Gestalten: als Schnitter, Heuwender, Viehhalter, Obstpfleger, Soldat oder Fischer. Die Rollen verschaffen ihm Zugang zu Pomona. Er nutzt Tätigkeiten aus ihrer Umgebung, um ihre Nähe zu gewinnen; die Verwandlung dient einer eigenen Absicht.

Dann erscheint er als alte Frau. Sie versichert, Vertumnus genau zu kennen und für ihn einstehen zu können. Das Wissen ist tatsächlich sein eigenes. Die scheinbar unabhängige Fürsprecherin und der empfohlene Bewerber sind dieselbe handelnde Figur. So macht die Szene aus dem Wechsel von Ausrüstung und Gestalt eine Frage nach Vertrauen.

Eine Drohgeschichte ist noch kein Gesprächserfolg

Vertumnus vergleicht Pomona mit einer unverbundenen Pflanze und erzählt die Warnung von Iphis und Anaxarete. Die Versteinerung soll die Ablehnung der Werbung in den Zusammenhang göttlicher Strafe stellen. Das ist die argumentative Auswahl des Bewerbers. Pomonas bereits sorgfältig gepflegter Garten bietet zugleich einen anderen Blick auf Fruchtbarkeit.

Der Erzähler hält ausdrücklich fest, dass die Rede erfolglos bleibt. Vertumnus zeigt daraufhin die eigene Gestalt und erwägt Gewalt; erst dann wird Pomonas erwidertes Begehren erzählt. Propertius’ Bildrede und Ovids Werbung werden deshalb nicht zu einer einzigen Handlung verschmolzen: Dort erklärt sich ein vielseitiges Bild, hier versucht eine Figur, die Entscheidung einer anderen zu beeinflussen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Bild behauptet seine Herkunft
Elegie 4.2,1–22

Ein Attribut verändert die Rolle
Elegie 4.2,23–64

Die gleiche Fähigkeit gewinnt ein anderes Ziel
Metamorphosen 14: Theoi-Marken 634–697

Eine Drohgeschichte ist noch kein Gesprächserfolg
Metamorphosen 14: Theoi-Marken 654–771; Elegie 4.2,1–64

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Propertius: Elegien

Nur Elegie 4.2.1–64 in A. S. Klines englischer Leseübersetzung von 2002/2008. Die literarische Bildrede ist kein hier erhaltenes oder selbst betrachtetes antikes Bronzebild.

Entstehung des Zeugnisses und heutige Edition beziehungsweise Dokumentation getrennt behandeln.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Propertius: Ein Vertumnusbild spricht

Ein Vertumnusbild erklärt seine Herkunft, wechselnde Ausstattung und seinen Namen. Elegie 4.2 in A. S. Klines moderner englischer Übersetzung; keine Übernahme der Übersetzung.

Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

Sprache: Englische Leseübersetzung von A. S. Kline, 2002/2008

Überlieferter Text

Ovid: Metamorphosen

Metamorphosen 14, Theoi-Marken 634–771, in Brookes Mores englischer Übersetzung von 1922: wechselnde Auftritte, Selbstempfehlung als alte Frau, Warnung und erzählter Schluss. Die Werbung bleibt von Propertius’ eigenständiger Bildrede getrennt.

Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Ovid: Pomonas Garten und Vertumnus’ Werbung

Pomonas Gartenarbeit, Vertumnus’ verkleidete Werbung und die eingeschobene Geschichte von Iphis und Anaxarete. Brookes Mores Übersetzung von 1922.

Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

Sprache: Englische Übersetzung von Brookes More, 1922

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Zwei getrennte lateinische Gedichte: literarische Selbstrede eines Bildes und Ovids Verwandlungs- und Werbungserzählung.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Nur Elegie 4.2.1–64 in A. S. Klines englischer Leseübersetzung von 2002/2008. Die literarische Bildrede ist kein hier erhaltenes oder selbst betrachtetes antikes Bronzebild.; Metamorphosen 14, Theoi-Marken 634–771, in Brookes Mores englischer Übersetzung von 1922: wechselnde Auftritte, Selbstempfehlung als alte Frau, Warnung und erzählter Schluss. Die Werbung bleibt von Propertius’ eigenständiger Bildrede getrennt.
  1. Propertius: Ein Vertumnusbild spricht

    Propertius; englische Übersetzung A. S. Kline, 2002/2008 · Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

    Elegie 4.2,1–64 vollständig; Übersetzer- und Copyrightkopf mitbeschrieben. Moderne Übersetzung nur als Lesezugang, keine Übernahmefreigabe.

    Nur die angegebenen Textfenster beziehungsweise Katalogeinträge gelesen. Keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Rezeptionsprüfung, eigene Objektautopsie, Bildrechtefreigabe oder externe Fachgegenlektüre. Autorenrede, sprechendes Bild, Ritualanweisung und moderne Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  2. Ovid: Pomonas Garten und Vertumnus’ Werbung

    Ovid; englische Übersetzung Brookes More, 1922, Theoi · Antikes Zeugnis in der angegebenen modernen Webedition; Original, Übersetzung und Katalogdatum sind getrennt.

    Metamorphosen 14: vollständige Pomona-/Vertumnusepisode von der Theoi-Marke 623 bis unmittelbar vor 772, einschließlich Iphis und Anaxarete; Übersetzerkopf und Editionsangabe von Buch 1 geprüft.

    Nur die angegebenen Textfenster beziehungsweise Katalogeinträge gelesen. Keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Rezeptionsprüfung, eigene Objektautopsie, Bildrechtefreigabe oder externe Fachgegenlektüre. Autorenrede, sprechendes Bild, Ritualanweisung und moderne Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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